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Gute Götter gibts gar nicht

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Göttinnen wohl auch nicht, sorry Aphrodite.
Aber das wusste ich seit meiner Begegnung mit Gustav Schwabs Sagen des klassischen Altertums sowieso schon. Was der Faszination für sie keinen Abbruch tat. Im Gegenteil, mit 17 las ich mich durch die klassischen Tragödien und noch heute hat Euripides einen großen Platz in meinem Herzen.

Vielleicht lag es daran, dass ich eine ziemlich schräge Rezensionsanfrage ernstlich erwog.

Fantasy, griechische Mythologie, Verse.

cover_arachneion

Arachneion – Pallashass von Bastian Brinkmann

 

550 Seiten Versdrama!  550!
Wer soll so etwas lesen?

Ich natürlich – man will ja nicht dem Stillstand anheim fallen. Und tatsächlich wurde ich nicht enttäuscht. Im Wesentlichen erzählt Arachneion – Pallashass die Geschichte der Arachne. Vielleicht bekannt aus Ovids Metarmorphosen – mir war die Geschichte nicht mehr gegenwärtig, außer dem Bezug zu Spinnen.

Wie so oft in griechischen Tragödien müssen Menschen die Intrigen der Götter ausbaden. Bastian Brinkmann baut einen spannenden und tatsächlich typischen Fantasy-Rahmen um den Arachne-Stoff. Es gibt eine Abenteurergruppe der man eine unmögliche Aufgabe stellt: Zeus wurde vergiftet, nun eilt und besorgt ein Gegenmittel, sonst geht die Welt unter!
So lapidar wird das im Buch natürlich nicht hingeworfen, sondern hübsch in Versen, aber es ist trotzdem eine klassische Heldenqueste.
Nebenbei legt man sich mit dem Tod, uralten Mächten und einer fiesen Hexe an. Garniert mit etwas Slapstick, Anzüglichkeiten und spitzer Zunge, liest sich das Buch recht munter und überraschend normal.

Man muss halt Theatertexte in Versen samt Regieanweisungen akzeptieren können und nicht als Bremse sehen. Dann macht es jede Menge Spaß.
Ob man damit einen Bestseller generieren kann, halte ich für unwahrscheinlich. Aber in wessen Brust ein Herz für schräge Werke eifrig pocht, kann bedenkenlos zugreifen.
Etwas ausführlicher in meiner Rezi: Arachneion – Pallashass von Bastian Brinkmann.

Und nun weiter, Mephisto!

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