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Der Baalsam des Lebens

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Mein jüngster Milchbart hat das Theater für sich entdeckt. Das ist ziemlich cool, da ich das mit 17 ebenfalls durchlebte und ich eine Weile regelmäßig ins Deutsche Theater und den Kammerspielen rannte, war doch alles neu und unbekannt. Vielleicht hatte ich auch einfach Glück, denn eines der ersten Stücke war Lessings »Philotas« mit Ulrich Mühe und es verschlug mir die Sprache. Es war ein aber auch ein großartiges Ensemble: Dagmar Manzel, Dieter Mann, Otto Mellies, Jutta Wachowiak und und und …

Die Verbundenheit blieb und mit der Liebsten sah ich später dann sogar noch die »Hamletmaschine«, mit Mühe als Hamlet.

Nach etlichen Jahren der Abstinenz sind wir nun Mitglieder im Theaterclub, allerdings nutzten wir ihn bisher doch eher für unterhaltsame Abende.

Der Nachwuchs nun aber hat in der Schule episches und postdramatisches Theater behandelt, dort selbst auf die Bühne gebracht und will jetzt alles im großen Theater sehen.

Eine perfekte Gelegenheit, Neues zu entdecken. Während er zu »Selbstbezichtigung« nach Handke noch mit Freunden ging, sahen wir nun am letzten Sonntag Brechts »Baal« im Berliner Ensemble.

Baal – Programmheftcover

Regisseur Ersan Mondtag nutzte eine Fassung von Clara Topic-Matutin, in der alle vier Fassungen des Stückes mit einander verwoben wurden.

Baal im Berliner Ensemble

Bühnenbild und Kostüme fand ich spektakulär. Das Ensemble begann mit Nacktkostümen, allesamt weiblich mit deutlich markierten Konturen, ebenfalls überschminkt leuchteten die Gesichter. Später trugen sie darüber schrille expressionistische Kleider wie von Otto Dix erschaffen. Die Drehbühne enthielt vier Settings, mit denen gekonnt hantiert wurde, es geschah immer irgendwo etwas.

Nichts fürs kleine Haus …

Im Zentrum allerdings stand Stefanie Reinsperger. Sie spielte den Baal gänzlich entfesselt, würzte die oft verschwurbelten Texte mit einem wuchtigen Wiener Akzent und trollte, tobte und stampfte durch die Szenen, als wäre sie ein gestandenes Mannsbild mit dicken Eiern und unbändiger, selbstzerstörerischer Lebenslust. Ihr verzieh man die mit obskurem Sinn aufgeladenen Tableaus, mehr Interpretationsangebot als Geschichte und minutenlanger Applaus belohnte das gesamte Ensemble für einen bunten, schrillen Theaterabend.

Nach Peymann ist also doch noch etwas los im Theater am Schiffbauer Damm.


2 Kommentare

  1. nomadenseele sagt:

    Wieviele Kinde rhast du denn?

    Gefällt 1 Person

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