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Immer auf die Aliens

Military-SF ist nicht für jeden etwas, deshalb ging unsere Futurefood Gang an Freitag auch geteilte Wege. Nach einem köstlichen Abendbroten im Felix Austria mit Frank und Yip, inklusive Buchempfehlung, traf ich René um das Otherland zu stürmen, denn dort las Marko Kloos aus der deutschen Übersetzung seines Roman-Debüts.

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Die Empfehlung: Der König des Mars

Im diesjährigen Hugo-Gate wurde Marko bekannt, da sein Roman auf der Sad-Puppies Slate stand. Er zog deshalb die Nominierung zurück. Der Nachrücker The Three Body Problem wird nicht nur von ihm hochgelobt, auch Futurefooder im Exil, Markus Mäurer, hält große Stücke auf den chinesischen Roman, der hoffentlich bald auch in Deutsch erscheint.

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Las das erste Mal eines seiner werke in der Übersetzung: Marko Kloos

Lesung und Diskussion machten großen Spaß, sicher werde ich den Roman sobald nicht lesen, aber das Kennenlernen eines netten Autors im großartigen Otherland ist mir immer wieder ein Vergnügen.

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René im Glück – SF im Otherland

Ausführlicher, mit Zitaten und noch mehr Bildern berichte ich im Fantasyguide:
Lesung von Marko Kloos am 19.06.2015 im Otherland

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Am Rande des Ichs

Ich schrieb ja schon, dass ich im Zuge meiner begeisterten Beschreibungen von Sam Delanys Autobiographie Die Bewegung von Licht in Wasser ein dazu passendes Buch von Frank Böhmert geschenkt bekam.

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Verrückt nach Kafka von Anatole Broyard; Cover von Nina Rothfos und Patrick Gabler

Wie so oft, sagte mir der Name Anatole Broyard überhaupt nichts und kaum mehr war mir auch bekannt über das Leben in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg. Quasi das meiste betraf die Kapitel in der wunderbaren Tiptree-Biographie.

Spannend an den Erinnerungen von Broyard ist etwas ziemlich schräges, dass man wohl nur so richtig verstehen kann, wenn man mit Rassismus aufwuchs. Broyard war so hellhäutig, dass er sich als Weißer ausgab. Ich würde ja sagen, entweder ist seine Haut weiß oder nicht. Offenbar ist man dann trotzdem noch irgendwie schwarz. Letztlich ein deutliches Beispiel dafür, wie blöd das ganze ist. Und es erinnert mich auch prompt an eine andere Biographie, nämlich die über General Dumas, in der die seltsame Beziehung von Menschenrechten und Rassismus unter der französischen Revolution thematisiert wurde.

Broyards Erinnerungen an das Leben im Village voller Bücher, Sex und Psychoanalyse ist sehr analytisch geschrieben. Beherrscht von Selbstbetrachtungen, teilweise fast unpersönlich und doch bekommt man ein Gefühl dafür, was damals in diesem berühmten Teil New Yorks los war, welche ganz besondere Stimmung dort herrschte. Fast unberührt und rein, ein bisschen schon mit Aufruhr in den Augen, vor allem aber mit einem ungestümen Drang heraus aus den Konventionen.

Seltsam, wie plötzlich so ein Künstlerviertel entsteht. Danke Frank! :wave:

Meine Rezi im Fantasyguide:
Verrückt nach Kafka von Anatole Broyard

Damit ist das Thema USA natürlich noch nicht abgeschlossen, als nächstes kommt jetzt ein Gedichtband von W. H. Auden, dessen Name mir jetzt einfach zu oft über den Weg lief, um ihn weiter zu ignorieren.

Retrosticheleien

Der Berliner SF-Club Andymon ist zwar etwas verschwiegen, was die weite Welt anbelangt, aber seit dreißig Jahren sind seine Mitglieder eifrig am Thema geblieben und feiern das gerade mit einer phantastischen Woche.

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Eine phantastische Idylle

Bereits seit Montag gibt es jeden Abend eine Veranstaltung, hauptsächlich zu astronomischen Themen. Den Abschluss liefert heute Karlheinz Steinmüller, der nicht nur viel über die Zukunft zu sagen weiß, sondern mit seiner Frau Angela auch die Namensstiftenden SF-Roman Andymon schrieb – immer noch mein mit Abstand liebster SF-Roman.

