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So eine klitzekleine Aktie

Jüngst beschäftige ich mich ja mit den beiden Bänden von Kollaborationen der Steinmüllers und Erik Simon. Die gezeichneten Bildchen auf den Covern stammen von Thomas Hofmann, dessen Blog ich seit einiger Zeit mit Bewunderung verfolge. Vor allem, weil er eine ähnliche Bandbreite phantastischer Literatur schätzt wie ich und ebenso häufig zu Klassikern greift.

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Thomas Hofmann auf dem Elstercon 2016

Und schwupps frug ich mich, warum nicht mal einen der (fast) unbekannten Superhelden der deutschen Phantastikszene ins Rampenlicht zerren? Er frug sich das auch, dennoch willigte er ein, mir ein paar Fragen zu beantworten und offenbar hatte er daran große Freude, wenn man die Ausführlichkeit seiner Antworten bedenkt.

Beim Recherchieren für die Fragen fiel mir dann auf, wie lange ich Thomas eigentlich schon kenne, wenn auch nicht persönlich, so doch durch seine Arbeiten. Denn bereits im allerersten Alien Contact, das ich mir 1990 kaufte, verzierte eine Zeichnung von ihm das Inhaltsverzeichnis!

Viele seiner Zeichnungen erschienen in Fanzines, die ich nie zu Gesicht bekam. In persona nahm ich Thomas erst auf den Elstercons und dann über seinen Blog wahr. Tja, er ist ein netter, viel belesenerer Phantastiknerd als ich und es hat mir viel Spaß gemacht, sein Interview mit passenden Bildern und Covern zu versetzen.

Schaut mal rein: Interview mit Thomas Hofmann

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Rechts- oder linksdrehende Apostrophe

Man merkt ja oft selbst gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Als ich just Die Wurmloch-Odyssee besprach, fiel mir auf, das es bereits zwölf Jahre her ist, dass ich Angela und Karlheinz Steinmüller für ein Fantasyguide-Interview besuchte. Schon damals legten sie mir ihren Freund Erik Simon sehr ans Herz und dennoch gab es in all den Jahren nix über ihn auf unseren Seiten.

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Erik Simon auf dem Elstercon 2014

Um dies zu ändern, bat ich Memoranda-Chef Hardy Kettlitz um einen Kontakt, denn ich wollte nun auch unbedingt Erik Simon gehörig ausquetschen.

Erik war nicht nur Feuer und Flamme für das Projekt, sondern überschüttete mich mit weitreichenden Ideen. Die erste war nur allzu logisch: Frag doch mal die Steinmüllers!
Und so gibt es denn auch gleich noch ein nigelnagelneues Interview mit meinem SF-Heldenehepaar. Allerdings wollten sie sich nicht in den Vordergrund stellen, sondern ihren Freund da vorne im Rampenlicht sehen.

Von Erik hab auch gleich noch etwas gelernt, was mir gar nicht so offenbar wurde. Ohne Brille ist das auch nicht ganz so trivial: Falsche Apostrophe.
Verelfte Textprogramme nehmen gern mal ein einfaches Anführungszeichen Oben ‘ anstelle des Apostrophen ’, was natürlich komplett falsch ist. Es ist manchmal gar nicht so schlecht, einen gestandenen Lektor bei der Arbeit zu erleben. Erik ist natürlich auch noch ein phantastischer Autor, begnadeter Übersetzer und hochbewunderter Herausgeber, aber eben auch ein gewiefter Lektor. Mit dem letzten Wort selbstverständlich.

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»Die Wurmloch-Odyssee« und »Leichter als Vakuum«

Es war ein großes Vergnügen, mit ihm an diesem Interview zu arbeiten. Das Erik-Simon-Spezial wird demnächst noch eine Rezi zu Leichter als Vakuum ergänzt, welches ebenfalls eine Kollaboration der Steinmüllers und Erik darstellt (als Band 8 der Steinmüller-Werkausgabe und Band 6 von Simon’s Fiction).

Der Herbst fängt schon mal phantastisch an!

Wenn ein Kaffe die Welt verändert hätte

Das Literaturcafé Periplaneta befindet sich in der Bornholmer Straße. Bekannt, berühmt, berüchtigt. Die Straße.

Dabei sollte man auch das Café des gleichnamigen Berliner Verlages mal so langsam kennenlernen, denn seit fast zehn Jahren macht Periplaneta tolle Bücher, beherzte Lesungen und schenkt auch Kaffe aus. Während man diesen oder andere Getränke schlürft, kann man dem Verlag beim Verlegen zuschauen oder eine der vielen Veranstaltungen mitnehmen.

Auch wenn mein Besuch nun schon wieder Ewigkeiten her ist – die Bücher verschlinge ich regelmäßig (Keine Angst, es wurde niemandem auch nur eine Seite gekrümmt!).
Darum dachte ich mir jüngst, es wäre Zeit, der netten Cheffin Marion Alexa Müller ein paar Fragen zum Periplaneta-Universum und dem ganzen Rest zu stellen.

