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Alles so schön bunt hier

Als ich kürzlich ymir oder aus der hirnschale der himmel von Philip Krömer rezensierte, schickte mir der homunculs verlag gleich ein Verlagsprogramm mit. So erfuhr ich, dass just im Frühjahr das nächste Science Fiction Werk erscheinen sollte. (Und ja, ich zähle ymir zur SF, auch wenn es mir als Nominierung für den KLP abgelehnt wurde.)

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse erschien nun Knallmasse von Ulrich Holbein.

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Knallmasse auf der Leipziger Buchmesse

Es handelt sich dabei um eine überarbeitete Version, denn das Original Knallmasse. Ein kosmisches Märchen erschien bereits 1993. Worin die Überarbeitungen bestehen, kann ich nicht sagen – ich habe bisher weder vom Buch noch vom Autor etwas gehört. Dabei kann Ulrich Holbein auf ein erstaunlich umfangreiches Werk zurückblicken.

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Knallmasse von Ulrich Holbein

Knallmasse heißt das Buch und ist somit nach seiner Hauptfigur betitelt. Knallmasse ist ein denkender Roboter. Er lebt in einer komplett von Grau, Krach und Kanten beherrschten Robotergesellschaft. Rigide Regeln bestimmen das Leben. Dröhnender Lärm ist der Inbegriff der wohltuenden Beschallung und so heißt der Staat auch DeziBel. In sogenannten Zentralschulen werden die DeziBeliten auf Spur gebracht, alle drei Minuten werden sie mit dem SCHLAG belohnt, eine Art Endorphinausschüttung für Roboter.

Eine große Schutzfolie verhindert, dass Sonnenlicht auf DeziBel fällt und seine Bewohner blendet. Hinter dieser Folie ist das Universum zudem bunt, melodisch und voller weicher Dinge, wie etwa die menschenähnlichen, aber eierlegenden Wulwiletten.

Ein gefangenes Pärchen jener Wulwiletten müssen sich die Zentralschulpflichtigen, unter ihnen Knallmasse, im Biologieunterricht angucken und finden das Weiche und Bunte an ihnen unerträglich eklig.

Doch ein Unfall im Abhärtungsunterricht, bringt in Knallmasses Code etwas durcheinander und plötzlich mag er Weiches. Mit den beiden Wulwiletten flieht er aus DeziBel und erlebt einige phantastische Abenteuer in einem surrealen Weltall.

Der kleine Prinz trifft auf Gulliver – so in etwa waren meine Assoziationen, wobei ich auch ständig an Nimmerklug im Knirpsenland denken musste.

Das Buch ist nicht einfach nur abgefahren. Es wuselt zwischen grausiger Dystopie und fröhlichem Anarchismus genauso locker hin und her, wie zwischen Märchen und phantastischem Roman. Die vom Autor selbst beigesteuerten Illustrationen unterstützen das Gemenge durch gekonnten Kinderbuchstil bzw. ähneln sie den klassischen Zeichnungen in den SF-Romanen meiner Jugend. Dieser Kontrast bildete für mich fast das größte Vergnügen – aber nur fast, denn noch beeindruckender fand ich die Sprache. Experimentell, verschroben und wortgewitzt. Ich kann mich über so etwas köstlich amüsieren und wenn das Ganze noch mit überbordender Fantasie gewürzt wird, bin ich rundum glücklich.

Meine Rezi im Fantasyguide: Knallmasse von Ulrich Holbein

Welch lieblicher Chitingeruch!

Wer an einer Ameise schnuppert, erwartet nicht unbedingt den Duft einer Blumenwiese, es sei denn dort krabbelt sie gerade herum. Alan Dean Foster schuf mit seiner insektoiden Alienrasse der Thranx aber tatsächlich lieblich duftende Wesen im Chitinpanzer.

Durch ihre Größe, etwa ein Meter hoch und zwei Meter lang, riefe ihre Erscheinung durchaus gewisse negative Empfindungen in uns hervor, jedoch fällt das schon schwerer, wenn das Krabbelmonster an einen Besuch im Parfumshop erinnert.

Die Idee dahinter ist so genial wie bezaubernd. Thranx und Menschen ergänzen sich in Wesen und Mentalität zu etwas Besserem. Beide Rassen profitieren von dieser zivilisatorischen Symbiose – das Humanx Commonwealth war geboren.