Da geh ich aber nicht hin, eine ganz andere Geburtstagsfete fordert meine Anwesenheit, dafür aber konnte ich gestern die Vernissage von Thomas Franke besuchen.

Seit seinen phantastischen Covern für die Katzmarz-Bände, die bei p.machinery erschienen, ist der Grafiker Franke wieder zurück im Cover-Geschäft.

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Original und Buch zum Katzmarz-Gedächtnisband
Abschied von Bleiwenheim

Früher in der DDR und später bei Suhrkamp prägte er mit eigenem Stil und Geschmack die Optik mancher Buchreihen.

Seine aktuellen Collagen aus alten Zeitungsholzstichen sind pralle Geschichten, die an Jules Verne erinnern wie ihn Karel Zeman verfilmte, vermischt mit dem Bildhumor eines Terry Gilliam.

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Der Kulturring-Chef und Thomas Franke

In Treptow kann man nun nicht nur eine große Auswahl der Bilder sehen, sondern auch kaufen.

Außer mir waren jede Menge Andymonier anwesend und auch Frank Böhmert, der den avisierten Collagenroman schon fest in sein Buchbudget einplante. ad:keY-Sänger René konnte happy sein, er machte ein Cover für ein Album klar.

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René und Frank beim Aufdröseln der opulenten Collagen und ihrer wunderlichen Titelungetüme

Leider fehlte Hannes Riffel, der auf dem Golkonda-Treffen natürlich unabkömmlich war, er hätte sonst mit Thomas Franke über ein mögliches Projekt plaudern können. So aber stellte der hochsympathische Schauspieler im Hauptberuf eben uns seine Pläne für eine illustrierte Ausgabe des Stalker-Drehbuchs Die Wunschmaschine vor.

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Endlich wieder Punkte – Thomas Franke wiederbelebt seine alte Zeichentechnik

Noch bis 14. August sind die Bilder in den Räumen des Kulturringes Treptow in der Ernststraße 14 zu besichtigen. Nur wenige Schritte vom S-Bahnhof Baumschulenweg entfernt.

Messefreuden

Auch dieses Jahr schafften wir es, am Samstag auf die Leipziger Buchmesse zu fahren. Trotz Vollsperrung der Autobahn drei Kilometer vor der Messehalle, kamen wir auch unversehrt an und verbrachten sechs vollgepackte Stunden zwischen Büchern, Kostümen und netten Menschen, die fast alle irgendwie mit Literatur zu tun haben.

Da die Berichterstattung über phantastische Verlage und Events eher gering ausfällt, habe ich wieder für den Fantasyguide einen etwas ausführlicheren Bericht von meinem Messebesuch verfasst und versucht, möglichst viele aus der Szene zu erwähnen.

Riesig gefreut habe ich mich, dass wir gerade rechtzeitig zur Signierstunde von Pat Rothfuss kamen. Sein Der Name des Windes gehört für mich immer noch zu den großartigsten Fantasy-Büchern und ihn live zu treffen, war schon cool.

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Patrick Rothfuss beim Signieren

Und er hatte ein Serenity T-Shirt an, mehr muss man über den guten Mann nicht sagen.

Danach traf ich Holger M. Pohl um mir mein Arkland-Exemplar abzuholen.

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Das ganze Arkland in den Händen ? Holger M. Poghl

Die Entstehung des Fantasy-Romans habe ich über die Jahre hinweg verfolgt und ich wünsche unserem Fantasyguide-Kolumnisten, der inzwischen auch für den Rettungskreuzer Ikarus und Die Neunte Expansion schreibt, dass dies der Beginn einer erfolgreichen Autoren-Laufbahn wird.

Ein besonderes Highlight war auch der Auftritt des Septime Verlages.

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Frank Böhmert, Jürgen Schütz, Elvira Bittner und Julie Phillips

Jürgen Schütz stellte zum 100. Geburtstag von James Tiptree Jr. seine Gesamtausgabe vor, die ja im Sommer ihren Abschluss findet. Nach Leipzig gereist war Julie Phillips, deren Hugo-prämierte Biographie über Alice B. Sheldon super geschrieben ist und mich beim Lesen damals ziemlich bewegte.
Natürlich war auch Frank Böhmert anwesend, der zum Glück schon früh in seinem Blog auf diese Veranstaltung hingewiesen hatte.

