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Zeitgereist und parallel

Im p.machinery Verlag von Michael Haitel sind letztes Jahr jede Menge Story-Sammlungen erschienen, viele in der vom SFCD unterstützten Reihe AnfroSF.

Die Science-Fiction Kurzgeschichte hat es in Deutschland momentan nicht gerade leicht. Der Markt ist schwach, mit Storys ist kein gesichertes Einkommen zu erreichen.
Immerhin kann sich Axel Kruse nun über den Gewinn des DSFPs für die beste Kurzgeschichte des Jahres 2013 und der damit verbundenen Euronenschwemme freuen. Die Lorbeeren wird er auch nicht verachten, er soll ein Netter sein. :wave:

Ich fand die nominierte Story nun nicht gar so superduper, aber mein Favorit war ja eh nur Teil einer größeren Story und kommt zudem bald als Gesamtpaket heraus, neue Chance für Michael Marrak. Es müsste ihn schon arg durchelfen, wenn er da noch etwas vermasseln würde. Hoffentlich ist die Wartezeit auf Der Kanon mechanischer Seelen nicht zu lang.

Im Fantasyguide findet sich die Rezension zur Storysammlung von Axel Kruse – Seitwärts in die Zeit.

Axel Kruse – Seitwärts in die Zeit (Cover von Crossvalley Smith)Axel Kruse – Seitwärts in die Zeit (Cover von Crossvalley Smith)

Auf jeden Fall lesenswert. Themenspezifische Bände haben ihren ganz eigenen Reiz.

Events, Events!

Die Gewinner des DSFP 2014 stehen fest. Den besten Roman schreib demnach Wolfgang Jeschke mit Dschiheads, die beste Kurzgeschichte stammt von Axel Kruse aus der gleichnamigen Sammlung Seitwärts in die Zeit.

Glückwunsch an die Gewinner! :wave:

An der Rezi zum Kruse schreib ich gerade, auf die zu Dschiheads habe ich ja bereits im Blog hingewiesen.

Nach Schwerin zur Verleihung auf dem SchlossCon werde ich höchst wahrscheinlich nicht fahren, momentan passt das nicht in meine Pläne.

Was aber hineinpasst, ist der Besuch der heutigen Lesung im Otherland. Sergej Lukianenko wird dort nachher aufschlagen. Sein Roman Spektrum zählt für mich immer noch zu den besten SF-Werken der letzten Jahre. Bin schon gespannt, ob er russisch spricht und ich irgendwas davon verstehe.

Fürs Otherland habe ich gestern auch eifrig gefrickelt. Mal sehn, ob aus der Idee, im Fantasyguide eine Bestellmöglichkeit von Büchern über den Buchladen anzubieten, etwas wird.
Typo3 ist mir zu einem gewissen Teil immer noch arg fremd und so richtig zufrieden bin ich mit der bisherigen Lösung noch nicht. Hin und wieder stoße ich auf Problemchen, deren Lösung auch mit Suche im Netz nicht einfach umzusetzen ist, weil ich oft genug einfach nicht weiß, was die da so meinen. Du musst einfach nur dies oder das da eintragen. Aber wie – das fehlt oft.
Da man nicht durchgängig mit der Software zu tun hat, sucht man bestimmte Dinge jedesmal von neuem.

Aber vielleicht klappts ja doch irgendwie und wenn wenigistens ein paar Bücher mehr im Otherland verkauft werden, gibts auch weiterhin so tolle Events, wie garantiert der heutige Abend!
:yes:

Ehrt das Cover!

Es ist ja üblich geworden, bei der Herstellung von Büchern zu sparen. Sei es am Lektorat, am Korrektorat oder eben an der Covergestaltung. Heraus kommen generische Produkte, lieblose Massenware.
In der Kleinverlagsszene hingegen hat sich über die Jahre hinweg eine eigene Kultur entwickelt. Hier können sich viele Talente austoben, wenn auch oft gering oder gar nicht entlohnt.
Aber zumindest bieten sich so Trittbretter. Einen dieser aufstrebenden Cover-Künstler habe ich für den Fantasyguide interviewt:
Lother Bauer im Gespräch.

