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Alexandre Dumas – Der Graf von Monte Christo

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Immer der Nase nach

Mir bereitet es großes Vergnügen, im Urlaub auch auf literarischen Pfaden zu wandeln. Nachdem wir letztes Jahr unter anderem Agatha Christie einen Besuch abstatteten, gelang es dieses Jahr, ein ähnlich hübsches Anwesen zu besichtigen.

Der Dichter Edmond Rostand konnte sich vom Erfolg seines Stückes Cyrano de Bergerac ein hübsches Stück Land am Fuße der Pyrenäen kaufen und ließ sich dort ein recht großes Landhaus im baskischen Stil erbauen, samt Gartenanlage.
Er taufte das Anwesen Arnaga und es ist heute ein Museum. Zum Glück war es nicht so überlaufen wie die meisten anderen Sehenswürdigkeiten der Gegend und der Park begrüßte uns gleich mit einer Pracht riesiger Hortensien.

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Was für eine Begrüßung!

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Blick auf das Haus vom Garten aus

Das eigentliche Museum besteht aus den möblierten Zimmern und erzählt nebenbei nicht nur Geschichten über Rostand, sondern auch über seine Frauen und die KünstlerInnen, die für das Ambiente des Hause verantwortlich waren.

So gibt es riesige Wandgemälde zu bestaunen, deren farbenfrohe Ausführung viel zur fröhlichen Ausstrahlung der Räume beiträgt. Ganz besonders der große Saal wirkt durch die Bilder nach einem Gedicht von Victor Hugo, gemalt von Gaston de La Touche.

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Großartig auch durch seine Holzauskleidung, sowie den großen runden Fensteröffnungen wie eine Hobbithöhle. Ich war hin und weg.

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Bilbo hatte es auch nicht schöner

Natürlich reizte mich ganz besonders auch die Bibliothek. Neben uralten Büchern und diversen Cyrano-Büsten fallen ganz besonders die luftigen Gemälde von Hélène Dufau ins Auge, die etliche Bilder für Rostand anfertigte und die überall im Haus zu finden sind.

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Badende von Clémentine-Hélène Dufau

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Cyrano ist übarall im Haus präsent

Aber auch heute wird Kunst in Arnaga groß geschrieben. So hatte man in die Räume eine Sonderausstellung integriert. Daniel Ogier präsentierte Kostüme und Zeichnungen zu Rostands Chantecler, das in Frankreich ähnlich populär zu sein scheint, wie Cyrano.

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Auf der Internetseite des Museums gibt es eine interaktive Tour mit vielen Bildern und Informationen, wahlweise in Französisch, Englisch, Spanisch und natürlich Baskisch.

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Eine traumhafte Terrasse führt in den Garten

Der Garten ist zweigeteilt. Es gibt einen englischen Landschaftsgarten und eine verspielte, buntblühende Prachtanlage, die an Versailles erinnern soll. Neben den Büsten von Cervantes, Shakespeare und Hugo trafen wir hier auch gleich auf die nächste Kunstschau. Im gesamten Park verteilt fanden sich Skulpturen von Iñigo Arregi und Jesús Echevarria, in einem Pavillon zudem Gemälde von Antonio Sistiaga, sowie auch einen seiner Filme in der Garage.

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Von allen dreien hatte ich noch nie gehört und sie begeisterten mich auch nicht so wirklich. Aber die Verbindung mit dem wunderbaren Garten passte perfekt. Immerhin ist Rostand schon fast hundert Jahre tot – mit den aktuellen Kunstwerken jedoch, wird aus dem musealen Areal etwas Lebendiges, etwas Aktives. Diese Verbindung von historischem Erbe und pulsierender Kunstszene hat mich sehr beeindruckt.

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In der alten Garage fanden sich auch Fotos von Rostands Auto und seinem Rad

Museum und Park haben uns sehr beeindruckt. Falls ihr mal in der Gegend seid, von Bayonne aus sind es nur ein paar Minuten mit dem Auto.

Natürlich gibt es nun auch eine Rezension zum Cyrano de Bergerac im Fantasyguide.

