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Knochen wollen auch nur reden

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Vom humunculus verlag habe ich inzwischen eine ganze Menge spannender Phantastik gelesen und so kreativ, wie dieser Verlag aufgestellt ist, wird da wohl noch so einiges bei mir anlanden, so wie jetzt ein Buch, dass die bisherigen außergewöhnlichen Ausgaben des Verlages noch topt: »Der Heilige mit der roten Schnur« von Flavius Ardelean.

Rumänische Phantastik dürfte ich seit der Wende nicht mehr in den Händen gehalten haben und auch der Name Flavius Ardelean ist mir bisher nicht untergekommen. Doch das sollte für die Zukunft und ein für alle Mal passé sein, denn »Der Heilige mit der roten Schnur« hat mich schwer beeindruckt.

Der Heilige mit der roten Schnur von Flavius Ardelean, Cover: Ecaterina Gabriela

Zunächst beginnt das Ganze recht harmlos, irgendwie fantasymäßig nur anspruchsvoll geschrieben: Ein reisender Händler lässt sich von einem Fahrer mit Pferdekarren mitnehmen, der ihm sogleich die Geschichte von Taush erzählt, der einst jene Stadt gründete, zu der der Mitfahrer just unterwegs ist.

Doch schon der Hinweis, dass der Preis der Beförderung später genannt wird, macht skeptisch – nun ja, der Kutscher ist zudem ein Skellett – jedenfalls schnippelt es dem Schlafenden das Fleisch von den Beinen und fügt es bei sich ein.

Und so geht das nun weiter. Taush etwa zieht sich den titelgebenden roten Faden aus dem Bauchnabel, wickelt ihn um die Hand eines Sterbenden und erleichtert jener Person den Wechsel in eine nächste Welt.

Doch auch Kampf gegen die Un’Welt, zu der Taush später aufbricht, bringt jede Menge ekliger Gewalt und Monstrositäten, aber auch Liebe – »Der Heilige mit der roten Schnur« steckt voller Parabeln, Symbole und Metaphern, ist angefüllt von Betrachtungenen zum Wesen der Menschen und ihres Lebens.

Aber das Ganze wirkt überhaupt erst so großartig durch die Kombination mit den schaurig-schönen Zeichnungen von Ecaterina Gabriela. Schon das Cover gibt eine Vorstellung davon, wie phantastisch das Buch bebildert ist. Keine reine Illustrationen, eher bildliche Weitungen der Szenen. Mit solchen Büchern kann man mich zum Schmelzen bringen.

Dieses Jahr steckt wirklich voller kleiner Buchperlen! Etwas mehr zum Buch gibt es wieder in meiner Fantasyguide-Rezi: Der Heilige mit der roten Schnur von Flavius Ardelean


8 Kommentare

  1. Wortman sagt:

    Das klingt wirklich interessant.

    Gefällt 1 Person

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