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Jahresrückblick 2019

Das Jahr begann mit einer arbeitsbedingten Erkrankung und steigerte sich im Herbst mit einer Bauch-OP. Da fehlten mir etliche S-Bahnfahrten zum Lesen, zudem gab es einige Brocken, deren Lektüre sich hinzog und sogar noch hinzieht. Nur 37 Bücher konnte ich daher auslesen, seit langer Zeit befand sich kein Sachbuch darunter.

Mit 26 Werken führte die Science-Fiction mein Interesse an, dem folgten sechs Fantasy-Werke, zwei allgemein phantastische und drei nicht phantastische Bücher.

Darunter befanden sich acht Anthologien bzw. Sammlungen mit Kurzgeschichten oder Gedichten.

23 Bücher wurden mir geschenkt oder habe ich mir selbst gekauft, 14 kamen als Rezensionsexemplare.

Die Verteilung der Geschlechter ist fast paritätisch, 14 Autorinnen zu 17 Autoren, wobei die Anthologien hierbei unberücksichtigt bleiben.

Speziell in der SF gab es eine 11 zu 11 Verteilung, quasi Doppelelfenwerk, wobei ich dieses Jahr großen Wert darauf legte, mir speziell Bücher von SF-Autorinnen zu holen. Hierzu plane ich noch einen gesonderten Artikel.

Was waren nun meine Highlights?

Zunächst zwei SF-Klassiker Ursula K. Le Guins »The Word for World is Forest«, das ich im Original las und Margaret Atwoods »Der Report der Magd«. Beides sehr politische und hochaktuelle Werke, die völlig zu Recht als Meisterwerke gelten.

Zwei andere Klassiker kannte ich vorher nicht: Guy Endores »Der Werwolf von Paris« ist in den USA der Werwolf-Klassiker schlechthin und überraschte mich durch seine Verzahnung mit der französischen Geschichte. Hermann Melvilles »Mardi und eine Reise dorthin« kostete mich etliche Wochen, bleibt aber durch seine Struktur und Fülle an bizarren Gesellschaftsformen bisher noch sehr präsent.

Bei den aktuellen SF-Romanen konnten mich vor allem Autorinnen überzeugen: Emma Braslavskys »Die Nach war bleich, die Lichter blinkten« konnte ich via Lesung und Rezension im Feuilleton kennenlernen und obwohl der Roman mit bekannten Themen jongliert, gefielen mir Schreibstil und Erzählperspektive sehr.

Der für mich beste neue SF-Roman 2019 kommt von Melanie Vogltanz. »Shape Me« ist so ziemlich alles, was ich mir von deutschsprachiger SF wünsche. Knackig, gut geschrieben, hart aber nicht Gewalt zelebrierend, politisch und utopisch.

Das gelang Sibylle Berg mit »GRM« leider nicht. So sehr ich die Autorin als bohrende Fingerspitze mag, ihr Roman suhlte sich zu sehr in den Anprangerungen und Bloßlegungen. Wie auch bei Dietmar Dath habe ich die Befürchtungen, dass hier das Lektorat zu zahm wurde.

Zwei Werke am Rande der SF und beides quasi Debüts, faszinierten mich: Karl Nagels »Schlund« über Punk in der BRD machte mich schlau, rau und grau. Eine kunterbunte Erfahrung.

Von René Frauchinger erwarte ich Zukunft noch mehr tolle Texte. »Riesen sind nur große Menschen« ist für mich neben »Shape me« die Entdeckung des Jahres jenseits der Massenverlage.

Ältere phantastische Geschichten von Menschen zu lesen, die man irgendwie ein bisschen zu kennen meint, sind auch eine intime Leseerfahrung und daher gehörten Michael Marraks »Quo vadis, Armageddon?« und Frank Duwalds »Die grünen Frauen« zu den schönsten Lesereisen des Jahres.

Jo Baker – »Ein Ire in Paris« über Samuel Becketts Erlebnisse im zweiten Weltkrieg bewegte mich sehr. Vom SUB gegriffen und schnell verschlungen, ein Literatur-Roman, wie ich gern öfter welche lesen möchte.

Das wohl skurrilste Buch des Jahres stammt von Jasper Nicolaisen. »Erwachsen« ist lustig, traurig, queer, wild und vor allem ein echter Nicolaisen. Von seinem ersten Lesebühnentext an, mochte ich diese Art des Erzählens, der Warmherzigkeit für die Figuren, denen er trotzdem ohne mit der Wimper zu zucken, schlümme Dinge in das Leben wirft – ich bin ein Fanboy. Der Mann schreibt zu wenig.

Das neue Jahr sieht mich bereits im Rückstand mit etlichen Rezensionsprojekten und ich habe auch noch diverse Bücher auf den SUBs, die ich letztes Jahr mit der festen Absicht erwarb, sie sofort zu lesen. Ich sollte einfach keine Rezi-Exemplare mehr annehmen.

Aber eher schaffe ich es wohl, an Gewicht, als an Lektüre abzunehmen.

Hier die Liste der Bücher aus 2019 in der Reihenfolge meiner Lektüre:

Ursula K. Le Guin – The Word for World is Forest

Karl Nagel – Schlund

Nova 25

Philip Reeve – Krieg der Städte

Margaret Atwood – Der Report der Magd

Guy Endore – Der Werwolf von Paris

Frank Hebben – Vampirnovelle

Judith Vogt – Roma Nova

Hans-Arthur Marsiske – Die letzte Crew des Wandersterns

Michael Marrak – Quo vadis, Armageddon?

