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Die dritte Buch Berlin

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Ich liebe Buchmessen und wenn sie quasi um die Ecke stattfinden, mag ich das noch mehr.

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Die Buch Berlin jährte sich zum dritten Mal und fand in der dritten Location statt. Das Estrel ist für seine Shows und das Weihnachtsessen von Frank Zander bekannt und liegt supergünstig am S-Bahnring.

Was die Bahn natürlich nicht davon abhält, just an dem einen Wochenende zu bauen, da ich am S-Bahnhof Sonnenallee aussteigen will. Nun gut, es gab einen Ersatzverkehr vom Bahnhof Plänterwald und er bot, quasi kostenlos, ein besonderes Feature für alle Berlinbesucher: Einen echten Berliner Busfahrer. Die sind nämlich nicht einfach nur nett, die sondern auch etwas ganz Besonderes.

Vom S-Bahnsteig wiesen kleine Schilder zur SEV-Haltestelle. Eine ganz normale Haltestelle, könnte der unbedarfte Fahrgast denken. Bus kam, Leute stiegen aus, wir regennassen Wartenden strömten hinein.

»Dit is hier nur Ausstieg, aber kommse ruhig rin!«, begrüßte uns der Fahrer.

Und tatsächlich, dreißig Meter weiter, hinter einer Kurve verborgen, stand noch ein SEV-Schild. Doch bevor die dort Harrenden einsteigen durften, drehte sich der Fahrer zu uns um, hob den Finger und sah uns streng an:

»Dit hier is der Einstieg, merkense sich dir fürs nächste Mal!«

Berlin pur, da wurde mir gleich ganz heimelig ums Herz.

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Das Estrel im Herbst – urig

Das Estrel ist von außen potthässlich und von Baustellen umgeben, aber tatsächlich bisher der beste Ort für die Messe und ich würde es sehr begrüßen, wenn sie nächstes Jahr wieder dort stattfinden könnte.

Die Stände verteilten sich über zwei große Säle. Der Besucherandrang überstieg meine Erwartungen bei weitem. Ich hatte auch das Gefühl, mehr Stände vorzufinden. Es dominierten Kinderbücher und Romantasy, also nicht ganz meine Favoriten, aber ich konnte einige nette Gespräche führen.

Ganz oben auf der Liste stand der Besuch beim Stand des Beyond Affinity-Verlages, wo Christian Kathan seine Anthologie Die Bibliothek der Tränen vorstellte und für seine im Dezember startende eBook-Reihe Lady Twilight warb. Christian ist feuriges Energiebündel und hätte mit mir wahrscheinlich Stunden lang gequatscht.

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Christian Kathan

Aber ich wollte unbedingt auch noch zu Guido Krain, dessen O.R.I.O.N. Space Opera zum abgefahrendsten gehört, was derzeit an deutschsprachiger SF erscheint. Sex, Slapstik, Abenteuer und Sense of Wonder – außerdem gibt’s da noch die kleine süße Pali …

Am Stand traf ich zunächst auf Frederike Krain, die bessere Hälfte von Guido und Cheffin des Arunya-Verlages, zudem ebenfalls großer Pali-Fan. Stolz präsentierte sie mir ihre Pali-Handtasche und schwärmte vom Pali-Mousepad. Selbstverständlich bat ich sie um ein Foto:

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Frederike Krain links, meine Pali rechts. Oh, Freude, schöner Götterfunken …

Dann kam Guido hinzu und während er mir zwei Bücher signierte, versuchte ich ihm zu erklären, wie wichtig das Überleben gewisser himmlischer Figuren in der Reihe ist. Wenn er nicht auf mich hört, wird seine Verlegerin ihm schon die Notwendigkeit klar machen, da bin ich mir jetzt ganz sicher. Was mich sehr freute, war Guidos Feststellung, dass O.R.I.O.N. sehr gut läuft und der erste Band schon in der zweiten Auflage im Handel sei. Weiter so!

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Pali-Papa: Guido Krain

Neben den Ständen von p.machinery, Saphir im Stahl mit einem breit grinsenden Erik Schreiber, sowie dem Amrûn Verlag, entdeckte ich noch einen alten Bekannten.

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Der Berliner Verlag periplaneta versorgt mich seit Jahren mit überraschender Phantastik und da ich noch ein Interview mit der Verlegerin Marion Alexa Müller in der Pipeline habe, sprach ich sie einfach an.

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Marion Alexa Müller

Ohje, offenbar hatte ich ihr mit meinen Fragen doch eine Menge Arbeit aufgebürdet. Zum Ausgleich nahm ich ein Rezensionsexemplar ihres neuesten Kindes Die Heldenformel mit.

Nun liegt der Ball wieder bei mir.

Da mein Abendprogramm schon länger feststand und ich eigentlich alles mir wichtige abgeklappert hatte, stürzte ich mich dann auch schon wieder in das öffentliche Nahverkehrsabenteuer.

Die Berliner Buchmesse mausert sich und entwickelt nach und nach ihr eigenes Gesicht. Hoffentlich geht der Veranstalter da mit und wird nicht so größenwahnsinnig und geldgeil wie in Leipzig.

Mir gefiel es sehr zu sehen, wie all die schillernden Autorinnen und Autoren ihre Fans fanden. Gedränge gab es bei so vielen Ständen und auch wenn mir schon die Cover ziemlich deutlich offenbarten, nicht zur Zielgruppe zu gehören, macht es mich doch irgendwie glücklich, dass hier Bücher und Geschichten im Mittelpunkt stehen.

Und um mit einem Zitat aus dem Leben zu enden:

»Dit hier is der Einstieg, merkense sich dir fürs nächste Mal!«

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5 Kommentare

  1. Schöner Bericht! Tipp für weitere Interviews: Schickt immer eine Textdatei hin und her und arbeitet eine Frage nach der anderen ab! Das macht mehr Spaß, lässt sich locker nebenbei erledigen, ist ja immer nur eine Frage auf einmal, und es kommt auch ein Gesprächsfluss zustande, trotz E-Mails …

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  4. […] traf ich Familie Krain auch schon live und konnte mich als großer Pali-Fan […]

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