Montbron

Startseite » Beitrag verschlagwortet mit 'benSwerk'

Schlagwort-Archive: benSwerk

Luftig locker und maskiert

Die Buch Berlin 2021 in der Arena Treptow

Am Wochenende fand endlich wieder die Berliner Buchmesse Buch Berlin statt und nach all der monatelangen Vorfreude und dem Bangen, ob sie stattfinden darf, hatte ich vorab doch ein mulmiges Gefühl, zu einer Massenveranstaltung zu gehen.

Doch irgendwie musste ich einfach hin und das Risiko erschien mir dann doch akzeptabel, nach ein paar Argumenten eines Freundes, den ich dann leider um ein paar Augenblicke verpasste.

Um ein wenig den Massenandrang zu umgehen, war ich recht früh da. Erneut gab’s am Eingang für Online-Tickets lange Schlangen, während die Tageskasse leer stand. Es galt »Genesen und Geimpft« als Einlassregel, meine Handy-App funktionierte und so stand ich auch schon in der Halle. Die Arena ist sehr geräumig, die Standreihen lagen weit auseinander und es herrschte sichtbar wenig Betrieb.

Nadine Muriel mit stylischer Maske

Mein Hauptgrund herzukommen ist ja meist, ein paar vorher schon ausgesuchte Bücher zu erwerben und jede Menge Fotos von Buchschaffenden zu knipsen, die ich dann im Fantasyguide verwenden kann. Leider bin ich dann immer sehr schüchtern und trau mich kaum, den Fotoapparat zu zücken. Zu Hause ärgere ich mich dann über schlechte Bilder oder die verpasste Gelegenheit, die Namen der Leute auf den Fotos zu ermitteln. Aber das geht mir jedes Mal so und dennoch gibt es immer wieder geschlossene Lücken. Die Fotos des Jahrgangs 2021 werden dann auch vielleicht und hoffentlich mal etwas Besonderes sein, denn es sind Maskenfotos. Viele Anwesende ließen auch am Stand die Maske auf und das hat einen eigenen Reiz.

Ju Honisch

Aber ich hab natürlich dann doch ein paar Menschen angesprochen. Als erste begrüßte ich Ju Honisch, die ich seit Jahren immer wieder auf Events sehe und die mir einst Molo ans Herz legte. Zwar wurde ich mit ihrem Roman »Das Osidianherz«, der damals den DPP gewann, nicht warm, aber Ju ist einfach super nett und wir plauderten kurz. Dabei fielen mir die Dicke ihrer Werke auf, die sie dank Corona im Selbstverlag herausbringt, und sie präsentierte mir extra für diese Wälzer einen Waffenschein. Aber ich sag euch: Lest lieber ihre Bücher anstatt sie auf Elfen zu werfen.

Gleich daneben musste ich dann aber zuschlagen, denn der neue Roman von Swantje Niemann, »Das Buch der Augen«, ist jüngst in der Edition Roter Drache erschienen und ein Pflichtkauf. Ihre »Drúdir«-Trilogie gefiel mir sehr, handelt ja auch von einem Zwerg, zudem sah ich die Autorin auf diversen Lesungen, Cons und während ihrer Praktikumszeit im Periplaneta Verlag, der leider nicht dabei war, wie so viele.

Torsten Low (links)

Auch von Torsten Low musste ich ein Buch erwerben, denn von meinem alten Fantasyguide-Mitstreiter Holger M. Pohl erschien dort die bitterböse Branchensatire »Die Leiden des jungen Verlegers«, kurz Verlegerleiden, dass er selbst noch gar nicht in den Händen hielt, weil der bissige Verleger das wohl irgendwie vergaß. Aber Tina und Torsten erzählten von ihrem Corona-Blues und dem krassen Umstieg nach einem Jahr zurück ins Messe-Geschehen. Vor allem sei ihre Kälteresistenz abhanden gekommen, die sie sich in vielen Übernachtungen im Auto erworben hatten. Aber sie schienen mir sehr glücklich zu sein, wieder Bücher in Kisten zu packen und unter die Leute bringen zu können.

BenSwerk

Viele schöne Cover und Bücher weiter kam ich zu benSwerk, bei der ich eine Troll-Neuausgabe signieren ließ – ich mag ihre grafischen und zeichnerischen Arbeiten sehr, ihre Kreativität ist bewundernswert und ich erfreue mich eigentlich immer daran, wenn ich Bücher in den Händen halte, an denen sie mitwirkte.