Michael Marrak – Im Garten des Uroboros

Sibylle Berg – GRM

Angela und Karlheinz Steinmüller – Sphärenklänge

Elvis hat das Gebäude verlassen

Schatten über Camotea

Frank Duwald – Die grünen Frauen

C. C. Holister – Inferno für Anfänger

T. S. Orgel – Terra

Hermann Melville – Mardi und eine Reise dorthin

Swantje Nieman – Masken und Spiegel

Stefan Goebels – Käsablanca

René Frauchinger – Riesen sind nur große Menschen

Aleš Pickar – Die zwölf Kronen

Jo Baker – Ein Ire in Paris

Emma Braslavsky – Die Nach war bleich, die Lichter blinkten

Philipp Multhaupt – Herrn Murmelsams Trinklieder

Guido Krain – Ingenium

Jasper Nicolaisen – Erwachsen

Nova 26

Xeno-Punk

Theresa Hannig – Die Unvollkommenen

James Tiptree Jr. – Helligkeit fällt vom Himmel

Caroline Hofstätter – Das Ewigkeitsprojekt

Sabrina Železný – Feuerschwingen

Dietmar Dath – Neptunation

Philip K. Dick – Der galaktische Topfheiler

Melanie Vogltanz – Shape Me

Jahresrückblick 2018

Es wird Zeit für einen kleinen Rückblick auf mein Lesejahr 2018. Für mich selbst überraschend, komme ich nur auf 40 gelesene Bücher plus einem abgebrochenem. Nach den 51 vom letzten Jahr also schon ein starker Rückgang, ohne dass mir selbst bewusst wäre, weniger gelesen zu haben. Leider sank auch die Anzahl der Autorinnen. Nur fünf der Bücher stammten von Frauen, jetzt mal ohne die Anthologien. Dieses Ungleichgewicht werde ich wohl nur mit expliziter Werkauswahl ändern können

Erstaunlich gleich verteilt sind dieses Mal Fantasy und SF mit jeweils dreizehn Werken, die Nonfiction folgt dicht auf mit neun, die Klassiker mit vier und die Sachbücher mit zwei Werken, darunter vier Anthologien.

Zwei Bücher, »Federico« von Waldtraut Lewin und »Peter Simpel« von Frederick Marryat las ich erneut, beide mit großem Vergnügen und wohligem Erinnern an die Zeit der erstmaligen Lektüre in Jugend- bzw. Kindertagen.

Vierzehn Bücher waren Rezensionsexemplare. Ganze vier Werke meiner Lektüreliste befanden sich schon seit längerem in meinem Besitz, was bedeutet, dass ich 22 der in diesem Jahr erworbenen Bücher auch zeitnah las. Allerdings ist das nur die Spitze des 2018er Bücherberges.

Dann schau ich mal nach meinen Highlights. Die SF wurde beherrscht von Jeff VanderMeers »Southern-Reach«-Trilogie, deren Lektüre wunderbar durch den Netflix-Film »Auslöschung« ergänzt wurde. Genauso beeindruckend fand ich »Walkaway« von Cory Doctorow, dessen Lesung ich traurigerweise wegen Krankheit versäumte.

Und erwähnen muss ich noch Alfred Lemans Kurzgeschichtensammlung »Der unsichtbare Dispatcher«, die ich auf Empfehlung von Erik Simon las und deren Rezension ich immer noch nicht fertig habe.

Die Fantasy wurde überstrahlt von Michael Endes »Unendlicher Geschichte«, von der ich vermutet hatte, sie bereits gelesen zu haben, was sich als Irrtum erwies.

Ein ganz großes Projekt für mich war die Lektüre von Oliver Plaschkas »Fairwater«. Nicht nur weil ich das Buch beeindruckend fand, sondern auch weil Oliver via Twitter seinen Soundtrack zum Buch präsentierte und ich über mehrere Nächte in eine ganz neue Musikwelt eintauchen konnte.

Bei den Klassikern überraschte mich die »Nachtmahr-Abtei« von Thomas Love Peacock, deren Witz und Esprit ich nicht erwartet hatte, dachte ich doch es gehört zu den Schauergeschichten wie Horace Walpoles »Das Schloss von Ortranto«, das ich für einen Zwielicht-Artikel las. Der ist aber bisher ebensowenig verfasst, wie eine Rezi zum Buch. Ich werde es wohl noch einmal lesen müssen, bevor ich die Texte dazu verfasse, was ich aber unbedingt noch machen möchte.

Eine ganz besonders herzerwärmende und auch traurige Lektüre stellte der dritte Band von Mark Twains geheimer Autobiographie dar. Es ist furchtbar traurig, ihn bis zu seinen letzten Gedanken zu begleiten, aber Sam Clemens ist so ein charmantes Schlitzohr, so ein liebenswürdiger Grantler, den ich sehr liebgewonnen habe, egal wie sehr ich mir auch vor Augen halte, dass er das genauso mit seinen Texten vorhatte.

Ein ganz besonderes Projekt im letzten Jahr stellte meine Lektüre von einigen Werken der Shortlist für den Deutschen Buchpreis dar. Ich wollte mir einmal selbst ein Bild über den Teil der aktuellen deutschsprachigen Literatur machen, den ich normalerweise ignoriere. Die Erfahrungen sind zwiespältig. Den Gewinnertitel musste ich abbrechen zu lesen, was mir nicht oft passiert, aber das Buch wurde immer langweiliger. Gefallen hat mir hingegen Stephan Thomes historischer Roman »Gott der Barbaren«, der mir etliche Geschichtskenntnisse einbrachte. Zudem besuchte ich im Rahmen des Projekts eine beeindruckende Lesung von Nino Haratischwili, deren Roman nun zumindest auf meinem fernen SUB liegt.

