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Der Relevanztanz

Kurz vor Jahresende habe ich zwar nicht alle Rezensionen abgearbeitet, aber zumindest die letzten beiden Lesezirkelbücher besprochen.

Bereits im November befasste man sich drüben im SFN mit einem der drei diesjährigen Bücher von Dietmar Dath: »Neptunation oder Naturgesetze, Alter!«.

Neptunation oder Naturgesetze, Alter! von Dietmar Dath

Das Buch kam nicht gut weg. Vor allem lag es an der Unausgewogenheit von Story und wissenschaftlichen Diskussionen. Vermutlich hat sich das Lektorat nicht getraut, rigoros einzudampfen oder aber Dath war dieser Part besonders wichtig. Ich habe fast einen Monat benötigt, das Buch zu lesen. Dabei ist es spannend und die wissenschaftlichen Themen interessieren mich auch, soweit ich sie verstehe, aber sie es gibt davon einfach zu viele im Buch und was mich noch mehr ärgerte: Die fein ziselierten Dathschen Figuren referieren alle mit der selben Stimme. Frank Böhmert nannte das den Dath-Fluss und das trifft es sehr genau.

Ich denke, Dath will zu viel. Auf der Rückseite wird ein Zeit-Autor damit zitiert, dass Dath der einzig relevante deutschsprachige SF-Schriftsteller sei. Was für ein Unfug. Was für ein ärgerlicher Unfug. Vielleicht beschränkte sich der Journalist mit Absicht auf Schriftsteller, denn ich habe dieses Jahr eine Menge hochwertiger SF von deutschsprachigen Autorinnen gelesen und selbst unter den Autoren hat Dath ein paar Kandidaten auf Augenhöhe. Mir ist sowieso unklar, was das für eine Relevanz sein soll. Im Feuilleton erwähnenswert zu sein? Mal wieder den KLP zu bekommen?

Dieser Lars Weisbrod sollte den Goldenen Wald mal verlassen und die echte Welt betreten.

In meiner Rezi gehe ich auf den Inhalt des Romanes ein: »Neptunation oder Naturgesetze, Alter!« von Dietmar Dath

Im Dezember gab es einen Klassiker-Lesezirkel und man las mal wieder etwas von Philip K. Dick. »Der galaktische Topfheiler« stand zwar in meinem Regal schon als Bestandteil der Heyne-Regenbogengesamtausgabe, aber eine nigelnagelneue Übersetzung bei Fischer verlockte zum Zweitbuch.

»Der galaktische Topfheiler« von Philip K. Dick, Cover: Rosemarie Kreuzer und Thomas Degen

Der Roman ist abgefahren, befasst sich mit dem Faustthema und ist zudem herzerfrischend kurz und knackig. Da kann sich Dietmar Dath gern zehn Romane von abschneiden. Jetzt weiß ich endlich auch, wie die Kurzgeschichtenreihe von Michael Schmidt über die Galactic Pot Healer Bar zu ihrem Schauplatz kam. Inspiration geht manchmal herrliche Wege.

Auch hier wieder mehr in meiner Rezi: »Der galaktische Topfheiler« von Philip K. Dick

Das war’s dann erst einmal hier im Blog für dieses Jahr. Bald kommt der Jahresrückblick und der versprochene Beitrag zu den SF-Werken von Autorinnen.

Allen einen schönen Start in die Zwanziger!

In der Enge meines Körpers

Meine kleine Lese-Challenge durch die Werke deutschsprachiger SF-Autorinnen brachte mich dazu, auf diversen Kanälen zu lauschen, um ja keine spannende Veröffentlichung zu verpassen. So erfuhr ich von »Shape Me« auch zuerst über Twitter. Die Autorin Melanie Vogltanz ist dort mit teilweise sehr witzigen Zwitschereien unterwegs.

Melanie Vogltanz und Swantje Niemann auf dem BuCon 2019

Zwar erschien das eBook schon zum BuCon, die Taschenbuchausgabe konnte ich mir aber erst auf der Buch Berlin kaufen, direkt aus den Händen der Verlegerin Ingrid Pointecker, die ich nun auch schon seit etlichen Jahren auf Messen und Cons treffe. Ihr ohneohren Verlag ist mir aus guten Gründen seit jeher sehr sympathisch.

