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Ohne Käse biste Neese

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Noch ein paar doch recht schwierigen und damit langwierigen Werken flutsch die Lektüre momentan bei mir ganz gut und der Rezensionsberg schmilzt langsam ab.

Im Schmelz schwimmt nun auch »Käsablanca« von Stefan Goebels aus der wunderbaren »Edition Drachenfliege« des periplaneta Verlages.

Käsablanca von Stefan Goebels; Cover: Tom Manegold

Im Klappentext steht bereits alles, was man vor dem Lesen über den schrecklichen schrägen Inhalt wissen muss und daher zitiere ich ihn hier mal:

Eigentlich wollte Lava Rougette ihrem Freund Floyd nur einen Denkzettel verpassen. Dass er gekidnappt und lebendig in einem Käse begraben wird, war nicht ihre Absicht. Während sie sich also auf den Weg zum Käsepalast macht, hobelt Floyd sich einen Weg aus seinem Sarg. Doch das ist nur der Anfang seiner Heldenreise: In den käsigen Gängen wimmelt es vor mordlustigen Clown-Zombinen, die nur ein Ziel haben: ihn! Wie gut, dass ihm plötzlich Lola und die Schimmelpriester zur Seite stehen.

Und Lava Rougette? Die erlebt mit den Cheezern und jeder Menge psychoaktivem Parmesan ihren ganz eigenen Trip. Doch wer steckt dahinter? Warum passiert all das? Wie kann man aus dem Laib entkommen? Wie kommt man rein? Und ganz wichtig: Ist noch etwas von dem Käse da? Und warum macht dieser Käse so glücklich?

Ihr seht, es steckt da eine ganz irre, dystopische Welt mit Horror-Elementen und seltsamen Figuren drin. Bei mir hat es ein paar Kapitel gedauert, bis ich erkannte, dass der Roman lustig sein will und ein paar mehr, bis ich ihn auch wirklich lustig fand. Ich hätte den Klappentext vielleicht doch vorher lesen sollen, wie ihr das grad hoffentlich tatet. Wenn man wie ich unbeleckt hineinspringt, könnte Ratlosigkeit und ein leichtes Befremden eintreten. Aber wenn der Humorgroschen gefallen ist, wird’s nicht nur heftig, sondern auch cool.

In meiner Rezi zog ich den Vergleich mit der Horror-Komödie »Zombiland«, denn auf sie wird in »Käsablanca« nicht nur direkt referenziert, sondern ich fand ihn zunächst auch nicht lustig. Nur im Unterschied zu »Käsablanca« änderte sich das bei dem Film bis zum Schluss nicht.

Stefan Goebels schlug mir in »Käsablanca« jede Menge Käse-Witze und –Wortspiele um die Ohren, vermischt mit satten Horror-Elementen und wirklich nur die dicksaftige Käse-Fassade trennt den Roman von einer typisch zynischen Dystopie. Das muss man mögen und sich darauf einlassen. Wenn man das aber macht, erlebt man jede Menge Gaudi – und ich musste mich grad massiv zwingen, keinen Käse zu schreiben. Wortspielereien sind ja eine kleine Liebe von mir.

Das Phantastische an der Edition Drachenfliege und der Grund, warum ich aus ihr alles blind probiere, ist: Die Bücher überraschen sehr, sehr oft mit skurrilen Ideen, krassen Figuren und unvorhersehbaren Plots. Das periplaneta-Team hat da ein ganz wunderbares Händchengewimmel für einzigartige Geschichten. Kann man gar nicht oft genug drauf hinweisen.

Also folgt Floyd durch den Käse und rennt an seiner Seite mit Schimmelpriestern, Agent Orange und Lola um euer Leben und holt euch endlich einen Parmesan-Riegel aus dem Kühlschrank. Oder besser zwei.


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