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Wir waren schon immer nicht wirklich hier

Wer diesen Blog schon etwas länger verfolgt wird wissen, dass ich seit Jahren regelmäßig nicht nur reale Lesungen besuche, sondern auch virtuelle in Second Life. Was die halbe Welt just für sich neu entdeckte, ist dort ein zwar alter, aber kunterbunter und gern getragener Hut.

Den ganzen Mai bis in den Juni hinein fand dort das E-Book Event der Brennenden Buchstaben statt und für mich war das seit 2016 der fünfte Besuch.

Es gab sogar Masken für die Avatare …

An fünf Wochenenden fanden Lesungen und Life-Performances statt. Inzwischen muss man dafür nicht einmal mehr den Second Life Viewer starten, da das Ganze tontechnisch über Discord abgewickelt wird und zudem auch noch über das Internet-Radio Rote Dora weltweit im Stream zu hören ist.

Natürlich fetzt es in SL mehr, da dort eine Menge KünstlerInnen unterwegs sind, um mit aufwändigen Bühnenbildern und Kulissen, den Lesungen eine maßgeschneiderte Atmosphäre zu verpassen. Dieses Jahr wurden fast alle Locations wieder von Barlok Barbosa erschaffen und etliche seiner Kreationen bekam man für eigene Sims als Geschenk.

Barlok macht alles möglich

Ich konnte stolze vierzehn der Veranstaltungen besuchen und nach meinem Hänger im letzten Jahr, klappte es dieses Jahr sogar wieder mit einem vollständigen Bericht.

Kunstinstallationen sind in SL großartig

Und es ist völlig egal, ob mir nun die vorgestellten Werke gefielen oder nicht, es macht immer wieder einen Heidenspaß und jede und jeder, der solch eine Lesung veranstaltet, freut sich über ein zahlreiches Publikum und Applaus. Ich denke, gerade in der Phantastikszene ist das schon ne Menge wert. Eine Anthologie habe ich mir gleich noch während der Lesung geordert!

Thorsten Küper las auch öfter mit

Mein Bericht enthält jede Menge Screenshots und Informationen, die meist Veranstalter und Gastgeber Thorsten Küper aus den Lesenden herauskitzelte: Das Brennende Buchstaben E-Book Event 2020

Für eine Handvoll Gags

Als ich Uwe Hermann beim eBook Event der Brennenden Buchstaben lauschte, beschloss ich spontan, ihn für den Fantasyguide zu interviewen und schrieb ihn auch bald an. Hocherfreut bekundete er prompt sein Einverständnis.

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Uwe Hermann

Während der Recherche für die Fragen stieß ich auf ein Interview von meinem alten Phantastik-Mentor Michael Schmidt, das er für den Phantastikon vor zwei Jahren führte. So brauchte ich diverse Dinge nicht erneut fragen und konnte mich ganz darauf konzentrieren, mir etwas Neues einfallen zu lassen.

Immerhin wurde das Interview gleich hochbrisant, da Uwe inzwischen den KLP für seine SF-Story Das Internet der Dinge gewann. Da diese Story auch gerade Grundlage eines coolen Fanprojektes ist, konnte ich den braven Autor auch hierzu gleich wichtige Informationen aus der Nase ziehen.

Mit den Antworten kam zudem ein Schwung Fotos und Cover an – ideale Arbeitsbedingungen. Ein Extra-Bienchen für Uwe Hermann!
Wenn er jetzt auch noch den DSFP gewinnt, steht einer noch steileren Karriere als SF-Autor nichts mehr im Weg.

Mir hat das Fragenstellen Spaß gemacht und wer sich ebenfalls daran ergötzen will, findet das Gesamtkunstwerk im Fantasyguide: Interview mit Uwe Hermann

Im Schatten des großen Haufens

Derzeit läuft in Second Life das eBook-Event der Brennenden Buchstaben, das ich nun schon seit Jahren besuche. An etlichen Frühlingswochenenden gibt es diverse Lesungen aus allen literarischen Bereichen, dargeboten auf großartigen Bühnen ambitionierter SL-Künstler und Künstlerinnen.
Ich freute mich wie Gimli in Helms Klamm als mich BBE-Chef Thorsten Küper frug, ob ich nicht auch etwas lesen und den Fantasyguide vorstellen möchte. Dachte schon, er kommt nie!

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Offizielles Poster vom Kueperpunk

Mit Texten aus den letzten beiden Fantasyguide-Anthos im Gepäck machte ich mich also auf den Weg zu meinem PC und versuchte, eine Stunde lang nicht zu sterben.