Ebenfalls etwas Besonderes stellte für mich »Tiefsommer« von Jesko Habert dar. Das Buch wechselt in der Mitte sehr überraschend das Genre und wird von mir daher auch für den KLP nominiert werden. Aber mit dem Buch verbunden fühle ich mich vor allem durch eine sehr anregende Lesung und dem bezaubernden Konzertabend zusammen mit Sommertag. Intensiver kann man sich kaum mit einem Buch befassen. Okay, ein Interview könnte ich noch machen, allerdings vermute ich nicht, dass mir Jesko großartig mehr erzählen könnte, als ich inzwischen bereits von ihm zum Buch und seiner Entstehung gehört habe.

Überhaupt besuchte ich auch 2018 wieder etliche gelungene Veranstaltungen. Neben dem Elstercon und dem BuCon besuchte ich die Leipziger Buchmesse sowie die Buch Berlin und etliche Lesungen sowohl in persona als auch in Second Life mit Avatar. Insofern mögen 40 gelesene Bücher nicht nach viel klingen, aber ich bin mit meinem literarischen 2018 rundum zufrieden. Mal sehen, wohin mich die Lektüre in diesem Jahr führt, der Beginn ist ja schon einmal sehr politisch mit Le Guin und der Punkrundreise von Karl Nagel.

Jahresrückblick 2017

Im vergangenen Jahr beendete ich die Lektüre von 51 Büchern. Die Science-Fiction überwog mit 24 Werken, gefolgt von der Fantasy mit acht Bänden, fünf Klassikern, jeweils vier Sachbüchern und vier Nonfiction Büchern, drei Anthologien, zwei Lyrikbänden und einem Comic.

Das Geschlechterverhältnis betrug 35 zu 11 gegen die Autorinnen. Also wie im vergangenen Jahr etwa ein Verhältnis von 3:1.

43 der Bücher las ich frisch gekauft, vier griff ich vom SUB nach einer Wartezeit von mehr als einem Monat, vier Bücher fischte ich aus dem Regal, darunter eines bei meinen Eltern. Zwei Bücher las ich erneut. Wobei ich hier den Herrn der Ringe nicht mitzähle, da ich in dem eigentlich ständig lese.

Insgesamt hatte ich ein glückliches Händchen mit der Lektüre-Auswahl, es gab eigentlich nur ein schwaches Buch, der mir von Kai Meyer empfohlene Sammelband Die besten Stories von Leigh Brackett war nichts für mich.

Am wichtigsten ist mir die Beschäftigung mit Henry JamesDas Durchdrehen der Schraube. Hierfür las ich nicht nur zwei Biographien, sondern auch diverse Essays von Virginia Woolf und eine Abhandlung von H. P. Lovecraft. Neben der Rezi für den Fantasyguide entstand daraus ein Artikel, der in einer der nächsten Ausgaben des Horror-Magazins Zwielicht zu finden sein wird.

Bereits veröffentlicht wurden meine beiden Rezis zu den Werkausgaben-Kollaborationsbänden von Angela Steinmüller, Erik Simon und Karlheinz Steinmüller. Sie erschienen gekürzt im aktuellen Science Fiction Jahr 2017. Eine für mich überraschende Veröffentlichung und ein sehr erfreulicher Abschluss dieser Lektüre, da mir beide Bände sehr gefielen. Zudem führte ich mit den Dreien sehr schöne Interviews.

Meine Science-Fiction Highlights werden angeführt von Lord Gamma. Warum auch immer ich den bisher nicht las, er war jedoch das Warten wert und das wird bestimmt auch für Michael Marraks neusten Roman, Der Kanon mechanischer Seelen gelten, den ich täglich erwarte. Neben Frank Hebbens Novelle Im Nebel kein Wort gab es etliche Dystopien, die ich ja eigentlich nicht so mag, aber trotzdem sehr gut zu lesen waren, wie Neosapiens von Nik Page, Junktown von Matthias Oden und Marc-Uwe Klings Qualityland.
Ungewöhnlichen Lesespaß boten zudem Philip Krömers Ymir oder aus der Hirnschale der Himmel, Knallmasse von Ulrich Holbein und Carl Amerys An den Feuern der Leyermark, das ich auf Empfehlung von Erik Simon auserwählte.

Die Fantasy beinhaltete keine herausragenden Werke, aber größtenteils angenehme Unterhaltung. Als Beispiel sei hier Drúdir von Swantje Niemann genannt, deren Folgeband ich auf jeden Fall lesen werde.

Bei den Klassikern gab es nur Höhepunkte. Henry James habe ich schon erwähnt. Fjodor Dostojewskijs Der Spieler oder Roulettenburg war ein ebenso liebliches Lesevergnügen, wie die Unheimlichen Geschichten von Poe in der Baudelaire-Ausgabe, auch wenn die Übersetzung im Netz für Entrüstung sorgte. Dank unserer Silberhochzeitsreise nach Edinburgh wurde Entführt von Robert Louis Stevenson zu einem ganz besonderen und intensiven Erlebnis und Victor Hugos Der lachende Mann ist ein völlig zu Unrecht kaum beachtetes Meisterwerk. Die vierbändige Golkonda-Klassikerausgabe ist jede Unterstützung wert!

