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Im Universum hört dich keiner husten

Was liegt in Zeiten wie diesen näher, als eine virtuelle Lesung zu besuchen? Viele Kunstschaffende treibt es derzeit in die virtuellen Welten auf der Suche, die zerstörerische Kraft des kulturellen Herunterfahrens irgendwie abzufedern.

Die Lesungen in Second Life sind nun keine neue Erfindung, aber vielleicht erleben sie gerade jetzt einen besonderen Boom.

Offizielles Lesungsplakat

André Nagerski stellte hier bereits vor zwei Jahren seinen Roman »Roboter weinen heimlich« vor und gestern gab er uns in einer Doppellesung Einblicke in die beiden Nachfolger.

Für »Selfies vom Mond« gestaltete Barlok Barbosa eine grandiose SF-Kulisse. Die ausrangierte Kommandozentrale eines ausgeschlachteten Raumschiffes barg den Lesungsort und stimmte, sehr zur Freude des Autors, perfekt zur Beschreibung im Roman.

Das großartige Bühnenbild von Barlok

André Nagerski ist stolzer Familienvater und zu Beginn wuselten noch einige Mitglieder seines Haushalts im Äther herum, später verdrängte die leidenschaftliche Stimme des Autors jegliche Störquelle.

Mit vollem Einsatz: der Avatar von André Nagerski

Die »Bop-Saga« ist humoristische Science-Fiction. Bop heißt der Planet, auf dem alles begann. Im Jahr 220221 nerven ausgestoßene Roboter die Einheimischen Lebewesen von Bop, denn seit ein Roboterprophet Bop als Ort der Erleuchtung benannte, zogen Roboter aus allen Teilen des Universums hierhin und machen seither den Bewohnern das Leben zur Hölle.

Wir waren mitten drin …

In »Selfies auf dem Mond« spielt der Mond auch tatsächlich eine gewisse Rolle, aber André verwies dafür auf die Eigenlektüre, in der Lesung wollte er mehr dazu nicht verraten.

Die sehr coolen Cover der drei im Selbstverlag erschienenen Bände schuf ein guter Freund aus München, Stefan Kolmsperger, erzählte André auf Nachfrage des Gastgebers Thorsten Küper.

Auf die Frage, wie lange er an der Saga geschrieben hätte, antwortete André, dass er vielleicht vor zehn, fünfzehn Jahren damit begonnen habe, durchbrochen von den vier Kindern. Irgendwann sagte er sich: Gib mal Gas! Band Drei ging dann schon in drei, vier Jahren über die Bühne.

Aber zum Inhalt von Band 2: Die Truppe an Helden hat Bop verlassen, da sie von einem Alien die Aufgabe bekamen, das Universum zu retten. Dafür müssen sie den Planeten »Anyway« suchen, da dort Wegweiser leben, die ihnen den Weg zeigen können. Ort der Lesungshandlung ist der Komet Kieselschweif, hart umkämpft, da es dort Mineralien und Artefakte gibt. Die Exflamme unseres Protagonisten Ted nimmt ihn mit auf die Station, wo wir als Publikum dem Kapitel 31 lauschten.

Wir blieben alle drinnen

André las mit vollem Einsatz und verstellten Stimmen, wodurch die vielen Sprachspiele und Zweideutigkeiten gut zur Geltung kamen. Und die Lesung quoll davon förmlich über.

Für den zweiten Teil der Lesung wechselten wir in die Sim von BukTom Bloch. Dort gab es Kostproben aus »Warp-Life-Balance« und in in den Kulissen versteckt, jede Menge Anspielungen auf die Bücher. Wer welche erkannte, konnte an einem Gewinnspiel teilnehmen und bekam 42 Lindendollar, am besten für charitative Spenden auszugeben.

Erstaunlich viele Menschen nutzten die Lesung als Alternative zu Corona, allein in Second Life sah ich über 30, dazu kamen noch etliche HörerInnen des Radios Rote Dora und des Discord Voice-Chats, die ja für die Lesung nicht unbedingt in SL einloggen mussten.

André im Rampenlicht

Ein phantastischer Science-Fiction Abend mit Humor und genau das brauchte ich an so einem verseuchten Abend im März. Bleibt gesund!

