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Die magnetische Johanna

Thea Dorn ist eine ganz famose Frau. Jedenfalls soweit ich das nach ihrem Auftritt auf der Leipziger Buchmesse beurteilen kann.

 

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Thea Dorn stellt ihren Roman auf der Leipziger Buchmesse 2016 vor

Darum war ich auch sehr gespannt auf ihren Roman Die Unglückseligen.

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Die Unglückseligen von Thea Dorn, Cover: James C. Christensen

Molekularbiologin erforscht die Fähigkeit von Zebrafischen, ganze Körperteile nachwachsen zu lassen. Um auch mit menschlichem Erbgut experimentieren zu können, fährt sie in die USA, die da etwas laxer mit den Gesetzen sind. Dort begegnet ihr ein Unsterblicher Ritter, nämlich der eigentlich vor 240 Jahren verstorbene Physiker Johann Wilhelm Ritter, Zeitgenosse Brentanos und Goethes.

Und um Goethes Faust ging es Thea Dorn auch in ihrem Roman. Also um den Fausstoff.

Für meine Rezi hab ich mir extra den Faust I nochmal vorgenommen, im Gegensatz zur Autorin kenne ich das nun nicht so gut. Tatsächlich findet sich im Roman jede Menge Faustzeug. Das hat Thea Dorn mit sehr viel Spaß und den unterschiedlichsten Mitteln in ihre Handlung eingepasst. Am auffälligsten sind wohl zwei Seiten mit Comic-Sprechblasen.

 

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Thea Dorn signiert mein Exemplar

Ich hatte ja auf Science-Fiction gehofft, aber das Buch ist eher das Gegenteil. Sehr esoterisch, sehr vergangenheitsbezogen. Johann Wilhelm Ritter lebt mehr im Gestern und hat 200 Jahre scheinbar verschlafen. Johanna gerät irgendwie in seinen Bann und aus der außergewöhnlichen Wissenschaftlerin wird eine Alchimistin.

Hat mich jetzt nicht ganz so überzeugt.

Bitte recht freundlich und Danke für den Fisch!

Mit dem Brexit hab ich nicht gerechnet, sondern bin vielmehr von einem knappen Verbleib der Briten in der EU ausgegangen.

Tragischerweise beruht das Referendum auf einem parteipolitischen Spiel. Erst pokert Cameron zu hoch, dann hat er nicht mal einen Plan, wie man denn nun den Brexit durchführt. Wenn man Fragen stellt, sollte man mit der Antwort auch umgehen können. Ab mit ihm in den Orkus der Geschichte.

Ich liebe Großbritannien und hoffe sehr, dass man es sich mit dem Brexit nochmal überlegt. Die EU sollte sich endlich reformieren und nicht auf einen schnellen Austrittsantrag pochen. Vielmehr sollte man das britische Zögern nun nutzen, um die Bevölkerung umzustimmen.

Aber wo sind die enthusiastischen EuropapolitikerInnen, deren Herzblut für die Union schlägt und die uns mitreißen können?

In solch dramatischen Zeiten, zwischen Fußball und Trauer um das stolze Empire, ist es gar nicht so schlecht, zwischendurch mal etwas zu lesen, wo die Menschen sich gern haben, ohne Ressentiments aufeinander zu gehen und sich einfach so vertrauen.

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Black Ice von Frank Lauenroth, Cover: Susan Gerardi

Exakt das bietet das Weltraumabenteuer Black Ice von Frank Lauenroth. Entspannende Wohlfühl-SF, lockere Unterhaltung für zwischendurch. Tut nicht weh, piekt nicht und hinterher ist die Welt auch nicht schlechter als vorher, aber ein kleines Stückchen weitergerollt auf den rasenden Trip durch unser expandierendes Universum.

Fast spürt man die Geschwindigkeit unter den Füßen: Black Ice von Frank Lauenroth

Und schon bin ich wieder in tieferen Gewässern und vergnüge mich mit Thea Dorns Die Unglückseligen. Bisher zumindest doch deutlich anschmiegsamer als erwartet. Sehr sympathische Schreibe. Die richtige Lektüre für warme Sommerabende auf der Terrasse. Zumindest an den Spielfreien Tagen.

Wir Unverbesserlichen

Ganz bewusst habe ich mir Karen Duves Macht als ersten der drei Science-Fiction Romane vorgenommen, die mir in den Frühjahrsprogrammen von deutschen Autorinnen unter die Augen kamen. Es fehlen jetzt noch Die Unglückseligen von Thea Dorn und Anja Kümmels V oder die Vierte Wand.