Auch die Nonfiction-Werke sind allesamt erwähnenswert. Die Geschichte der Liebe von Nicole Krauss hatte mir Markus Mäurer ans Herz gelegt und diese Empfehlung bestätigte mir einmal mehr seinen vorzüglichen Literaturgeschmack. Wir konnten auch die Verfilmung des Romans im Kino sehen, sie verfügt aber nicht über denselben Zauber wie die literarische Vorlage.
In die bittersüßbösen Geschichten von Periplaneta-Cheffin Marion Alexa Müller habe ich mich bereits in ihren ersten Sammelband verliebt und Die unterschätzte Kunst des Scheiterns und weitere Mysterien im Leben von Menschen und anderen Kleintieren vertiefte diese Schwärmerei noch. Ich bin auch sehr glücklich, die Verführerin im Sommer live erlebt zu haben.
Der Verlag Schwarzer Ritter konnte auch dieses Jahr wieder mit seinen Kinderbüchern punkten. Hagen Tronje Grützmacher und Rudolf Eizenhöfer krallten sich für Alrik der Basiliskenschreck die DSA-Lizenz und auch hier muss ich einfach eine Lanze brechen. Fördert den Zauberernachwuchs!
Tja und dann war da noch Robert Merle. Endlich las ich den ersten Band der gleichnamigen Reihe Fortune de France und auch wenn ich das Frauenbild dort etwas kritisch sehe, ist der Folgeband schon auf den SUB für 2018 gelandet.

Neben den Lesungen im LCB bot die Lyrik mir vor allem durch Frank Hebben und Nikolaj Djatschenkos wunderschönen Band Die Fugen einer Stadt eine kuschelige Heimstatt. Ich selbst verfasste im letzten Jahr nur acht Gedichte. Was aber im Vergleich zu null Prosatexten eine gewaltige Leistung darstellt.

Bleibt noch meine Comic-Lektüre. Vermutlich habe ich im Laufe des Jahres noch ein paar mehr Bände in den Fingern gehabt, aber Vanna Vincis Frida ist defintiv mein Comic-Highlight. Diese künstlerisch ungemein fesselnde Biographie hat meinen Blick auf Frida Kahlo nachhaltig verändert.

Zu Lesungen, Cons und Musik des Jahres 2017 werde ich gesondert bloggen, anbei noch die komplette Buchliste samt Links zu meinen Rezensionen, soweit ich welche verfasste:

Kim Stanley Robinson – Aurora
Aleš Pickar – Die lautlose Woge
Philip Krömer – Ymir oder aus der Hirnschale der Himmel
Frank Hebben – Im Nebel kein Wort
Kai Meyer – Die Krone der Sterne
Alan Dean Foster – Auch keine Tränen aus Kristall
Fjodor Dostojewskij – Der Spieler oder Roulettenburg
Edgar Allan Poe – Unheimliche Geschichten
Nicole Krauss – Die Geschichte der Liebe
Die besten Stories von Leigh Brackett
Ulrich Holbein – Knallmasse
Frank Hebben und Nikolaj Djatschenko – Die Fugen der Stadt
Joane K. Rowling – Harry Potter und der Halbblutprinz
Stephanie Schnee – Esmeralda in Nöten
Verena Auffermann – Henry James (Leben in Bildern)
Henry James – Das Durchdrehen der Schraube
Hazel Hutchison – Henry James Biografie
Gamer hrsg. von André Skora, Armin Rößler und Frank Hebben
Nik Page – Neosapiens
Matthias Oden – Junktown
Virginia Woolf – Granit und Regenbogen
Robert Louis Stevenson – Entführt
Victor Hugo – Der lachende Mann
Vernor Vinge – Der Friedenskrieg
Sebastian Brinkmann – Kolossansturm
Luís de Camões – Die Lusiaden
Norma Feye – Himmelfahrt
Werner Herzog – Lissabon
Am Ende der Reise hrsg. von Alisha Bionda
Angela Steinmüller, Erik Simon und Karlheinz Steinmüller – Die Wurmloch-Odyssee
Marion Alexa Müller – Die unterschätzte Kunst des Scheiterns und weitere Mysterien im Leben von Menschen und anderen Kleintieren
Dietmar Dath – Der Schnitt durch die Sonne
Angele Steinmüller, Erik Simon und Karlheinz Steinmüller – Leichter als Vakuum
Vanna Vinci – Frida
Holger M. Pohl – Wanderung im Heute
Guido Krain – Hammer & Söckchen
Uwe Post – Walpar Tonnraffir und der Zeigefinger Gottes
Ingo Marschalk – Der Diamantenplanet
Uwe Post – Walpar Tonnraffir und die Ursuppe mit extra Chili
Marc-Uwe Kling – Qualityland
Dark Poems hrsg. von Alasha Bionda
Swantje Niemann – Drúdir
Carl Amery – An den Feuern der Leyermark
Marc Späni – Westlake Haven
Hagen Tronje Grützmacher und Rudolf Eizenhöfer – Alrik der Basiliskenschreck
Guido Krain – Friedhof der Assassine
Armin Rößler – Die Nadir-Variante
Aleš Pickar – Die dunkle Wunde
Michael Marrak – Lord Gamma
Robert Merle – Fortune de France
Carl Amery – Das Königsprojekt

Ein Jahr Mucke

Wie versprochen ein kleiner Rückblick auf mein musikalisches Jahr 2016.

Ich kaufte mir im vergangenen 15 CDs und eine LP, davon waren neun Neuerscheinungen und sieben Alben die Erfüllung älterer Wünsche. Die komplette Liste findet sich unten.

Von diesen fünfzehn Alben sind drei mit deutlichem Abstand meine Highlights.

Ganz oben Remember Us to Life von Regina Spektor. Sie hatte sich viel Zeit genommen für ihr neues Album und auch wenn die Kritiken wenig berauschend klingen, ich bin auch dieses Mal hin und weg. Ich mag einfach, mit welcher Leichtigkeit Regina Spektor Songs entwirft, die mir bereits nach dem ersten Mal wie alte Bekannte vorkommen. Das Album ist ruhiger und ernster als der Vorgänger, weniger verspielt und bombastischer arrangiert.