Wir schwebten im Universum

Im Schatten des großen Haufens

Derzeit läuft in Second Life das eBook-Event der Brennenden Buchstaben, das ich nun schon seit Jahren besuche. An etlichen Frühlingswochenenden gibt es diverse Lesungen aus allen literarischen Bereichen, dargeboten auf großartigen Bühnen ambitionierter SL-Künstler und Künstlerinnen.
Ich freute mich wie Gimli in Helms Klamm als mich BBE-Chef Thorsten Küper frug, ob ich nicht auch etwas lesen und den Fantasyguide vorstellen möchte. Dachte schon, er kommt nie!

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Offizielles Poster vom Kueperpunk

Mit Texten aus den letzten beiden Fantasyguide-Anthos im Gepäck machte ich mich also auf den Weg zu meinem PC und versuchte, eine Stunde lang nicht zu sterben.

Meine erste Story, Amtsfreuden aus Am Ende des Regens von 2014, behandelt einen Tag aus dem Leben eines Briefträgers, der für außerirdische Eroberer arbeitet. Die Riesenameisen gaben BukTom Bloch auch die Gelegenheit für seine sehr treffende Gestaltung des Lesungsortes in Second Life. Am Himmel schwebte ein Ameisenhaufen, die anwesenden Avatare konnten sich auf kleine Haufen setzen, es gab einen Briefkasten und einen Briefträger mit Trumpgesicht. Herrlich!

Das tollste war, dass mir BukTom zwei Leseanimationen baute, sodass mein Avatar während jeder Geschichte das passende Buch in der Hand hielt. Ich liebe dieses Detail!

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Mein SL-Avatar während der Lesung

Die Sprache kam über eine extra-Software, da der SL-interne Voice-Server Ärger machte und ich musste die gesamte Zeit meine Push-to-Talk-Taste gedrückt halten, was beim Umblättern akrobatische Höchstleistungen erforderte.

Die zweite Story, Verführerische Düfte aus der 2017er Antho Der letzte Turm im Niemandsland, passte nicht mehr ganz ins Zeitfenster, aber die Saramee-Geschichte bot einen schönen Cliffhanger und vielleicht reizt das ja zum Erwerb der Antho.
Gestern wurde ich auch endlich mit ihrer Fortsetzung für die nächste Antho fertig.

Als die Lesung zu Ende, der Applaus durchgescrollt und ich megafertig zum Kühlschrank für eine Gerstenkaltschale hüppte, hätte ich die Welt aus den Angeln heben können. Vorab war ich dann doch sehr aufgeregt und die Erleichterung hinterher überschwemmte mich mit Glück.

Wenn das BBE 2018 durch ist, werde ich wieder einen Bericht verfassen. Dieses Jahr konnte ich ein paar Veranstaltungen mehr besuchen und schon jetzt bin ich hin und weg von der Vielfalt der Texte und Bühnenbilder. Es gibt meines Wissens nach in Deutschland nichts Vergleichbares.

BukTom hat meine Lesung übrigens mitgeschnitten. Zunächst hört man etwas Vorgeplänkel, die eigentliche Lesung beginnt etwa bei zehn Minuten.

Flux in den Orb und zurück

Seit der allerersten Novelle in Nova 20 bin ich absoluter Fan von Der Kanon mechanischer Seelen. Nach drei weiteren Novellen mit demselben Personal und der selben Welt entschloss sich Michael Marrak daraus einen Roman zu machen und der wurde riesig. 725 Seiten!

Kanon-Cover

Der Kanon mechanischer Seelen von Michael Marrak, Cover ebenfalls von Michael

Da traf es sich ganz gut, dass ich übers Wochenende im Krankenhaus weilte und mich nach einer Ohr-OP ganz in den Kanon versenken konnte.

Das Wiedersehen mit Ninive, Cutter und dem Land vor der großen Mauer verlief zu meiner völligen Zufriedenheit. Michael hat die Handlungsfäden nicht nur großartig miteinander verknüpft, er baute alles aus, um und erschuf eine wunderbare, kunterbunte SF-Landschaft voller Liebe und Humor, dass man gar nicht mehr aufhören will, sich darein zu kuscheln.

Ich konnte in den letzten Jahren immer mal wieder Lesungen von Michael besuchen, meist im Second Life und jede Kanon-Geschichte begeisterte mich. Der freche Witz zündet live einfach noch mehr.

