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Ohne Mond kann ja jede!

Trübe Wintertage bringen mich Frau Luna nicht wirklich näher und ein bisschen hoffe ich ja, diese langen Abende mit Buch und Wein gemütlich im Sessel zu verbringen, jedoch wo ist dieser Obiwan, wenn man ihn braucht, das antagonistisch handelnde Universum zu verstehen?

Aber werf ich mal das Dubistschuldstöckchen nicht zu den tollen Toten, sondern eile, die Bücherstapel zu bezwingen …

Das jüngste Werk von Michael Marrak erwarb ich schon im Oktober auf dem BuCon und beim Signieren beichtete der Meister, dass er damit die deutsche Ausgabe zum ersten Mal in den Händen halte. Kurz beäugte er es, ob sein Satz korrekt die Druckerei verließ und fast wäre er vor lauter Begeisterung gar nicht mehr dazu gekommen, den magischen Stift zu benutzen.

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Skeptischer Meisterblick: Michael Marrak auf dem BuCon 2018

Auch wenn ich mich sehr auf die Wiederkehr in das Universum des »Kanons mechanischer Seelen« freute, kam ich erst jetzt dazu, mich erneut von Ninive an die Hand nehmen zu lassen und durch ihre abgedrehte, wunderbare Welt zu wandeln.

»Die Reise zum Mittelpunkt der Zeit« ist ein rasantes und witziges Abenteuer in der Stadt von Aris, der im »Kanon« ja seine Fähigkeit verlor, Gegenstände zu beseelen. Aber das brachte ihn auf die Idee, nach dem verschwundenen Mond der Erde zu forschen.
Und der Depp vergisst darüber Ninive.

Mir wäre das nicht passiert und Aris hat meine Ivi auch gar nicht verdient!

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Die Reise zum Mittelpunkt der Zeit von Michael Marrak

Der Herr Marrak hatte aber wohl Mitleid und so hilft sie ihm denn nach der wohlverdienten und bestimmt zu sanften Ohrfeige bei seiner Suche.
Dabei dürfen wir eine herrlich skurrile Stadtlandschaft bewundern, die so vollgestopft ist mit phantastischen Ideen, dass ich sehr hoffe, auch hierher zurückkehren zu dürfen.
Ein großer, lustiger Spaß mit genau den richtigen Einsprengseln Melancholie. Ein perfektes Buch zur Wiedereröffnung einer Bibliothek.

Ein bisschen mehr dann drüben im Mondschein des Fantasyguides: Die Reise zum Mittelpunkt der Zeit von Michael Marrak

Ein Kanon beschwingter Fragen

Wenn ich begeistert bin, dann so richtig. In den letzten Monaten habe ich mich intensiv mit Michael Marrak befasst. Das begann quasi schon auf dem BuCon. Dort konnten wir uns unterhalten und natürlich ging es um Der Kanon mechanischer Seelen und um die Gesundheit. Wir werden ja alle langsam Gruftis.

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Michael Marrak auf dem BuCon 2017

Danach las ich endlich Lord Gamma und beschloss sogleich, dass es Zeit wird für ein Interview mit Michael für den Fantasyguide.
Inzwischen konnte ich sogar den fertigen Kanon verschlingen, ergänzende Fragen hinterherschicken und nach einigen Stunden Bastelei in Typo3 kann man das ganze Interview nun in seiner vollen Pracht bewundern: Interview mit Michael Marrak (2018)

Jedes Mal freu ich mich wie Bolle, wenn ich solche Interviews nicht nur mit Fragen würzen kann, die noch nicht unbedingt beantwortet wurden, sondern auch mit passenden Covern und Fotos. Ich hadere zwar immer mit mir, wenn ich mit der Kamera auf Leute losgehe. Denke mir, dass es eigentlich eine Belästigung ist, aber wenn dann das Foto zu einer AutorInnenseite oder eben einem Interview passt, bin ich dann doch ganz froh, meine Scheu überwunden zu haben.

Aber lieber ein paar Bedenken hegen als aufdringlich zu sein.