Fosters Romane waren für SF-Verhältnisse absolute Megabestseller. Natürlich verdiente er auch stets eine Menge Geld durch Franchise-Werke, aber wer einmal seine Bücher zu den Alien-Filmen las, wird schnell erkennen, dass Foster ein guter Erzähler ist.

Ich hab über zwanzig seiner Romane im Regal stehen und auch tatsächlich gelesen, etliche mehrfach. Die denkenden Wälder (Midworld, 1975) gehören zu meinen absoluten Lieblings-SF-Werken und aus dem Commonwealth-Universum habe ich fast alles gelesen, für Phase X Nummer 6 konnte ich sogar ein Interview mit ihm machen. Allerdings den First Contact beider Humanx-Rassen hatte ich bisher noch nicht in den Händen. Aber ein Klassikerlesezirkel im SFN bot nun die Gelegenheit dazu.

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Auch keine Tränen aus Kristall von Alan Dean Foster, Cover von Jobst Teltschik

Foster wurde vielleicht auch deshalb einer meiner favorisierten SF-Autoren, weil seine Romane meist optimistisch sind und das meiner sozialen Prägung entgegen kommt. Auch Nor Chrystal Tears (Auch keine Tränen aus Kristall, 1982) lebt von diesem hehren Wunschtraum, dass man Konflikte friedlich lösen kann und eine Zusammenarbeit stets besser ist als Krieg. Vor allem aber ist es auch möglich. Mitten im kalten Krieg und der Atomwaffenaufrüstung geschrieben, bringt Foster zwei Parteien zueinander, die sich auf den ersten Blick gegenseitig nur abstoßend finden. Das alles in einer warmherzigen Abenteuergeschichte verbunden mit interessanten Einblicken in eine exotische Lebensweise. Ich habs genossen, wohl auch, weil Foster in den letzten Jahren doch eher schwächere Romane verfasste.

Meine Rezi im Fantasyguide: Auch keine Tränen aus Kristall von Alan Dean Foster

Urlaub am Schwinden

In unseren Cornwall-Urlaub hatte ich eine Menge Bücher mitgenommen, jedoch wie es mit manchen Plänen so geschieht, konnte ich gerade einmal Middlemarch beenden und das bisher sehr überambitionierte Öko-Märchen Der Schuppenmann von Stephanie Schnee beginnen.

Dafür hab ich aber vier Bücher gekauft.

Bunte Mischung aus Cornwall

Bunte Mischung aus Cornwall

Okay, ich hatte ja geplant, mir einen Terry Pratchett zu kaufen, gerade auch, weil Viva Britannia Blogger Sven Rudloff noch einmal eindringlich empfahl, ihn im Original zu lesen.

Zum Glück fanden wir eine kleine und gemütliche Buchhandlung in Wadebridge, den Wadebridge Bookshop.

Wadebridge Bookshop

Wadebridge Bookshop

Während der Nachwuchs sich ebenfalls eindeckte, suchte ich noch ein zweites Buch für mich, da sie den neuen Gaiman nicht da hatten, offensichtlich verkaufen sich bei ihnen Hardcover nicht so.

Ich entschied mich dann für ein Buch, dass irgendwie auch zu Südengland passt und ich schon immer mal lesen wollte: The Wind in the Willows von  Kenneth Grahame. Sie hatten es in vier! verschiedenen Ausgabe vorrätig und ich entschied mich für eine von Robin Lawrie illustrierte Klassikerausgabe.

Unser Besuch im Greenway House verführte natürlich dazu, einen Krimi von Agatha Christie zu kaufen. In Abstimmung mit den restlichen Familienmitgliedern griff ich zu Sleeping Murder mit Miss Marple.

Das Anwesen ist eine phantastische Anlage und wird vom National Trust mustergültig präsentiert. Das Wohnhaus selbst ist ein sehr informatives Museum, dass nicht nur das Leben von Agatha dort greifbar werden lässt, man erfährt auch viel über das archäologische Wirken ihres Mannes.

Auch einer zweiten großen Autorin, die Cornwall über alles liebte, statteten wir einen Besuch ab, Daphne Du Maurier. Im berühmten Jamaica Inn gibt es neben Speis und Trank auch eine kleine Ausstellung über sie und den Schmuggel in Cornwall.