Kümmeleien

Wie schon berichtet, las ich im Urlaub zunächst den neuen Roman von Anja Kümmel zu Ende. V oder die Vierte Wand war nicht nur eine herausfordernde Lektüre.
Wie meist im Urlaub, ließ ich mich davon zu einigen Zeichnungen inspirieren. Ich werd sie kurz kommentieren, soweit ich etwas dazu sagen möchte. Zu jedem Bildchen gehört auch ein Text – Gedankenfetzen, die als Rohmaterial für Gedichte dienen können. Später mal. Bis auf einen dieser Texte sind sie alle noch nicht vorzeigbar.

Vulkan

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Der Vulkan spielt eine große Rolle für Fenna, die nicht ganz so eiskalte Killerin aus Island. Für mich verband sich das mit dem Lesen an sich, den beobachtenden Drohnen, das wuchernde Moos der zerstörten Stadtteile Londons und eben den Lavaströmen, die irgendwie auch Gliedmaßen sind.

Pad

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Mesca und Edens Pad, dazu Stahlskulptur und Drohnen. Die Szene im Buch fand ich sehr eindringlich.

Manolo

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Wenn du schlafen gehst
im blauen Bauch einer Meeresströmung
wird dein Atem unbeständig
wird Schmatzen und Seufzen
Begleiter von Träumen
oder
Probleme
die Luft zu finden
für diesen Atemzug
und den nächsten

anbei lieg ich wach
rolle mich in die Welle
füge dem Schlingern deiner Lippen
Bewegung hinzu
durchstreiche als Boje
deine Nacht

 

Eden

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Mesca füllt seine Lücken mit Erinnerungen auf. Fenna hilft ihm dabei eher indirekt und zwischen und in ihnen wächst Eden zu einer alles beherrschenden Figur.

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Noch ein Bild zu Mescas Erinnerungen. Sie docken sich im Text mal an wie Viren, mal wie ein Heilmittel und münden gleich einem Kopfschmerz in einem bizarren Traum.

Brücke

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Die Brücke beherrscht eine Szene am Ende des Romans, wenn Fenna wieder ganz in der smarten Zukunft unterwegs ist. Die Eindrücke schwappen und schwellen in verwirrenden Wellen durch das Geschehen. Nicht perfekt eingefangen, ich weiß.

Urlaubslektüre 2016

Der Urlaub ist vorbei und irgendwie hab ich es vorab verpasst, meine Urlaubslesepläne kundzutun.

Drum also hinterher.

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Wir besuchten das französische Baskenland und logierten unweit von Bayonne und Biarritz. Passend dazu schaute ich mich nach geeigneten Werken um und wurde auch fündig.

So bereiste Kurt Tucholsky 1925 unsere Urlaubsgegend und schrieb einen bezaubernden Bericht, Ein Pyrenäenbuch,  darüber. Sehr aufmerksam berichtet er über Land und Leute, wird immer wieder politisch und bewahrt sich die gesamte Zeit einen kühlen Beobachtungskopf, selbst als er in einer finstren Pyrenäen-Schlucht fast verschollen geblieben wäre.

Viele seiner spitzbleistiftigen Beobachtungen lassen sich heute wiederholen und Tucholsky ist weitere Lektüren wert.

Desweiteren schnappte ich mir das berühmteste Buch von Edmond Rostand. Durch den Erfolg des Theaterstückes Cyrano de Bergerac machte er nicht nur den coolsten SF-Autor des 17. Jahrhundert wieder weltberühmt, er konnte sich auch ein wunderschönes Anwesen leisten, das wir mit großem Entzücken besuchten. Aber darüber gibt’s einen gesonderten Bericht.

Die Komödie kannte ich der Verfilmung mit Gérard Depardieu als Cyrano, aber das Stück hat mir auch als Text großen Spaß bereitet.

Das letzte Buch lese ich noch, es ist aber auch ein echter Brocken. Der Graf von Monte Christo von Alexandre Dumas hat zwar mit dem Südwesten Frankreichs weniger zu tun, aber ich wollte das Buch schon länger mal wieder lesen und daher besorgte ich mir eine etwas modernere Neuübersetzung und was soll ich sagen, es ist bisher ein einziges großes Vergnügen. Ich freue mich auf jeden Moment des Lesens.