Ingrid Pointecker und Laura Dümpelfeld auf der Buch Berlin 2019

»Shape Me« bietet eine oft sehr harte Story um eine Zukunft, in der Normgrößen und Kalorienkonten das Leben bestimmen. Die Firma »Shape Me« macht sich das zunutze und bietet mittels Körpertauschtechnik die Möglichkeit an, dicke Körper durch disziplinierte TrainerInnen wieder fit zu machen, während man selbst derweil im schlanken Körper der »Shape Me«-Angestellten herumläuft.

»Shape Me« von Melanie Vogltanz; Cover: Larissa Kulik und das Maßbandlesezeichen

Welche Schattenseiten das System hat, ist Thema des Romans. Es gibt eine ganze Menge sehr übler Szenen die Hunger und das Leben mit einer tödlichen Krankheit ziemlich intensiv miterleben lassen.

Melanie hat für den Roman nicht nur zu MS recherchiert, sie hat auch versucht, mit 700 Kalorien am Tag auszukommen.

Aber nicht nur die Themen sind stark, auch die Einbettung in einen spannenden Stoff um drei Frauen, die aus unterschiedlichen Richtung in die Probleme geworfen werden. Toll geschrieben, durch diverse Textarten sehr abwechslungsreich angelegt und vor allem ohne Schnickschnack erzählt – »Shape Me« gehört für mich zu den ganz großen SF-Romanen des Jahres und definitiv auf die KLP-Nominierungsliste.

Ich werde meine Lese-Challenge Anfang nächsten Jahres auswerten, aber eins ist gewiss: Es erscheinen ’ne Menge SF-Werke von Autorinnen, greift zu, werdet überrascht, gefesselt und vielleicht auch mal enttäuscht, aber lasst euch nicht erzählen, sie wären wenige oder gar unsichtbar!

Etwas mehr zum Inhalt wieder drüben im Fantasyguide: »Shape Me« von Melanie Vogltanz

Killer-Lamas küsst man nicht

Erfreulicherweise stoße ich in diesem Jahr auf eine ganze Menge SF-Romane von Autorinnen. Das liegt zum Teil auch daran, dass ich meine Fühler entsprechend in diverse Blasen ausgestreckt habe, Twitter etwa. Informationen über Neuerscheinungen ploppen dort doch deutlich nachhaltiger auf, als in den Literaturforen, in denen ich mich herumtreibe. Das ist vielleicht auch so ein Generationending.

Altgestandene ForistInnen fragen sich öfter mal, warum Verlage und Schreibende ihre SF-Werke nicht dort bewerben, wo sie sich als ein gewisser Teil der potentiellen Leserschaft herumtreiben, aber so ist das mit Blasen, sie überlappen selten.

Auch »Feuerschwingen« von Sabrina Železný fand seinen Weg in meinen Fokus nicht über ein SF-Forum und zunächst hatte ich auch gar nicht vor, das Buch zu lesen, aber im Zuge der Aufmerksamkeitsdiskussion, die Theresa Hannig anstieß, erinnerte ich mich an das Buch. Nicht zuletzt die Lesung in der Kulturbremse führte dann dazu, dass es auf meine ToRead-Liste landete und nun auch tatsächlich verschnabuliert wurde.

»Feuerschwingen« von Sabrina Železný; Cover: Tithi Luadthong

Ohne zu spoilern lässt sich das Wesentliche des Romans kaum ausreichend beschreiben. Im Zentrum stehen zwei Männer, die verfeindeten Erdvölkern entstammen. Inka und Spanier verließen einst die Erde und sind heute raumfahrende Nationen mit ganz unterschiedlichen Kulturen. Für die beiden entwickelt sich die Suche nach dem legendären Qori Qori, oder Eldorado, zu einem ganz besonderen Abenteuer. Alles darüber hinaus würde schon zu viel verraten, aber um Verrat geht’s unter anderem auch.