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Buchpremiere beim Ersten Virtuellen Literaturcon am 22.10.2017

Ich mag es verrückt und phantastisch. Vielleicht bin ich ja deshalb jetzt völlig hin und weg. Der Kanon mechanischer Seelen ist definitiv mein Kandidat Nummer eins für den KLP – ist quasi kurz vor knapp damit.

In Arbeit ist ein Interview mit Michael für den Fantasyguide und ich hoffe, dass es genau so umhauend wird, wie sein Buch. Da er der Perfektionist ist, liegt jegliches Banausentum bei mir

Etwas mehr zu Inhalt und Faszination bietet meine Rezi: Der Kanon mechanischer Seelen von Michael Marrak

Bis zum Ende der Unsterblichkeit

Eigentlich mag ich überhaupt keine Dystopien und doch stolpere ich dieses Jahr andauernd über sie. Völlig ungeplant natürlich.

Marc Spänis Westlake Haven Projekt kannte ich bereits durch seine Lesung in Second Life beim 2016 eBook-Event der Brennenden Buchstaben und als er dann in einer Rundmail das Erscheinen des Buches ankündigte, rief ich instinktiv »Hier!«.
Und Dank einer sturmverzögerten Heimreise konnte ich die Lektüre auch recht flink beenden.

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Westlake Haven von Marc Späni

Westlake Haven ist ein Episodenroman geworden, der in neun Kapiteln den Lebenszyklus einer Welt beschreibt, die sich der Virtualisierung hingibt. Als MMO-Spieler und Nutzer virtueller Events im Second Life ist eine virtualisierte Gesellschaft für mich nicht nur vorstellbar, sondern auch zu einem guten Stück real. Insofern hatte ich keine Schwierigkeiten Marcs Gedanken zu folgen.

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Marc mit einer Vorschau ins Buch 2016 in Second Life

Spannend waren für mich vor allem die Passagen, in denen es um das Sterben ging. War es ja früher noch üblich, dass eine Spielfigur starb und man von vorne beginnen musste, bieten die meisten Spiele heute die Möglichkeit, die Figur so gut wie verlustfrei weiter zu spielen. Überträgt man das auf einen Menschen, der nur noch als virtuelles Bewusstsein existiert, stellt sich bald die Frage, wie das mit dem Tod laufen sollte.

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Bereits 2015 präsentierte Marc den »West Lake Blues« in SL

Das Hochladen auf einem Computer wird ja oft mit der Motivation verknüpft, dem Tod zu entgehen. Ist man dann aber zur Software geworden, könnte man unsterblich sein. Wenn die virtuelle Umgebung das Sterben nicht zulässt, hat kein hochgeladenes Bewusstsein die Chance, sein Leben selbst zu beenden. Bei Marc kommen Suizid-Anbieter ins Spiel, quasi Softwareanbieter mit einem Tool, der den Menschen löscht.
Doch Marc zieht seine Dystopie konsequent durch. Welche Auswirkungen hat es auf die reale Gesellschaft, wenn immer mehr ins virtuelle Leben wechselt?

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Erst jüngst beim Ersten Virtuellen Literaturcon stellte er das fertige Buch vor

Das bearbeitet er ziemlich faszinierend und wer sich das großformatige Buch nicht kaufen möchte, kann sich bei Marc das kostenlose PDF holen. Eine feine Sache, wie ich finde.

Das ungewöhnliche Format ist den Bildern geschuldet, die Marc mit Bleistift und viel Geschick anfertigte und die nicht etwa normale Illustrationen sind, sondern Werbetexte, Zeitungsartikel, Fotos bis hin zu fiktiven Wiki-Einträgen – alles handgezeichnet. Ein Buch, mit etlichen Litern Herzblut genährt.

Eine Rezi gibt’s wie gewohnt drüben in den virtuellen Weiten des Fantasyguides: Westlake Haven von Marc Späni.

Kein Mitleid für Karl!

Dass es kein einfacher Abend werden würde, war mir von Anfang an klar.

Am Sonntag las Bernhard Giersche aus seinem Buch Kampf dem Karl

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Karl ist der Krebs, der ihm im August diagnostiziert wurde und dem er nun Monat für Monat Lebenszeit abringt. Dass Bernhard darüber schreiben kann, ist ein großes Glück für Betroffene, für uns alle.