Das Buch war auch so ein kleines bisschen Belohnung für die anstrengende Lektüre, die ich in den Urlaub mitnahm. V oder die Vierte Wand von Anja Kümmel. Das Buch stellte eine knackige Nuss dar. Das lag vor allem am anspruchsvollen Schreibstil. Anja Kümmel wechselt nicht nur oft die Erzählperspektive, sondern auch die Zeiten. Da vermischen sich auch schnell die Ebenen und es gibt sehr viele Metabedeutungen. Aber wirklich cool wurde es, als sie sich intensiv mit den Auswirkungen smarter Technologien auf unser Leben befasst. Während David Brin in Existenz dabei vor allem technische Aspekte in den Vordergrund stellte, also die Nutzungsmöglichkeiten untersuchte, geht Anja Kümmel darauf ein, wie es uns innerlich verändert. Sie erfindet neue Phobien, weist auf Zwangsverhalten hin und schaut anhand vieler kleiner Dinge einer möglichen smarten Zukunft direkt ins Herz.

Ein wirklich hochklassiger Beitrag zur SF. Defacto die bisher beste Neuerscheinung des Jahres für mich und das auch, weil das Buch über weite Strecken eine tief berührende Erzählung über das Leben eines jungen mexikanischen Schwulen in Los Angelas  der 80er ist. Ein paar Worte mehr dazu drüben in meiner Rezi für den Fantasyguide.

In den nächsten Tagen werde ich das Bloggerleben wieder aufnehmen. Gibt ja einiges nachzuholen.

Zuckererbsen-Shake

Mit einer Wunde habe ich Heinrich Heine nie in Verbindung gebracht, dafür aber mit Zuckererbsen. Die Schallplatte mit Eberhard Esches Wintermärchen-Vortrag prägte meine literarische Früherziehung. Heines Spottsucht und klare Sprache fand ich immer klasse, außerdem lebte er in Paris und eckte beim preußischen Staat an. Heine war so cool.

Dass man in der BRD Heine nicht ganz so sehr liebte, verwunderte mich dann doch sehr, machte ihn natürlich gleich noch sympathischer.

Darum war ich Feuer und Flamme, als ich drüben im Sätze & Schätze Blog eine Buchvorstellung zu Shakespeares Mädchen und Frauen von Heinrich Heine fand. Hatte ich noch nie von gehört. Heine liebte Shakespeare! Irgendwie logisch, aber eben komplett neu für mich. Das musste ich lesen.

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Shakespeares Mädchen und Frauen von Heinrich Heine

Das Buch ist in der Schuberausgabe von Hoffmann und Campe nicht billig. Definitiv nicht, aber es gibt eben Bücher, die möchte ich in einer ordentlichen Edition haben. Allein schon wegen der Druckqualität der Bilder hat es sich gelohnt. Die Stahlstiche sind sehr sauber und darüber hinaus werde ich das Büchlein wohl öfter in die Hand nehmen, denn Heines Bemerkungen zu Shakespeares Stücken sind mehr als hilfreich.

Heine bediente sich einer schnörkellosen Sprachen in seines Essays. Er wird zwar leidenschaftlich und natürlich spöttisch, aber man kann seinen Gedanken stets folgen, es gibt keine schöngeistigen Phrasen oder literaturwissenschaftlichen Blasen.

Dabei hat er schon einen gewissen Anspruch an etwas umfassendere Betrachtung. So verwendet er als Hintergrund einige andere Werke zu Shakespeare, zitiert daraus und kritisiert die entsprechenden Quellen. Aber stets kurz und so prägnant, dass man eigentlich gern noch mehr zu den einzelnen Stücken oder Figuren gelesen hätte. Zu den Komödien schrieb er dann gar nichts mehr, sondern fügt nur noch passende Zitate aus dem Werk hinzu, was dazu zwingt, selbst herauszufinden, welche Charakteristik Heine nun damit hervorheben wollte.