Es kann durchaus sein, dass sie ganz langsam in eine Richtung treibt, in der ich ihr nicht folgen mag, wie es mir etwa auch bei Tori Amos geht, aber 2016 war definitiv nicht das Jahr, in dem ich von Regina Spektor loskam. Alle ihre Alben laufen regelmäßig in meinem Player.

Putzigerweise war dies der erste LP-Kauf seit Jahren und prompt enthielt das Doppelalbum zweimal die Platte Zwei. Zum Glück klappte der Umtausch via amazon schnell und problemlos, aber irgendwie bezeichnend fand ich‘s schon.

Kommen wir zum Highlight Nummer Zwei: Judith Holofernes mochte ich seit dem allerersten Hören der Reklamation und auch die weiteren Helden-Scheiben gehören immer noch zu meinen Lieblingsplatten. Dabei bin ich gleicher Maßen heftig in die Texte verliebt wie in Judiths stimmlicher Interpretation. Sie kann Textstellen eine Bedeutung einhauchen, wie ich es bisher nur bei Tamara Danz erlebte.

Und doch verlor ich die Gute aus den Augen. Zwar bekam ich ihre Solo-Pfade mit, kümmerte mich aber nicht weiter darum, bis ich in irgendeinem von mir verfolgten Blogpost las, ihr Album Ein leichtes Schwert hätte sein Leben verändert.

Bei einer der nächsten Youtube-Abende holte ich dann Judith aus der Versenkung und nach staunensvollem und in wiedererweckter Verzückung Dahinschmelzen wurde die CD bestellt. Inzwischen läuft auch sie bei mir in regelmäßigen Wohlfühlsessions.

Nach den Jahren der politischen Empörung und Liebe-vollen Jugend springt Judith als wildgeprüftes Mitglied eines Elternkollektivs durch die Gegend und singt ebenso grandios von diesem Leben, wie sie es vorher von ihrem alten tat.

Das ist eine extrem schwierige Sache, denn die allermeisten Musikerinnen und Musiker, die in ihrer unruhevollen Jugend geile Mucke schufen, ziehen aus ihrem glücklichen Familienleben nix als langweilige Songs.

Für den 17. März ist Ich Bin Das Chaos angekündigt, ich hab‘s gleich vorbestellt und auch schon Konzertkarten geordert. Noch einmal will ich Judith nicht aus den Augen oder Ohren verlieren.

Mein drittes Lieblingsalbum ist quasi der allergrößte Kontrast dazu und gefällt mir wahrscheinlich genau aus diesem Grunde.

Die mir bis dato vollkommen unbekannte Band Die Heiterkeit bescherte uns im letzten Jahr Pop & Tod I+II. Die gar nicht so heiteren Songs sind in der Mehrzahl vollkommen abgefahren, ungewöhnlich und skurril. Ich mag sie alle.

Das Album reiht sich ein in die Liste cooler Entdeckungen der letzten Jahre: Supermoon von Sophie Hunger und natürlich Über das Grübeln von Balbina.

Gehofft hatte ich auch, dass mir For The Young von Anna Ternheim besser gefallen würde. Ich werde sie noch einige Male hören, aber während ich Separation Road (2007) und Somebody Outside (2006) mindestens einmal im Monat in mein trauriges Gemüt fließen lasse, hat mich die 2016er Platte bisher noch nicht so verführt.

Weitere Alben, die nicht das brachten, was ich mir von ihnen erhoffte:

Udo Lindenbergs Stärker als die Zeit war enttäuschend und auch von Knorkator gibt es bessere Scheiben als Ich Bin Der Boss, etwa das rundumperfekte Ich hasse Musik oder das geniale HighMudLeader. Aber selbstverständlich bin ich Ende März beim Konzert.

Auf das Debüt von AnnenMayKantereit hatte ich mich auch sehr gefreut, aber im Wesentlichen überzeugen weiterhin nur die paar Singles, das Album Alles Nix Konkretes ist doch recht durchwachsen.

Schwer hatten es auch PJ Harvey und Anohni mit ihren neuen Platten The Hope Six Demolition Project und Hopelessness, die alten Höchstleistungen zu überbieten, und so werden Let England Shake und I’m a Bird now weiterhin meine erste Wahl sein, wenn ich die Stimmen der beiden hören möchte.

Daneben gibt es noch eine Reihe von Platten, die gut sind, exakt in den Erwartungen liegen aber nur in die erweiterte Rotation gelangen. So das neue Wilco-Album Schmilco. Es passt in die Band-Historie, macht großen Spaß und lohnt jedes Hören. Das lässt sich auch von zwei spät gekauften Alben sagen: Kaputt von Destroyer und das 2014 Trümmer-Album, die wie der kleine Bruder von Ja, Panik klingen.

Wenig Eindruck hinterließen Between The Times And The Tides von Lee Ranaldo, David Lynch‘s Crazy Clown Time und Zettel auf dem Boden von Niels Frevert – alles Blindkäufe aus Empfehlungen.

Aber Mut zum Risiko gehört eben auch dazu, wenn man mal etwas Neues entdecken will. Als Quellen für Tipps nutze ich in erster Linie zwei Zeitschriften: Die Spex und Schall.

Zwar überschneidet sich der Spex-Musikgeschmack zu höchsten zehn Prozent mit meinem, aber ich mag die Themen und die intellektuelle Herausforderung, der Sprache zu folgen. Die Spex beschnüffelt Dinge wie Mode, Kunst oder Architektur auf eine so schräge Weise, wie sie mir sonst nicht unterkommt. Das ist manchmal sehr inspirierend.