Da ich noch ihre Cornwall-Liebeserklärung lesen muss, kaufte ich hier aber nichts, außer einem Stockbeschlag.

Dafür nahm ich mir aber in St. Michaels Mount eine kleine Broschüre über berühmte Cornwall-Auorinnen und Autoren mit. Daphne ist dort natürlich vertreten und einige weitere, spannend klingende Leute, die auf eine fernere Leseliste rutschten.

Nun muss ich aber erst einmal die Middlemarch-Rezi schreiben. Alltag, du hast mich wieder!

Buchwall

Falls es mal während des Urlaubs regnet oder einfach nur Zeit für Lektüre ist:

Bunte Auswahl

Bunte Auswahl

Mal sehn, ob ich das Programm schaffe.

😀

Flog ein Textlein durch die Nacht

»Lass uns mal wieder was mit Kultur machen!«, sagte mein Kumpel und so stellte ich einige Veranstaltungen zusammen, aus denen er etwas auswählen konnte.
Und so kam es, dass wir gestern zum Textetisch ins Scotch & Sofa gingen. In der Erklärung zum Event stand: Selbstgeschriebenes am Tisch vorlesen. Unser Ziel war eher das Zuhören, daher fragten wir die wuselige Kellnerin auch nach der Lesung, was sie in reichliche Verwirrung stieß, denn soweit reichte ihr Deutsch nicht.
Auch das einheimische Tankgirl hinter dem Tresen wusste nichts von einer Lesung und schob es auf einen Fehler der Stadtmagazine. Doch bevor wir unserer Überraschung Ausdruck verleihen konnten, wurden wir von einem Gast angesprochen und zu einem Tisch am Fenster bugsiert. Denn das war nun der Textetisch.

In den nächsten zweieinhalb Stunden gab es diverse kurze Texte, gegen den Lärm vorgetragen, doppelt stets, um das Gehörte zu vertiefen. Dann wurde interpretiert und gewühlt, sehr zur freudigen Überraschung der beiden Autorinnen, die so etwas noch nicht miterlebt hatten.
Ich kannte solche Runde bereits aus der Leselupe. Man liest sich Texte vor, oft zu einem Thema, das beim letzten Abend verabredet wurde und diskutierte sie dann. Irgendwann kannte man sich dann aber zu gut, um die Texte dann noch wirklich kritisch betrachten zu können und die Runde schlief ein.
Deshalb werde ich auch nicht die nette Einladung zum nächsten Textetisch annehmen, zumal wir ja eh nur zufällig in diese Runde kamen.

Vielleicht ist diese Einmaligkeit auch der Grund, warum uns dieser literarische Abend so gefallen hat. Es war genau das, was wir erleben wollten. Irgendwo in Berlin auf nette Leute treffen und Spaß daran haben. Und etwas mit Kultur.

Falls ich seltsam klingen sollte, nicht wundern, denn ich lese gerade die köstliche Autobiographie von Mark Twain und ich habe immer große Mühe, solchen Plaudertaschenstil nicht zu imitieren.
Ach ja, was für ein spaßiges Buch. Sam Clemens ist ein ausgemachter Schelm, dessen Scherze meist still und heimlich durch den Text brechen und ganz unwiderstehlich zum Schmunzeln, Grinsen oder Lachen verführen. Da könnte ich ewig imitieren und würde doch nix Gescheites verzapfen.
Frühling und Mark Twain, juhu!

Die Explosion der Kritik

Im Januar beschwerte sich Jörg Sundermeier vom Verbrecherverlag über das Niveau der Literaturkritik.
Dazu gab es diverse Reaktion, etwa im Tagesspiegel, der Zeit oder beim NDR.
Während Sundermeier letztlich beklagt, dass seine Bücher und AutorInnen so wenig Aufmerksamkeit in der Presse erregen, geht es in der Debatte eher darum, das veränderte Wesen der Literaturkritik zu beschreiben.
Das klingt dann sehr schnell danach, Sundermeier als Ewiggestrigen hinzustellen, der einer veralteten Form der Besprechung nachtrauert.