Links daneben gab’s den Stand des Hirnkost Verlages, wo ich die großartige Anthologie »Am Anfang war das Bild« erwarb. Auf den Geschmack kam ich durch die jüngste Talkien-Ausgabe, in der die Beteiligten zu Wort kamen und man Eindrücke der Bilder gewinnen konnte, um die sich die SF-Geschichten drehen. Liegt jetzt es auf dem SUB recht weit oben.

Claudia Rapp und Hardy Kettlitz

Auf der anderen Seite von benSwerk erstreckten sich die Stände von Bernhard Kempen und Memoranda. Da ich quasi bereits das aktuelle Programm von Hardy Kettlitz’ Verlag in der Woche davor erworben hatte, machte ich nur Fotos und es traf sich ganz gut, dass Claudia Rapp zugegen war, denn so konnte sie mir einiges zum Metropol Con erzählen, der übernächstes Jahr, vom 28.–30.04. in Berlin, stattfinden wird; so Corona will. Ich muss da hin. Mit Claudia zu quatschen ist immer ein Vergnügen, sie ist eine begeisterte Phantastikerin, weitgereist und hat Superkräfte.

Liebe ist ein großes Buchthema

Ich zog dann noch die Stände auf und ab, bekam ein Regenbogenfähnchen und die Gelegenheit, ein paar der Autor·innen zu sehen, deren Werke in jüngster Zeit im Fantasyguide rezensiert wurden. Und die sehe ich tatsächlich eigentlich nur auf dieser kleinen, gemütlichen und queeren Messe.

Glücklich und Bücher-schwer zog ich von dannen.

Die Nacht der Kleinen Leute

Es war zu erwarten, dass zur Vorstellung einer Anthologie, deren Mitwirkende die phantastische Literatur hierzulande seit Jahren prägen, jede Menge Feenvolk und auch genügend Trolle und Zwerge in das Kreuzberger Otherland wandern würden.
So gut gefüllt sah man die buchgewaltigen Hallen selten. Das Ziel des phantastischen Volkes war die »Anderswelt«. Eine Anthologie, herausgegeben von benSwerk und Holger Much.

Ben dürfte als Coverkünstlerin vielen bekannt sein, schuf sie doch unzählige Designs für die Golkonda-Bücher und so wundert es nicht, dass auch neun Bildkünstlerinnen und Bildkünstler mit ihren Zeichnungen, Gemälden und Illustrationen in »Anderswelt« vertreten sind.

Das Otherland war also gerappelt voll, man sah die, die immer hier sind und auch die, die man stets hier und dort antrifft.

benswerk_anderswelt

Die stolze Herausgeberin: Ben

Pünktlichst begann der Lesungsteil. Ben freute sich, die »Anderswelt« im Otherland zu präsentieren, dem Ort, an dem nach ihren eigenen Worten Realität magisch wird und Fantasie real. Oder wie die Otherlander es formulierten: Phantastik wahr wird und Realität magisch.

Nach Bens kleiner Projektvorstellung bestieg als Erster Zauberer Christian von Aster das gefährliche Podest der Poesie und eröffnete mit dieser sportlichen Höchstleistung den Reigen lustiger Podestpossierlichkeiten, denn das mühevolle Erklimmen der Lesebühne machte das Podium für Christian zum Symbol für den Balanceakt zwischen Realität und Phantastik.

christianvonaster_anderswelt

Christian von Aster

In Anbetracht fehlender Zeit für eine Geschichte war er ganz froh, dass man ihm die Möglichkeit gab, mit einem Gedicht in der »Anderswelt« vertreten sein zu dürfen. Als Inspiration zu seinem Poem »Die wilde Jagd« diente ihm das Bild »Nachtvolk« von Holger Much, ebenfalls im Buch zu finden. Der Vortrag, mit dem sich die Pforte zur Anderswelt öffnete, erklang gewohnt stimmgewaltig und wohlbetont.