Flux in den Orb und zurück

Seit der allerersten Novelle in Nova 20 bin ich absoluter Fan von Der Kanon mechanischer Seelen. Nach drei weiteren Novellen mit demselben Personal und der selben Welt entschloss sich Michael Marrak daraus einen Roman zu machen und der wurde riesig. 725 Seiten!

Kanon-Cover

Der Kanon mechanischer Seelen von Michael Marrak, Cover ebenfalls von Michael

Da traf es sich ganz gut, dass ich übers Wochenende im Krankenhaus weilte und mich nach einer Ohr-OP ganz in den Kanon versenken konnte.

Das Wiedersehen mit Ninive, Cutter und dem Land vor der großen Mauer verlief zu meiner völligen Zufriedenheit. Michael hat die Handlungsfäden nicht nur großartig miteinander verknüpft, er baute alles aus, um und erschuf eine wunderbare, kunterbunte SF-Landschaft voller Liebe und Humor, dass man gar nicht mehr aufhören will, sich darein zu kuscheln.

Ich konnte in den letzten Jahren immer mal wieder Lesungen von Michael besuchen, meist im Second Life und jede Kanon-Geschichte begeisterte mich. Der freche Witz zündet live einfach noch mehr.

Kanon_2

Buchpremiere beim Ersten Virtuellen Literaturcon am 22.10.2017

Ich mag es verrückt und phantastisch. Vielleicht bin ich ja deshalb jetzt völlig hin und weg. Der Kanon mechanischer Seelen ist definitiv mein Kandidat Nummer eins für den KLP – ist quasi kurz vor knapp damit.

In Arbeit ist ein Interview mit Michael für den Fantasyguide und ich hoffe, dass es genau so umhauend wird, wie sein Buch. Da er der Perfektionist ist, liegt jegliches Banausentum bei mir

Etwas mehr zu Inhalt und Faszination bietet meine Rezi: Der Kanon mechanischer Seelen von Michael Marrak

April, April, ich bin die falsche Prill!

Es ist Weihnachtszeit und Vorfreude steckt in allen Dingen. Seltsamerweise verdreht meine Umwelt schnell die Augen, wenn ich auf die Fragen nach meinen Wünschen mit Büchern antworte.

Okay, ich kann verstehen, wenn das für Schenkende inzwischen langweilig geworden ist und so kauf ich mir all die Bücher eben selbst. Vorfreuen kann ich mich ja trotzdem. Und mit etwas Geschick kann man das ewige Warten auf heißersehnte Bücher süß verkürzen, indem man etwa endlich mal eine Lektüre nachholt.

Bis also Der Kanon mechanischer Seelen an meine Brust gedrückt werden kann, hab ich ins Regal gegriffen und mir endlich Lord Gamma zu Gemüte geführt.

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Lord Gamma von Michael Marrak; Cover: Thomas Thiemeyer

Warum tat ich das nicht bereits früher? Der Roman wurde überall gelobt und empfohlen und gehypt und gepusht und getoptent – wahrscheinlich bin ich einfach ein oller Stiesel und will mit einer atypischen Lektüreauswahl bestechen.

Fakt ist: Mit Lord Gamma hat Michael Marrak einen sehr guten SF-Roman geschaffen. Die Idee ist cool, die Sprache zum Niederknien und ganz zum Schluss gibt es sogar eine für mich funktionierende Auflösung. Der Roman hat einen magischen Sound, fast lässig in seiner Epik und trotzdem berührend. Ein Buch, auf dessen zweite Lektüre man sich sofort freut.
Und ich liebe die Farbe des Covers von Thomas Thiemeyer!

michael Marrak_1

Bereits 2014 auf dem ElsterCon holte ich mir Michael Marraks Signatur in meinen Lord Gamma

Mehr in meiner Rezi: Lord Gamma von Michael Marrak

Aber, trotz aller Ablenkungsversuche: Der Kanon mechanischer Seelen ist bestellt und bezahlt, nun muss er nur noch den Weg durch das Winterland schaffen und frisch duftend zu mir gelangen. Was brauch ich da den Weihnachtsmann?
Äh, Stopp! Die Herr der Ringe Blu Rays bleiben im Sack!

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