Als Rezensent und Autor in einem Genre, das weder unter LeserInnen noch unter JournalistInnen großartig Beachtung findet, ist das Thema Literaturkritik von beiden Aspekten geprägt: Sowohl mangelnde Aufmerksamkeit als auch das veränderte Wesen moderner Literaturkritik. Beides hat auch mit der gewandelten Presselandschaft zu tun.

Es gibt mittlerweile soviele Veröffentlichungen, Veranstaltungen und Kulturschaffende, dass die klassischen Medien überhaupt nicht in der Lage sind, über alles zu berichten. Hinzu kommt das eigene Lesepublikum. Es ist verständlich, dass eher über das xte Bob Dylan-Konzert berichtet wird, als über der ersten Auftritt einer nigelnagelneuen Garagenband in einem Hinterhofclub.

Sundermeier erhofft sich, dass kritischere Kritiker die Perlen in seinem Programm eher finden und herausstellen und zudem die Glasmurmeln im Mainstream enttarnen würden.
Doch damit dürfte er nicht allein stehen.

Wie oft arbeitet man monatelang an einer coolen Anthologie mit den heißesten Kurzgeschichten des Jahrhunderts und dann gibt es zwei drei Erwähnungen, eine etwas längere Besprechung mit allgemeinen Worten und wenn man ganz großes Glück hat, eine etwas ausführlichere Rezension, die auf jede Geschichte kurz eingeht.
Spätestens nach sechs Monaten ist jedoch jegliches Echo verhallt.
Das kann als HerausgeberIn schon frustrieren und ist vielleicht auch ein Grund, warum es die Kurzgeschichte so schwer hat in Deutschland, wie es Markus Mäurer in seinem Blog untersucht: Ein Plädoyer für die übersetzte phantastische Kurzgeschichte.

Andererseits sind gerade Genre-Rezensionen eine undankbare Arbeit. An einer Anthologiebesprechung, die jede Geschichte kurz würdigt, schreibe ich etwa drei Stunden. Das Einarbeiten ins Redaktionssystem kostet gut und gern eine weitere Stunde. Das Feedback ist der Szene entsprechend auch hier fast Null.

Da überlegt man es sich dreimal, ob man Rezensionsexemplare liest, die einen gar nicht interessieren und zum anderen, ob man sich die Mühe macht, ein schlechtes Buch öffentlich zu verreißen.
Als reiner Hobby-Schreiber sucht man sich da lieber die Perlen. Ob man dabei dann jede Auster im großen Ozean der Veröffentlichung findet, ist wieder eine andere Sache.

Auch professionelle Literaturkritiker unterliegen keinem Zwang, über alles zu berichten, was auf dem Markt zu haben ist. Sie wählen ebenfalls sorgfältig aus oder unterliegen dabei diversen Redaktionskriterien.

Ein Dilemma, dass die bisherige Debatte nicht auflösen konnte.
Vielleicht aber haben die LeserInnen schon längst darüber entschieden, wo es mit der Literaturkritik hingehen soll und wir haben es nur noch nicht begriffen:

Vielleicht braucht man uns einfach gar nicht mehr.

Jahresrückblick 2014

Kann man ja noch machen. Durch meine zeitweise Aktivität in der Jury des DSFP habe ich Anfang des Jahres noch viele deutsche SF-Neuerscheinungen gelesen. Darunter sehr viel Schrott. Deshalb wird meine Lektüre wohl dieses Jahr weniger als 56 Titel umfassen, aber mehr gute Bücher. Denn bei vielen DSFP-relevanten Texten weiß ich vorher schon, dass sie nichts für mich sind. Doch bevor das neue Jahr neues Lesevergnügen bringt, ein kurzer Rückblick.

Von den 56 Titeln waren zwei Sachbücher im weiteren Sinne, nämlich die großartige Biographie von Tom Reiss Der schwarze General über den Vater von Alexandre Dumas und die sehr aufschlussreiche Autobiographie von Samuel R. Delany Die Bewegung von Licht in Wasser.

Ansonsten lässt sich meine Lektüre grob in Phantastik und Klassiker unterteilen, wobei ich natürlich auch bei den Klassikern die phantastischen Werke meist bevorzuge.
Eine große Entdeckung war für mich Gabriel Garcia Marques und seine Hundert Jahre Einsamkeit, aber auch die wunderbar kommentierten Ausgaben der Madame Bovary und Bulgakows Meister und Margarita.
Ganz neu gestaltete sich mein Blick auf Finnland durch Karl August Tavaststjernas Harte Zeiten, das sich für mich gleich neben den Jahrhundertroman Gösta Berling von Selma Lagerlöf einreiht, was das Gefühl für unsere nordischen Freunde anbelangt.

Ein anderer literarischer Schwerpunkt bildete sich dieses Jahr eher zufällig: Die USA
Es fing an mit der englischen Ausgabe von American Gods. Ging weiter mit Matt Ruffs Ich und die anderen, vertiefte sich mit dem Delany und seiner Schwulenwunderwelt, zu der Jack Kerouacs Unterwegs perfekt passte.
Und ganz überraschend stolperte dann mein Buch des Jahres hinterdrein: Richard Lorenz‘ Amerika-Plakate. Eine sensible und aktuelle Verwirblung des USA-Themas.
Jetzt muss ich mir nur noch mal Smoke anschauen.
Zum Ausklang des Lektürebogens ergab sich mit Daniel Keyes Blumen für Algernon dann noch eine weitere klassische SF-Zutat.
Dieser bunte Bilderreigen beschreibt zwar eine vergangene USA, hilft aber schon, die Nachrichten zu verstehen, die so übern Teich schwappen.

Darüber hinaus gab es diverse coole Bücher. Allen voran natürlich Dietmar Daths Feldeváye. Dath hat sich mir dieses Jahr durch Lesung, Theaterbesuch und Interview ins intellektuelle Herz geschlichen.
Erwähnt werden muss unbedingt auch noch Gecko Neumckes ein totes im see‘bolo, bei dem mir brennend heiß einfällt, dass ich da ja noch ein Interview irgendwo auf der Platte hab, das veröffentlicht werden will. Die Novelle ist auf jeden und unbedingten Fall empfehlenswert. Gerade auch, weil Frank Böhmert sie so schön in seinen PR-Neo Band Berlin 2037 literarisch würdigt.

Neben einigen Anthologien las ich auch etliche Sammlungen mit Kurzgeschichten, die eigentlich alle erwähnenswert sind: Nathaniel Hawthornes Die Mächte des Bösen, Boris Kochs Dionysos tanzt, Markus K. Korbs Der Struwelpeter-Code und Matthias Falkes Buch aus Stein.
Matthias hat übrigens einen unglaublichen Buchoutput 2014 gehabt und immerhin vier seiner Bücher las ich auch!

Ungewöhnliche Bücher schreibt Jasper Nicolaisen dessen Winteraustreiben und ebenso sein als Margharete Grimma veröffentlichtes Rex Feuchti mehr Aufmerksamkeit verdienten.
Schöne Lesestunden hatte ich auch mit Félix J. Palmas Die Landkarte der Zeit, Karsten Kruschels Das Dikicht, Michael Siefeners Die magische Bibliothek und Charles Stross‘ Accelerando.

Von den D9E-Romanen muss ich vor allem Nadine Boos‘ Der Schwarm der Trilobiten hervorheben, da er nicht nur eine Abwechslung innerhalb der Reihe darstellt, sondern ich ihre Art zu schreiben sehr genossen habe. Bisher hat die Reihe meine Erwartungen noch nicht ganz so erfüllt, kann sie wahrscheinlich auch nicht, aber wenn eine Autorin wie Nadine dadurch gefördert wird, hat Ernst Wurdack alles richtig gemacht.

Zum Schluss noch der Hinweis auf das einzige Lyrikbändchen des Jahres: Frank Hebben – Oubliette. Klein, fein und riesengroß. Selbst für meinen hohen Anspruch schreibt der Hebben gute Gedichte. Die Veröffentlichung ist mehr als gerechtfertigt. Von den vielen hundert Gedichten, die ich dieses Jahr las, waren nicht viele ähnlich beachtenswert.

Insgesamt bin ich mehr als zufrieden mit meinem Lesejahr, das ich mit vielen besuchten Lesungen, Interviews, einem Con und zwei Messen bereichern konnte.

Danke auch an Frank Böhmert, Rene Nowotny, Kai Bosse, Dandelion, dem Otherland und Golkonda, ohne die es nur halb so phantastisch gewesen wäre.

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