Meine erste Story, Amtsfreuden aus Am Ende des Regens von 2014, behandelt einen Tag aus dem Leben eines Briefträgers, der für außerirdische Eroberer arbeitet. Die Riesenameisen gaben BukTom Bloch auch die Gelegenheit für seine sehr treffende Gestaltung des Lesungsortes in Second Life. Am Himmel schwebte ein Ameisenhaufen, die anwesenden Avatare konnten sich auf kleine Haufen setzen, es gab einen Briefkasten und einen Briefträger mit Trumpgesicht. Herrlich!

Das tollste war, dass mir BukTom zwei Leseanimationen baute, sodass mein Avatar während jeder Geschichte das passende Buch in der Hand hielt. Ich liebe dieses Detail!

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Mein SL-Avatar während der Lesung

Die Sprache kam über eine extra-Software, da der SL-interne Voice-Server Ärger machte und ich musste die gesamte Zeit meine Push-to-Talk-Taste gedrückt halten, was beim Umblättern akrobatische Höchstleistungen erforderte.

Die zweite Story, Verführerische Düfte aus der 2017er Antho Der letzte Turm im Niemandsland, passte nicht mehr ganz ins Zeitfenster, aber die Saramee-Geschichte bot einen schönen Cliffhanger und vielleicht reizt das ja zum Erwerb der Antho.
Gestern wurde ich auch endlich mit ihrer Fortsetzung für die nächste Antho fertig.

Als die Lesung zu Ende, der Applaus durchgescrollt und ich megafertig zum Kühlschrank für eine Gerstenkaltschale hüppte, hätte ich die Welt aus den Angeln heben können. Vorab war ich dann doch sehr aufgeregt und die Erleichterung hinterher überschwemmte mich mit Glück.

Wenn das BBE 2018 durch ist, werde ich wieder einen Bericht verfassen. Dieses Jahr konnte ich ein paar Veranstaltungen mehr besuchen und schon jetzt bin ich hin und weg von der Vielfalt der Texte und Bühnenbilder. Es gibt meines Wissens nach in Deutschland nichts Vergleichbares.

BukTom hat meine Lesung übrigens mitgeschnitten. Zunächst hört man etwas Vorgeplänkel, die eigentliche Lesung beginnt etwa bei zehn Minuten.

Brennender Mai

Wenn die Brennenden Buchstaben zum eBook-Event laden, freue ich mich inzwischen sehr darauf. Die Lesungen in den virtuellen Welten des Second Life bieten nicht nur interessante Geschichten, sondern dazu auch noch ein sehr kreatives Umfeld.

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Viel Platz für Kreativität

Zu jeder Lesung wird von erfahrenen Künstlern ein passendes Bühnenbild entworfen, es gibt Utensilien zum Benutzen, passend zur Story, Musik- und Soundeffekte und vor allem immer wieder auch die Möglichkeit, selbst etwas beizusteuern.

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Zur Lesung von Hexenherz gab es passende Hüte und Zylinder

Vermutlich kann man sich so etwas nur schwer nachvollziehen. Sich abends an den Rechner setzen, Kopfhörer auf, Gerstenkaltschale bereit halten, einloggen und los geht’s.

Die Lesungen in SL sind nicht meine ersten Erfahrungen mit virtuellen Events, in jedem MMO trifft man irgendwann auf Rollenspiel und Dinge wie Bardenkonzerte oder Hochzeiten.

Aber Lesungen in SL sind mehr als das, sie sind eine ganz eigene Bühne und bieten die Möglichkeit, Menschen mit Spaß an Literatur, egal welcher Gattung, in einem angenehmen Umfeld zu verbinden, die sonst etliche Kilometer trennen.

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Anschlagtafel am brennenden Theater

Daher besuche ich sie gern, nehme die für mich WASD-Fanatiker verelfte Steuerung hin (man muss ja nicht viel laufen) und erfreue mich an meist völlig unbekannten Autorinnen und Autoren.

Falls es mal Probleme gibt, hilft die SL-Community sofort, besonders Thorsten Küper ist stets hilfsbereit zur Stelle. Außerdem liest er mit sehr viel Verve und Mut zum Schauspiel.

Da Mai-Wochenenden selten dazu auffordern, still starr hockend im dunklen Kämmerlein zu bleiben, konnte ich dieses Jahr nur sechs der fünfzehn Veranstaltungen besuchen:

Monika Loerchner las aus ihrem Fantasyroman Hexenherz – Eisiger Zorn, Regina Schleheck stellte ihren erschreckenden Roman über Der Kirmesmörder – Jürgen Bartsch vor, Frederic Brake, den ich schon öfter in SL erleben konnte, las und spielte mit dem Kueperpunk zusammen die Zombi-Romanze Eleonore, Newbie Andreas Zwengel präsentierte Ausschnitte aus seiner Serie Der zweite Krieg der Welten und Jennifer B. Wind spendierte eine Rundschau ihres Schaffens.