Das ist nicht einfach, wenn man sich die Themen anschaut, über die er bei den Porträts zu den Dramen stolpert. Aber die Essays bieten genau diese lässig erzählte, inhaltlich aber hochkonzentrierte Beschäftigung mit Literatur, die mich reizt, weiter zu lesen, mehr zu entdecken und Neues zu wagen.

Ich fand das Büchlein jedenfalls vergnüglich und kurzweilig. Eine ganz eigene und aufmunternde Auseinandersetzung mit Shakespeare, mehr in meiner Rezi.

Beim Zusammensuchen meiner Urlaubslektüre bin ich übrigens jetzt über Montaigne gestolpert. Da zucken meine Gierrezeptoren ja auch schon wieder heftig. Aber für einen Blindschuss ist mir das dann doch zu teuer. Aber mal sehen, wie das dann nach dem Urlaub ist, wenn ich auf seinen Spuren wandelte. Bis dahin sind jedoch noch ein zwei Bücher zu verspeisen.

Die magnetische Johanna

Thea Dorn ist eine ganz famose Frau. Jedenfalls soweit ich das nach ihrem Auftritt auf der Leipziger Buchmesse beurteilen kann.

 

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Thea Dorn stellt ihren Roman auf der Leipziger Buchmesse 2016 vor

Darum war ich auch sehr gespannt auf ihren Roman Die Unglückseligen.

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Die Unglückseligen von Thea Dorn, Cover: James C. Christensen

Molekularbiologin erforscht die Fähigkeit von Zebrafischen, ganze Körperteile nachwachsen zu lassen. Um auch mit menschlichem Erbgut experimentieren zu können, fährt sie in die USA, die da etwas laxer mit den Gesetzen sind. Dort begegnet ihr ein Unsterblicher Ritter, nämlich der eigentlich vor 240 Jahren verstorbene Physiker Johann Wilhelm Ritter, Zeitgenosse Brentanos und Goethes.

Und um Goethes Faust ging es Thea Dorn auch in ihrem Roman. Also um den Fausstoff.

Für meine Rezi hab ich mir extra den Faust I nochmal vorgenommen, im Gegensatz zur Autorin kenne ich das nun nicht so gut. Tatsächlich findet sich im Roman jede Menge Faustzeug. Das hat Thea Dorn mit sehr viel Spaß und den unterschiedlichsten Mitteln in ihre Handlung eingepasst. Am auffälligsten sind wohl zwei Seiten mit Comic-Sprechblasen.

 

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Thea Dorn signiert mein Exemplar

Ich hatte ja auf Science-Fiction gehofft, aber das Buch ist eher das Gegenteil. Sehr esoterisch, sehr vergangenheitsbezogen. Johann Wilhelm Ritter lebt mehr im Gestern und hat 200 Jahre scheinbar verschlafen. Johanna gerät irgendwie in seinen Bann und aus der außergewöhnlichen Wissenschaftlerin wird eine Alchimistin.

Hat mich jetzt nicht ganz so überzeugt.

Arcane Klänge

Vor fast genau zehn Jahren übernahm ich die Rezension einer Dark Folk Platte. Lore of Nén von Elane. Ich fand das ganze Projekt faszinierend. In eine eigene Fantasy-Welt eintauchen und dazu passende Musik erschaffen, beeindruckend.

Die Rezi führte zu einem Interview und eh ich mich’s versah folgten weitere Platten und jeweils zur Veröffentlichung ein neues Interview.

2008 konnte ich sie dann im Konzert erleben, aber dann verlor ich sie aus den Augen …

Und justameng kam eine nigelnagelneue EP ins Haus!

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More Stars von Elane

Elane sind wieder da! Und um ihre neue Platte zu promoten, die im Herbst erscheinen soll, packten sie auf More Stars drei neue Songs samt zweier Remixe – das ganze als Box-Set mit den beiden Vorgängeralben.

