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Das bisschen Zukunft

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Die Pandemie hat ein klein wenig die Klimaerwärmung aus den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, aber wie auch das Virus, verschwindet die Klimakrise nicht durchs Weggucken. Darum stand es für mich fest, dass ich mir das Anthologie-Projekt der Exodus-Redaktion »Der grüne Planet – Zukunft im Klimawandel« ansehen würde.

Der Band ist editorisch eine Pracht. Eine schön gestaltete Hardcover-Ausgabe mit Farbcollagen zu jedem der 23 Texten – allein das mach das Buch schon liebenswert.

Der grüne Planet herausgegeben von Hans Jürgen Kugler und René Moreau; Cover: benSwerk

Inhaltlich glänzt das Buch jedoch nicht im selben Umfang. Mir waren sehr viele der Beiträge einfach zu wenig Erzählung, zu wenig innovative Science-Fiction. Vielen Autorinnen und Autoren ging es darum, eine mögliche Zukunft unter den Eindrücken der Klimakatastrophe mit fiktiven geschichtlichen Daten anzureichern. Dadurch ergaben sich im Laufe des Bandes jede Menge dieser »Future-Histories«, die sich kaum unterschieden, nur die Jahreszahlen und Schauplätze variierten; in Summe so uninteressant wie belanglos. Denn jedes dieser prognostizierten Ereignisse hätte eine Geschichte sein können. Das Runterrasseln von Datümern ist es für mich aber nicht.

Als ich mich beim Einpflegen der Rezension mit den Hintergründen der Autorinnen und Autoren befasste, fiel mir auf, dass der Großteil der Beteiligten (21) älter sind als ich. Das verblüffte mich, weil ich das Thema primär im Kontext der »Fridays for Future«-Bewegung als Aufbegehren der Jugend erlebe, die hier nur mit Tino Falke und Christian Endres vertreten ist. In erster Linie also finden sich in »Der grüne Planet« Stimmen wieder, die mit Saurem Regen und Smog aufwuchsen. Vielleicht erklärt das die Wahl der Herangehensweise an das Thema. Das Ausmalen der Postapokalypse, die düsteren Zukunftsvisionen und Prophezeiungen und viele melancholische Rückblicke auf unsere, die Zukunft verprassende Gegenwart.

Ich tat mich schwer mit einem Großteil der Texte. Vielleicht bin ich bestimmte Textarten nicht mehr gewohnt und zu sehr im »show, don’t tell« gefangen oder erwarte einfach mehr Kreativität in Stil, Form und Science-Fiction, »Der grüne Planet – Zukunft im Klimawandel« bot mir davon nur ganz kleine Bröckchen, die ich etwas mehr drüben im Fantasyguide benenne: Der grüne Planet herausgegeben von Hans Jürgen Kugler und René Moreau


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