Schall widmet sich vorwiegend deutsch/sprachiger Musik ohne sich um Genres zu kümmern und verwundert mich immer wieder mit neuen Blickwinkeln auf KünstlerInnen, die ich in irgendwelche Vorurteilsschubladen beerdigt hatte.

Daneben guck ich, was man bei abgehört (Spon) so vorstellt und lese natürlich die Musikkritiken im Feuilleton der Berliner Zeitung – da sammelt sich dann immer mal wieder etwas an.

Ein Album fehlt noch: Blind Guardian‘s Nightfall In Middle-Earth entdeckte ich in den guten alten napster-Zeiten und seitdem gab es immer mal wieder Momente, wo ich genau diese Musik hören wollte. Jetzt war einfach Zeit, das Album in der 2007er Aufbesserung zu kaufen.

Was lief sonst noch in meinem Player? Natürlich einige der ultralangen Folgen von Methodisch Inkorrekt und mein absoluter Lieblingspodcast Viva Britannia, das leider 2016 etwas weniger oft erschien, sowie aus Rezensionsgründen die neuen Folgen der Mark Brandis, Raumkadett Hörspielreihe, leider allesamt super produziert aber schlecht geschrieben.

Ui, doch ne Menge Text geworden. Aber im Gegensatz zu den gelesenen Büchern schreib ich ja übers Jahr hinweg kaum mal etwas zu meinen Audiogenüssen.

Meine Musikeinkäufe 2016:

Die Heiterkeit: Pop & Tod I+II (Juni 2016)

Judith Holofernes: Ein leichtes Schwert (Februar 2014)

Knorkator: Ich Bin Der Boss (September 2016)

Wilco: Schmilco (September 2016)

Regina Spektor: Remember Us to Life (September 2016)

Niels Frevert: Zettel auf dem Boden (November 2011)

Lee Ranaldo: Between The Times And The Tides (März 2012)

Destroyer: Kaputt (Januar 2011)

Udo Lindenberg: Stärker als die Zeit (April 2016)

Trümmer: Trümmer (August 2014)

Anohni: Hopelessness (Mai 2016)

David Lynch: Crazy Clown Time (November 2011)

AnnenMayKantereit: Alles Nix Konkretes (März 2016)

Blind Guardian: Nightfall In Middle-Earth – Remastered (Juni 2007)

PJ Harvey: The Hope Six Demolition Project (April 2016)

Anna Ternheim: For The Young (Januar 2016)

Jahresrückblick 2016

Die nackten Zahlen lügen nicht, ich hab erneut mehr gelesen als im Vorjahr: 58 Bücher insgesamt, 13 von Frauen, 43 von Männern verfasst, ohne Berücksichtigung der Anthologie und der Nova-Ausgabe. Das Geschlechterverhältnis hat sich also leider kaum verändert und ich befürchte, dass ich es eher glücklichen Umständen verdanke, dass dreizehn Autorinnen in meiner Liste sind.

Von den 58 Büchern sind 21 Rezensionsexemplare, nur zwei Bücher fischte ich aus einem Regal mit Altbeständen und neben einigen geschenkten Büchern hab ich auch 2016 mehr Bücher gekauft als gelesen. Jeder der vier Subs ist gewachsen. Ich versteh das einfach nicht.

Die Themenauswahl erfolgte wieder eher willkürlich und viele Bücher ergaben sich irgendwie im Laufe des Jahres von ganz allein. Trotzdem blieb die Genre-Verteilung fast gleich.

Die Science-Fiction belegte den ersten Platz, verlor aber an Bedeutung. Die Fantasy blieb mit neun Werken ähnlich stark vertreten, Klassiker und Sachbücher folgen mit vier bzw. sechs Werken. Daneben gab es Lyrik, Theaterstücke, No-Fiction und allgemeine Phantastik, aber die Klassifizierung ist bei vielen Werken auch diskussionswürdig.

Unter den Höhepunkten befinden sich Sachbücher und Klassiker. Der zweite Teil von Mark Twains geheimer Autobiographie stellte sich als ähnlich grandios heraus wie deren erster Teil und zwang mich förmlich dazu, den Huck Finn erneut zu lesen. Dieser Roman stellte neben dem Grafen von Monte Christo definitiv mein Lektüre-Highlight dar.

Quasi gerade noch so schaffte es die Churchill-Biographie in diesen Rückblick, ich las das Buch an Sylvester aus. Auf das Buch von Thomas Kielinger wies mich Frank Böhmert hin und der Weihnachtsmann legte es mir unter den Weihnachtsbaum. Ich verschlang es instant.

Erwähnenswert sind auf jeden Fall zwei weitere Blog-Empfehlungen: Helene Hanff – 84 Charing Cross Road und Laurence Sterne – Tristram Shandy. Es hat sich für mich wirklich sehr gelohnt durch die WordPress-Welten zu streifen und vor allem in den Buchblogs Ausschau zu halten nach etwas abseitigerer Lektüre. Hauptsache kein Psycho-Zeitgeist-Drama.

Überhaupt ergaben sich aus der Bloggosphäre viele interessante Hinweise und Überlegungen und auch wenn ich kaum allgemeine Texte zu irgendwelchen Themen verfasse, lese ich sie ganz gern bei anderen. Ich berichte dafür dann lieber über Besuche von Events. Das werde ich auch in diesem Jahr so halten. In Vorbereitung eines möglichen Besuches von Kim Stanley Robinson in Berlin lese ich etwa gerade sein jüngst auf Deutsch erschienenes Werk Aurora, derzeit aber mit eher mäßiger Freude.

