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Der KLP und sein Ruhm

Michael Schmidt ist der Mann schneller Taten und flinker Interviews. Nun hat er mich befragt und ich antwortete prompt, denn Ruhm ist bekanntlich vergänglich und wer weiß, wen meine Antworten morgen noch interessieren.

Ich zumindest plane morgen Abend wieder einmal eine Lesung im Literarischen Coloquium zu besuchen. Leif Randt stellt dort seinen Roman Planet Magnon vor, eine gute Methode, hoffe ich, den aufgewirbelten Staub einer Personalratssitzung abzuschütteln.

Wer den Zenit überschreitet

Zur Zeit ist ja in Berlin wieder re:publica und man hört einige Stimmen, die der Konferenz zu Internetthemen und social communitys abnehmende Bedeutung bescheinigen. Dabei wimmelt es nur so von Problemen, die eigentlich jedem klar machen müssten, wie wichtig es ist, dass sich netzaffine Menschen zu Wort melden und all den NeuländerInnen verwehren, in unserem Lebensraum Unsinn anzustellen.

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re:publica in der
Station am Gleisdreieck

So vermeldete jüngst das Börsenblatt, dass man sich im im Verleger-Ausschuss des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels überlegt habe, eBooks seien Telemedien und die Verlage müssten nun FSK-Einstufungen vornehmen. Dieser Humbug ist so hanebüchen, dass man nur erstaunt mit dem Kopf schütteln kann.
Falls Jugendliche eBooks lesen und sie sich diese auch noch selber kaufen sollten, wird sie nun der umfassende Jugendschutz davor bewahren, Gewalt, Sex und Rock’n’Roll ausgesetzt zu werden.
Freudig werden sie die gelben, grünen oder blauen Aufkleber in ihre Kaufentscheidung einbeziehen.
Tja, wenn man, wie die NeuländerInnen im Verleger-Ausschuss, eBooks für Teufelswerk hält, muss man sich schon etwas einfallen lassen, ihre legale Verbreitung zu erschweren. Gibt ja überhaupt keine Alternativen.

Weiteres Neuland entdeckte ich, als ich mir die (endlich mal wieder) für den KLP nominierten SF-Hörspiele zu Gemüte führen wollte. Wie von der Elfenbeinturmjury nicht anderes zu erwarten, sind die vier Kandidaten allesamt nichtkommerzielle Radioproduktionen mit Erstsendedatum 2014.
Zu meinem Erstaunen konnte ich keines runterladen, zu zweien gab es zwar Streaming-Angebote, aber ich lausche Hörspielen auf meinem mp3-Player, ich brauche Dateien.
Exemplarisch schrieb ich den SWR an, um zu erfahren, wo ich denn eines der Hörspiele downloaden könne. Die Antwort ist derartig frech, dass man spontan an Satire denkt.

Aus lizenzrechtlichen Gründen steht das 2014 von uns produzierte Hörspiel „Foxfinder“ leider nicht zum Download zur Verfügung.

Es ist eventuell ein individueller Mitschnitt möglich, zu folgenden Preisen:

Hörspiele bis zu 1 Std. = 35,- Euro
Hörspiele bis zu 2 Std. = 45,- Euro

Wenn Sie an diesem Mitschnitt interessiert sind, bitte wenden Sie sich an die
SWR Media Services; E-Mail-Anschrift: sondermitschnitt@swr.de

Mit freundlichen Grüßen
SWR2 Programm-Management/Programmfragen

Ihr seht richtig, die 5 im Preis ist kein Druckfehler. Die zwangsgebührenfinanzierte ARD meint, ein einmalig gesendetes Hörspiel (ich fand nur diesen Ausstrahlungstermin: So, 5.10.2014 | 18.20 Uhr), zum Preis von 45 Euro gnädigerweise individuell abgeben zu können.

Beschämend für der öffentlich rechtlichen Rundfunk und ein weiteres Zeichen dafür, dass man in der KLP-Hörspieljury wenig Interesse daran hat, Hörspiele einem breiten Publikum nahe zu bringen. Ich weiß gar nicht, welches kommerzielle SF-Hörspiel in 2014 so teuer war. Selbst meine Crowdfunding-Beteiligung am vierten Teil von Adams van Gooth war preiswerter.

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re:publica –wir brauchen euch!

