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Travel blue and blind

Manche Dinge sind schon ziemlich seltsam. Etwa, dass ich mich in literarische Figuren verliebe. Die erste dürfte Constance gewesen sein – ich war damals eine Weile sehr erfolgreich als Musketier unterwegs. Später (unterbrochen von einer heftigen Schwärmerei für Aphrodite) eroberte mich Gamma aus Andymon. Die Reihe meiner Unverflossenen ist mit der Zeit länger geworden. Oh, süße Emma Bovary!

Noch ganz frisch ist meine Verzückung über einen blauen Wuschelkopf, den sich Guido Krain ausdachte. In seiner Space Opera O.R.I.O.N. spielt die geniale Hackerin und Bastlerin eine recht energische Rolle. Sie »adoptierte« einen zweihundert Jahre alten Soldaten, dessen technische Optimierungen ihn eigentlich zu einer tödlichen Kampfmaschine machen und der extreme Schwierigkeiten mit dummen Vorgesetzten hat. Zwischen den beiden läuft natürlich etwas, aber wie das bei solchen Konstellationen eben so ist, müssen sich beide darüber erst klar werden.

Und auch wenn Pali also vergeben ist, ist sie jetzt mein Mädchen und der Herr Krain täte besser daran, ihr nicht weh zu tun!

Nicht wundern, der flapsige Ton passt zur Reihe und ich habe gerade mit viel Vergnügen den fünften Band gelesen: Schwarzauges Schergen von Guido Krain

schwarzaugesschergen

Schwarzauges Schergen von Guido Krain, Cover von Shikomo

Aber ich will noch über ein anderes Mädchen schreiben: Suzanne.

Ich habe Leonhard Cohen erst sehr spät für mich entdeckt und das über Suzanne. Manchmal muss man eben zuhören und danach wollte ich auch mit ihr gehen, blind, am Ufer des Flusses.

Es gibt eine Dokumentation des NDR über eine Konzertreise Cohens mit dem Titel »Bird on the wire«, in der man seine Verletzlichkeit erahnen kann. Aber auch die sehr auf sich selbst bezogene Künstlerpersönlichkeit. Sie enthält eine Szene, in der trifft Cohen in Israel auf hochinteressierte ZuhörerInnen, darunter Esther Ofarim. Man spürt förmlich die Inspiration, die hier aus der Musik, aber vor allem aus Cohens Ausstrahlung leuchtet.

Mein Vater war ein großer Verehrer von Esther Ofarim und auf seiner Beerdigung spielten wir ihre Version von »Bird on the wire«.

Bye, Mr. Cohen!

Nicht ohne meine Armbrust

Es ist die Woche der Space Opera. Neben diverser Abstecher in die Neunte Expansion begab ich mich auch in die Weiten von O.R.I.O.N.

Diese Reihe geht auf Guido Krain zurück und bei mir trudelte nun Band 4 ins Haus.

Sterbende Sonne von Norma Feye, Cover von Shikomo

Sterbende Sonne von Norma Feye, Cover von Shikomo

Sterbende Sonne stammt von Norma Feye, die auch schon im Auftaktband eine Novelle beisteuerte.

Die dort eingeführten Figuren, ein alter Haudegen und eine extreme Assassine, bilden auch diesmal wieder das Zentrum, allerdings wagt sich Norma auch in den Dschungel der restlichen Figuren.

Immer noch hab ich Schwierigkeiten, Codie und Jodie auseinander zu halten, aber ich bin ja auch nur ein einfacher Leser.

Sterbende Sonne ist ein klassischer Planetenroman. Mysteriöser Fund, kritische Mission, üble Probleme. Alles gut und schnörkellos erzählt, nicht so komödiantisch wie die Bände von Guido, aber doch auch mit einigen skurrilen Szenen.

Mehr in meiner Rezi: Sterbende Sonne von Norma Feye

Also tatsächlich eine gute Runde Entspannung und eine gute Ergänzung meiner Space Opera Woche.

Die wird noch mit dem dritten D9E-Band von Niklas Peinecke ergänzt, den ich gestern eine Stunde vor der Lesung im Otherland begann. Aber davon berichte ich gesondert.