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Auf Du und Du mit Tripods während der Lesung von Andreas Zwengel

Zum Abschluss gab es noch einen Megakracher: Glaszsphäre. Eine Kunstinstallation auf eine Kurzgeschichte von Thorsten Küper, angerichtet mit dem animierten Design von Moewe Winkler und fein abgeschmeckt mit sphärischer Musik von Michael K. Iwoleit, der dieses Wochenende wohl doch seinen Deutschen Science Fiction Preis auf dem DortCon abholen wird.

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In der Glaszsphäre

Ausführlich berichte ich drüben im Fantasyguide: Das E-Book Event der Brennenden Buchstaben 2017

Jede Menge Fotos gibt es bei BukTom Bloch, zu dessen Lesungen ich leider nicht konnte.

Schaut euch das mal an. Ich verlinke den Einsteigerguide vom Küper und rate euch, diese Erfahrung einfach mal zu machen. Es ist kein Kinderkram, kaum geekig, sondern Kunst, Spaß und ziemlich (Buzzwortalarm!) entschleunigtes Literaturvergnügen. Von Liebesgeschichte, über SF, Fantasy und Horror bis zu Krimi und Gegenwartsgeschichten wird in Lesungen, Theaterstücken und Installationen alles geboten. Ganz ohne Parkplatzsuche.

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Jeder findet Platz im Brennenden Theater

Das nächste Event kommt bestimmt, mögen euch die Pixel gewogen sein!

Æther, Plüsch und Drachendrama

Morgen geht das Brennende Buchstaben E-Book Event 2016 in die zweite Runde und ich hab hier noch gar nix zum ersten Wochenende gepostet, zumal ich gar nicht weiß, ob ich dieses dabei sein werde, denn ein neues HdRO-Update ist draußen und ich bin ganz hibbelig.

Aber da die fleißigen Künstlerinnen und Künstler des Events es verdienen, gehört und bestaunt zu werden, will ich hier die Trommel malträtieren und werben.

Das virtuelle Second Life Event findet an vier Wochenenden im April statt und das erste bot vier Lesungen, die ich alle besuchte.
Anja Bagus begann in Barloks Hafen mit dem Vortrag ihrer Geschichte Ruhelos aus der Anthologie Æther, Schwerter und Planeten.

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Ich probierte vorab das coole Lesepodest

Am zweiten Abend performten Carsten Steenbergen und Detlef Tams ein Kapitel aus Steamtown: Die Fabrik.

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Carsten Sttenbergen und ein Groupie

 

Selina Haritz entführte uns danach mit einem Auszug aus ihren Roman Traumdealer am Abstellgleis in eine Plüschtierwelt.

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Eine plüschige U-Bahnstation

Und klassisch phantastisch beschloss Frederic Brake das Wochenende mit seiner Story Verrat ist ein Dolch aus Eis aus der Anthologie Nebelmelodie, die auch noch auf einem meiner SUBs suppt.

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Drachendamen tragen Rosa. Aber nicht überall.

Die tollen Kulissen stammen von Barlok Barbosa und ClaireDiLuna Chevalier, ich hoffe, die Screenshots fangen ein bisschen vom Flair der Abende ein, ansonsten schaut euch ruhig meinen Bericht im Fantasyguide an.

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Barlok (rechts) und ich in der Kulisse für Steamtown

Hier nun der Blick ins Programm für dieses, dem zweiten Event-Wochenende:

Am Freitag ab 20 Uhr lesen Rael Wissdorf und Idril aus Fleurissen
SLURL: http://maps.secondlife.com/secondlife/Delta%20Games/129/192/22

Am Samstag liest ab 20 Uhr zunächst Felix Münter in Barloks Hafen aus Lincoln County Lockdown
SLURL: http://maps.secondlife.com/secondlife/Kreativdorf/135/157/22

anschließend, ab etwa 21 Uhr, intoniert Bernhard Giersche Kurzgeschichten unter anderem aus Fleisch 3
SLURL: http://maps.secondlife.com/secondlife/Delta%20Games/129/192/22

Den Sonntag beginnt ab 20 Uhr Judith Vogt mit einer Lesung aus Die verlorene Puppe
SLURL: http://maps.secondlife.com/secondlife/Vision%20of%20mountains1/146/200/95

danach ab etwa 21 Uhr offeriert Alex Jahnke Liebesgrüße aus Neuschwabenland
SLURL: http://maps.secondlife.com/secondlife/Kreativdorf/135/157/22

Vielleicht sieht man sich! Wer nicht weiß, wie das geht, hier der Link zu einer kurzen Anleitung.

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