Amtliche Freude

Ziemlich überaschend kam die Nominierung meiner Kurzgeschichte Amtsfreuden für den diesjährigen KLP.
Die Story entstand aus einem uralten Beginn, von denen ich sehr viele in einem Ordner versenke, und wurde unter massiven Druckes meines Phantastik-Kumpels Michael Schmidt, aka Mammut, fertiggestellt und fand dann auch sein herausgeberisches Wohlwollen für die Anthologie Am Ende des Regens im Rahmen der Fantasyguide SF-Reihe. Reihe klingt gut für einen Band, aber das Ziel ist gesetzt!

Am Ende des Regens, Titelbild von Björn CraigAm Ende des Regens, Titelbild von Björn Craig

Aus diesem Buch ebenfalls nominiert ist Ulrike Jonacks Der letzte Tag im Paradies. jon, wie sie sich nennt, ist verantwortliche Redakteurin in der Leselupe für das Unterforum Science-Fiction und von ihr habe ich etliche Prosa-Kniffe und jede Menge Kampfgeist gelernt.

Von den anderen Nominierungen im Bereich Kurzgeschichte kenne ich nur noch die beiden Texte aus dem MegaFusion-Band Bullet von Sven Klöpping. Und sowohl Vincent Voss Bullet und das von mir favorisierte Der Mechaniker von Thorsten Küper sind sehr gute Geschichten.
Exodus 31 hingegen kenne ich leider nicht und so kann ich zu den beiden anderen Nominierten wenig sagen, außer das Wolf Welling ein guter Erzähler ist.

Bei den Büchern dürfte es niemanden überraschen, wenn ich Dietmar Daths Feldeváye prämiert sehen möchte, aber auch das junge Elternpaar Boos/Post hätte sicher nix gegen eine Würdigung. die keine schlaflosen Nächte abverlangte.

Nun aber genug gelobhudelt, jetzt auf zum Eiertrudeln! Frohe Ostern!

Spielereien und Hörspiele

Da unsere großartige Chrissie momentan keine Zeit für das Rezensieren hat, hab ich mich der aufgelaufenen Gabriel Burns Hörspiele angenommen.
Die Serie hatte einige rechtliche Probleme und damit verbunden eine längere Pause. Weihnachten trudelten bei mir die Folgen 38-40 ein, wobei die 40 eine Musik-CD ist.

Ich kannte die Serie bis dato nur von den Rezis und Specials im Fantasyguide und hatte natürlich Glück. Folge 38 – Der Tod ist eine Lektion war ein hammerhartes Horror-Hörspiel, das echt an die Substanz ging.

Gabriel Burns 38 – Der Tod ist eine LektionGabriel Burns 38 – Der Tod ist eine Lektion

Die 39 – Der Ruf des Leviathans war zwar auch sehr gut gemacht, aber eher normale Gruselkost.

Gabriel Burns 39 – Der Ruf des LeviathansGabriel Burns 39 – Der Ruf des Leviathans

Leider beschäftigten sich beide Hörspiele mit Nebenschauplätzen, sodass ich vom eigentlichen Gabriel Burns Kosmos wenig mitbekam.
Mal sehen, ob der Verlag weitere Rezensionsexemplare schickt. Seit sie ihre Presse-Arbeit über ein spezielles Portal abwickeln, kann man keine mehr direkt bestellen. Elfenwerk!

Aber da wir gerade bei Hörspielen sind. Ein jährliches Ärgernis ist die Sparte Hörspiel bei den Nominierungen zum Kurd Lasswitz Preis. In dieser Kategorie nominieren nicht die SF-Schaffenden, sondern eine Jury. Und die hat eine ganz spezielle Vorstellung davon, was ein gutes SF-Hörspiel ist. In erster Linie muss es gebührenfinanziert und im Radio gelaufen sein. Da die Welt sich aber nun mal weiterdreht, sind 99 % der aktuellen SF-Hörspiele keine Radioproduktionen.
Wenn man aber fast alle Hörspiele unberücksichtigt lässt, kommt es regelmäßig vor, dass man gar nix nominiert.
Frank Böhmert fordert in seinem Blog zu Recht die Abschaffung dieses Preises. Es belastet den Ruf des KLPs doch sehr und diskreditiert nun schon seit Jahren ein ganzes Genre.
Sehr traurig.

Wie es anders geht, beweist der Vincent Preis, der eine große Bandbreite an Audioproduktionen berücksichtigt und damit auch für eine entsprechende Öffentlichkeit sorgt.

Denn der Sinn eines Preises ist nicht die Kompetenzbestätigung der Preisverleiher, sondern die SchöpferInnen zu ehren, Motivation fürs nächste Jahr zu bieten und vor allem das Genre und seine Werke zu fördern.

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