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Kann es gute Geschichten ohne SF-Bezug geben?

Das ist eine der Fragen, mit denen sich Michael K. Iwoleit beschäftigt. Und wenn er sich diesen Gedanken hingibt, nimmt er selten ein Blatt vor den Mund und ganz sicher schont er niemanden, dessen Dummheit eine aktive Leistung darstellt.

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Michael K. Iwoleit – offizielles Pressefoto

Schon vor ein Paar Jahren plante ich ein Interview mit ihm für den Fantasyguide, doch irgendwie stellte ich dann doch keine Fragen. Aber nun, 12 Jahre nachdem Michael Schmidt ihn befragte, wagte ich den Schritt und tat es!

Heraus kam ein sehr spannendes Interview. Manche mögen es für elitäres Geschwätz halten, aber ich finde, MKI hat eine Menge zu sagen, mit dem man sich durchaus konstruktiv auseinander setzen kann.

Also ran an die Tasten, wenn euch etwas einfällt zum: Gespräch mit Michael K. Iwoleit

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Die Unausweichlichkeit des Scheiterns

Junktown von Matthias Oden hatte mich im Mai total überrascht. Ein hochklassiges SF-Debüt voller Anspielungen, Wortwitz und trotz düsterster Dystopie sehr unterhaltsam.

So in etwa steht’s auch in meiner Rezi.

Da Matthias einst auch ein paar Rezensionen für den Fantasyguide verfasste, bot es sich an, die Sache mit einem Interview zu vertiefen. Die Fragen hatte ich schnell zusammen.

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Matthias Oden, Foto von Sarah El-Wassimy

Doch dem Matthias kamen immer ein paar Dinge dazwischen, sodass erst jetzt die Antworten ihre Fragen fanden und sich jetzt im Fantasyguide befinden.

Große Klasse fand ich, dass er sich auch vor schwierigen Fragen nicht drückte und sich ihrer zumindest aus meiner Sicht befriedigend entledigte.

Es ist immer toll, ein längerfristiges Projekt zu beenden, zumal sich derzeit wieder so einiges bei mir häuft. Aber besser als Langeweile zu schieben.

So eine klitzekleine Aktie

Jüngst beschäftige ich mich ja mit den beiden Bänden von Kollaborationen der Steinmüllers und Erik Simon. Die gezeichneten Bildchen auf den Covern stammen von Thomas Hofmann, dessen Blog ich seit einiger Zeit mit Bewunderung verfolge. Vor allem, weil er eine ähnliche Bandbreite phantastischer Literatur schätzt wie ich und ebenso häufig zu Klassikern greift.

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Thomas Hofmann auf dem Elstercon 2016

Und schwupps frug ich mich, warum nicht mal einen der (fast) unbekannten Superhelden der deutschen Phantastikszene ins Rampenlicht zerren? Er frug sich das auch, dennoch willigte er ein, mir ein paar Fragen zu beantworten und offenbar hatte er daran große Freude, wenn man die Ausführlichkeit seiner Antworten bedenkt.

Beim Recherchieren für die Fragen fiel mir dann auf, wie lange ich Thomas eigentlich schon kenne, wenn auch nicht persönlich, so doch durch seine Arbeiten. Denn bereits im allerersten Alien Contact, das ich mir 1990 kaufte, verzierte eine Zeichnung von ihm das Inhaltsverzeichnis!

Viele seiner Zeichnungen erschienen in Fanzines, die ich nie zu Gesicht bekam. In persona nahm ich Thomas erst auf den Elstercons und dann über seinen Blog wahr. Tja, er ist ein netter, viel belesenerer Phantastiknerd als ich und es hat mir viel Spaß gemacht, sein Interview mit passenden Bildern und Covern zu versetzen.

Schaut mal rein: Interview mit Thomas Hofmann

Rechts- oder linksdrehende Apostrophe

Man merkt ja oft selbst gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Als ich just Die Wurmloch-Odyssee besprach, fiel mir auf, das es bereits zwölf Jahre her ist, dass ich Angela und Karlheinz Steinmüller für ein Fantasyguide-Interview besuchte. Schon damals legten sie mir ihren Freund Erik Simon sehr ans Herz und dennoch gab es in all den Jahren nix über ihn auf unseren Seiten.

