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Lieber würd ich Wale wählen

Am Sonntag sind wieder einmal Wahlen in Berlin. Zeit, sich Gedanken zu machen, wo ich denn nun meine Kreuzchen mache, nach der Änderhaken auf dem Grund eines Sees aus Selbstzerstörung verrostet.

Mich selbst würde ich als linksliberal einschätzen. Guckt man ins Parteienspektrum fällt auf: Da ist nix an dieser Stelle. Nichts. absolut nichts.

Die Parteienlandschaft ist zwar in wildem Fluss, die einzelnen Farben mischen sich oder wechseln munter untereinander.

Traurig ist der Anblick der Wahlplakate. Da fordern die Regierungsparteien Dinge, die sie in den letzten Jahren nicht hinbekamen. Etwa irgendwas für Schule und Bildung zu tun, das nicht im Desaster kopfloser Experimentierlaune endete.

Das wunderbare an Berlin aber ist, dass uns die ganze Mischpoke egal ist und wir unser eigenes Ding machen.

Da passt ganz perfekt jenes kleine eBook hinein, das ich grad las. Ein Frühwerk von Gecko Neumke, der eine kleine Geschichte zu einer anarchistischen Kolonie erzählte.

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Der Chor der Anarchie von Gecko Neumcke und Stephan Strzoda, Cover von Lisa Naujack

Ein Kapitel Weltgeschichte, das mir unbekannt war. Der Spanische Bürgerkrieg wurde mir in der Schule als Kampf aufrechter Kommunisten gegen Faschisten erklärt, als Stellvertreterkrieg, als Waffentest der Reichswehr.

Dass die Spanier aber hauptsächlich eine anarchistische Gemeinde bilden wollten, wurde verschwiegen. Anarchie und Diktatur passen nicht gut zusammen.

Der Chor der Anarchie von Gecko Neumcke und Stephan Strzoda hat nun diese Wissenslücke gefüllt. Nicht mit Fakten und Zahlen, sondern mit Maronen, dem Geruch von Diesel, frisch geschlagenem Holz und einer großartigen Schneeballschlacht.

Und dieses Werk führt direkt zur ganz famosen Utopie ein totes im see’bolo.

Tja und dann guck ich wieder in die Wahlmöglichkeiten und bin am grübeln. Der Wahlomat brachte auch nicht viel, wenn dann Die Partei herauskommt. War so klar.

Ich glaub, am wichtigsten ist mir noch, dass die idiotische Stadtautobahn verhindert wird und obwohl sich die Grünen kaum noch mit Umweltthemen befassen und ihr Grün schon lange nicht mehr nach Frühling duftet, sondern mit all den schwarzen Flecken nach Herbstlaub in einem modrigen Wald, passt das dann doch noch am besten.

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Der Zustand der Grünen

Oh je.

Der Frühling ist da …

… und verlangt neue Aufmerksamkeiten, etwa im Garten. Es dankt der Muskelkater. :wave:

Nun aber fertig gejammert.

Ich war fleißig. Ein sehr vergnügliches eBooklein ist ein totes im see’bolo von Gecko Neumcke.

ein totes im see’bolo von Gecko Neumckeein totes im see’bolo von Gecko Neumcke

Der Titel sieht komisch aus, ist aber korrekt und eine Anspielung auf das Werk bolo’bolo des Schweitzer Autoren P. M. (Hans Widmer).
Es geht um eine schöne Zukunft, in der ein Mord geschieht und alles ein wenig anders funktioniert, als in den meisten Utopien. Ich hab’s sehr genossen, rezensiert und bin zudem sehr erfreut, dem Verlag Das Beben und Lektor Jakob Schmidt ein Kompliment für das digitale Dingens machen zu können.

Jakob schrieb auch sehr anregend in seinem Blog über das Lektorat.

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