Ihm folgte der einzige und anbetungswürdige Jasper Nicolaisen und Jasper besitzt eine wunderbar prägnante Erzählstimme, der ich stundenlang lauschen könnte.

jaspernicolaisen_anderswelt

Jasper Nicolaisen

Er war froh, endlich wieder Phantastik bringen zu können, denn in letzter Zeit sei er gezwungen gewesen, ganze Bücher mit echten Menschen vollzuschreiben.
In »Schwarzbraun ist die Haselnuss« geht er darum auch ganz tief in die Schatten von Neukölln und erzählt von den Kleinen Leuten. Eine wunderbare Liebeserklärung an die Menschen, die jenseits normaler Lebensentwürfe in Berlin leben. Jasper kredenzte eine breite und bis in die tiefsten Poren liebenswerte urbane Märchenwelt. Wenn ihr einen einzigen Grund braucht, »Anderswelt« zu kaufen, dann solltet ihr in diese Geschichte hineinlesen. Berlin war schon lange nicht mehr so mythisch!

Sodann folgte Otherlander Simon Weinert, der in »Wo die Feen herkommen« eine Verbindung zwischen der Einsamkeit jugendlicher Dichter und der Geburt von mythischen Wesen herstellte.

simonweinert_anderswelt

Seine Beschreibungen über das Großwerden in einem Dörfchen der Schwäbischen Alp zeugten von tiefen Verständnis jener Zeit, da Bücherleser mit drängenden Körpersäften fernab Gleichgesinnter ihre eigenen magischen Orte erschufen.
Das klang autobiographisch und war auch deshalb sehr amüsant.

Und um das Trio der ehemaligen Lesebühne »Schlotzen & Kloben« voll zu machen, folgte Jakob Schmidt.

jacobschmidt_anderswelt

Jakob Schmidt

Vor der Pause teaserte er uns mit dem Beginn seiner Geschichte »Die Wechselbälger«, die auch die Anthologie eröffnet. Bei Jacob stehen ebenfalls seltsame kleine Leute im Mittelpunkt und zeigen durch ihre Andersartigkeit, wie komisch eigentlich das ist, was wir als normale Welt betrachten.

Dirk-Boris Rödel eröffnete nach der Meisterung des Podestbesteigens die zweite Lesungshälfte mit »Die Hexe«, einer Mischung aus Gedicht und alternativer Genesis.

dirkborisroedel_anderswelt

Dirk-Boris Rödel

Er war auch der erste mir unbekannte Autor des Abends und sah auf jeden Fall wie ein sehr ambitionierter Phantastikautor aus.

Zurück in die nüchterne Welt holte uns sodann Jenny-Mai Nuyen mit dem autobiografischen Text »Pascal entscheidet«.

jennymainuyen_anderswelt

Jenny-Mai Nuyen

Sie las den Text wegen seiner Länge nur an, empfahl uns aber unbedingt die Lektüre der ganzen Geschichte, weil man hinterher entweder gläubig oder Atheist würde. Mir wäre es ja lieber, durch das Lesen phantastischer Geschichten gesund oder zumindest schlanker zu werden.

Isa Theobald entführte uns danach in die schottische Mythologie und in die Zeit kindlicher Offenheit und Freude an der magischen Natur der Welt.

isatheobald_anderswelt

Isa Theobald

Isa erfüllte sich mit der Lesung einen Lebenstraum, nach dem sie vor ein, zwei Jahren via Facebook diesen merkwürdigen Buchladen auf der anderen Seite der Republik entdeckte. Sie nahm nun extra 800 Kilometer Weg in Kauf, um endlich im Otherland zu lesen.

Mit einer ganz besonderen Geschichte beschloss Tobias O. Meißner den Abend. »Den Wald vor lauter Bäumen nicht« versteht man nur in Kombination mit der Illustration von Ben, die sie deshalb auch mittels Beamer und Leinwand an passender Stelle einblendete.

tobiasomeissner_anderswelt

Tobias O. Meißner

Tobias bezeichnete sich als Leichtgewicht unter den Autoren, nachdem er mühelos das Podest erklommen hatte und stellte einen übernatürlichen Zusammenhang zwischen den Geschichten des Abends her. Mit ihm endete der Textteil und die Diashow mit Bildern der Anthologie leitete zum Kunst- und Partyteil über.

Ein reger Run auf die Künstlerschafft begann und es wurden noch fleißig Autogramme und Pläne ausgetauscht.

simonweinert_anderswelt_2

Simon signiert strahlend

Ein schönes Buch, ein schöner Abend in schöner Gesellschaft – ein Hoch auf die Fantasie und all die kleinen Leute, die uns inspirieren und unsere offenen Ohren und Herzen verdienen.