Das Bühnenbild passte Miara Lubitsch exakt nach Bernhards Wünschen an, Kirsten und Thorsten Küper fuhren selbst nach Lippstadt und führten die Lesung direkt aus Giselas und Bernhards Wohnzimmer durch.

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Bernhard Giersche

Seraph Nirvana und die Villa unterstützten den Abend durch einen Livestream bei Youtube.

Bernhard verlor zunächst ein paar Worte zum Bühnenbild. Es geht um Tod, Sterben, Krebs. Der Tod ist integraler Teil des Lebens, ist überall, kann uns jederzeit treffen. Das alles symbolisiert das Bühnenbild mit den schwarzen Schemen und den vielen rumwuselnden Krebsen.

Natürlich stand die Frage im Raum: Wie geht’s Bernhard? Jetzt ganz gut, erklärte er. Nervös wegen der Lesung, vor allem weil er der Protagonist ist. Bernhard war erstaunt über die Anzahl der Interessierten – mit ihm waren 28 Avatare anwesend, über hundert verfolgten den Live-Stream.

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Die Schmerzen sind im Griff, aber die Krankheit ist eine Achterbahnfahrt.

Die Lesung stellt etwas Besonderes dar. Bernhard hat sehr früh via Facebook gepostet und dort über seine Krankheit berichtet.

Sein Bericht vom ersten Tag, vom Weg aus der Praxis nach Hause mit dem irrsinnig erscheinenden Umweg über die Tanke um Brötchen und Zigaretten zu kaufen – ein Alptraumtag.

Bernhard suchte die Öffentlichkeit, weil er den Schwätzern Wind aus den Segeln nehmen wollte. Er hat’s nicht bereut, auch wenn ihm nicht klar war, was er damit losschlug. Es ist ein Ventil für ihn, über Dinge zu schreiben, die einen belasten. Eine Möglichkeit, Dinge die einem passieren Revue passieren zu lassen. Aber Reaktionen in diesem Umfang hatte er nicht erwartet.

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Und was bewirkt das Buch? Er stellte fest, dass solche Themen tabuisiert werden, selbst Betroffene hadern damit. Bernhard hat die Hoffnung, etwas in Gang gesetzt zu haben, im Kleinen, dass die Betroffenen sprechen können.

Aus den Einträgen bei Facebook, aus der ganzen Scheiße ist sein drittes Buch entstanden: Kampf dem Karl.

Bernhard las uns zunächst die ersten beiden Einträge vor, reine Tagebucheinträge, in Form gebracht von Heidi Christina Jaax, der Herausgeberin des Buches. Thorsten Küper präsentierte dann noch eine erste Pressemeldung, bevor Bernhard weiterlas.

Es gibt schon einen zweiten Band, ein dritter ist ein Wunschtraum.

Wer Bernhard life erleben möchte, kann das am 15.11.2017 im Kulturhospital Atelier Udo Tschorn, Hospitalstraße 8, in Lippstadt tun.

Karl ist kein leichter Gegner, aber er bekommt bis zu Letzt Gegenwind.

Es war ein schwerer Abend, man denkt schnell an all die eigenen Verluste, erinnert sich an all die anderen Kämpfe. Aber das Zuhören ist wichtig. Niemand sollte allein kämpfen müssen.

Party, Peace und Poesie

Bereits am Samstag ließ ich mich auf ein ganz besonders Event in den virtuellen Weiten des Second Life ein. Bisher besuchte ich nur die Lesungen und Aufführungen, die mich über Thorsten Küper, dem einzig wahren Kueperpunk, erreichten. Doch im Blog von Tante Nat erfuhr ich, dass sie aus Anlass ihres zehnjährigen SL-Lebens eine bunte Party plante.

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Tante Nat vor der Leinwand des Filmtempels

Zur Feier des Tages wurde der bereits vierundzwanzigste Machinima-Film gezeigt, den Nat mit Karima Hoisan zusammen erschuf. Nat kümmerte sich dabei um die Bilder, Karima lieferte das zugrundeliegende Gedicht und die Musik.