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Erik Simon auf dem Elstercon 2014

Um dies zu ändern, bat ich Memoranda-Chef Hardy Kettlitz um einen Kontakt, denn ich wollte nun auch unbedingt Erik Simon gehörig ausquetschen.

Erik war nicht nur Feuer und Flamme für das Projekt, sondern überschüttete mich mit weitreichenden Ideen. Die erste war nur allzu logisch: Frag doch mal die Steinmüllers!
Und so gibt es denn auch gleich noch ein nigelnagelneues Interview mit meinem SF-Heldenehepaar. Allerdings wollten sie sich nicht in den Vordergrund stellen, sondern ihren Freund da vorne im Rampenlicht sehen.

Von Erik hab auch gleich noch etwas gelernt, was mir gar nicht so offenbar wurde. Ohne Brille ist das auch nicht ganz so trivial: Falsche Apostrophe.
Verelfte Textprogramme nehmen gern mal ein einfaches Anführungszeichen Oben ‘ anstelle des Apostrophen ’, was natürlich komplett falsch ist. Es ist manchmal gar nicht so schlecht, einen gestandenen Lektor bei der Arbeit zu erleben. Erik ist natürlich auch noch ein phantastischer Autor, begnadeter Übersetzer und hochbewunderter Herausgeber, aber eben auch ein gewiefter Lektor. Mit dem letzten Wort selbstverständlich.

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»Die Wurmloch-Odyssee« und »Leichter als Vakuum«

Es war ein großes Vergnügen, mit ihm an diesem Interview zu arbeiten. Das Erik-Simon-Spezial wird demnächst noch eine Rezi zu Leichter als Vakuum ergänzt, welches ebenfalls eine Kollaboration der Steinmüllers und Erik darstellt (als Band 8 der Steinmüller-Werkausgabe und Band 6 von Simon’s Fiction).

Der Herbst fängt schon mal phantastisch an!

Wenn ein Kaffe die Welt verändert hätte

Das Literaturcafé Periplaneta befindet sich in der Bornholmer Straße. Bekannt, berühmt, berüchtigt. Die Straße.

Dabei sollte man auch das Café des gleichnamigen Berliner Verlages mal so langsam kennenlernen, denn seit fast zehn Jahren macht Periplaneta tolle Bücher, beherzte Lesungen und schenkt auch Kaffe aus. Während man diesen oder andere Getränke schlürft, kann man dem Verlag beim Verlegen zuschauen oder eine der vielen Veranstaltungen mitnehmen.

Auch wenn mein Besuch nun schon wieder Ewigkeiten her ist – die Bücher verschlinge ich regelmäßig (Keine Angst, es wurde niemandem auch nur eine Seite gekrümmt!).
Darum dachte ich mir jüngst, es wäre Zeit, der netten Cheffin Marion Alexa Müller ein paar Fragen zum Periplaneta-Universum und dem ganzen Rest zu stellen.

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Marry am Periplaneta-Stand auf der Buch Berlin 2016

Nachdem sie sich aus den Berg an Fragen gewühlt hatte, gab‘s auch Antworten. Unter anderem wies sie darauf hin, dass sich die Welt bestimmt verändert hätte, wären Frau Merkel und Herr Gorbatschow Kaffe trinkende Gäste bei ihr gewesen.
Spannende Überlegungen spülen dabei durch mein gefräßiges Hirn. Was hätte der Kaffe etwa bei Angela Merkel bewirkt? Wäre sie ein magisches Wesen geworden? Hätte sie der Kuss der Fantasie erweckt? Oder wäre alles noch viel schlümmer geworden?

Was auf jeden Fall einen Versuch wert ist: Kauft die Periplaneta-Bücher, liebt euch, das Leben und besucht mal ein nettes Literaturcafé im Prenzlberg.