Ein Beispiel:
Cover zum 5. Sonderband SF-Serie Rettungskreuzer Ikarus Die Auserwählte herausgegeben von Irene Salzmann, erschienen bei AtlantisCover zum 5. Sonderband SF-Serie Rettungskreuzer Ikarus Die Auserwählte herausgegeben von Irene Salzmann, erschienen bei Atlantis

Die Auswertung des DSFP ist auch durch. Bei den Kurzgeschichten hat eine gute Story gewonnen, bei den Roman leider, wie von Frank Böhmert erwartet, der große Name. Schade, denn es gab sehr viele deutlich bessere Romane in 2013. Somit ist bereits das zweite Jahr meiner Jury-Mitgliedschaft eher enttäuschend ausgefallen und ich überlege wirklich, mir das weiterhin anzutun. 🙄
Die offizielle Bekanntgabe poste ich, sobald sie raus ist.

Und noch etwas ganz anderes.

In der Blogosphäre kreisen gerade Artikel zu einem Bericht auf http://buzzaldrins.com/. Dort geht es um Literatur-Blogs und ihren Wert als Literatur-Kritik.
Ich nutze dieses Blog hier ja auch, um über meine Lektüren zu schreiben. Allerdings stelle ich vollwertige Rezensionen immer in den Fantasyguide und verlinke sie hier. Im Unterschied zu den Rezensionen versuche ich bei meinen Kommentaren hier im Blog, persönlicher zu sein, meine Meinung deutlich auszudrücken. Hier kann ich darüber fluchen, welches Elfenwerk der Jeschke fabriziert oder wir unterirdisch bieder der Zwack schreibt.
So sehe ich den Unterschied. Ein Blog ist persönlicher, mehr Emotionen weniger Argumente. In den Rezensionen bemühe ich mich, sachlicher zu sein, eventuelle Hintergründe des Werkes zu beleuchten und es in einen Kontext zu setzen, soweit es geht. Manchmal lassen sich Verknüpfungen zum Leben der AutorInnen herstellen, manchmal ignoriere ich deren eventuelle Intentionen und interpretiere das Werk aus sich selbst heraus. Je nach Lust, Laune und Lektüre.
Was ich jedoch nicht machen will, sind erweiterte Inhaltsangaben oder eine Wiedergabe von Pressetexten. Zum Glück kann ich unabhängig schreiben, ohne Druck von Verlagen oder AutorInnen. Das bedingt natürlich, dass ich Kritik begründe. Selbst bei Rezensionsexemplaren, die ich kostenlos erhalte, weiche ich davon nicht ab. Und es gibt genügend Bücher, die ich einfach so lese und rezensiere.

Denn das Schönste an diesem Hobby in diesem Land und dieser Zeit ist die Freiheit, seine Meinung äußern zu können. Keine Selbstverständlichkeit und keine unangefochtene Sache.

Und so sehr es auch in Bauch und Fäusten grummelt, bedeutet diese Freiheit eben auch, die Meinung anderer zu akzeptieren.

Todesschatten

Meine Lese-Arbeit für den DSFP habe ich vollbracht. Leider steht die Wertungsrunde ganz im Schatten des Todes unseres Mit-Jurors Andreas Kuschke. Ich kannte ihn nur aus dem SFN-Forum als ausgleichenden und stets freundlichen Moderator.
Sein Fehlen macht mich sehr traurig und ich wünsche seiner Familie Kraft, den Verlust zu ertragen.

Keine Ahnung, welche Auswirkung es auf den DSFP haben wird. Einige Mitglieder der Jury, die Andreas näher kannten, sind ziemlich durch den Wind. Verständlich. Ich bekomme auch immer feuchte Tränen, wenn ich im Forum Threads sehe, die er begann.

Leider endete der Mai mit einem weiteren Trauerfall. Michael Szameit starb am Freitag. Seine SF-Romane gehören zu meiner Lieblingslektüre. Sie waren stets anders als die Werke von Kröger, Tuschel oder Frühauf. Hintergründiger. Auch die Handlung bewegte sich in ganz anderen Bahnen.
Vor einigen Jahren fuhr ich mit ihm für ein Interview auf seinem Boot über die Berliner Gewässer. Ich fauler Sack hab es nie geschafft, die zwei Stunden Band abzutippen. Nun gibt’s aber kein Entschulden mehr. Verdammt, manchmal kommt der Tritt in den Hintern zu spät.