Soweit ein kurzer Jahresrückblick, die Verlinkungen zu den Rezensionen des Jahres 2016 folgen und geplant ist auch ein Blogpost zu meinen Musik-Favoriten des letzten Jahres. Dazu werde ich mir mal meine Musik-Käufe bei amazon ansehen. Im Gegensatz zu Büchern kaufe ich CDs tatsächlich hauptsächlich online.

Ich hoffe, wir lesen uns!

Lektüreliste samt Rezi-Verlinkungen

Frank Hebben – Der Algorithmus des Meeres
James Joyce – Dubliner
Helene Hanff – 84 Charing Cross Road
Jo Walton – Die Stunde der Rotkehlchen
Mark Twain – Neue Geheimnisse meiner Autobiographie
Mark Twain – Huckleberry Finns Abenteuer
Frank Herbert – Der Wüstenplanet
Michael Bulgakow – Die verfluchten Eier
Rudolf Eizenhöfer – Mein Papa ist ein Ork!
Dietmar Dath – Leider bin ich tot
Uwe Post – Zentaurenblut
Joanna Russ – Zwei von ihnen
Terry Bisson – Talking Man
Rudolf Eizenhöfer – Mein bester Freund ist ein Goblin!
Bastian Brinkmann – Arachneion / Pallashass
Laurence Sterne – Tristram Shandy
Uwe Hermann – Das Amt für versäumte Ausgaben
Muriel Barbery – Das Leben der Elfen
Karla Schmidt – Ein neuer Himmel für Kana
Norma Feye – Sterbende Sonne
Niklas Peinecke – Die Sonne der Seelen
Horst Evers – Alles außer irdisch
Das Gespensterbuch Band 1
Karen Duve – Macht
Frank Lauenroth – Black Ice
Nova 24
Thea Dorn – Die Unglückseligen
Heinrich Heine – Shakespeares Mädchen und Frauen
Anja Kümmel – V oder Die Vierte Wand
Kurt Tucholsky – Ein Pyrenäenbuch
Edmond Rostand – Cyrano de Bergerac
Alexandre Dumas – Der Graf von Monte Christo
Gecko Neumcke und Stephan Strzoda – Der Chor der Anarchie
Philipp Multhaupt – Über die Erhabenheit toter Katzen und das Umwerben trauriger Mädchen
Guido Seifert – Apatheia
Bastian Brinkmann – Titaneion – Titanschlacht
Tom Zola – Die drei Tage der Schöpferischen Zerstörung
Roger Zelazny – Corwin von Amber
jon – Allein oder Das Erbe der Terraformer
Nicole Rensmann – Niemand
Volker Braun – Handbibliothek der Unbehausten
Biom Alpha Sammelband 1
Christian von Aster – Horrk & Grablakk
Hans Frey – J. G. Ballard: Science Fiction als Paradoxon
Guido Krain – Schwarzauges Schergen
Jack London – Martin Eden
Becky Chambers – Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten
Mike Kryzwik-Groß und Ralf Kurtsiefer – Die Heldformel
Ted Chiang – Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes
Richard Lorenz – Frost, Erna Piaf und der Heilige
Uwe Post – Petware
Robert James Waller – Die Brücken am Fluss
Holger M. Pohl – Im Schatten der Hohdh
Neil Gaiman – Der Sternenwanderer
Die Bibliothek der Tränen
Cixin Liu – Die Drei Sonnen
Marion Alexa Müller – Evasapfel
Thomas Kielinger – Winston Churchill

Jahresrückblick 2015

Erstaunliche 55 Bücher sind es gewesen, die ich 2015 verschlang. Zu fast allen schrieb ich auch eine Rezension. Obwohl ich ja immer behaupte, die gesamte Phantastik abzugrasen, gab es ein großes Ungleichgewicht. Neben zwei Horror-Werken und zehn Fantasy-Werken belegt die Science-Fiction den ersten Platz mit 30 Büchern, wobei man bei etlichen Werken um die Einordnung streiten kann. Hinzu kamen ein Sachbuch, drei biographische Texte sowie neun Klassiker.

Weiterhin eher schlecht ist das Verhältnis von Autorinnen zu Autoren, hier steht eine vierfache Überzahl den zehn Frauen gegenüber, mal ohne die Anthologien gezählt.

Wenn ich über die Liste schaue, gibt es doch erstaunlich viele Werke, die mir mit Freuden im Gedächtnis bleiben werden.
Vor allem natürlich der erste Band von Mark Twains geheimer Autobiographie, deren zweiten Band mir meine Anfang Dezember verstorbene Schwiegermutter bereits für den Weihnachtsmann besorgt hatte und den ich jetzt natürlich in ihrem Gedenken lesen werde.
Twain ist ein grandioser Erzähler, der in einem Satz charmant und bitterböse sein kann und sich nie scheute, selbstironisch sein eigenes Ego aufs Korn zu nehmen. Die wild durcheinander gewürfelten Erinnerungen stecken voller Episoden, lustigen wie traurigen.

Zu den überragenden Werken gehört auch die Neuausgabe des Fabian von Erich KästnerDer Gang vor die Hunde ist ein beklemmendes Dokument über Deutschland vor der Wahl Hitlers.
Passend dazu folgte später im Jahr mein erster Hesse, Der Steppenwolf, ist nicht so direkt und entblößend, aber auch hier blickt man in das wabernde Schwären einer dunklen Epoche.

Stolz bin ich dass ich endlich die Amanda von Irmtraud Morgner las. Das Buch ist es wert, aus dem Sumpf der DDR-Literatur herausgeholt zu werden. Neben den politischen und feministischen Tänzen, zu denen Irmtraud Morgner aufspielt, erfährt man viel über die 70er Jahre. Was im Prinzip auch zu George R. R. Martins Armageddon Rock passt. Beide Romane stammen aus dem Jahr 1983 und nutzen einen Teufelspakt um ihre Figuren auf Trab zu bringen.