Das Interview mit Mary ist recht lang geworden, aber es wäre toll, wenn ich euch zum Lesen verführen könnte: Interview mit Marion Alexa Müller

Ontologischer Dualismus ist notwendig!

So würden es Fans von künstlichen Intelligenzen ausdrücken. Da steckt eine Menge Hirnschmalz dahinter und auch wenn ich das nicht auf Anhieb verstanden habe, bin ich doch recht froh, darüber mit einem SF-Autor gesprochen zu haben, dessen Geschichten sich immer wieder um die Rolle und die Funktion von KIn drehen sowie um ihre Bedeutung für die Menschheit.

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Guido Seifert

Über Guido Seiferts Sammelband Apatheia hatte ich hier im Blog schon berichtet und weil ich die Themen der Geschichten ziemlich spannend fand, bat ich Guido, mir ein paar Fragen zu beantworten.

Es wurde ein sehr umfangreiches Interview und Guido verdeutlicht in seinen Antworten, wie tief er in der Materie steckt.

Wer also Lust hat, sich etwas näher mit den Hintergründen zu Guidos Geschichten zu beschäftigen, sei herzlich eingeladen, das Interview im Fantasyguide zu lesen: Interview mit Guido Seifert

Troja kommt auch noch dran, ohne Umschweife!

Da ich literarischen Mut sehr bewundere, habe ich schon etliches auf mich genommen. Alles für die Kunst!

Darum auch jüngst meine Rezi zum Versdramas Arachneion – Pallashass von Bastian Brinkmann. Es lag auf der Hand, dass ich gleich danach um ein Interview bat.

Verlagsemblem Gorgoneion-Head Originalentwurf: Sameena Jehanzeb, www.saje-design.de

Verlagsemblem Gorgoneion-Head Originalentwurf: Sameena Jehanzeb, http://www.saje-design.de

Es gibt schon ein recht ausführliches von ihm bei Literatopia, jedoch führte Judith das zum Erscheinen und darum bemühte ich mich jetzt, etwas mehr konkret zur Lektüre aus Bastian herauszukitzeln. Vielleicht gelang es mir ja: Interview mit Bastian Brinkmann.

Parallel dazu beendete ich eine Lektüre, die mich auf eine ganz andere Art tief beeindruckte und hier sei ein expliziter Dank an Christa Hartwig gesendet, die mich mit ihren Blogeintrag TRISTRAM SHANDY oder DIE KUNST DES ABSCHWEIFENS darauf aufmerksam machte.

Danke!

Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman von Laurence Sterne ist kein immer einfach zu lesendes Buch.

Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman von Laurence Sterne

Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman von Laurence Sterne

 

Nicht nur wegen der exzessiv ausgelebten Abschweifungen, sondern auch wegen vieler philosophischer und religiöser Ausflüge, auf dessen Pfaden man sich leicht verlieren kann, denen man aber unbedingt folgen möchte, da Sterne ein großer Schlingel und Witzbold war. Es ist schwer, eine Pointe zu erkennen, wenn man vom Thema nix versteht.

Aber im überwiegenden Geflecht an Geschichten und Anekdötchen fand ich mich zurecht und musste immer wieder frei grinsen. Erstaunlich, dass auf diese lebensfrohe und freche Literatur ein prüdes Zeitalter folgte. Deren Romane ich aber auch meist mag.

Ebenfalls erstaunlich ist, dass Sternes ungezwungener Schreibstil so viele Bewunderer fand, er heute aber kaum eine Rolle zu spielen scheint. Ich hatte von ihm vor Christas Blogpost noch nichts gehört. Oder es nicht wahrgenommen. Jedenfalls gibt es jetzt eine Rezi mehr zu diesem großartigen Buch im Internet: Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman von Laurence Sterne

Damit sind auch gleich weitere Lektürepläne lose im Hirn verankert. Euripides Dramen und Die geschwätzigen Kleinode von Diderot. Es ist einfach schon zu lange her, dass ich das las. Ich beginne jetzt also mal keinen neuen Stapel ungelesener Bücher, sondern den der wiederzulesenden. Welch Potential!

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