Niklas, ein Zombie, Karla und D9E im Otherland

Niklas, ein Zombie, Karla und D9E im Otherland

 

Feuchter Männertraum

Stell dir vor, du bist ein technisch aufgemotzter Supersoldat, ständig von miesen Vorgesetzten malträtiert, eingesetzt als tödliche Killermaschine und regelmäßig piselt man dir dafür ans Bein.
Aber plötzlich landest du in einem fernen Universum, eine heiße Alienbraut macht dich zu ihrem Kämpfer und für jeden gewonnen Kampf bekommst du die Anerkennung eines ganzen Imperiums und willige Mädchen.

So in etwa geht es Lorn Chambers im dritten Band der O.R.I.O.N. Space Opera. Guido Krain lässt seine Hauptfigur absichtlich aus der Ich-Perspektive erzählen. Lorn denkt ständig an Sex, zieht jede Frau mit den Augen aus, egal, ob Alien oder Vorgesetzte und darüber hinaus stauen sich in ihm nicht nur Aggressionen auf.
Aber letztendlich muss er sich entscheiden, ob Schwanz, Verstand oder Herz sein Leben bestimmen.

Das Herz des Kriegers von Guido Krain, Cover von Shikomo

Das Herz des Kriegers von Guido Krain, Cover von Shikomo

Das Herz des Kriegers ist tatsächlich sehr extrem. Trotz aller ironischen Brechung und der bewussten Wahl, die Handlung größtenteils aus der Sicht des Machos zu erzählen, bleibt das ungute Gefühl in mir zurück, mich hier über die falschen Dinge zu amüsieren.

Denn Spaß macht das schon. Auf eine unzivilisierte, böse, schmutzige Art. Doch das ist alles nur zur Unterhaltung gedacht. Ein kleiner SF-Quicky für zwischendurch.

Bin gespannt, was sich der Guido für den weiteren Verlauf noch so ausgedacht hat. Immerhin bedeutet ein Harem auch eine Potenzierung von Beziehungsproblemen. Und ob Sex das aufwägen kann?
Aber erst einmal die Rezi zu Band 3: Das Herz des Kriegers von Guido Krain

TMI – Polarisation im Weltall

Auf die Fortsetzung der O.R.I.O.N. Space Opera hatte ich mich schon sehr gefreut. Nicht nur, weil der Chefplaner der Serie, Guido Krain, in einem Interview bewies, was für ein sympathischer Typ er ist, sondern weil ich in der Vorschau las, dass es mit zwei Figuren weiterging, die mir bereits im Auftaktband Funken der Unendlichkeit ganz besonders gefielen.

Der brennende Rabe von Guido Krain, Cover von ShikomoDer brennende Rabe von Guido Krain, Cover von Shikomo

Das quirlige Mädchen mir roten Haaren, burschikos, frech und hochintelligent, ist eine Figur, die Guido Krain des öfteren verwendet. Und damit auch ziemlich gut im Griff hat. Als Kontrast passt der aufgemotzte Killertyp mit eingebauten Kampfcomputer ziemlich gut.
Beide sind unkonventionell und die erotische Spannung zwischen ihnen kennt mal als Bestandteil einiger sehr erfolgreicher Serienpärchen.
Von den sich daraus entwickelnden verbalen Kabbeleien lebt auch Der brennende Rabe. Ich konnte einige Male herzhaft lachen und ein Grinsen wollte schon gar nicht aus meinem Lesegesicht weichen.
So schleicht sich das raffinierte Biest nachts zu Lorn, den sie quasi als Freund adoptiert hat und sich bemüht, ihm eine Freundin zu beschaffen, um in seiner Regenerationsphase mit der wachenden KI zu reden. Neugierig will sie wissen, was denn Lorn von einer der Kandidatinnen hält und muss dann damit leben, dass man auf Fragen manchmal Antworten erhält, die man gar nicht hören wollte. Männer haben eben eigene Kategorien zur Bewertung weiblicher Attraktivität und ein Mundfaktor gehört in den Bereich too much information. Jup, Sex spielt eine gewisse, amüsante Rolle bei Krain.