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Mein Box-Set

Das Besondere am letzten und nun auch dem nächsten Album ist, dass sie Songs zu Geschichten von Kai Meyer sind. Der wackere Mann mischt gerade die Musikszene auf, könnte man meinen, denn seine Zusammenarbeit mit ASP durfte ich ja auch schon goutieren.

Besonders gefällt mir auf »More Stars« My Life, ein Song, der sich anhört, als spielte er auf einem Roadtrip durch den mittleren Westen der USA. Weit weg von Dark Folk also!

Wenn auch die EP kurz ist, es war ein schönes Lebenszeichen von Elane und nun freue ich mich auf das Herbstalbum: Arcane 2.

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Artwork-Sticker zum neuen Album Arcane 2 aus dem Box-Set von More Stars

Zwischen Kunst und Künstlichkeit

Über Klaus Nomi wurde ich auf Antony and The Johnsons aufmerksam. I’m a Bird now gehört zu meinen großen Lieblingsalben für bestimmte Stunden.

Keine Frage, dass ich mir auch das jüngste Werk, der sich inzwischen Anohni nennenden Künstlerin zulegte. Es ist elektronischer und auf den Text fokussierter. Gespannt war ich auf das Konzert gestern im Tempodrom.

Das Tempodrom ist eine fürchterliche Konzerthalle, eigentlich vermeide ich es, dorthin zu gehen. Die meisten Sitzplätzen verlangen einen verdrehten Körper, um auf der Bühne etwas zu sehen, die Getränke sind überteuert, aber zumindest sind die Toiletten okay, die man mangels Getränke aber nicht braucht.

Gut, dafür kann Anohni nix.

Das Konzert begann zwar nicht pünktlich aber ohne Vorband. Dafür mit Naomi Campbell.

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Naomi im Bunker

Sie spielte ja schon im Video zu Drone Bomb Me mit und offensichtlich von diesem Dreh durften wir uns zunächst über fünfzehn Minuten eine Schwarzweiß-Performance ansehen.

Eine Viertelstunde zu anschwellenden und abschwellenden Geräuschen wand sich die gute Frau, mal erfreut, mal etwas ernster blickend und zunehmend wurde es unruhig im Saal.

Dann blendete das Bild über in ein auf Zombie geschminktes Gesicht und Hopelessness begann.

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Hopelessness von und mit Anohni

Links und rechts einer Rampe ackerten sich zwei Männer an Laptops ab, während in der Mitte eine Burka-Getarnte Person ein Mikrofon herumtrug. Vielleicht war es Anohni, vielleicht auch ein Double, sicher konnte man sich nicht sein. Mit zunehmender Länge des Abends, was nicht so lang war, nahmen meine Zweifel zu, es mit einem Live-Konzert zu tun zu haben. Definitiv kamen diverse Stimmen vom Band, die Musik sowieso. Zwar sah man, dass sich die Gaze der schwarzen Gesichtsmaske bewegte und auch, dass dahinter jemand inbrünstig sang, aber sicher bin ich mir nicht.

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Hinter der Burka

Wenn Anohni tatsächlich solange fast unterbrechungsfrei glasklar durchsingen kann, gebührt ihr großer Respekt. Aber es gab keine persönlichen Worte, keine Begrüßung, keine Vorstellung der beiden Laptopper, überhaupt nichts weiter, nicht einmal eine Zugabe.

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Die Sängerin und ihre Augen

Dafür konnte man auf der Leinwand diverse Frauengesichter dabei beobachten, wie sie mit ganz unterschiedlichen Gefühlsausdrücken zu den Lyrics der Songs ihre Lippen bewegten. Es gab sogar Tränen, während davor die Burka sehr theatralisch performte.

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Performance, Art und Sound

Ganz zum Schluss redete uns eine alte, bronzefarbene Frau, wahrscheinlich eine Aborigine, riesengroß von der Leinwand herab ins Gewissen.

Was zum Album natürlich wunderbar passte. Aber auch extrem transzendent ist.

War das Kunst oder ein schlechtes Konzert, vielleicht sogar Betrug? Keine Ahnung. Auf jeden Fall werde ich für den Preis kein zweites Konzert von Anhoni besuchen.

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