Sabrina und ihr Killer-Lama auf dem BuCon 2019

Was zunächst als SF-Abenteuer mit Inka-Kolorit begann, veränderte bald sein Wesen zu etwas, dass ich normalerweise nicht lese. Das kam auch nach der Lesung gänzlich unerwartet, störte aber nicht. Sabrina Železnýs Roman steht eher für die modernisierte Space-Opera, man merkt ihm den Spaß an, den die Autorin mit ihren Figuren und dem Setting hatte. Ich hab’s gern gelesen und ein klein wenig mehr findet sich drüben in meiner Rezi für den Fantasyguide: Feuerschwingen von Sabrina Železný

Grenzenloses Grauen und eine Handvoll Enden

Als vor tausend Jahren Jürgen Schütz im SFN stolz verkündete, er würde in seinem kleinen Septime Verlag die weltweit erste Gesamtausgabe der Werke von Alice B. Sheldon herausgeben, besser bekannt unter ihrem lange unaufgdecktem männlichen Pseudonym James Tiptree Jr., war ich sofort Feuer und Flamme für das Projekt. Damals hatte ich noch nichts von ihr gelesen. Auch wenn ich heute weder alle Bände besitze, noch gelesen habe, bin ich immer noch genauso begeistert von dieser schmucken Reihe.

Helligkeit fällt vom Himmel von James Tiptree Jr.; Cover: Jürgen Schütz

Als der letzte Band »Helligkeit fällt von Himmel« für den Oktober-Klassikerlesezirkel im SFN gewählt wurde, fiel mir die Entscheidung nicht schwer, mitzumachen. Mein erster Roman von ihr, Band 10 der Gesamtausgabe. Das Werk erschien 1985, zwei Jahre vor ihrem Tod, der gerade erst wieder für einiges Aufsehen sorgte.

Immerhin erschoss sie sich 1987 nicht nur selbst, sondern im Rahmen eines Selbstmordpaktes auch ihren Ehemann. Da dieser Doppelselbstmord wohl nicht eindeutig belegt ist, wurde dieses Jahr der nach Tiptree benannte SF-Preis in »Otherwise Award« umbenannt, da Alice einen kranken Menschen getötet hatte – für kritische Stimmen ein Fall von Euthansie. Eine streitbare Entscheidung. Ich habe vor ein paar Jahren die Biographie »James Tiptree Jr. Das Doppelleben der Alice B. Sheldon« von Julie Phillips gelesen und neige daher zur Selbstmordtheorie. Durch die Lektüre dieser Biographie konnte ich auch einige Aspekte aus »Helligkeit fällt von Himmel« in das Leben der Autorin einordnen, ob das nun aber stimmt, ist natürlich nicht sicher, sondern reine Spekulation.

Frank Böhmert, Jürgen Schütz, Elvira Bittner und Julie Phillips auf der LBM 2015

Sheldon ist eine begnadete Schreiberin von Erzählungen gewesen, ihr Roman kann da nicht mithalten. Im Lesezirkel häuften sich schnell kritische Stimmen. Von langweilig bis Kitsch reichten bald die Meinungen und auch ich hatte es zunehmend schwerer, das Buch freundlich zu betrachten. Die Autorin steckte für mich einfach zu viel hinein. Zu viele Vorahnungen, zu viele Grausamkeiten, zu viele Rettungen, zu viele hochdramatische Beziehungsmomente und eben auch zu viele Enden. Kein in sich stimmiger und funktionierender Roman, trotz einiger sehr guter Inhalte und Figuren.

Trotzdem kommt das Buch jetzt ins Regal, denn die Gesamtausgabe bleibt ein Prachtstück.

In meiner Rezi gehe ich etwas mehr auf den Inhalt ein: Helligkeit fällt vom Himmel von James Tiptree Jr.