Polaris, Pali genannt, und Lorn sind definitiv ein heißes Pärchen, auch wenn sie (noch) nicht zusammen sind. Aber sowohl in schneller Action als auch im drögen Bordalltag treiben sie ihre Umgebung in Chaos und Verzweiflung.
Ein Buch, das man mit großen Vergnügen liest, egal wie dick aufgetragen das ganze auch sein mag. Ich finde es ziemlich schade, dass diese neue SF-Reihe bisher sowenig Aufmerksamkeit erregte, aber der typische deutsche SF-Fan schwärmt wohl eher für Kinofilme und englischsprachige Science-Fiction. Bei der riesigen Auswahl dort ist anscheinend auch wenig Platz für eine Lektüre abseits der Wege.
Und ich muss jetzt unglaublich lange Monate auf die Fortsetzung warten, wenn das kein Elfenwerk ist!

Aber hier der Weg zu meiner Rezi:
Der brennende Rabe von Guido Krain

Der Fleiß der Anderen

Wenn ich mal wieder so richtig deprimiert von meinem sinnlosen Brotjob bin, hilft es mir, auf das Arbeitspensum all jener Autorinnen und Autoren zu schauen, die vom Schreiben leben wollen.

Guido Krain zum Beispiel merkt man diesen Bienenfleiß und Enthusiasmus selbst über den Umweg elektronischer Kommunikationswege hinweg an.

Funken der Unendlichkeit, Cover von ShikomoFunken der Unendlichkeit, Cover von Shikomo

Nach der Lektüre von Funken der Unendendlichkeit, dem ersten Band der Space Opera O.R.I.O.N. hatte ich ihn angefragt, ob er mir für den Fantasyguide ein paar Fragen beantworten möchte und die Mail war quasi kaum abgeschickt, da trudelten auch schon die Antworten herein.

So macht das natürlich einen Heidenspaß und ich hoffe, dass nicht nur das Interview gelesen wird, sondern auch genügend SF-Begeisterte das Buch und die nächsten Bände kaufen. Denn mal abgesehen davon, dass wir alle unser Leben irgendwie finanzieren müssen, wollen wir es auch mit Freuden anfüllen.
Ein gelungenes Interview gehört für mich ebenso dazu, wie gute Bücher oder der kleene Kirschbaum, der frisch in unserem Garten ein zu Hause fand.

Bugs Bunny ist irgendwo da draußen

Immer wieder gern schau ich mir neue Projekte der phantastischen Literatur an, die quasi noch mehr Indie sind, als der Großteil derartiger Werke in Deutschland sowieso schon sind.
Je nach Vernetzung schafft es zum Beispiel der Start einer Space Opera, Aufmerksamkeit zu erregen oder eben nicht.
In vielen Foren posten die AutorInnen meist ganz alleine in entsprechenden Threads. Trotz unendlicher Diskussionen, dass es mit der SF beständig bergab ginge, interessiert sich kaum jemand für die dargebotenen Neuheiten.

Funken der Unendlichkeit, Band 1 der Space Opera O.R.I.O.N. erschien bereits im Oktober letzten Jahres und führte irgendwie zu keinen von mir gespürten Beben im Fandom.

Dabei gibt sich Mastermind Guido Krain im ansprechend gestalteten ersten Band jede Menge Mühe, Hintergrund und vor allem die wilde Schar von Besatzungsmitgliedern abwechslungsreich vorzustellen, eingepackt in eine wüste Verschwörungsgeschichte.

Funken der Unendlichkeit, Cover von ShikomoFunken der Unendlichkeit, Cover von Shikomo

Zusammen mit Norma Feye und Martin Barkawitz kredenzet er dabei typische, als auch ungewöhnliche Frauen und Männer, die für jede Menge Spaß, Spannung und Spielfreude sorgen können. Also durchaus Wert, etwas Aufmerksamkeit zu bekommen. Zumal das gebundene Büchlein recht hübsch ausschaut und der rosa Hase auf dem Cover mal etwas anders ist, als sonstige SF-Cover.

Man sollte allerdings keine stilistischen Wunder erwarten. Action und Spannung stehen im Vordergrund.
Mehr dazu in meiner Rezi im Fantasyguide.
Funken der Unendlichkeit hrsg. von Alisha Bionda und Guido Krain

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