Die SF spielte eine große Rolle in meinem Lesejahr. Dietmar Dath überzeugte mich mit seinen beiden Werken, wobei Venus siegt! der spannendere SF-Roman ist, weil mir hier ein cooles Konzept, nämlich die Übertragung der russischen Revolution auf eine zukünftige Gesellschaft sehr imponierte und Daths Leidenschaft für komplexe Verbindungen zu Kunst und Wissenschaft bunte Blüten treibt. Deutsche Demokratische Rechnung ist mehr eine Innensicht auf ultralinke Gruppen und der SF-Anteil eher intellektuell injiziert.
Viel Spaß hatte ich an Guido Krains neuer Space Opera O.R.I.O.N. – hier gibt es sehr lustige und interessante Figuren, jede Menge Sex und Humor und ich hoffe sehr, dass die Reihe nicht ähnlich versandet wie D9E.
Hocherfreut war ich auch über die Veröffentlichung der Toten Helden von jon, da ich das Entstehen des Romans in der Leselupe mitverfolgen konnte und mir Figuren und Probleme ans Herz gewachsen sind.
Natürlich habe ich auch den Marsianer von Andy Weir gelesen. Sehr fluffige Oldschool-SF mit starkem Ingenieur im Zentrum und positiver Botschaft. Hat man ja nicht oft.
Quasi ganz das Gegenteil dazu ist Joanna Russ böse Utopie Eine Weile entfernt, die schonungslos mit Macho-Kulturen und Gleichberechtigungsausreden aufräumt. Auf Russ bin ich über die James Tiptree Biographie gestoßen und bin froh, endlich etwas von ihr gelesen zu haben. Hochinteressante Frau mit sehr spitzen Fingern in eiternden Wunden.

In der Fantasy kam mir letztes Jahr eigentlich nur Urban-Fantasy unter, die vor allem durch humorvolle Erzählweisen und Spaß am Genremischen auffielen. Bücher die man gern zwischendurch liest, wenn man die Synapsen auf intelligente und entspannende Weise putzen möchte. Ich kann alle drei nennen: Simon Weinerts Tassilo, der Mumienabrichter, Steve Bürks Die unwahrscheinliche Erleuchtung des Kiffers Felix B und Dieter Wischnewskis Pudel, Nerd und Nymphe.

Für mich ein gutes Jahr, ich bastle demnächst noch meine KLP-Vorschläge zusammen. Bei den Kurzgeschichten muss ich erst mein Gedächtnis auffrischen, die beiden besten Sammlungen, die ich 2015 las, David I. MassonAn den Grenzen der Zeit und Thomas Adam Sieber – Äquatorstraße, sind leider zu alt.

Da der Beitrag eh schon lang ist, pack ich die Liste einfach noch hintendran. Möge 2016 ähnlich buchaffin werden!

Irmtraud Morgner – Amanda. Ein Hexenroman
George R. R. Martin – Armageddon Rock
Matthias Falke – Der Terraformer
Mathias Malzieu – Die Mechanik des Herzens
Niklas Peinicke – Die Seelen der blauen Aschen
Erich Kästner – Fabian
Simone de Beauvoir – Alle Menschen sind sterblich
Uwe Post – Sterne in Asche
Thomas Pynchon – Bleeding Edge
Ann Leckie – Die Maschinen
Funken der Unendlichkeit hrsg. Bionda & Krain
Matthias Falke – Agenten der Hondh
Hardy Kettlitz – Die Hugo Awards 1953 – 1984
Daniela Rohr – Im Turm des Panopticons
Dietmar Dath – Venus siegt!
Mark Twain – Geheime Autobiographie 1
Tiefraumphasen
Holger M. Pohl – Arkland
Leif Randt – Planet Magnon
Anatole Broyard – Verrückt nach Kafka
C. L. Moore – Jirel die Amazone
Dietmar Dath – Deutsche Demokratische Rechnung
Guido Krain – Der brennende Rabe
Markus K. Korb – Amerikkan Gotik
Andy Weir – Der Marsianer
Axel Kruse – Glühsterne
Holger M. Pohl – Fünf für die Freiheit
Nova 23
Joanna Russ – Eine Weile entfernt
Simon Weinert – Tassilo, der Mumienabrichter
P. G. Wodehouse – Der unvergleichliche Jeeves
Thomas Hardy – Am grünen Rand der Welt
Joe Haldeman – Marsbound
William Shakespeare – König Lear
George Eliot – Middlemarch
Stephanie Schnee – Der Schuppenmann
Thomas Adam Sieber – Äquatorstraße
jon – Tote Helden
Eudora Welty – Der Räuberbräutigam
Dirk van den Boom – Tentakelfürst
Dirk van den Boom – Der sensationelle Gonwik
Ernst Vlcek – Gib mir Menschen
Hermann Hesse – Steppenwolf
Kenneth Grahame – The Wind in the Willows
Felix Woitkowski – Rattensang
David I. Masson – An den Grenzen der Zeit
Sasha Abramsky – Das Haus der zwanzigtausend Bücher
Guido Krain – Das Herz des Kriegers
Henry James – Daisy Miller
Herbert Rosendorfer – Briefe in die chinesische Vergangenheit
Steve Bürk – Die unwahrscheinliche Erleuchtung des Kiffers Felix B.
Krachkultur 17/2015
Thomas Ziegler – Stimmen der Nacht
Matthias Falke – Kampf mit den Tloxi
Dieter Wischnewski – Pudel, Nerd und Nymphe

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