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Wurde aber auch Zeit!

Zweimal kulinarisches Future-Food-Treffen in einem Monat – kein Wunder, dass mein Lieblingsshirt ganz gespannt in die Zukunft blickt.
Nachdem wir Anfang des Monats Dirk van den Boom von einem erschöpfenden Seminar ablenken konnten, gab es gleich noch mehr zu feiern.

Frank Böhmert schrieb vor kurzem in seinem Blog über sein allererstes Hörspiel, das nun gänzlich umsonst zum Hören angeboten würde und spontan beschlossen wir, dieses Stück schweizerischer Schreckmümpfeli-Audiokultur gemeinsam wegzulauschen.

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Mit leckerem Sekt in der Hand erzählte Frank den Hintergrund zu »Brüderlein und Schwesterlein«

Und prompt wurde aus der kleinen Terrassenparty noch eine Jubelstunde, denn der ewige Geheimtipp Frank Böhmert ist nun ein gepriesener SF-Autor.
Da man nicht alle Tage den DSFP gewinnt, gabs eine ordentliche Flasche Rum von uns gratis dazu.

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Es stand in der phantastisch!»Operation Gnadenakt« 

Gegrilltes, Hörspiel, Lagerfeuer und BVG-Abenteuer – es war ein wunderbarer Mai-Abend, herzerwärmend perfekt wie die Bohemian Rhapsody.

Jetzt müssen wir das Niveau nur noch halten …

Das kurze Grinsen

Alle Jahre wieder trudeln die Literatur-Preise den Wörterberg hinunter und meist verfolgt man nur ein paar von ihnen, so groß ist ihre Anzahl.
Mich interessieren die Phantastik-Preise und von den anderen nur die, in denen phantastische Werke nominiert werden.
Ab und zu richte ich auch meine Lektüre danach aus. So stellte ich nach den Nominierungen zu DSFP und KLP fest, dass ich bei den Kurzgeschichten 2015 doch einige Lücken besaß. Zumindest eine konnte ich nun schließen.

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Das Amt für versäumte Ausgaben von Uwe Hermann, Cover: Ernst Wurdack

Uwe Hermann frug quasi parallel zum Lektürefortschritt von Micha Schmidt bei mir an, ob ich nicht seinen aktuellen und immerhin schon vierten Sammelband Das Amt für versäumte Ausgaben rezensieren wollte. Es enthält mit Der heilige Wasserabsperrhahn und Versuchsreihe 13 – Die Infektion zwei Kurzgeschichten, die jeweils für einen der beiden SF-Preise nominiert wurden und von daher ließ ich mich gern bequatschen.

Von den zehn Geschichten gefielen mir letztlich nur drei wirklich gut, der Rest ist okay. Zumindest konnte ich Versuchsreihe 13 – Die Infektion als rechtmäßige Nominierung bestätigen und hab nun etwas zum Grübeln für meine KLP-Abstimmung.
Konkreter auf die Geschichten gehe ich in meiner Rezi ein: Das Amt für versäumte Ausgaben von Uwe Hermann

Der DSFP ist übrigens seit Anfang der Woche gelaufen. Erwartungsgemäß gewann bei den Romanen Andreas Brandhorst mit Das Schiff. Ich kenne das Buch nicht, aber den Lesegeschmack einige Jurymitglieder und enthusiastische Äußerungen im Vorfeld ließen wenig Zweifel an der Tendenz einer Entscheidung. Glückwunsch, Andreas!

Große Freude bereite mir natürlich der Sieg von Frank Böhmerts Story Operation Gnadenakt. Es ist eine kleine, böse und hintersinnige Pointengeschichte. Kurz und auf den Punkt geschrieben, wie es sich für einen echten Böhmert gehört und trotzdem haut sie dir ganz große menschliche Themen um die Ohren. Das nächste Future Food wird also nicht nur seinem Hörspielklassiker gewidmet sein, sondern auch das Ende eines Ewigen Geheimtipps feiern. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen.

Also werd ich mal brav aufessen.

Schlussstrich

So, ich habe mich aus dem DSFP-Komitee verabschiedet.

In den letzten Tage bin ich nur voller Wut im Bauch herumgelaufen und gar nicht mehr runtergekommen. Sowas ist Quatsch.

Auf der Dunklen Seite

Ich bin immer noch wütend über die Preise für Dschiheads. Das hat weniger damit zu tun, dass ein bestenfalls mittelmäßiger Text ausgezeichnet wurde, als vielmehr damit, dass niemanden zu stören scheint, welch billiger Mittel sich Jeschke bedient, um seine Dschiheads zu charakterisieren.

