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Infodumpfer ahoi!

Endlich konnte ich wieder einmal ins Gatherland jumpen. Der freie Diskutierabend zur phantastischen Literatur im Otherland stand diesmal ganz unter Motto Kim Stanley Robinson, da dieser eine private Deutschlandreise am 30.03. zu einer Lesung gleich um die Ecke im Wasserturm Kreuzberg zu nutzen gedenkt.

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Der echte Fan kommt mit stilechtem Gepäck

Mit-Otherlander Jakob Schmidt ist seit einiger Zeit Stammübersetzer von KSR und so verdanken wir ihm nicht nur die kommende Lesung und coole Übertragungen sondern eine gewisse Expertise zu Autor und Werk. Mit einigen Sätzen ging er auf die prägnantesten Eigenschaften der Bücher ein.

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Jakob Schmidt

Für mich war besonders der Hinweis interessant, dass KSR seine langen, vorlesungshaften Infoblöcke ganz bewusst in dieser Art platziert, da er anständige Wissensvermittlung in SF-Bücher für absolut notwendig hält.

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KSR-Bücherstapel

Natürlich wurde viel über die Marstrilogie geredet, dessen Umfang zwar zu einem zähen Lesevergnügen neigen kann, es aber mit einem grandiosen Gesellschaftsblick lohnt.

Auch das nigelnagelneue Werk New York 2140, gerade in Jakobs fleißigen Händen, fand große Beachtung. Zwar gibt es auch Fans, die in den älteren Romanen und den Kurzgeschichten Vorlieben besitzen, aber sowohl Aurora als auch 2312 kamen in der Betrachtung sehr gut weg.

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Yips Lieblingsbuch von KSR: Escape from Kathmandu

Robinsons intelligente und herausfordernde SF hat mich jetzt sehr neugierig auf die Lesung gemacht, trotz meiner Probleme mit seiner Schreibweise. Die dicken Bände der Marstrilogie drohen ja beständig aus ihren Plätzen im Regal.

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Keep calm and trust the Wolfgang

Zum Schluss präsentierte Wolfgang noch die neuen Laden-Shirts, die ihren ersten großen Einsatz auf der Leipziger Buchmesse feiern dürfen, da die Otherlandcrew dort die Fantasy- und SF-Abteilung der Messebuchhandlung betreuen wird. Wenn das mal keine Aufwertung der LBB ist!

Und heute geht’s im Otherland gleich weiter. Um 20 Uhr darf Boris Koch die Premierenlesung seines vierten Bandes der Drachenflüsterer-Saga, Die Feuer von Arknon, auf die Bühne bringen.

Vermutlich ohne Infodumps.

Mechanisches Musengeknutsche

Vermutlich haben wir im Fantasyguide bereits über die Geburt von Kai Meyer berichtet. Zumindest kommt es mir so vor, dass er und seine Werke seit Anbeginn unseres kleinen eZines dabei sind.

Allerdings habe ich daran wenig Anteil, bislang eigentlich nur im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit ASP.

Nun aber mischt Fischer TOR die phantastische Literaturszene auf und der Herr Meyer spendierte dem ersten Halbjahresprogramm seine allererste Space Opera. Als er in der phantastisch! # 65 auch noch ziemlich enthusiastisch über Die Krone der Sterne plauderte, stand mein Entschluss fest, ihm ins All zu folgen.

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Die Krone der Sterne von Kai Meyer, Cover: Jens Maria Weber

Da bot es sich an, die TOR-Party im Otherland zu nutzen, mir ein Exemplar des wunderschönen Buches zu besorgen. Ich verschlang es im Nu.

Kai Meyer kann erzählen, kann Welten erschaffen und verfügt über genügend Erfahrung, einer breiten Leserschaft spannende Unterhaltung zu liefern.

Zunächst packte er in Die Krone der Sterne alles hinein, was man da so erwartet. Die toughe Sternenprinzessin, ihr knuffiger Geliebter und der etwas angegraute, schlachtenerfahrene Söldner geraten in eine intergalaktische Intrige, deren Hintergründe sich langsam auf einem komplikationsreichen Weg enthüllen.

Es gibt Weltraumkämpfe, geheimnisvolle Artefakte und Wunder von universaler Schönheit. Ich hatte von Anfang an meinen Spaß beim Lesen, vor allem, weil die Hauptfiguren genau die richtige Mischung aus guten und schlechten Eigenschaften besitzen, durch die sich auch untereinander Konflikte und Kabbeleien ergeben. Eben der wichtige Soap-Anteil.

