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Das Problem mit dem magischen Zeitmanagement

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Home Office ist ganz toll, aber mir fehlen die drei Stunden Lesezeit täglich in den Öffis auf meinem Arbeitsweg. Da Management jeglicher Art und ich auf Kriegsfuß stehen, hab ich noch keine Lösung gefunden, wie ich mir auch zu Hause Freiraum zum Lesen schaffe. Aber immerhin komme ich pflichtbewusst dazu, Rezensionsexemplare zu lesen, auch wenn ich schon lange kaum noch etwas anfordere, trotz diverser Angebote. Ich kauf die Bücher auch lieber.

Jedenfalls konnte ich mich bei einem Buch dann doch nicht beherrschen, das im Pressetext einfach zu cool klang:

»ob mit Ovids „Metamorphosen“, Murakamis „1Q84“ oder Tove Janssons „Mumins“ – beim Lesen betreten wir eine andere Welt. Durch Bücher erreichen wir Orte, Zeiten und Ereignisse, die für uns unendlich fern und manchmal fast undenkbar sind. Die Journalistin Laura Miller hat sich auf die Reise durch zwei Jahrtausende Literaturgeschichte begeben und die hundert faszinierendsten Fantasiewelten zusammengetragen: von uralten Legenden und Mythen über Klassiker der Weltliteratur bis zum „goldenen Zeitalter der Fantasy“ und aktuellen Bestsellern.«

Wonderlands herausgegeben von Laura Miller; Cover: Jim Tierney

Na, könnt ihr euch mein Sabbern vorstellen? Okay, müsst ihr auch nicht. Als das Buch dann Monate später ankam, hatte ich das natürlich schon wieder komplett vergessen, aber das Buch ist optisch ein Schmuckstück, gibt sich wie ein oldschool-Lexikon mit tollen Abbildungen und ganz schnell klebten jede Menge Markerfähnchen drin. Ich hörte dann damit bald auf, weil mir klar wurde, dass ich auf lange Sicht gar nicht all jene Bücher kaufen und lesen kann, die mir »Wonderlands« schmackhaft machte.

Gerade bei den Werken aus den 1970er fand ich eine Reihe spannend klingender Werke von Autorinnen, von denen ich bisher noch nichts gehört hatte. Das wird ein Projekt für nächstes Jahr.

Das Buch grast so ziemliche alle Subgenres der Phantastik ab, vom Gilgamesch-Epos bis ins Jahr 2015. Etwa Dreißig der Artikel behandelten Werke die ich gelesen habe oder zumindest Teile der besprochenen Universen. Dazu kommen einige Wunderländer, die ich aus Verfilmungen kenne, etwa »Narnia«, deren Lektüre ich mir aber klemme.

Die Qualität der einzelnen Artikel ist unterschiedlich, aber insgesamt für einen Überblick sehr gut. Klar gibt es Lücken, so fehlte mir die »Unendliche Geschichte« oder der Hinweis auf Alexander Wolkows großartige Fortsetzung vom Baums »Wizzard of Oz«. Der Schwerpunkt lag auf englischsprachiger Literatur bzw. auf Werken, die in Großbritannien und den USA erfolgreich wurden.

Ich denke, dass ich »Wonderlands«, regelmäßig nutzen werde, selbst wenn die SUBs beständig wachsen. Irgendwas ist ja immer.

Ein paar Zeilen mehr drüben in meiner Rezension: Wonderlands herausgegeben von Laura Miller


7 Kommentare

  1. Das Problem mit der scheinbar fehlenden Zeit kenne ich. Wenn auch von der anderen Seite, vom Schreiben, her. Einerseits hat man durch den Wegfall der Fahrtzeiten zu und von der Arbeit Zeit gewonnen, doch es war auch die Zeit, die man fürs Lesen oder Schreiben nutzte.
    Ich habe das für mich bewusst so gelöst: Ich könnte noch später aufstehen, stehe aber um 5 mit meiner Frau auf. Nach einem kurzen Suftripp fange ich an zu schreiben und ziehe das bewusst 45 Minuten durch. So lange habe ich auch im Zug geschrieben. Erst dann logge ich mich in der Firma ein.
    Nachmittags dasselbe Spiel. Nach der Arbeit ausloggen, einen Kaffee machen und dann bewusst 45 Minuten schreiben. Erst dann mache ich defintiv Schluss.
    Ich habe dadurch meine 90 Minuten Schreibzeit und trotzdem noch Zeit gewonnen (weil die Laufwege und Zubringerwege zum Zug wegfallen). Statt 4 stehe ich um 5 auf und statt 17 Uhr habe ich 16 Uhr Feierabend.

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  2. Mein Schwiegersohn sagte über die fehlende Lesezeit in der Bahn (auch er im Home Office) etwas Ähnliches – nur ging es bei ihm um Zeitungen. Auf Zeitungen kann ich weitgehend verzichten, ich höre ja Radio. Das langt schon! Bücher hingegen … Du hast recht: In Bücher kann man noch auswandern – wenn auch sonst praktisch nirgendwohin. – Und wenn das Buch so toll aufgemacht ist, wie Du schreibst, erscheint mir der Preis nicht einmal übertrieben.

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  3. Rhiannon sagt:

    Boah – ich bin froh, dass ich nicht pendeln muss im Moment.

    Wie wäre es so, dass du dir zB die Zeit vor dem Dienst ne Art imaginäre „Pendelzeit“ angewöhnst? Nimm ein anderes Zimmer dafür wenn du Platz hast.
    Vielleicht hilft es …

    Gefällt 1 Person

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