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Marry am Periplaneta-Stand auf der Buch Berlin 2016

Nachdem sie sich aus den Berg an Fragen gewühlt hatte, gab‘s auch Antworten. Unter anderem wies sie darauf hin, dass sich die Welt bestimmt verändert hätte, wären Frau Merkel und Herr Gorbatschow Kaffe trinkende Gäste bei ihr gewesen.
Spannende Überlegungen spülen dabei durch mein gefräßiges Hirn. Was hätte der Kaffe etwa bei Angela Merkel bewirkt? Wäre sie ein magisches Wesen geworden? Hätte sie der Kuss der Fantasie erweckt? Oder wäre alles noch viel schlümmer geworden?

Was auf jeden Fall einen Versuch wert ist: Kauft die Periplaneta-Bücher, liebt euch, das Leben und besucht mal ein nettes Literaturcafé im Prenzlberg.

Das Interview mit Mary ist recht lang geworden, aber es wäre toll, wenn ich euch zum Lesen verführen könnte: Interview mit Marion Alexa Müller

Ontologischer Dualismus ist notwendig!

So würden es Fans von künstlichen Intelligenzen ausdrücken. Da steckt eine Menge Hirnschmalz dahinter und auch wenn ich das nicht auf Anhieb verstanden habe, bin ich doch recht froh, darüber mit einem SF-Autor gesprochen zu haben, dessen Geschichten sich immer wieder um die Rolle und die Funktion von KIn drehen sowie um ihre Bedeutung für die Menschheit.

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Guido Seifert

Über Guido Seiferts Sammelband Apatheia hatte ich hier im Blog schon berichtet und weil ich die Themen der Geschichten ziemlich spannend fand, bat ich Guido, mir ein paar Fragen zu beantworten.

Es wurde ein sehr umfangreiches Interview und Guido verdeutlicht in seinen Antworten, wie tief er in der Materie steckt.

Wer also Lust hat, sich etwas näher mit den Hintergründen zu Guidos Geschichten zu beschäftigen, sei herzlich eingeladen, das Interview im Fantasyguide zu lesen: Interview mit Guido Seifert

Troja kommt auch noch dran, ohne Umschweife!

Da ich literarischen Mut sehr bewundere, habe ich schon etliches auf mich genommen. Alles für die Kunst!

Darum auch jüngst meine Rezi zum Versdramas Arachneion – Pallashass von Bastian Brinkmann. Es lag auf der Hand, dass ich gleich danach um ein Interview bat.

Verlagsemblem Gorgoneion-Head Originalentwurf: Sameena Jehanzeb, www.saje-design.de

Verlagsemblem Gorgoneion-Head Originalentwurf: Sameena Jehanzeb, http://www.saje-design.de

Es gibt schon ein recht ausführliches von ihm bei Literatopia, jedoch führte Judith das zum Erscheinen und darum bemühte ich mich jetzt, etwas mehr konkret zur Lektüre aus Bastian herauszukitzeln. Vielleicht gelang es mir ja: Interview mit Bastian Brinkmann.

Parallel dazu beendete ich eine Lektüre, die mich auf eine ganz andere Art tief beeindruckte und hier sei ein expliziter Dank an Christa Hartwig gesendet, die mich mit ihren Blogeintrag TRISTRAM SHANDY oder DIE KUNST DES ABSCHWEIFENS darauf aufmerksam machte.

Danke!

Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman von Laurence Sterne ist kein immer einfach zu lesendes Buch.

Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman von Laurence Sterne

Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman von Laurence Sterne

 

Nicht nur wegen der exzessiv ausgelebten Abschweifungen, sondern auch wegen vieler philosophischer und religiöser Ausflüge, auf dessen Pfaden man sich leicht verlieren kann, denen man aber unbedingt folgen möchte, da Sterne ein großer Schlingel und Witzbold war. Es ist schwer, eine Pointe zu erkennen, wenn man vom Thema nix versteht.

Aber im überwiegenden Geflecht an Geschichten und Anekdötchen fand ich mich zurecht und musste immer wieder frei grinsen. Erstaunlich, dass auf diese lebensfrohe und freche Literatur ein prüdes Zeitalter folgte. Deren Romane ich aber auch meist mag.

Ebenfalls erstaunlich ist, dass Sternes ungezwungener Schreibstil so viele Bewunderer fand, er heute aber kaum eine Rolle zu spielen scheint. Ich hatte von ihm vor Christas Blogpost noch nichts gehört. Oder es nicht wahrgenommen. Jedenfalls gibt es jetzt eine Rezi mehr zu diesem großartigen Buch im Internet: Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman von Laurence Sterne

Damit sind auch gleich weitere Lektürepläne lose im Hirn verankert. Euripides Dramen und Die geschwätzigen Kleinode von Diderot. Es ist einfach schon zu lange her, dass ich das las. Ich beginne jetzt also mal keinen neuen Stapel ungelesener Bücher, sondern den der wiederzulesenden. Welch Potential!

