Montbron

Startseite » Beitrag verschlagwortet mit 'Matthias Falke'

Schlagwort-Archive: Matthias Falke

Im Weltall hört dich keiner schreien?

In der Tat gibt es da Ausnehmen, wie Matthias Falke in seinem ersten Band der neuen Tloxi-Trilogie beweist.

Kampf mit den Tloxi von Matthias Falke, Cover von Alexander Preuss

Kampf mit den Tloxi von Matthias Falke, Cover von Alexander Preuss

Er packt in seine großen Schlachtengemälde immer wieder großartige Ideen über Technologien und Alienrassen hinein. Von mir aus könnte er den ganzen Mil-SF Kram weglassen und sich ganz dem Erfinden cooler Technologien und Lebensweisen hingeben.

Sicher legt er auch sehr große Sorgfalt in die Beschreibung der Weltraum- und Planetenkämpfe, aber letztlich passiert doch meist dasselbe, die Gründe für die Kriege sind stets fragwürdig und auch wenn er sie immer in historische Kontexte stellt, langweilen sie mich zumindest irgendwann.

Aber die Reihe sollte ihre Leserschaft finden und daher ließ mich auch erweichen, den Roman zu rezensieren: Kampf mit den Tloxi von Matthias Falke.

Advertisements

Und einsam kreist der Falke

Manchmal wundere ich mich darüber, worüber ich mich riesig aufregen kann und worüber dann eben auch nicht. So interessiert mich die Diskussion um die diesjährige Hugo-Nominierung überhaupt nicht. Bevor ich eines der betreffenden Werke in die Hand nehme, hätte ich eh schon wieder alles vergessen und für eine Lektüre ist es auch nicht wichtig.
Eine sehr ausführliche und wie immer unterhaltsam geschriebene Analyse zum Hugogate gibt es von Murilegus Rex auf Lake Hermannstadt.

Da widme ich mich lieber weiter dem Abarbeiten meiner fünf SUBs. Oder werfe alles über den Haufen und lese einfach das, was gerade hereinschneit.
So etwa der neue D9E-Band.

Matthias Falke – Agenten der Hondh, Cover von Ernst WurdackMatthias Falke – Agenten der Hondh, Cover von Ernst Wurdack

Matthias Falkes Schreibe konnte ich ja im letzten Jahr ausführlich kennen lernen und auch im direkten Kontakt für das Interview, präsentierte sich mir ein hochsympathischer und vor allem fleißiger Autor.
Das spornt natürlich an und die Rezi ging quasi wenige Tage nach Erscheinen online. Schaffe ich auch nicht oft.
Falke setzt nahtlos an seinem Vorgänger, Kristall in fernem Himmel, an und bleibt auch bei der bedrohlichen Stimmung. Stets am Rande des Horrors wandert die Handlung. Wobei es nicht nur damit zu tun hatte, dass da ein Psychopath frei rumlief, sondern auch mit der zunehmenden Hysterie einiger Figuren.
Ansonsten liefert die Serie weiterhin solide Unterhaltung und mit einem ziemlich beweglichen Raumschiffdesign durchaus Anstöße für das Genre.
Meine Rezi: Agenten der Hondh von Matthias Falke

Es gibt jedenfalls keinen Grund über die Entwicklung der deutschen SF zu klagen, ich habe eher den Eindruck, dass sie gerade boomt. Nur in manchen Teilen des Fandoms bekommt man das noch nicht mit. Vielleicht weil der Blick in weite Ferne schweift?
Wer weiß. Nicht jeder hat so scharfe Augen für das, was da im Busch ist, wie ein Falke.
😉

Netzverbreitung

Während es mir gelingt, hier im Blog regelmäßig etwas zu posten, verkümmert meine Homepage etwas.
Aber zumindest habe ich nun die Gedichte des letzten Jahres nachgetragen, zwölf sind es dann doch wieder geworden. Durch das Sterben meines Vaters ist die Grundstimmung sehr dunkel.
Die Lyrik-Sektion findet ihr hier, die neu hinzugefügten Texte beginnen mit einer Ode an Alice B. Sheldon – Tiptree. Natürlich sind viele der Texte auch weiterhin in der Leselupe zu finden.

Apropos Tiptree, Frank Böhmert, der Tiptree-Storys für die Werkausgabe des Septime-Verlages übertrug, wird zusammen mit ihrer Biografin Julie Phillips auf der Leipziger Buchmesse lesen.
Wenn mein Ohr wieder fit ist, bin ich am Samstag, den 14. März 2015, dabei!

Auch eine weitere Rezi ist online gegangen.
Matthias Falke schickt mir seit einiger Zeit ja alle seine Neuerscheinungen und das ist mehr, als ich zu lesen schaffe ohne die mir liebe Abwechslung aufzugeben.
Der Terraformer aber hat mich dann doch überrascht. Sehr kurzweilig, witzig und mit sympathischen Hauptfiguren.

Der Terraformer von Matthias Falke, Cover von Timo KümmelDer Terraformer von Matthias Falke, Cover von Timo Kümmel

Ein ganz klare Leseempfehlung für Leute, die Lust auf gute deutsche SF haben. Einfach nur ein bezauberndes Abenteuer erleben: Der Terrarformer von Matthias Falke.

Mein Ohr nervt mich leider noch immer, sodass ich gleich wieder ins Bett marschiere.

Ganz große Epen

Matthias Falke ist ein Vielschreiber und stellt sich einem riesigen Projekt. Seine Space-Opera Enthymesis soll einmal sieben Trilogien umfassen!

Ich bin irgendwie mitten in die zweite reingerutscht und habe nun endlich das Finale der Gaugamela-Trilogíe gelesen und rezensiert.
Die Handlung von Schlacht um Sina selbst hat bei mir nicht gezündet, ist halt mehr Standard-Kost.

Schlacht um Sina von Matthias Falke, Cover von Alexander PreussSchlacht um Sina von Matthias Falke, Cover von Alexander Preuss

Das coole an der Reihe aber ist, dass es immer wieder Zwischensequenzen gibt, in denen ein anonymer Beobachter aus der Zukunft das Geschehen wissenschaftlich analysiert und dadurch auch kommentiert.
Nebenbei breitet Matthias so ein großes militärhistorisches Wissen aus, was mich ganz besonders fasziniert. Alexander der Große und seine Griechen begeistern mich seit der Kindheit. Während andere mit ihren Indianern spielten, zogen bei mir die Griechen in die Krieg. Okay, es waren Tiere mit Schwertern, aber sie besiegten trotzdem alles.

Jedenfalls sind diese Teile der Romane meine Favoriten und bieten mir als kritischem Leser auch einen Diskurs an, denn natürlich geschehen im Krieg jede Menge üble Dinge. Liest man die kommentierenden Zwischenszenen, wird klar, dass Matthias die Verbrechen nicht willkürlich verwendet. Oder sie gar gutheißt.
Dieses offensive Hinterfragen der Handlung ist eine große Stärke der Romane. Zumindest der zwei, die ich kenne.

Auch wenn mir andere seiner Werke besser gefallen, vom Terraformer bin ich grad sehr begeistert, werd ich wohl weitere Enthymesis-Bände lesen.

Die ganze Rezension gibts ganz traditionell im Fantasyguide:
Schlacht um Sina von Matthias Falke

In meinen Händen ein Stein

Ja, auch wir waren im Kino und haben uns prächtig amüsiert bei Guardiens of the Galaxie. Als kompletter Superheldenverächter hab ich keine Ahnung von irgendwelchen Hintergründen, ist auch gar nicht notwendig. Der Film ist witzig, selbstironisch und voller geiler Bilder. Die Story ist natürlich Quark, wieder einmal geht es um den Ring der Macht und Sauron auf der Suche danach. Aber solange Bösewichte so schön scheitern, gibt’s noch Hoffnung.

Und Hoffnung braucht man, wenn man nach Osten schaut. Mir macht Putins Kaltschnäuzigkeit Angst. Was wird er sich noch mit Waffengewalt holen, bis sein Neurussisches Reich vollendet ist?

Hoffnung habe ich auch, dass die Mark Brandis Raumkadett-Reihe besser wird. Folge 3 enttäuschte leider im Finale. Eine tolle Produktion reicht halt nicht aus, die Story muss auch passen.

Ganz anders ging es mir da mit dem Band von Erzählungen, die Matthias Falke bei Amrûn veröffentlichen konnte.

Buch aus Stein von Matthias Falke, Cover von Timo KümmelBuch aus Stein von Matthias Falke, Cover von Timo Kümmel

Die fand ich fast alle großartig. Es spielt mit verschiedenen Stilen und bleibt seiner Tradition treu, Figuren zu entwickeln, die irgendwie immer unsympathisch bleiben, obwohl man durchaus mit ihnen mitfiebert.
Wer nicht so viele Geschichten lesen mag, sollte zumindest Gamenon lesen, diese Adaption der Ilias ist ein kleines Meisterwerk. Sollte man nicht verpassen!

Die Links zu den beiden Rezis darf natürlich nicht fehlen: Buch aus Stein von Matthias Falke und Tatort Astronautenschule.

Bloß nix mit Gegenwart!

Man sieht sich ja gern als Fanal der Toleranz und Gelassenheit. Bei mir bröckelt das leider immer wieder aus dem Selbstbild heraus. Ich bin halt nicht durch die 68er erzogen worden. So ein bisschen Hippiesein wünsch ich mir, aber mein Kern ist meist voll cholerischem Magma.

Ist nicht toll, ich weiß. 😳

Jedenfalls schüttel ich immer den Kopf, wenn andere ihren Kopf darüber schütteln, dass ich nur Phantastik lese. Gut, ich fasse das sehr weit. Aber in mir ist eine sehr massive Abscheu gegen jegliche Art von Gegenwartsliteratur. Bestimmt gibt es darunter großartige Geschichten. Doch ich werde sie nicht finden. Meist klingen die Inhaltsangaben nach Effi Briest, Buddenbrooks oder einer Tageszeitung. Für Dinge, die ich selbst erlebe oder erzählt bekomme, kauf ich mir keine Bücher.

Genauso muss sich die Aversion gegen Phantastik anfühlen. Schon seltsam.

Aber zum Glück ist das nur ein intellektuelles Problem, dem ich mühelos entgehen kann. Zwingt mich ja keiner, was anderes zu lesen. Und die Menge ungelesener Phantastik ist immer noch unüberschaubar.
Warum fällt mir das ein? In diversen Literatur-Blogs wird eifrig die Longlist des Deutschen Buchpreises durchgelesen, es gibt etliche Verlosungen und sosehr mich mein Buchjagdtrieb auch quält, lese ich die Inhaltsangabe, schrumpelt er zusammen.
:**:

Dafür lese ich gerade eine sehr abwechslungsreiche Story-Sammlung von Matthias Falke. Die Kurzform liegt ihm irgendwie besser, zumindest erscheint es mir so bei den Sachen, die ich bisher von ihm las. Ganz besonders gelungen fand ich dabei eine Illias-Umsetzung als Space-Opera. Eine Rezi gibts vielleicht noch diese Woche.
Ebenfalls in Umsetzung ist meine Besprechung der dritten Folge von Raumkadett Mark Brandis. Die Reihe steigert sich und macht entsprechend Spaß. Hab sie eingeschoben, denn eigentlich höre ich gerade die zweite Porterville-Staffel, momentan das wohl beste, was es an phantastischer Unterhalt für die Ohren gibt. Sollte man auf keinen Fall verpassen.

Die Neunte Expansion geht weiter

Dritter im Bunde deutscher SF-AutorInnen ist Matthias Falke, der mit Kristall in fernem Himmel einen ganz eigenen Beitrag zur Reihe liefert.
Matthias setzt auf die Spannung innerhalb einer sehr abgehalfterten Raumschiff-Crew und liefert dennoch weiteres Material zum Reihen-Kosmos.

Matthias Falke – Kristall in fernem HimmelMatthias Falke – Kristall in fernem Himmel

Anlässlich meiner Rezension im Fantasyguide konnte ich ihn auch zu einem Interview bewegen, das sehr ausführlich wurde. Einige Nachfragen klärten wir dann sogar im Facebook-Chat. Hätte nicht gedacht, dass sich das mal als nützlich erweist.

Im Nachgang hatte ich mir Gedanken gemacht, ob die Serie nun etwas Besonderes oder Neues sei. Mal davon abgesehen, dass die MacherInnen einfach nur gute SF-Unterhaltung bieten wollen, hatte ich mir tatsächlich etwas mehr versprochen.
Die Liste der beteiligten Autorinnen und Autoren hätte durchaus auch für innovative SF stehen können. Aber vielleicht kommt da ja noch etwas. Mit drei Bänden ist die Reihe ja erst am Anfang. Wünschen wir ihr Glück, Erfolg und ein langes Leben!

%d Bloggern gefällt das: