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Das Schneekugelproblem

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Selbst wenn ich in Büchern versinke, kann ich der Versuchung nicht widerstehen und erliege hin und wieder den süßen Lockrufen aus tausendundeiner Verlagsrundmail.

So kam »Kryonium« von Matthias A. K. Zimmermann aus dem Kadmos Verlag ins Haus.

»Kryonium« von Matthias A. K. Zimmermann

Der Klappentext las sich vielversprechend. Ein geheimnisvolles Schloss, ein Erzähler ohne Erinnerungen schmiedet Fluchtpläne, ein technoides Märchen, das sich mit Virtualität auseinandersetzt … Ich erwartete einen coolen phantastischen oder SF-Roman.

Nun weisen in letzter Zeit etliche meiner Lektüre-Kandidaten die Eigenschaft auf, gegen Ende hin Genre und Bedeutung zu wechseln, sodass ein spoilerfreies Berichten über alles Aspekte der Bücher nicht möglich ist. So auch hier.

Zwar wird der Märchen bzw. Fantasy-Teil recht schnell surreal und als geübter Leser erkennt man die Tricks der Traumweltverschleierung bald, Matthias A. K. Zimmermann liebt Modelle phantastischer Welten und diese Liebe weht kräftig durch »Kryonium«. Wie sich das alles aber dreht, soll hier nicht verraten werden.

Bis zur finalen Auflösung ergeben sich sehr viele spannende Momente und ich war gern mit dem Ich-Erzähler unterwegs, um die Rätsel hinter den Schneekugeln zu knacken. Leider bricht der Schluss gehörig ein. Mir ist der Sinn des Ganzen klar und ich verstehe, warum der Autor sich gerade für dieses Ende entschied, aber es ist literarisch kein raffiniertes oder gar aufregendes Ende.

Und gerade im letzten Teil haderte ich auch mit dem Stil. Hielt ich den Sachbuchton zunächst für eine besonders dargestellte Eigenschaft des Erzähler und ihn für einen rational-analysierenden Wissenschaftler, wird spätestens mit dem Wechsel der Erzählperspektive klar, dass mir hier eher die Schreibart des Autors im Allgemeinen nicht lag. Das trübt dann im Nachhinein auch die phantastische Aura der ersten beiden Teile, weil ich mir dann denke, dass die Figur einfach nicht wirklich gut geschrieben ist.

Aber das betrifft nicht den gedanklichen Teil des Buches, denn hier gibt es jede Menge Überlegenswertes, sehr viel Informationen und durchaus jede Menge Wissensvermittlung. Insofern fand ich »Kryonium« insgesamt lesenswert und als Science-Fantasy okay. Immerhin ist es das Debüt des Autors, das kann alles noch eleganter werden.

Ein paar Sätze mehr drüben in meiner Rezi für den Fantasyguide: »Kryonium« von Matthias A. K. Zimmermann


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