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Karen Duve auf der Leipziger Buchmesse 2016

Durch die Lesung auf der Leipziger Buchmesse wusste ich in etwa, was mich erwartete. Dementsprechend ging ich mit Furcht an die Lektüre. Ich bin kein Grimdark-Fan und mag sexuelle Gewalt in Büchern überhaupt nicht.

Das ließ sich hier nun nicht vermeiden. Verschlimmert wurde das Ganze noch dadurch, dass Karen Duve ihren Protagonisten aus der Ich-Perspektive erzählen lässt und man so die geballte Ideologie eines so kranken Typen mit roher Gewalt ins Gehirn geprügelt bekommt.

Streckenweise war es unerträglich, seine Rechtfertigungen und Selbstbeweihräucherungen wahrnehmen zu müssen.

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Macht von Karen Duve, Cover: Manja Hellpap und Lisa Neuhalfen

Aber Karen Duve saugt sich das ja nicht aus den Fingern, derartige Typen gibt und gab es. Darüber zu schreiben ist also relevant und Karen Duve hat das auch mit der nötigen Schärfe und schmerzhafter Treffsicherheit getan.

Klar, ein so massiver Angriff auf Männer im Allgemeinen zieht ganz schön runter. Man zählt sich selbst ja zu den Guten.

Mit der persönlichen Perspektive geht Duve auch ganz andere Wege als Joanna Russ, deren Themen ähnlich waren, soweit ich das nach den zwei gelesenen Werken sagen kann. Doch bei Russ ist die Sicht immer weiblich. Frauenfiguren bestimmen Handlung und Reflexionen.

Ich glaube, man wird bei Russ wesentlich mehr für Machosprüche und deren gesellschaftliche Verankerung sensibilisiert als bei Duve, da man sich nicht automatisch in der Rechtfertigungsposition befindet. Es ist bei Russ nichts persönliches.

Duves Roman ist neben dem übergroßen Plot um die gefangene Ehefrau auch eine lesenswerte Dystopie. Es steckt viel Nachdenken über mögliche Weiterentwicklungen im Text und auch, wenn sie sich mancher Ideen eher oberflächlich bedient oder etwas langweilig inszeniert, ist ihre nahe Zukunft durchaus denkbar, trotz aller Überspitzungen.

Auch wenn ich Duves Stil als sehr konventionell empfand. Etwas deutsche Biederkeit blitzte mehrmals durch. Vielleicht aber auch nur, weil es zur Hauptfigur passte.

Einige weitere Eindrücke finden sich in meiner Rezi: Macht von Karen Duve

Nun schieb ich erstmal etwas fröhlicheres dazwischen.

Liebevolle Orkväter, coole Autorinnen und wunde Füße

Die Leipziger Buchmesse schloss gestern ihre Pforten und bis gestern spät in die Nacht schrieb ich meinen Bericht von unserem Besuch in Leipzig am Samstag.

Daher hier nur ganz kurz.

Ich hatte mir schon recht früh einen Plan zusammengestellt, dank der Hinweise von Ralf Bodemann, bemühte ich mich darum, Thea Dorn und Karen Duve zu sehen, da beide diesen Frühling mit SF am Start waren.

Für mich Neuentdeckungen. Ganz besonders Thea Dorn hat mich überrascht.

Thea Dorn

Thea Dorn

Eine sehr eloquente Autorin, die mir ihr Buch durch ihr Auftreten sehr ans Herz legen konnte.

Unbedingt erwähnen muss ich natürlich auch Rudolf Eizenhöfer vom ganz jungen Verlag Schwarze Ritter.

Rudolf Eizenhöfer

Rudolf Eizenhöfer

Sein Kinderbuch Mein Papa ist ein Ork ist nicht nur herzallerliebst, so ein Buch hat einfach gefehlt. Er und Verleger Hagen Tronje Grützmacher waren so enthusiastisch und mitreißend, dass wir gar nicht anders konnten, als ihnen etwas abzukaufen.

Zumal wir als Widmung extra einen Zwerg ins Buch bekamen.

Insgesamt war es ein sehr teurer Besuch, zumal der Nachwuchs auch zwei Bücher kaufte, die wir schon hatten, aber dennoch bin ich hocherfreut über unseren Bücherschatz.

Unser Schatz

Unser Schatz

Auf dem Foto hab ich, weils dazu passte, noch die beiden Bücher vom Donnerstag gepackt, denn sowohl Peter V. Brett, als auch Karen Duve haben wir uns auf der Messe angeschaut.

Die CosplayerInnen waren auch dieses Jahr toll, mein persönliches Highlight soll auch hier nicht fehlen:

Rey und ihre Männer

Rey und ihre Männer

Hoffentlich gibts beim nächsten Mal mehr Sitzmöglichkeiten, aber wie gedenken wieder zu kommen. Und vielleicht hab ich bis dahin auch einige der Bücher gelesen …

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