PANthasische Träume

Man muss nicht Atréju oder Bastian Balthasar Bux heißen, um sich dem Nichts entgegenzustellen und die Phantastik zu retten. Denn, wenn die grad in den Ferien sind, sollten die Geschichtenmühlen weiter mahlen. Und darum gibt es immer mal wieder neue StreiterInnen, die sich auf ihre Rosinanten schwingen und Lanzen für das beste Genre des Multiversums brechen.

So etwa auch PAN – der Phantastik-Autoren-Netzwerk e.V., der im November 2015 gegründet wurde. Im April gibt es das erste Event des Vereins, ein Branchentreffen, für das sich Markus vom Blog TranslateOrDie schon angemeldet hat.

Da ich soetwas gern unterstütze und immer wieder aufs neue hoffe, dass der Erfolg nicht ausbleibt, schnappte ich mir Tastatur und Maus und frug Gründungsmitglied Diana Menschig ein wenig über die Hintergründe aus: Interview mit Diana Menschig

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Diana Menschig, Foto von Norman Guy

Natürlich kam ich nicht als erster auf diese glorreiche Idee und so konnte ich auf das Interview der Buchkolumne aufbauen.

Möge Peter mit ihnen fliegen und die Nymphen ewig für sie tanzen!

Kulisse für den ultimativen Roadmovie

Manche Ideen sind einfach so genial, dass ich mich kaum einkriegen kann vor Begeisterung. Ein den Äquator umspannender Teilchenbeschleuniger als Kulisse für den ultimativen Roadmovie ist so eine.

Äquatorstraße von Thomas Adam Sieber, Cover von Paul Gauguin

Äquatorstraße von Thomas Adam Sieber, Cover von Paul Gauguin

Die Story Äquatorstraße von Thomas Adam Sieber hat genau die richtige Mischung aus coolem Hintergrund, Figuren mit greifbarem Profil und etwas gegen den Strich gebürsteter SF-Geschichte. Sie ist zu Recht Titelstory seiner im Eigenverlag herausgebrachten Kurzgeschichten-Sammlung und ich hätte sie verpasst, wenn mich Thomas nicht selbst drauf gestoßen hätte.

Für meine Nova 23 – Rezi hatte ich einmal meine faule Seite überwunden und selbst für jene AutorInnen extra Seiten im Fantasyguide angelegt, die bisher noch keine hatten. Das mache ich bei Anthologien sonst eher nicht, da man da schnell zehn Seiten basteln muss.
Aber wenn man das immer aufschiebt, hat man plötzlich vier Anthos mit denselben Leuten und keine Verknüpfungen. Da mosert der Datenbänker in mir rum.

Thomas fand dann auch seine Seite und wies mich auf seine 2013 erschienene Story-Sammlung hin, die da in der Bibliographie noch fehlte.
Zwar hab ich die phantastisch! von der ersten Ausgabe an im Abo, schaffe es aber nicht immer alle Ausgaben zu lesen. So ist mir Horst Illmers Empfehlung des Buches in Nummer 54 entgangen. Dabei habe ich da schon etliche gute Bücher gefunden. (Wer die Seite von Horst besucht, sollte extreme Farben mögen)
Aber besser spät als nie. Nach der Lektüre der Sammlung stand fest, dass man da etwas mehr Werbung machen sollte und nach einiger Überzeugungsarbeit »Interview? Ich hab doch erst eine Geschichte veröffentlicht!« trudelten letzte Woche die Antworten ein.
Und, trara, tada und Tusch: Das Interview ging gestern online.

Im übrigen die allererste Seite im Fantasyguide nach einem epischen Käferbeseitigungskampf in unserem CMS. Denn was ich seit zwei Jahren für ein Feature hielt, war eigentlich ein Bug. Seit diesem Wochenende generiert Typo3 nun sprechende URLs. Ein paar Nacharbeiten sind noch offen, damit auch all die alten Links weiterhin funzen, aber was tut man nicht alles zum Wohle der Leserschaft.

Der Nachteil dieser schlafverkürzenden Tätigkeiten ist eine gewisse Müdigkeit, die im Zusammenhang mit der Steppenwolf-Lektüre zu mentalen Engpässen führt.
Aber es geht mir nicht zum ersten Mal so, dass ich ziemlich erstaunt darüber bin, wie umfangreich man die Psyche einer Figur beschreiben, sezieren und überdenken kann. Daneben fühlt man sich dann gleich ziemlich simpel und oberflächlich.

Peter Simpel wollte ich auch immer mal wiederlesen, fällt mir dabei ein. Aber dieses Jahr nicht mehr. Das liegt jetzt nicht an Hermann Hesse, sondern an vier wachsenden Stapeln ungelesener Bücher. Jammern auf hohem Niveau, ich weiß.

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