Stammtisch in space

Der neue Roman Dschiheads von Altmeister Wolfgang Jeschke wusste gar nicht zu gefallen und darum gibt es von mir im Fantasyguide einen Verriss.

Dschiheads von Wolfgang JeschkeDschiheads von Wolfgang Jeschke

Wenn man sich mit religiösem Fanatismus beschäftig, sollte es fundiert sein und nicht auf Stammtischniveau. Das braucht niemand.

Nun muss ich nur noch Heinz Zwacks Nebenweit in meinen SUBS wiederfinden, dann kann ich das Projekt DSFP 2013 abschließen. Bisher gibt’s auf meiner Liste einen Favoriten, zwei gute Werke und zwei Totalausfälle.

Die letzte Kurzgeschichte habe ich schon angefangen zu lesen, mal sehen, ob hier noch ein Favoritensturz möglich ist.

Lass es regnen, Karsten!

Ich weiß gar nicht so genau, warum ich bisher noch keinen Roman von Karsten Kruschel gelesen habe. Es kann sich nur um Elfenwerk handeln.

Aber da ich nun im Rahmen der diesjährigen DSFP-Runde seinen dritten Vilm-Roman, Das Dickicht, lesen musste, hat es mich nun aber so richtig erwischt!

Karsten Kruschel – Das DickichtKarsten Kruschel – Das Dickicht

Was für ein schnuckeliger SF-Roman aus dem Wurdack-Verlag. Karstens Figuren sind scheinbar völlig selbständige Entitäten, die einen Planeten bewohnen oder durchstreifen, der sich fast noch emanzipierter benimmt als sie.
Okay, es ist nicht der Planet selbst, sondern ein den Äquator umspannendes riesiges Gewächsgewimmel voller Tiere, Pflanzen und Wildgemischten. Immer wieder zeigt es den kleinen außerirdischen Lebewesen einen Stinkezweigfinger.

Aber das Besten am Roman ist, das Karsten ungemein fokussiert schreibt. Es gibt keine Längen, weder im Umfang einer Szene, noch in den Beschreibungen oder Info-Vermittlungen. Selten habe ich eine so konzentrierte und trotzdem verspiele Handlung erlebt.
Großartig. Kruschel verwirbelt seine Handlungsstränge und Weltenbauideen wie Dietmar Dath, nur dass man bei ihm jeden Satz versteht.

Ihr seht schon, ich bin hin und weg. Keine Ahnung, ob ich diese Begeisterung auch in der Rezi unterbringen konnte, auf jeden Fall muss ich mir bald irgendwie Zeit freischaufeln (und sie dann auch nehmen), um die restlichen Vilm-Bände zu lesen.

Kollege Jeschke hat es da gerade ziemlich schwer, mich für seine seltsame Gut / Böse Story Dschiheads zu begeistern.

Was mit Physik

Nicht jeder SF-Roman, der sich auf eine wissenschaftliche Theorie stürzt, handelt auch von ihr.

H. D. Klein etwa benannte seinen jüngsten Roman nach Frank Drake, der durch seine Gleichung zur Ermittlung von anderen Intelligenzen in der Milchstraße bekannt wurde. Zwar benutzt Klein die Faktoren der Gleichung als Kapitelüberschriften, aber damit hat sich dann der Bezug im Wesentlichen schon erschöpft.
Vielmehr verliert sich Klein in einer aufgeblähten und arg in sich unschlüssigen Space-Opera. Leider ein Komplett-Ausfall.

Drake von H. D. KleinDrake von H. D. Klein

Ich las das Buch für die diesjährige DSFP-Wahl und es gehört nicht zu meinen Favoriten. Die ganze Rezi gibts hier.

Nächster Kandidat auf meiner Todo-Liste bis Ende Mai ist Das Dickicht von Karsten Kruschel aus seinem Vilm-Universum. Das erste Drittel ist schon mal um Welten spannender und faszinierender als Drake. Im Prinzip schreibt Kruschel einen meiner Lieblingsromane weiter, nämlich Midworld (dt. Die denkenden Wälder) von Alan Dean Foster, auch wenn es viele Unterschiede gibt.
Die Ähnlichkeiten aber freuen mich sehr.

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