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Tot bist Du noch lange nicht!

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Wenn man über die Jahrzehnte einem erfolgversprechenden Jungautoren folgt, erwartet man ja immer, dass die ganze Welt genauso begeistert ist, wie man selbst. Ja, Jahrzehnte klingt lang für einen kometenhaften Aufstieg, aber ist es nicht das Ding der Kometen, ewiglang unentdeckt durchs All zu ziehen und dann plötzlich mit einem riesigen Impact die Welt zu erschüttern?

Uwe Post wird jetzt vielleicht nicht die deutsche Literatur erneuern, aber für mich gehört er mit seinen Werken schon zum Kanon der aktuellen deutschsprachigen Phantastik und sollte explizit in der SF deutlich geläufiger sein. Aber man kann sich seine Leserschaft nicht basteln und ich denke, dass Uwe Post da schon ein wenig dran verzweifelt. Er schreibt pointierte Kurzgeschichten, die SF-Themen mit gesellschaftlichen Missständen kreuzen, dehnt das in Roman-Form aus, lässt die Satire weg, versucht’s mit Fantasy, mit Retro-Charme und dann ist doch ein Känguru-Freund in den Bestsellerlisten – mit fast identischen Geschichten und Worten.

Ich versteh’s auch nicht. Und natürlich liegt’s auch nicht an mir, denn mit jeden neuen Buch von Uwe spring ich in die Bresche und betone meine Freude an der Lektüre, an der Wahl der Themen und dem Wohlklang der Worte. Okay, letzteres ist etwas übertrieben.

E-TOT von Uwe Post, Cover: licarto

Mit seinem jüngsten Roman »E-TOT« hat Uwe nun Ideen aus einigen Kurzgeschichten in Romanform umgesetzt und bebildert das Leben nach dem Upload, vor allem der Tücken, die man quasi zwangsläufig damit haben wird, wenn man sich an den heutigen Stand der Technik, ihre Missbrauchsmöglichkeiten und dem desolaten Zustand unserer Zivilisation ausrichtet.

Eine fein gesponnene Dystopie mit typisch Post’schen Sinn fürs Groteske und wenn er das ganze noch etwas fokussierter auf den Punkt bringen, den Figuren etwas mehr Charakter verpassen könnte, müsste das mit dem Bestseller auch mal klappen. Ich fand das Buch gut und etwas mehr berichte ich in meiner Rezi: E-TOT von Uwe Post


3 Kommentare

  1. Ich muss von dem endlich mal was lesen. – Vielleicht hat er sich mit den Kurzgeschichten selbst eins auf die Schiene genagelt. Kurzgeschichten groß herauszubringen gelingt bestenfalls, wenn man vorher mit mindestens einem Roman Erfolg hatte. Dabei sollte der kleinen Form wirklich mehr Anerkennung gezollt werden. Dieser Meinung hin ich so dezidiert, dass ich mich schon gefragt habe, ob ich selbst im Blog nicht nur noch (oder doch vornehmlich) über Kurzprosa schreiben sollte. Das käme auch meiner mit dem Alter zunehmenden Ungeduld sehr entgegen.

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