Ewig nervt auch ewig

Als alter Freund der Phantastik stelle ich mich seit Äonen dem Problem: Wie kommen die tollen phantastischen Werke in meinen wabernden Dunstkreis? Ein Musterbeispiel literarischer Kriegsführung gelang der SF-Debütantin Caroline Hofstätter. Okay, sie kommt auch aus der Werbung. Aber sie schaffte es nicht nur, sich in einem der beiden SF-Foren anzumelden, nein, ihr gelang es auch so über ihr Buch »Das Ewigkeitsprojekt« zu reden, dass ich gar nicht umhinkam, es kaufen und lesen zu wollen.

Das Ewigkeitsprojekt von Caroline Hofstätter; Cover: Timo Kümmel

Auf dem BuCon habe ich es dann am Stand des Atlantis Verlages brav erworben und mir auch signieren lassen. Real ist die Autorin übrigens genauso nett und stolz auf ihr Werk, wie virtuell.

Caroline signiert mein Exemplar

Womit wir schon beim Thema des Buches sind. Eine Medizinforscherin stellt eines Montagmorgens fest, dass nicht nur ihr Mann, sondern gleich alle Menschen aus ihrem Ort verschwunden sind, dafür bekommt sie per Mail Forschungsaufträge für ein Labor, dass sie via Laptop fernbedient. Die Seltsamkeiten häufen sich …

Der Roman ist kurz und knackig, 167 Seiten nur, schafft es aber dennoch, eine ganze Menge interessanter Ideen anzupacken, von denen der digitale Mensch wohl das wohl wichtigste Thema des Romans ist. Es ist schwer, über Inhalte des Buchs zu schreiben ohne zu spoilern, in meiner Rezi gehe ich da etwas tiefer, nur so viel: »Das Ewigkeitsprojekt« liefert keine einfachen Antworten auf existentielle Fragen.

Mir hat dieser SF-Roman wegen seiner direkten Perspektive sehr gefallen, auch wenn mir die Protagonistin an einigen Stellen zu langsam hinter die Dinge blickte. Doch so sind Figuren manchmal.

Es bleibt weiterhin ein spannendes SF-Jahr, in dem für mich die Werke von Autorinnen deutlich dominieren.

Als ich im Punk versank

Phantastik-Anthologien sind schlimmer als Elfen. Sie werden immer mehr, man wird sie nicht los, sie subben vor sich und sehen mich mit ihren großen bunten Covern vorwurfsvoll an.

Aber manchmal werde ich doch schwach und lass mich hinreißen. So konnte ich der schönen Dame »Xeno-Punk« nicht widerstehen, denn es klang einfach zu verlockend: Aliens und Punk, warum nicht?

»Xeno-Punk« herausgegeben von Sven Klöpping und Galax Acheronian; Cover: Galax Acheronian

Das ganze ist im Selbstverlag erschienen, wohl weil einer der Herausgeber Probleme mit dem bisherigen Verleger bekam, was mich bei den Beteiligten nicht wirklich verwundert hat. Aber es geht ja um Science-Fiction und nicht um Klatsch.

Ich war nie Punker, höre aber gerne Punk in diversen Ausrichtungen, er liegt mir deutlich näher als etwa Rap oder R&B. Von daher ist Punk für mich in erster Linie Musik. Erst danach zu etwa gleichen Teilen Rebellion und schräges Outfit – quasi steht Punk für den typischen Nachwuchs. Kleiner Scherz.

Die Autorinnen und Autoren von Xeno-Punk mixten diese Bestandteile kräftig mit Aliens und einige von ihnen wurden ganz philosophisch, indem sie der uralten Frage nachspürten, »Was ist Punk?«. Darauf wollen irgendwie immer alle eine Antwort, wie ich von Karl Nagel lernte, der die Nähe des Punks zu Aliens ja auch beschnupperte.

Wie in den meisten Anthologien gibt es auch in »Xeno-Punk« gute wie schlechte Texte. Leider keine herausragende SF-Story, dafür aber eine Menge wirklich abgefahrener Texte, die deutlich zeigen, wieviel Spaß es bereitete, den Punk ins Weltall zu tragen. Es könnte schlimmere Mission geben. Ich war gern dabei und kann nun endlich wieder ein Buch auf den Stapel einzusortierender Bücher legen, der mich mit seinen großen bunten Covern vorwurfsvoll anstarrt. Nun ja.

