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Cyril und die Liebe

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Auf dem Schreibtisch stapeln sich die unbesprochenen Bücher, ich muss da endlich ran, also weiter mit dem Klassikerlesezirkelbuch Oktober: »Die Farben der Zeit« von Connie Willis.

Das Buch hatte ich mir mal antiquarisch besorgt, weil es irgendwo empfohlen wurde und wie das oft so ist, landete es im Bücherregal, oft mich stumm anklagend und auf bessere Tage wartend.

Die Farben der Zeit von Connie Willis; Cover: Rick Berry

Glück für den Wälzer, dass der Lesezirkelvorschlag kam und ich mitmachte. Und schon lange hat mich kein Buch mehr so zum Schmunzeln und Grinsen gebracht, wie »To Say Nothing Of The Doc Or How We Found The Bishop’s Bird Stump Tt Last«.

Es dauerte ein paar Seiten, bis mir bewusst wurde, dass es sich hier um ein lustiges Buch handelte, denn Zeitreisende, die in der Ruine einer von Deutschen im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kathedrale nach etwas suchen, lässt mich nicht automatisch in eine fröhliche Stimmung wechseln. Doch als der Penny fiel und ich mich in einen Monty-Python-Sketch versetzt fühlte, begann ich mich zu entspannen und die wilde Fahrt zu genießen.

In irgendeiner Zukunft des Jahres 2057 soll die zerstörte Kathedrale wieder aufgebaut werden und die sehr rigorose Lady Schrapnell, die hinter dem Projekt steht, hat fast die gesamte Historikertruppe Oxfords durch die Zeit gesendet, um des »Bischofs Vogeltränke« aufzuspüren, das letzte Detail, das zur feierlichen Neueröffnung noch fehlt.

Unsere Hauptfigur Ned hat schon ein paar Sprünge zu oft hinter sich und soll daher ins friedliche viktorianische Zeitalter reisen und sich von der Zeitkrankheit erholen. Gleichzeitig überträgt man ihm da noch diese kleine Aufgabe, doch durch das Chaos im Zeitinstitut und aufgrund seiner Verwirrtheit durch zu viele Sprünge, bekommt er nur die Hälfte mit. So schließt er sich nach seiner Ankunft im Jahre 1888 einem jungen Studenten an, der mit seinem Hund Cyril die Themse hinunterfahren will, ein Mädchen zu treffen, in das er sich Hals über Kopf verliebte.

Es entwickelt sich eine köstliche Parodie auf Zeit und Menschen, wir werden Zeugen einer süßen Liebesgeschichte und für mich als frischgebackenem Hundebesitzer gab es herrliche Charakterstudien verschiedener Haustiere.

Ein glücklichmachendes Buch. Ein Buch, dessen Lektüre eine ungemeinen Spaß bereitete und auch noch etwas Neues zum Thema Zeitreise-SF beitragen konnte.

Gute-Laune-Science-Fiction, die zu Recht den »Hugo« gewann oder wie wir heute jern janz modern sagen: Solarpunk.


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