Wenn das Buch zum Monster wird

Der Golkonda Verlag ist eine Aphrodite für bibliophile Leseratten wie mich. Nur einmal kurz ins Programm geschaut und man erliegt der Verführung. So erging es mir auch 2013, als Hannes Riffel das neue Klassiker-Programm vorstellte. Die dort erschienenen und noch erscheinenden Werke sind reine Liebhaberprojekte von Menschen, die ganz bestimmte Bücher endlich wieder in angemessener Buchform sehen wollen. Vergessene Werke ebenso wie ihrer Meinung nach zu Unrecht kaum beachtete.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich die vier Bände von Victor Hugos Der lachende Mann in meinen Händen hielt und auch das Lesen selbst zog sich lange hin. Zum einen schob ich diverse andere Bücher dazwischen, zum anderen ist der Roman kein Buch zum schnell weglesen.

dlm_1

Der lachende Mann von Victor Hugo, Cover: s.BENeš

Hugo steckte eine Menge Stoff hinein, sowohl politisch, als auch literaturtheoretisch. Klingt jetzt vielleicht nicht recht spannend, aber lasst mich das erklären.

Der Roman entstand im Exil. Hugo war kein Freund der Restauration der französischen Monarchie und konsequent verließ er den Staat. Als Verfechter der Republik sah er im Adel den Parasiten, der nur existierte, um das Volk auszusaugen. Ich stimme ihm da zu und schreibe es immer wieder gerne, wie froh ich bin, dass unsere Vorfahren 1918 den Adel bei uns abschafften. Möge er auf ewig in der Mottenkiste der Geschichte verrotten.

Hugo allerdings focht den Kampf noch aus und er wählte als historisches Setting seines Romans das Ende des 17. Jahrhunderts in England. Es war die Zeit wechselnder Dynastien bis hin zum Act of Union 1707, der die schottische und englische Krone vereinte und Schluss mit Bürgerkrieg und anderen gewalttätigen Auseinandersetzungen innerhalb der Insel machte. Der Adel konnte seine Tage mit feierlichem Nichtstun verbringen. Die Auswirkungen dieser Vergnügungen auf das einfache Volk beschreibt Hugo an mehreren Stellen eindringlich. So holte man sich irgendwen von der Straße, trieb üblen Schabernack mit ihm, um das nicht selten verletzte Opfer einfach in die Gosse zu werfen. Die Justiz ging dagegen nicht vor.

Um diesen Effekt zu verstärken, ersann Hugo für seinen Roman eine noch finstere Intrige. Aus einem Abrafaxe-Heft wusste ich bereits, dass es mal Mode war, besonders schrullige Hofnarren zu züchten, indem man Kinder in krumme Kisten sperrte und somit zu deformierten Geschöpfen heranwachsen ließ. Hugo erfand dazu gleich eine ganze Berufsgruppe, die Comprachicos. In einer solchen Gruppe wächst Gwynplaine auf. Seine Gesichtsmuskeln wurden zerschnitten und so zusammengenäht, dass es stets breit grinst.

Doch der politische Wind dreht sich, dem Comprachicos droht der Tod, sie fliehen des Nachts bei Sturm, mitten im Winter. Den Beweis ihrer Tätigkeit lassen sie barfuß an der Küste zurück. Das Kind taumelt durch den Schnee auf der Suche nach Wärme und Hilfe. Dabei stößt es auf den toten Körper einer Frau und ein Baby. Der Junge nimmt das weinende Bündel mit sich, obwohl er selbst kaum Wärme oder Kraft hat.

Wer diese Szenen liest, erkennt darin Hugos Meisterschaft in der Beschreibung menschlichen Elends wieder. Und doch ist es auch eine Lobpreisung menschlicher Fähigkeiten, solange sie unschuldig und unverdorben sind. Verderbnis und Verführung lauern jedoch überall. Zwar werden die beiden Kinder gerettet und erleben eine glückliche Zeit bei einem alten Schausteller, der sie bei sich aufnimmt, aber niemand wird bei Victor Hugo ein Happyend erwarten.

Was das Lesen des Buches zu einer Herausforderung macht, sind die vielen Passagen, die nur indirekt etwas mit der Handlung zu tun haben, die zudem auch nicht immer linear erzählt wird. Zwar ist oft zu erkennen, warum Hugo über bestimmte Themen referiert und er zeigt auch hier eine fesselnde Sprachgewalt, aber wer sich dafür nicht interessiert, wird Probleme haben.