In meiner Rezension gibt’s konkrete Eindrücke zu den einzelnen Storys: »Xeno-Punk« herausgegeben von Sven Klöpping und Galax Acheronian

Verwahrt uns in Träumen

Wer die Liste der SF-Neuerscheinungen beobachtet, kann schnell das Gefühl bekommen, gerade läuft es wieder einmal so richtig gut für deutschsprachige Science-Fiction. Da ich ja seit einigen Jahren mein Leseverhalten daraufhin analysiere, warum so wenig Werke von Frauen dabei sind, verfolge ich ganz bewusst das Auftauchen von Autorinnen unter den Neuerscheinungen. Und gefühlt gibt es derzeit davon mehr, als ich lesen kann. Als alter Buchsammler bedeutet das aber eigentlich eher: mehr als ich mir merken und gleich kaufen kann.

Darum etwa versuche ich bei Lesungen immer ein Exemplar zu erwerben, klar, auch wegen der Signatur, aber selbst wenn mich der Stoff momentan nicht interessiert, hab ich das Buch schon mal da. Man weiß ja nie.

Dass ich »Die Unvollkommenen« von Theresa Hannig lesen würde, stand allerdings schon früh fest. Seit ihrem Debüt »Die Optimierer« ist sie in der Szene präsent. Sie gewann 2018 damit den Debüt-Seraph und ich konnte sie auf der LBM erstmals sehen, ohne ihre Lesung dort verfolgen zu können – mein Programm auf der LBM ist stets übervoll.

Die Unvollkommenen von Theresa Hannig

Ende August besuchte ich dann den SF-Autorinnen Abend in der Kulturbremse und erlebte Theresa dort dann endlich live, erwarb »Die Unvollkommenen« und legte sie zu Hause brav auf den Sonder-SUB. Das ist der Stapel mit Büchern aus Lesungen, die ich unbedingt noch lesen will.

Thersa während der Lesung

Beim Otherland hab ich jetzt auch »Feuerschwingen« von Sabrina Železný bestellt. Geht ja nicht, dass ich das jetzt auslasse. Mal sehen, wann das kommt, Wolfgang musste das irgendwie über den Verlag ohneOhren ordern.

»Die Unvollkommenen« wanderten jetzt in meine Hand, weil ich schon wieder eine Pause von meinen beiden Rezi-Exemplaren benötigte. Tja, was soll ich sagen: Ich las das Buch an einem Tag durch. Dieser schlecht heilende Bauchnabel bringt auch ein/zwei positive Dinge mit sich. An erster Stelle: Lesezeit.

Als direkte Fortsetzung der »Optimierer« setzt »Die Unvollkommenen« an nach der Verurteilung Lilas wegen Hochverrats und schildert zunächst den Strafvollzug in der dystopischen Roboter-Diktatur Bundesrepublik Europa. Das weitet sich dann zu einem fiesen Überlebenskampf, als sie den Auftrag erhält, die leibliche Mutter des Herrschers dazu zu überreden, mit ihm zu sprechen.

Lila steckt plötzlich mitten in einem gesellschaftlichen Umbruch.

Theresas Dystopie glänzt vor allem in der leichtfüßigen Integration philosophischer Probleme. So geht es um Rechte und Lebensweisen intelligenter Roboter, um die Funktion des Menschen in einer Welt mit solchen Robotern, um die Beziehung zu auf Chips übertragenen Bewusstseine und um die Bedeutung von technischen Erweiterungen des Menschen.

Ich fand das spannend erzählt und vor allem mit der genau richtigen Mischung aus Gesellschaftskritik und Denkanregungen.

Solche Romane beweisen mir, dass die deutschsprachige SF durchaus jene moderne, politische und vorwärts denkende Literatur gebären kann, die für eine kulturelle Überwindung von Antisemitismus, Diskriminierung, Faschismus und Klimakrisenleugnung so dringend gebraucht wird. Wir müssen die Nazis aus den Köpfen herausbekommen.

Mehr zum Inhalt schrieb ich drüben im Fantasyguide: Die Unvollkommenen von Theresa Hannig

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