Der Messebesuch schwemmte etliche Bücher in unsere Jagdgründe und viel mehr hätte ich noch kaufen können, aber irgendwann muss ja auch mal Schluss sein, bevor die SUBs zweistellig werden.

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Unser Schatz!

Einen lesenswerten Bericht über die Buchmesse aus Sicht eines Bloggerpaten gibt es bei Literaturen, während man bei Periplaneta nachlesen kann, warum nicht jeder Verlag viel von der Messe hält.
Nachvollziehbar und vor allem, sattsam bekannt. Ähnliches berichtete auch schon Uschi Zietsch vom Fabylon-Verlag, die seit zwei Jahren nur noch mit ihren Hörbüchern auf der Messe weilt. Leider hab ichs heuer nicht bei ihr vorbeigeschafft.

Als Leser aber ist die Messe immer noch lohnenswert und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.

Netzverbreitung

Während es mir gelingt, hier im Blog regelmäßig etwas zu posten, verkümmert meine Homepage etwas.
Aber zumindest habe ich nun die Gedichte des letzten Jahres nachgetragen, zwölf sind es dann doch wieder geworden. Durch das Sterben meines Vaters ist die Grundstimmung sehr dunkel.
Die Lyrik-Sektion findet ihr hier, die neu hinzugefügten Texte beginnen mit einer Ode an Alice B. Sheldon – Tiptree. Natürlich sind viele der Texte auch weiterhin in der Leselupe zu finden.

Apropos Tiptree, Frank Böhmert, der Tiptree-Storys für die Werkausgabe des Septime-Verlages übertrug, wird zusammen mit ihrer Biografin Julie Phillips auf der Leipziger Buchmesse lesen.
Wenn mein Ohr wieder fit ist, bin ich am Samstag, den 14. März 2015, dabei!

Auch eine weitere Rezi ist online gegangen.
Matthias Falke schickt mir seit einiger Zeit ja alle seine Neuerscheinungen und das ist mehr, als ich zu lesen schaffe ohne die mir liebe Abwechslung aufzugeben.
Der Terraformer aber hat mich dann doch überrascht. Sehr kurzweilig, witzig und mit sympathischen Hauptfiguren.

Der Terraformer von Matthias Falke, Cover von Timo KümmelDer Terraformer von Matthias Falke, Cover von Timo Kümmel

Ein ganz klare Leseempfehlung für Leute, die Lust auf gute deutsche SF haben. Einfach nur ein bezauberndes Abenteuer erleben: Der Terrarformer von Matthias Falke.

Mein Ohr nervt mich leider noch immer, sodass ich gleich wieder ins Bett marschiere.

Die Coolness von Zehnjährigen

Wie immer bin ich begeisterter Lesungsbesucher in der Berliner Otherland-Buchhandlung. Am Freitag stellte Boris Koch sein neuestes Werk, ein Kinderbuch mit dem verlockenden Titel Das Kaninchenrennen vor.
Das Kaninchenrennen, Cover von IllustratDas Kaninchenrennen, Cover von Illustrat

Boris arbeitete nicht nur jahrelang im Otherland, er ist als StirnHirnHinterZimmer-Lesebühnenautor auch ein verdammt guter Vorleser.

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Boris Koch während der Lesung

Wir kringelten uns beim Trainung zum Kaninchenrennen und erinnerten uns an unsere Große-Jungs-Phase mit zehn Jahren.

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René überreichte Boris zum Abschluss der Lesung noch ein Alien-Lesezeichen

Und Frank Böhmert, der drüben in seinem Hasenbrot-Blog bereits über seine Lektüre des Kaninchenrennens berichtete, wurde nach zwei Stunden Widerstand doch noch schwach und kaufte sich die dicke, goldene Biographie über Edgar Rice Burroughs.

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Mehr als ein Schnäppchen!

Die Nacht wurde noch lang und Renés Damen-Begleitung lehrte uns etwas über männliche Riten, das wir weder bisher wussten noch wissen wollten.

Vielen dank an Boris Koch für die phantastische Lesung und ich freue mich auf seine nächsten literarischen Ausflüge. Vielleicht ja wieder in die Phantastik.
Mehr von der Lesung gibts im Fantasyguide: Lesung von Boris Koch im Berliner Otherland am 24.10.2014

Herbstgewühl

Neulich kam Frank Böhmert in seinem Blog auf Manfred Bofinger zu sprechen. Prompt erinnerte ich mich daran, dass er die wunderbaren Bilder in den Französisch-Schulbüchern verzapfte. Ein Großteil des Spaßes an diesem Fach verdanke ich Bofinger.

Und weil Frank ein cooler Hund ist, hatte er die grandiose Idee, einen Herbstspaziergang zu Bofingers Grab zu machen.
Als ob der Geist des Mannes uns eine Freude machen wollte, zeigte sich der Herbst von seiner allerbesten Seite und trieb nicht nur uns auf die Stralauer Halbinsel. So sah Frank seine Lieblingslaufstrecke einmal richtig bevölkert.

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Blick auf die Halbinsel Stralau von Treptow aus

Die Halbinsel wird seit einigen Jahren in eine Gartenstadt verwandelt, zum Glück ist fast der gesamte Uferstreifen ein öffentlicher Wanderweg geworden. Die Aussichten sind fantastisch und es fühlt sich nicht nach Innenstadt an, sondern so richtig nach Jottwehdeh.

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Manchmal ist Berlin nicht mal mehr ein Dorf

Bofingers Grab liegt auf dem Friedhof der alten Dorfkirche, ein an diesem Tag unglaublich freundlicher und sonnendurchfluteter Totenacker mit einladenden Bänken, die auch gut besucht waren.

Das Grab selbst ist von weitem zu erkennen. Ein lesendes Mädchen aus weißem Stein fällt ins Auge. Beim Näherkommen erkennt man das kleine Selbstbildnis unten auf dem Stein und lauter kultige Dinge. Glasmurmeln, Spielzeug, Krimskram und natürlich krumme Löffel.
Dieser krumme Löffel gehört zu Bofingers Leben und bildete den Titel seiner Kindheitserinnerungen, eben jenes Buch, das Frank einst vom Autor geschenkt bekam.

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Simpel aber Klasse

Wir setzten uns dann dem Grab gegenüber auf eine Bank und ich lauschte den beiden Geschichten aus Bofingers Leben, die Frank leise säuselnd und mit Begeisterung über die lebensprallen Miniaturen vorlas.

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Ein perfekter Moment

Dann quatschten wir im Herbstsonnenschein und wühlten in Plänen und Erinnerungen, so wie Bofinger einst mit seinem krummen Löffel in den Kellerlöchern des zerbombten Berlins.

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/bow @Bofinger

Als ich am Vorabend in die Regale mit den alten DDR-Büchern schaute, überraschte es mich doch, in wie vielen Bofinger zu finden war. Zwei nahm ich auf den Spaziergang mit. Alfons Zitterbacke – das großartige Verlierer-Buch von Gerhard Holtz-Baumert, mit den vielen bunten Pechvögeln auf den Umschlaginnenseiten, gehört zu den wenigen echten Kinderbüchern die ich las.
Das zweite Buch Graffunda räumt auf von Renate Holland-Moritz las ich erst später und natürlich wegen des Films Der Mann, der nach der Oma kam mit Rolf Herricht.
An alledem hatte ich seit Jahren nicht mehr gedacht. Da muss erst ein Kreuzberger mit seiner umstandslosen Neugier kommen.

Wir wandert den Uferweg auf der Spreeseite zurück bis nach Kreuzberg hinein. Die Wege und Straßen voller Menschen im Genuss des vielleicht letzten schönen Sonnentages. Später saßen wir bei einem Kumpel von Frank auf dem Dach im Wrangelkiez. Um uns Berlin, Lunge, Herz und Kopf freigeblasen. So geht das mit dem Herbstgewühl.
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Ein Gruß von der Elsenbrücke

Frank hat natürlich auch darüber gebloggt. :wave:

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