Der Roman ist tatsächlich nicht allzu oft verlegt worden. Herausgeber Andreas Fliedner hielt sich an die deutsche Erstübersetzung, die schon im Veröffentlichungsjahr der französischen Originals, 1869, erschien. In meinem Bücherregal stand noch ungelesen die Ausgabe des Verlages Neues Leben aus dem Jahr 1980, welche in Genehmigung durch den Paul List Verlag, Leipzig unter dem Titel »Die lachende Maske« in der Übersetzung von Eva Schuhmann erschienen ist.

dlm_2

Die lachende Maske von Victor Hugo, Cover: Jürgen Pansow

Sie wurde von Jürgen Pansow illustriert, einem Grafiker und Bildhauer, der mir bis heute völlig unbekannt war obwohl ich eines seiner Werke, Zwiesprache, schon des Öfteren im Fennpfuhlpark sah.

Seine vermutlich ebenso wie das Cover farbigen Illustrationen halten sich sehr dicht am Text und einige erstaunen durch ungewohnte Perspektiven, in denen man den Bildhauer erkennen mag.

dlm_illu

Dea und Gwynplaine – Illustration von Jürgen Pansow 

Wer lieber eine aktuelle Neuübersetzung lesen möchte, kann auf die Prachtausgabe der Achilla Presse zurückgreifen. Sie erschien 2013 unter dem Titel »Der Mann mit dem Lachen« und wurde von Rainer G. Schmidt übersetzt. Leider gibt es die Achilla Presse nicht mehr, das Buch ist antiquarisch zu einem ähnlichen Preis zu haben wie die vier Golkonda-Bände zusammen.

Puh, ich bin froh, die Lektüre durchgehalten zu haben. Frank Böhmert konnte sich nach dem ersten Band nicht entschließen, weiter zu lesen, dabei endete dieser gerade erstmal damit, dass Gwynplaine und Dea von Ursus aufgenommen werden. Vielleicht unterstützt die Aufteilung in vier Bücher das Durchhalten nicht besonders. Auch wenn es mich schon reizt, irgendwann einmal alles von Hugo gelesen zu haben, in naher Zukunft wird das aber nicht geschehen. Denn erst einmal werde ich mit meiner Urlaubslektüre beginnen. Ja, der Urlaub ist noch drei Wochen entfernt, aber ich hab so das Gefühl, dass die vier erwählten Werke ebenfalls eine etwas langsamere Lesegeschwindigkeit mit sich bringen. Außerdem juckt es mich schon in den Fingerspitzen, in die portugiesische Literatur einzudringen, von der ich bisher noch überhaupt nix kenne oder weiß. Neuland!

Bis dahin und wie gewohnt der Link zu meiner Rezi im Fantasyguide, die etwas mehr auf die Handlung eingeht als dieser schon wieder so lange Blogpost hier: Der lachende Mann von Victor Hugo

Und in der Ferne ein grausames Kreischen

Seit Jahrmillionen schon bin ich Fan der Golkonda-Bücher. Fast alle sind wunderschön und liebevoll gestaltet, gerade auch durch die große Kunstfertigkeit von benSwerk.

So auch Armageddon Rock von George R. R. Martin; genau jener Autor, der durch seine Fantasy-Soap Das Lied von Eis und Feuer, samt Fernsehserie, berühmt geworden ist.

Armageddon Rock von George R. R. Martin, Cover von benSwerkArmageddon Rock von George R. R. Martin, Cover von benSwerk

Dieser frühe Roman nun erzählt die Geschichte eines Schriftstellers, der auf den Spuren seiner Jugend und dem Mord an einem Musik-Promoter herauszufinden versucht, was aus den Träumen geworden ist, die einst den Summer of Love bestimmten.

Martin erzählt das sehr dicht, für mich Laien in US-amerikanischer Geschichte höchst informativ und vor allem in den Beschreibungen der fiktiven Rock-Songs so plastisch, dass ich höchst traurig bin, die Musik nicht ergoogeln zu können.

Zum Schluss wird der Roman etwas esoterisch, oder religiös, je nach Gläubigkeit, aber trotzdem reißt Martin den derangierten Geist mit auf die Straßen der USA und hinterlässt trotz allem Blut liebliche Blumenmacht.

So ähnlich schrieb ich das nun auch endlich in meine Rezi Armageddon Rock von George R. R. Martin

%d Bloggern gefällt das: