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Falt dich raus!

Ich hatte ja schon versprochen, etwas ausführlicher über die wunderbare Lesung von Karla Schmidt und Niklas Peinecke im Otherland zu berichten.

Als Niklas vor zwei Jahren mit seinem ersten D9E-Band in Berlin weilte, konnte ich leider nicht, drum freute ich mich schon riesig auf die Lesung.

Karla hatte ich bereits im Publikum einer Lesung im Brechthaus kennengelernt und als Bruder von Otherlander Jakob Schmidt sah ich sie dann immer mal wieder, aber bis zur Lektüre von Ein neuer Himmel für Kana kannte ich nur ihre SF-Kurzgeschichten.

René und ich waren wie immer zu früh, so hieß es kurz im warmen Kreuzberger Maisonnenschein warten.

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Der Lässige: René

Als wir hinein durften, folgten wir quasi Karla auf dem Fuß und erlebten stürmische Nichtenumarmungen mit, als Karlas Töchter ihren Onkel begrüßten. Die nächste Generation liest Kai Meyer und verfügt bereits über große Lektoratsmacht, wie Karla später preisgab.

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Der großartige Onkel: Jakob Schmidt

Zunächst aber musste ich Bücher kaufen, ich war ja im Otherland! Zur Vorbereitung auf die nächste Lesung erwarb ich von Horst Evers Alles außer irdisch und wie schon befürchtet, lag die neue Nova noch nicht vor. Aber auf das Magazin kann ich auch noch länger warten, ist ja nicht so, dass es mir an Lektüre mangelt.

Fabian verpflichtete derweil Karla und Niklas für das geplante Otherland-Video-Portal. Durch Fotoknipserei abgelenkt, bekam ich die Titel nicht mit, aber bestimmt waren es Baxter, McDonald oder Ericson, was gutes halt.

Vor der Lesung konnten wir noch kurz quatschen und Niklas erwies sich als Netter.

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Der Nette: Niklas Peinecke

Vielleicht aber auch nur, weil er Kopfschmerzen hatte und Mittelchen nehmen musste.

Nein. Der Mann ist wirklich so und sieht zudem 15 Jahre jünger aus. Erstaunlich, wie das Leben in der Provinz verjüngt. Aber gegen Karla kann er natürlich nur verlieren. Deshalb war sein Band # 10 auch erst Wochen nach Karlas # 11 fertig. Perfekte Übergänge bekommt man so natürlich viel besser hin. Karla benötigte aber auch nur drei Wochen für die Rohfassung. Es gibt eben auch disziplinierte Musterexemplare unter den Schreibenden.

 

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Die Perfekte: Karla Schmidt (dahinter übrigens Future Fooder Yip)

Bis dato kannte ich aber auch nur Karlas Roman, vor Niklas Beitrag hatte ich große Scheu, weil ich mit seinen ersten beiden D9E-Beiträgen unzufrieden war. Inzwischen hab ich das aber nachgeholt und Die Sonne der Seelen führt nicht nur diverse Handlungsbögen zu Ende, das Buch löst auch einige Versprechen ein. Der Niklas kann das also auch. 😀

Jedenfalls konnte beide in ihren Lesungen einen Eindruck ihrer Romane vermitteln und in der anschließenden Fragerunde wurden ne Menge(r) Räume gefaltet, Elfchen gebraten und Vielfache von Neun verworfen. Etwas ausführlicher hab ich das in meinem Bericht für den Fantasyguide wiedergegeben.

Anschließend gings noch in die bekannte Kneipe um die Ecke, deren Namen ich immer vergesse und weil’s Freitagabend war, drängte auch der Heimweg nicht so.

Jedoch hatten BVG und Bahn andere Pläne mit unserer Fahrt in die Peripherie, denn als wir auf dem Ringbahnsteig in Neukölln standen, fuhr gar keine Ringbahn. Die konfuse Ausschilderung des Ersatzverkehrs trieb uns in die Arme eines Taxi-Unternehmens. Fahren wir bis Adlershof und nehmen den Bus, planten wir froh. Naja, vielen Dank an meine Liebste, die uns dann da aufgabelte. So schee wirds nur mit BVG.

Aber was tut man nicht alles für einen phantastischen Abend mit Kultur und netten Leuten!

Nicht ohne meine Armbrust

Es ist die Woche der Space Opera. Neben diverser Abstecher in die Neunte Expansion begab ich mich auch in die Weiten von O.R.I.O.N.

Diese Reihe geht auf Guido Krain zurück und bei mir trudelte nun Band 4 ins Haus.

Sterbende Sonne von Norma Feye, Cover von Shikomo

Sterbende Sonne von Norma Feye, Cover von Shikomo

Sterbende Sonne stammt von Norma Feye, die auch schon im Auftaktband eine Novelle beisteuerte.

Die dort eingeführten Figuren, ein alter Haudegen und eine extreme Assassine, bilden auch diesmal wieder das Zentrum, allerdings wagt sich Norma auch in den Dschungel der restlichen Figuren.

Immer noch hab ich Schwierigkeiten, Codie und Jodie auseinander zu halten, aber ich bin ja auch nur ein einfacher Leser.

Sterbende Sonne ist ein klassischer Planetenroman. Mysteriöser Fund, kritische Mission, üble Probleme. Alles gut und schnörkellos erzählt, nicht so komödiantisch wie die Bände von Guido, aber doch auch mit einigen skurrilen Szenen.

Mehr in meiner Rezi: Sterbende Sonne von Norma Feye

Also tatsächlich eine gute Runde Entspannung und eine gute Ergänzung meiner Space Opera Woche.

Die wird noch mit dem dritten D9E-Band von Niklas Peinecke ergänzt, den ich gestern eine Stunde vor der Lesung im Otherland begann. Aber davon berichte ich gesondert.

Niklas, ein Zombie, Karla und D9E im Otherland

Niklas, ein Zombie, Karla und D9E im Otherland

 

Elfchenbraten à la Drossel

So ein bisschen hatte ich ja die Neunte Expansion schon abgeschrieben. Mit einer Abo-Kündigung wollte ich jedoch noch warten, denn für den elften Band der Reihe war ein Roman von Karla Schmidt angekündigt.

Und weil nun auch noch eine Lesung im Otherland vor der Tür stand, griff ich mir Ein neuer Himmel für Kana jetzt endlich und wagte es erneut, mich mit den verelften Hondh zu befassen.

HimmelKana

Ein neuer Himmel für Kana von Karla Schmidt, Cover von Ernst Wurdack

 

Karla scheint auch gar keine neue Minireihe innerhalb der Serie starten zu wollen – zumindest wirkt der Roman auf mich abgeschlossen – und wie schon bei Nadine Boos Beitrag Der Schwarm der Trilobiten, funktioniert das für mich besser.

Auch bei Karla übrigens gibt es eine sehr exotische Alienrasse, deren Besonderheit (nicht die einzige!) eine spezielle Art des Sehens ist. Sie können nämlich nicht nur Licht empfangen, sondern auch senden. Das hat Karla ziemlich cool auf die gesamte Kultur ausgerollt und mit vielen Farbtupfern auf die Hintergrundwand gezaubert. Es gibt keine billige Action, vielmehr körperwarme Figuren, deren Schicksale man gern verfolgt.

Der Roman ist ein wenig das retardierende Moment in der Serie. Kurz denkt man sich, hier könnte endlich eine Waffe gegen die Hondh geschmiedet werden und dann …

Tja, das sollte man selbst lesen.

Es gibt natürlich auch noch einen trifftigeren Grund. Auf Kana liebt man Elfchenfleisch. Wenn das mal nicht herzallerliebst ist! Ich jedenfalls finde das großartig und freue mich jetzt noch mehr auf die morgige Lesung, bei der neben Karla auch Niklas Peinecke seine D9E-Welt vorstellen wird. Ich finde seine Kurzgeschichten zwar besser, aber ihn mal in natura kennenlernen wollte ich schon immer.

Wer also morgen Abend noch schnell mal in Kreuzberg Kultur kosten möchte, sollte ins Otherland kommen. Der Rest kann ja mal meine Rezi anklickern: Ein neuer Himmel für Kana von Karla Schmidt

Irgendwas mit Mathe

Unverhofft kommt oft. Mein erstes Buch im neuen Jahr überfiel mich völlig überraschend. Gestern kam die Frage zu mir, ob ich nicht Der Algorithmus des Meeres von Frank Hebben für den KLP nominieren möchte.

Nun hatte ich mir das Buch gleich zum Erscheinen bei Frank bestellt und es auch schön signiert bekommen (mein Exemplar heißt übrigens Choé), aber auf eine Leseliste schaffte es das schöne Büchlein bisher nicht.

Der Algorithmus des Meeres von Frank Hebben, Cover von Thomas Franke

Der Algorithmus des Meeres von Frank Hebben, Cover von Thomas Franke

Da ich aber nix nominiere, dass ich nicht gelesen habe, nutzte ich meine Infekt-Ruhigstellung heute Morgen aus und schnurpselte das Bändchen weg.

Zum Glück muss ich nun nicht erklären, warum es nicht nominiert werden kann, denn es kann. Die Frage ist, in welcher Kategorie? Eigentlich ist es eher eine Kurzgeschichte …

Wenn man das Nachwort von Karla Schmidt gelesen hat, summt einem der Kopf vor lauter Interpretationen und Aufschlüsselungen, aber man kann ihnen folgen. Sie geht leider kaum auf die Sprache von Frank ein, die für mich viel bedeutender ist, als der metaphorische Schmackes. Denn eine Postapokalypse mit coolem Handlungstwist gibt es viele, aber nur wenige in solchen Sätzen zelebriert. Da freut sich der Dichter und knarzt mit der Zunge den trockenen Duktus mit, reibt sich am Sand der Strukturen und windet sich in der kunstvoll getröpfelten Wortauswahl.

Ja, ich finde das Buch famos und auch wenn es schwer ist, etwas zu dem zu schreiben ohne zu spoilern, oder Karlas Nachwort nachzuplappern, schrieb ich eine kleine Rezi: Der Algorithmus des Meeres von Frank Hebben

Und auch: Ja, es ist definitiv etwas für die abseitige Literatur von dandelion!

Apropos Karla Schmidt. Demnächst, also etwa im Mai, müsste ihr D9E-Roman eintrudeln. Gibt es noch Hoffnung für die Reihe?

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