Gleich vier Frauenfiguren bilden den Kern der Geschichte – hat man ja auch nicht alle Tage und jede von ihnen ist komplett anders angelegt. Alleshändlerin Shara Bitterstern mit ihrem megacoolen, mondsichelförmigen Raumschiff, die Nachtwärts – was für ein Name! – wurde aber meine Favoritin.

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Fantasyguide Kolumnistin und Otherland-Buchhändlerin Charleen flippt mit ihrem Exemplar komplett aus

Es wäre wirklich schade, wenn dieser Roman ein Unikat im Meyerschen Wirken bliebe, denn die Welt von Tiamande mit der Gottkaiserin, den Hexen und den Hinterlassenschaften des Maschinenherrschers ist nach 461 Seiten längst noch nicht auserzählt. Da geht noch was. Da muss doch wenigstens ein Folgeband drin sein. Hoffentlich geht die Fangemeinde von Kai Meyer diese Reise mit und lässt auch sein SF-Abenteuer zu einem Erfolg werden. Denn es ist wohl verständlich, wenn der fleißige Autor seine Schreibzeit lieber für Bücher verwendet, die dann auch verkauft werden können.

Meine Rezi im Fantasyguide: Die Krone der Sterne von Kai Meyer

Der Balken im eigenen Auge

Nach etwa 30 Seiten gab ich Ende der 90er die Lektüre von Roter Mars auf. Trotz überwältigender Langeweile kaufte ich die beiden Folgebände in der coolen Hardcoverausgabe von Heyne auch noch. Man weiß ja nie …

Es hat nun zwanzig Jahre gedauert, bis ich mich wieder an ein Buch von Kim Stanley Robinson wagte und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Mars-Trilogie weiterhin ungelesen im Regal stehen wird.

Das liegt gar nicht am mal Inhalt von Aurora.

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Aurora von Kim Stanley Robinson

KSR erzählt darin die Geschichte eines Generationsraumschiffs, das nach 160 Jahren den Zielstern erreicht um dort zu erkennen, wie lebensfeindlich die Fremde ist. Für Fremde.

Weite Teile des Anfangs haben mich stark an Andymon von den Steinmüllers erinnert, mein Lieblingsroman aus dem abgeschlossenen Sammelgebiet DDR-SF.

Bestimmte Probleme sind bei solchen Kolonisierungsprojekten einfach zu erwarten. Aber während bei Andymon die Menschen erst entsprechend vor der Ankunft von Inkubatoren geboren werden, leben bei KSR mehrere Generationen während der Reise auf dem Schiff und entwickeln so neue soziale Strukturen und ganze Kulturkreise. Das spielt zwar leider nach der Ankunft kaum noch eine Rolle, aber die Idee ist faszinierend.

Da man in Schiff verschiedene Biotope anlegte, mit denen versucht wurde, fast alle Klimatypen der Erde abzubilden, gibt es doch große Unterschiede zwischen den einzelnen Siedlungen. Die Menschen haben während der Reise an sich wenig mehr zu tun, als das Schiff bei der Wartung zu unterstützen und die maximal mögliche Bevölkerungsanzahl einzuhalten, was zu Problemen führt.

KSR beschäftigt sich intensiv mit diesen Problemen. Kann ein solches Schiff über diese Dauer überhaupt betrieben werden? Kann eine solche Gesellschaft funktionieren? Halten die Gene von Pflanzen, Tieren und Menschen das aus?

Letztlich scheint bei KSR alles im Universum gegen die Menschen zu arbeiten und ihnen zuzurufen: Euer Platz ist zu Hause, nur dort könnt ihr überleben und dort gibt’s es genug Dinge, um die ihr euch mal lieber vorrangig kümmern solltet.

Klingt erstmal alles auch ganz toll und überlegenswert, aber KSR hat mich über weite Strecken des Romans einfach nur gelangweilt mit endlosen Betrachtungen der Schiffs-KI, physikalischen Erklärungen und technischen Details. Hard-SF von seiner besten Seite, wie Fans meinen und von denen gibt es sehr, sehr viele. Vielleicht las ich das Buch auch einfach nur zur falschen Zeit. Oder der Lektüre-Background passte nicht optimal. Oder es war einfach Elfenwerk.

Falls es klappt, werde ich natürlich ins Otherland reisen, wenn KSR dort im März aufschlägt. Gespannt bin ich ja trotzdem auf diesen für mich so ambivalenten Autor. In echt sind sie ja selten langweilig.

In meiner Rezi hab ich versucht, dem Roman gerecht zu werden, ohne meine persönlichen Lektüre-Vorlieben in den Vordergrund zu stellen (so etwas mache ich nur hier im Blog): Aurora von Kim Stanley Robinson

Other Xmas

In meinem Lieblingsbuchladen, dem Otherland, findet jeden dritten Donnerstag im Monat das Gatherland statt, ein Austauschabend über aktelle Lektüre und brennende Themen.

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Weihnachtsdeko

Das letzte Gatherland im Jahr dient als Weihnachtsfeier und auch dieses Jahr klappte es bei mir.

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René hatte Glück und angelte sich das allerletzte Exemplar der Drei Sonnen

Leider gab es keine Geschichten dafür aber Plätzchen, selbstgebackene Kuchen, Glühwein und phantastische Gespräche.

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Ich will hier nicht viel plappern, die Fotos sollen reichen, aber auf jeden Fall möchte ich mich hier ganz doll bei Simon, Wolfgang und Jakob, sowie allen fleißigen HelferInnen des Ladens bedanken.

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Jakob, Wolf und Simon

Ihr seid ein toller Haufen und ich freu mich jedes Mal auf eure Events, die viel zu vielen Bücher und das riesige Fachwissen.

Ein schönes neues Jahr und ruhige Feiertage allen Othergelandeten!

Falt dich raus!

Ich hatte ja schon versprochen, etwas ausführlicher über die wunderbare Lesung von Karla Schmidt und Niklas Peinecke im Otherland zu berichten.

Als Niklas vor zwei Jahren mit seinem ersten D9E-Band in Berlin weilte, konnte ich leider nicht, drum freute ich mich schon riesig auf die Lesung.

Karla hatte ich bereits im Publikum einer Lesung im Brechthaus kennengelernt und als Bruder von Otherlander Jakob Schmidt sah ich sie dann immer mal wieder, aber bis zur Lektüre von Ein neuer Himmel für Kana kannte ich nur ihre SF-Kurzgeschichten.

René und ich waren wie immer zu früh, so hieß es kurz im warmen Kreuzberger Maisonnenschein warten.

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Der Lässige: René

Als wir hinein durften, folgten wir quasi Karla auf dem Fuß und erlebten stürmische Nichtenumarmungen mit, als Karlas Töchter ihren Onkel begrüßten. Die nächste Generation liest Kai Meyer und verfügt bereits über große Lektoratsmacht, wie Karla später preisgab.

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Der großartige Onkel: Jakob Schmidt

Zunächst aber musste ich Bücher kaufen, ich war ja im Otherland! Zur Vorbereitung auf die nächste Lesung erwarb ich von Horst Evers Alles außer irdisch und wie schon befürchtet, lag die neue Nova noch nicht vor. Aber auf das Magazin kann ich auch noch länger warten, ist ja nicht so, dass es mir an Lektüre mangelt.

Fabian verpflichtete derweil Karla und Niklas für das geplante Otherland-Video-Portal. Durch Fotoknipserei abgelenkt, bekam ich die Titel nicht mit, aber bestimmt waren es Baxter, McDonald oder Ericson, was gutes halt.

Vor der Lesung konnten wir noch kurz quatschen und Niklas erwies sich als Netter.

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Der Nette: Niklas Peinecke

Vielleicht aber auch nur, weil er Kopfschmerzen hatte und Mittelchen nehmen musste.

Nein. Der Mann ist wirklich so und sieht zudem 15 Jahre jünger aus. Erstaunlich, wie das Leben in der Provinz verjüngt. Aber gegen Karla kann er natürlich nur verlieren. Deshalb war sein Band # 10 auch erst Wochen nach Karlas # 11 fertig. Perfekte Übergänge bekommt man so natürlich viel besser hin. Karla benötigte aber auch nur drei Wochen für die Rohfassung. Es gibt eben auch disziplinierte Musterexemplare unter den Schreibenden.

 

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Die Perfekte: Karla Schmidt (dahinter übrigens Future Fooder Yip)

Bis dato kannte ich aber auch nur Karlas Roman, vor Niklas Beitrag hatte ich große Scheu, weil ich mit seinen ersten beiden D9E-Beiträgen unzufrieden war. Inzwischen hab ich das aber nachgeholt und Die Sonne der Seelen führt nicht nur diverse Handlungsbögen zu Ende, das Buch löst auch einige Versprechen ein. Der Niklas kann das also auch. 😀

Jedenfalls konnte beide in ihren Lesungen einen Eindruck ihrer Romane vermitteln und in der anschließenden Fragerunde wurden ne Menge(r) Räume gefaltet, Elfchen gebraten und Vielfache von Neun verworfen. Etwas ausführlicher hab ich das in meinem Bericht für den Fantasyguide wiedergegeben.

Anschließend gings noch in die bekannte Kneipe um die Ecke, deren Namen ich immer vergesse und weil’s Freitagabend war, drängte auch der Heimweg nicht so.

Jedoch hatten BVG und Bahn andere Pläne mit unserer Fahrt in die Peripherie, denn als wir auf dem Ringbahnsteig in Neukölln standen, fuhr gar keine Ringbahn. Die konfuse Ausschilderung des Ersatzverkehrs trieb uns in die Arme eines Taxi-Unternehmens. Fahren wir bis Adlershof und nehmen den Bus, planten wir froh. Naja, vielen Dank an meine Liebste, die uns dann da aufgabelte. So schee wirds nur mit BVG.

Aber was tut man nicht alles für einen phantastischen Abend mit Kultur und netten Leuten!

Nicht ohne meine Armbrust

Es ist die Woche der Space Opera. Neben diverser Abstecher in die Neunte Expansion begab ich mich auch in die Weiten von O.R.I.O.N.

Diese Reihe geht auf Guido Krain zurück und bei mir trudelte nun Band 4 ins Haus.

Sterbende Sonne von Norma Feye, Cover von Shikomo

Sterbende Sonne von Norma Feye, Cover von Shikomo

Sterbende Sonne stammt von Norma Feye, die auch schon im Auftaktband eine Novelle beisteuerte.

Die dort eingeführten Figuren, ein alter Haudegen und eine extreme Assassine, bilden auch diesmal wieder das Zentrum, allerdings wagt sich Norma auch in den Dschungel der restlichen Figuren.

Immer noch hab ich Schwierigkeiten, Codie und Jodie auseinander zu halten, aber ich bin ja auch nur ein einfacher Leser.

Sterbende Sonne ist ein klassischer Planetenroman. Mysteriöser Fund, kritische Mission, üble Probleme. Alles gut und schnörkellos erzählt, nicht so komödiantisch wie die Bände von Guido, aber doch auch mit einigen skurrilen Szenen.

Mehr in meiner Rezi: Sterbende Sonne von Norma Feye

Also tatsächlich eine gute Runde Entspannung und eine gute Ergänzung meiner Space Opera Woche.

Die wird noch mit dem dritten D9E-Band von Niklas Peinecke ergänzt, den ich gestern eine Stunde vor der Lesung im Otherland begann. Aber davon berichte ich gesondert.

Niklas, ein Zombie, Karla und D9E im Otherland

Niklas, ein Zombie, Karla und D9E im Otherland

 

Elfchenbraten à la Drossel

So ein bisschen hatte ich ja die Neunte Expansion schon abgeschrieben. Mit einer Abo-Kündigung wollte ich jedoch noch warten, denn für den elften Band der Reihe war ein Roman von Karla Schmidt angekündigt.

Und weil nun auch noch eine Lesung im Otherland vor der Tür stand, griff ich mir Ein neuer Himmel für Kana jetzt endlich und wagte es erneut, mich mit den verelften Hondh zu befassen.

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Ein neuer Himmel für Kana von Karla Schmidt, Cover von Ernst Wurdack

 

Karla scheint auch gar keine neue Minireihe innerhalb der Serie starten zu wollen – zumindest wirkt der Roman auf mich abgeschlossen – und wie schon bei Nadine Boos Beitrag Der Schwarm der Trilobiten, funktioniert das für mich besser.

Auch bei Karla übrigens gibt es eine sehr exotische Alienrasse, deren Besonderheit (nicht die einzige!) eine spezielle Art des Sehens ist. Sie können nämlich nicht nur Licht empfangen, sondern auch senden. Das hat Karla ziemlich cool auf die gesamte Kultur ausgerollt und mit vielen Farbtupfern auf die Hintergrundwand gezaubert. Es gibt keine billige Action, vielmehr körperwarme Figuren, deren Schicksale man gern verfolgt.

Der Roman ist ein wenig das retardierende Moment in der Serie. Kurz denkt man sich, hier könnte endlich eine Waffe gegen die Hondh geschmiedet werden und dann …

Tja, das sollte man selbst lesen.

Es gibt natürlich auch noch einen trifftigeren Grund. Auf Kana liebt man Elfchenfleisch. Wenn das mal nicht herzallerliebst ist! Ich jedenfalls finde das großartig und freue mich jetzt noch mehr auf die morgige Lesung, bei der neben Karla auch Niklas Peinecke seine D9E-Welt vorstellen wird. Ich finde seine Kurzgeschichten zwar besser, aber ihn mal in natura kennenlernen wollte ich schon immer.

Wer also morgen Abend noch schnell mal in Kreuzberg Kultur kosten möchte, sollte ins Otherland kommen. Der Rest kann ja mal meine Rezi anklickern: Ein neuer Himmel für Kana von Karla Schmidt

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