Etliche positive Stimme gehen gleich ganz davon aus, dass Religion nur ein Randthema des Romans sei. Was ich zusätzlich erschreckend finde.

Aber dass ein Autor nicht dafür gerügt wird, seine Bösewichter aus der untersten Klischee-Schublade geholt zu haben und sich dabei nicht scheut, alte Diskriminierungsmodelle aufzuwärmen, bringt mich zum Kochen.

Wenn es wenigstens im Roman eine Handlungsnotwendigkeit gegeben hätte, Übergewicht und Homosexualität als Wesensmerkmale der Dschihead-Elite einzusetzen, könnte ich damit problemlos leben. Aber nein, nicht einmal die Pädophilie des Sekten-Gurus hat irgendeine Verbindung zum Rest der Geschichte.
Jeschke ging es offenbar nur darum, irgendwelche Dinge an seine Figuren anzuheften, die er als negativ empfindet.

In die Laudatio zum DSFP hätte ich gern einen Passus aufgenommen, dass sich das Komitee wenigstens grundsätzlich von Diskriminierung distanziert. Die Hoffnung besteht, dass in der Laudatio auch die kritischen Stimmen der Jury zu Wort kommen, ich war ja nicht alleine mit meiner Kritik.

Das lindert die Wut aber nicht. Und Wut ist der Weg zur Dunklen Seite …

Wo haben die Milchbärte ihre Laserschwerter nur versteckt. Chaos, deine Geburtstätte heißt Kinderzimmer.

Delany hat wahrscheinlich gar kein so gutes Gedächtnis, sondern Notizbücher. Für so etwas müsste ich mir aber erst einmal eine lesbare Handschrift zulegen.

Wohin man auch blickt, überall nur Elfenwerk!

Zeitgereist und parallel

Im p.machinery Verlag von Michael Haitel sind letztes Jahr jede Menge Story-Sammlungen erschienen, viele in der vom SFCD unterstützten Reihe AnfroSF.

Die Science-Fiction Kurzgeschichte hat es in Deutschland momentan nicht gerade leicht. Der Markt ist schwach, mit Storys ist kein gesichertes Einkommen zu erreichen.
Immerhin kann sich Axel Kruse nun über den Gewinn des DSFPs für die beste Kurzgeschichte des Jahres 2013 und der damit verbundenen Euronenschwemme freuen. Die Lorbeeren wird er auch nicht verachten, er soll ein Netter sein. :wave:

Ich fand die nominierte Story nun nicht gar so superduper, aber mein Favorit war ja eh nur Teil einer größeren Story und kommt zudem bald als Gesamtpaket heraus, neue Chance für Michael Marrak. Es müsste ihn schon arg durchelfen, wenn er da noch etwas vermasseln würde. Hoffentlich ist die Wartezeit auf Der Kanon mechanischer Seelen nicht zu lang.

Im Fantasyguide findet sich die Rezension zur Storysammlung von Axel Kruse – Seitwärts in die Zeit.

Axel Kruse – Seitwärts in die Zeit (Cover von Crossvalley Smith)Axel Kruse – Seitwärts in die Zeit (Cover von Crossvalley Smith)

Auf jeden Fall lesenswert. Themenspezifische Bände haben ihren ganz eigenen Reiz.

Events, Events!

Die Gewinner des DSFP 2014 stehen fest. Den besten Roman schreib demnach Wolfgang Jeschke mit Dschiheads, die beste Kurzgeschichte stammt von Axel Kruse aus der gleichnamigen Sammlung Seitwärts in die Zeit.

Glückwunsch an die Gewinner! :wave:

An der Rezi zum Kruse schreib ich gerade, auf die zu Dschiheads habe ich ja bereits im Blog hingewiesen.

Nach Schwerin zur Verleihung auf dem SchlossCon werde ich höchst wahrscheinlich nicht fahren, momentan passt das nicht in meine Pläne.

Was aber hineinpasst, ist der Besuch der heutigen Lesung im Otherland. Sergej Lukianenko wird dort nachher aufschlagen. Sein Roman Spektrum zählt für mich immer noch zu den besten SF-Werken der letzten Jahre. Bin schon gespannt, ob er russisch spricht und ich irgendwas davon verstehe.

