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Irgendwas mit Mathe

Unverhofft kommt oft. Mein erstes Buch im neuen Jahr überfiel mich völlig überraschend. Gestern kam die Frage zu mir, ob ich nicht Der Algorithmus des Meeres von Frank Hebben für den KLP nominieren möchte.

Nun hatte ich mir das Buch gleich zum Erscheinen bei Frank bestellt und es auch schön signiert bekommen (mein Exemplar heißt übrigens Choé), aber auf eine Leseliste schaffte es das schöne Büchlein bisher nicht.

Der Algorithmus des Meeres von Frank Hebben, Cover von Thomas Franke

Der Algorithmus des Meeres von Frank Hebben, Cover von Thomas Franke

Da ich aber nix nominiere, dass ich nicht gelesen habe, nutzte ich meine Infekt-Ruhigstellung heute Morgen aus und schnurpselte das Bändchen weg.

Zum Glück muss ich nun nicht erklären, warum es nicht nominiert werden kann, denn es kann. Die Frage ist, in welcher Kategorie? Eigentlich ist es eher eine Kurzgeschichte …

Wenn man das Nachwort von Karla Schmidt gelesen hat, summt einem der Kopf vor lauter Interpretationen und Aufschlüsselungen, aber man kann ihnen folgen. Sie geht leider kaum auf die Sprache von Frank ein, die für mich viel bedeutender ist, als der metaphorische Schmackes. Denn eine Postapokalypse mit coolem Handlungstwist gibt es viele, aber nur wenige in solchen Sätzen zelebriert. Da freut sich der Dichter und knarzt mit der Zunge den trockenen Duktus mit, reibt sich am Sand der Strukturen und windet sich in der kunstvoll getröpfelten Wortauswahl.

Ja, ich finde das Buch famos und auch wenn es schwer ist, etwas zu dem zu schreiben ohne zu spoilern, oder Karlas Nachwort nachzuplappern, schrieb ich eine kleine Rezi: Der Algorithmus des Meeres von Frank Hebben

Und auch: Ja, es ist definitiv etwas für die abseitige Literatur von dandelion!

Apropos Karla Schmidt. Demnächst, also etwa im Mai, müsste ihr D9E-Roman eintrudeln. Gibt es noch Hoffnung für die Reihe?

Retrosticheleien

Der Berliner SF-Club Andymon ist zwar etwas verschwiegen, was die weite Welt anbelangt, aber seit dreißig Jahren sind seine Mitglieder eifrig am Thema geblieben und feiern das gerade mit einer phantastischen Woche.

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Eine phantastische Idylle

Bereits seit Montag gibt es jeden Abend eine Veranstaltung, hauptsächlich zu astronomischen Themen. Den Abschluss liefert heute Karlheinz Steinmüller, der nicht nur viel über die Zukunft zu sagen weiß, sondern mit seiner Frau Angela auch die Namensstiftenden SF-Roman Andymon schrieb – immer noch mein mit Abstand liebster SF-Roman.

Da geh ich aber nicht hin, eine ganz andere Geburtstagsfete fordert meine Anwesenheit, dafür aber konnte ich gestern die Vernissage von Thomas Franke besuchen.

Seit seinen phantastischen Covern für die Katzmarz-Bände, die bei p.machinery erschienen, ist der Grafiker Franke wieder zurück im Cover-Geschäft.

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Original und Buch zum Katzmarz-Gedächtnisband
Abschied von Bleiwenheim

Früher in der DDR und später bei Suhrkamp prägte er mit eigenem Stil und Geschmack die Optik mancher Buchreihen.

Seine aktuellen Collagen aus alten Zeitungsholzstichen sind pralle Geschichten, die an Jules Verne erinnern wie ihn Karel Zeman verfilmte, vermischt mit dem Bildhumor eines Terry Gilliam.

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Der Kulturring-Chef und Thomas Franke

In Treptow kann man nun nicht nur eine große Auswahl der Bilder sehen, sondern auch kaufen.

Außer mir waren jede Menge Andymonier anwesend und auch Frank Böhmert, der den avisierten Collagenroman schon fest in sein Buchbudget einplante. ad:keY-Sänger René konnte happy sein, er machte ein Cover für ein Album klar.

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René und Frank beim Aufdröseln der opulenten Collagen und ihrer wunderlichen Titelungetüme

Leider fehlte Hannes Riffel, der auf dem Golkonda-Treffen natürlich unabkömmlich war, er hätte sonst mit Thomas Franke über ein mögliches Projekt plaudern können. So aber stellte der hochsympathische Schauspieler im Hauptberuf eben uns seine Pläne für eine illustrierte Ausgabe des Stalker-Drehbuchs Die Wunschmaschine vor.

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Endlich wieder Punkte – Thomas Franke wiederbelebt seine alte Zeichentechnik

Noch bis 14. August sind die Bilder in den Räumen des Kulturringes Treptow in der Ernststraße 14 zu besichtigen. Nur wenige Schritte vom S-Bahnhof Baumschulenweg entfernt.

All die Bücher!

Seit ich vom Untergang der Bibliothek von Alexandria erfuhr, gehört es zu meinen wildesten Träumen, verschollene Bücher in geheimen Verstecken aufzustöbern.
Der feuchte Traum eines Büchernarren.

Natürlich hab ich keine Ahnung davon, derartige Funde zerstörungsfrei auszubuddeln oder im Falle von Papyri überhaupt festzustellen, ob es sich um eine unbekannte Komödie von Euripides oder eine Steuererklärung handelt.

Aber träumen kann man ja davon. Wenigstens aber könnten mir tausende elternlose Bücher aus dem 19. Jahrhundert in die Hände fallen. So eine kleine vertäfelte Bibliothek inklusive. Alles natürlich im Top-Zustand und legal. :yes:

Michael Siefener scheint ähnliche Träume zu haben. In seinem Roman Die magische Bibliothek geht es auch um einen Bücherhort, der nur darauf wartet von einem Nerd wie mich aufgestöbert zu werden.
Leider bekommt das Faible für phantastische Bücher nicht jedem gleichermaßen und ratzfatz wird aus einem bisschen Eskapismus eine Achterbahnfahrt in den Wahnsinn.

Cover von Thomas Franke zu  Die magische Bibliothek von Michael SiefenerCover von Thomas Franke zu Die magische Bibliothek von Michael Siefener

Diese Hommage an den Schauerroman liest sich ganz vergnüglich, meine Rezi gibts hier: Die magische Bibliothek von Michael Siefener

Ich hatte mir den Roman von Boris Koch zur Rezension schicken lassen, weil ich die Cover-Arbeiten von Thomas Franke so mag. Vielleicht sieht man sich das mal über, aber eine sehr schöne Abwechslung im sonstigen Coverbrei sind sie auf jeden Fall.

Und wenn irgendwer mal meine Bibliothek durch Zufall ausgräbt, wird es vielleicht dieses seltene Buch sein, das die Finderin in Entzücken versetzt.

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