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Grüße aus der Gruft der Zukunft

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In den Neunzigern versuchte ich mit Hilfe der Amerika Gedenkbibliothek meinen Rückstand an westlicher Science-Fiction aufzuholen. Später dann kaufte ich jene Werke, die auf Listen der wichtigsten SF-Werke auftauchten und noch heute stehen davon etliche ungelesen im Regal. Die Menge ist einfach riesig, es erscheinen ständig neue Bücher und ich will ja nicht nur Science-Fiction lesen.

Aber ich bekam zumindest einen gewissen Überblick, konnte Namen zuordnen und wusste um prägende Titel.

Als ich nun Die Weltenschöpfer Band 1 von Charles Platt direkt vom Verleger Hardy Kettlitz erwarb, stöberte ich bereits auf der Heimfahrt in den ersten beiden der kommentierten Gespräche. Von Isaac Asimov habe ich einiges gelesen, Thomas M. Disch sagte mir nur vom Namen her etwas.

Aber die Art und Weise, wie Platt seine Interviews aus den 70ern begleitete und mit brandaktuellen Nachträgen versorgte, reizte mich. Platt selbst kannte ich überhaupt nicht und so stellte er sich mir als sehr streitbaren, zuweilen arrogant erscheinenden Autor vor, der zwar die bedeutendsten Personen der Szene traf, aber nicht als Fan mit ihnen sprach, sondern als Insider und meist auf Augenhöhe.

DIe Weltenschöpfer Band 1 von Charles Platt; Cover von S. Beneš

Die Portraits sind sehr launisch und geprägt von teilweise zynischen Beobachtungen zu den Wohnungen und Häusern der Besuchten. Was für mich besonders spannend war, da ich ja auch einige solcher Interviews in privatem Umfeld durchführte und mich selbst dabei eher als scheu und eingeschüchtert erlebte. Ein Unwohlsein, das zu einer immer größeren Schwelle im Lauf der Zeit wurde.

Platt erlebte das eher selten. Zwar sind seine Begegnungen, etwa mit Philip K. Dick, sehr strange, aber meist stellte er sie im Rückblick als professionelles Journallistenhandwerk dar, wenn nicht sogar gleich als Treff von Freunden.

Darunter dann auch zerbrechende Freundschaften wie die mit Harlan Ellison.

Von den 18 Autoren kannte ich nur sieben durch ihre Werke, vier Namen sagten mir sogar komplett gar nichts. Und spannend wurde es für mich meist dann, wenn mir die Autoren durch ihre Werke besonders sympathisch waren, wie Samuel R. Delany, Kurt Vonnegut Jr. und Philip José Farmer, aber natürlich bleiben die Zankereien und Seltsamkeiten länger im Gedächtnis haften.

Ich freue mich jetzt schon auf die beiden anderen Bände, darunter in Band 3 dann auch endlich als Autorin Joanna Russ.


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