Fürs Otherland habe ich gestern auch eifrig gefrickelt. Mal sehn, ob aus der Idee, im Fantasyguide eine Bestellmöglichkeit von Büchern über den Buchladen anzubieten, etwas wird.
Typo3 ist mir zu einem gewissen Teil immer noch arg fremd und so richtig zufrieden bin ich mit der bisherigen Lösung noch nicht. Hin und wieder stoße ich auf Problemchen, deren Lösung auch mit Suche im Netz nicht einfach umzusetzen ist, weil ich oft genug einfach nicht weiß, was die da so meinen. Du musst einfach nur dies oder das da eintragen. Aber wie – das fehlt oft.
Da man nicht durchgängig mit der Software zu tun hat, sucht man bestimmte Dinge jedesmal von neuem.

Aber vielleicht klappts ja doch irgendwie und wenn wenigistens ein paar Bücher mehr im Otherland verkauft werden, gibts auch weiterhin so tolle Events, wie garantiert der heutige Abend!
:yes:

Ehrt das Cover!

Es ist ja üblich geworden, bei der Herstellung von Büchern zu sparen. Sei es am Lektorat, am Korrektorat oder eben an der Covergestaltung. Heraus kommen generische Produkte, lieblose Massenware.
In der Kleinverlagsszene hingegen hat sich über die Jahre hinweg eine eigene Kultur entwickelt. Hier können sich viele Talente austoben, wenn auch oft gering oder gar nicht entlohnt.
Aber zumindest bieten sich so Trittbretter. Einen dieser aufstrebenden Cover-Künstler habe ich für den Fantasyguide interviewt:
Lother Bauer im Gespräch.

Ein Beispiel:
Cover zum 5. Sonderband SF-Serie Rettungskreuzer Ikarus Die Auserwählte herausgegeben von Irene Salzmann, erschienen bei AtlantisCover zum 5. Sonderband SF-Serie Rettungskreuzer Ikarus Die Auserwählte herausgegeben von Irene Salzmann, erschienen bei Atlantis

Die Auswertung des DSFP ist auch durch. Bei den Kurzgeschichten hat eine gute Story gewonnen, bei den Roman leider, wie von Frank Böhmert erwartet, der große Name. Schade, denn es gab sehr viele deutlich bessere Romane in 2013. Somit ist bereits das zweite Jahr meiner Jury-Mitgliedschaft eher enttäuschend ausgefallen und ich überlege wirklich, mir das weiterhin anzutun. 🙄
Die offizielle Bekanntgabe poste ich, sobald sie raus ist.

Und noch etwas ganz anderes.

In der Blogosphäre kreisen gerade Artikel zu einem Bericht auf http://buzzaldrins.com/. Dort geht es um Literatur-Blogs und ihren Wert als Literatur-Kritik.
Ich nutze dieses Blog hier ja auch, um über meine Lektüren zu schreiben. Allerdings stelle ich vollwertige Rezensionen immer in den Fantasyguide und verlinke sie hier. Im Unterschied zu den Rezensionen versuche ich bei meinen Kommentaren hier im Blog, persönlicher zu sein, meine Meinung deutlich auszudrücken. Hier kann ich darüber fluchen, welches Elfenwerk der Jeschke fabriziert oder wir unterirdisch bieder der Zwack schreibt.
So sehe ich den Unterschied. Ein Blog ist persönlicher, mehr Emotionen weniger Argumente. In den Rezensionen bemühe ich mich, sachlicher zu sein, eventuelle Hintergründe des Werkes zu beleuchten und es in einen Kontext zu setzen, soweit es geht. Manchmal lassen sich Verknüpfungen zum Leben der AutorInnen herstellen, manchmal ignoriere ich deren eventuelle Intentionen und interpretiere das Werk aus sich selbst heraus. Je nach Lust, Laune und Lektüre.
Was ich jedoch nicht machen will, sind erweiterte Inhaltsangaben oder eine Wiedergabe von Pressetexten. Zum Glück kann ich unabhängig schreiben, ohne Druck von Verlagen oder AutorInnen. Das bedingt natürlich, dass ich Kritik begründe. Selbst bei Rezensionsexemplaren, die ich kostenlos erhalte, weiche ich davon nicht ab. Und es gibt genügend Bücher, die ich einfach so lese und rezensiere.

Denn das Schönste an diesem Hobby in diesem Land und dieser Zeit ist die Freiheit, seine Meinung äußern zu können. Keine Selbstverständlichkeit und keine unangefochtene Sache.

Und so sehr es auch in Bauch und Fäusten grummelt, bedeutet diese Freiheit eben auch, die Meinung anderer zu akzeptieren.

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