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Karima währender der sanften Lyriklesung

Vorab rezitierte Karima einige ihrer englischsprachigen Poems, während die Gäste meist als Hippies gewandet auf Decken im Gras lagen und bereitgestellte Getränke genießen konnten. Virtuelles Bier wird niemals schal!

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Mein Avatar lümmelte sich am Lagerfeuer hin und trank Bier

Der Filmtitel Derendered wies auch schon auf den Inhalt hin. Ein paar störende Dinge wurden aus der Welt entfernt. Die Bilder untermalten teils psychedelisch, teils fröhlich bunt das Gedicht von Karima und sorgten für eine ausgelassene Feierlaune.

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Derendered während der Aufführung

Nach Applaus, Lobes- und Dankesworte wurde die Beatbox angeworfen und die Avatare zum Abhotten gebracht. Ich bin ja immer noch SL-Laie und hätte das alleine nicht hinbekommen, aber zum Glück stand auf der Wiese ein Ball, dessen Berührung meine virtuelle Existenz zu einigen coolen Moves bewegte. Und mich daheim vorm PC überhaupt nicht ins Schwitzen brachten.

Zwischendurch erschienen unzählige Schmetterlinge und brachten zusätzliches Disco-Feeling. Nat verteilte dann noch Orka-Luftballons, die sich dann im Rhythmus der eigenen Tanzschritte über uns hin und her bewegten.

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Ein megacooler Moment

Eine ganz wunderbare Erfahrung. Ich hab zwar schon lustige Partys in WoW und Lotro besucht, aber dieser Abend hatte zudem noch diesen obercoolen Kunsteventcharakter. Da fühlt man sich gleich etwas hipper. Natürlich nix, was meinen Nachwuchs imponiert hat. Aber der hat einfach keine Ahnung von echter Hippigkeit.

Etwas beleidigte Leberwurst zur Pretzell

Politisches Kabarett ist keine leichte Sache. Da meine Witze eh kaum jemand versteht, versuche ich es erst gar nicht. Der Kueperpunk hingegen konnte sich eine treue Second Life Fangemeinde erarbeiten, vor der er immer wieder gerne auftritt und die ihn nicht einmal mit geschmacksneutralen, weil virtuellen Tomaten bewirft.

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Das offizielle Poster zur Show

Am Sonntag präsentierte er kurzfristig, aber aus gegebenem Anlass seine Show Der Gutmensch kehrt zurück im Theater der Brennenden Buchstaben. Es ging natürlich um die Wahl und das Problem mit Menschen, die es als Protest ansehen, Nazis zu wählen.

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Thorsten Küper ist einer der 87%

Das Motto »Ich bin 87%« prangte überall im Theater und es bezog sich auf den Anteil jener, die nicht Ultrarechts wählten.

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Auch alles 87%

Der Kueperpunk baute in seinen Text auch einen Blogbeitrag seiner holden Gattin ein und insgesamt stand der Abend nicht im Zeichen hoher Gagdichte, sondern einer pointierten und bitterbösen Abrechnung mit menschlicher Dummheit.

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Buk Tom Bloch spazierte mit einem Plakat herum und wies einige Male auf gegen ihn gerichtete Diskriminierung hin.

Sehr froh war ich auch, den Avatar von Bernhard Giersche zu sehen. Bernhard kämpft derzeit gegen Karl, wie er seinen Krebs nennt, und schreibt gegen ihn gerade mit aller Macht an. Am 05. November will er das fertige Buch in Second Live präsentieren – Monate nach dem ihm prognostizierten Ende. Ich werde im Publikum sitzen! Es war schön, dass er noch ein paar Worte nach Küpers Auftritt sprach. Meine Daumen bleiben gedrückt für ihn.

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Berhard Giersche im Gespräch mit dem Kueperpunk

Wer noch mehr bösen Rant zur Lage der Nation lesen möchte, dem empfehle ich die kleine Beitragsreihe Wo ich lebe von Uschi Zietsch auf ihrem Blog. Gerade heute, da sich PolitikerInnen wieder dafür auf die Schulter klopfen, irgendwann einen Vertrag unterschrieben zu haben, tut es Not darauf hinzuweisen, dass man in der BRD eine ganze Reihe von Dingen gar nicht wertschätzt. Etwa Sozialleistungen oder Kreativität. Es gibt heute nichts zu feiern.

Euch allen einen schönen freien Tag!

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