Montbron

Startseite » Literatur » Mit ein bisschen Hilfe aus dem Kleiderschrank

Mit ein bisschen Hilfe aus dem Kleiderschrank

Gerade gelesen:

Ulrich Holbein – Knallmasse

Gerade geschrieben:

Archive

Blogstatistik

  • 24.277 hits
Werbeanzeigen

Das Lesungsjahr im Otherland ist bereits so proppevoll, dass ich es nicht schaffe, zu allen Veranstaltungen zu gehen. Wenn das kein Luxusproblem ist!

Aber ich schaffte es zu Sebastian Pirling! Er ist Phantastik-Lektor bei Heyne und hat mit »Der Planet der verbotenen Erinnerungen« nun selbst einen SF-Roman herausgebracht.

SebastianPirling_01

Sebastian Pirling und sein Buch »Der Planet der verbotenen Erinnerungen«

Nicht bei Heyne, sondern im mir bislang völlig unbekannten Brendow Verlag. Okay, der macht auch eher christliche Sachen. Hat aber eine coole Sache, um AutorInnen mit Projekten zu fördern, die in ihr Verlagskonzept passen: Den C.S. Lewis-Preis.
Sebastian bewarb sich dort mit seiner Roman-Idee und bekam ihn 2016. So konnte er also abseits der Wege, mit Hilfe aus dem Kleiderschrank, sein Romandebüt platzieren.

Wir saßen wieder einmal gemütlich im Kreis um den Getränketisch und Sebastian las in seiner allerersten Lesung als Autor zwei kurze Stellen aus dem Roman vor.
Zunächst Erinnerungen eines alten Professors der bei der Zerstörung seiner Heimat ein seltsames Erlebnis hat. Im zweiten Teil gab es eine Fabel, die der Hauptfigur des Romans bei seinem Besuch in einem versteckten Tal erzählt wird, wohin sich Menschen zurückgezogen haben, die sich gegen implantierte Erinnerungen wehren.

Die Auszeichnung mit dem C.S. Lewis Preis sind gewaltige Vorschusslorbeeren und Fluch und Segen zugleich.

»Natürlich freut man sich, wenn man einen Preist kriegt, dass ist natürlich ganz toll und für mich persönlich bedeutet der Name C.S. Lewis durchaus sehr, sehr viel und gleichzeitig ist es natürlich schwierig, wenn man bis dahin nur zwanzig Seiten hat und sagt, ach das wird ja sowieso nichts. Und dann die Frage vom Verlag kommt: Ja, wann können Sie denn fertig sein? – dann hängt mal halt drin.«

Die Geschichte des Buches hängt sich an einer Frage auf, die Sebastian schon drei/vier Jahre begleitet und ihm bei der Lektüre von Briefen kam, die Dietrich Bonhoeffer aus seiner Haft schrieb. Kann es sein, dass dieses Ganze, was wir hier jetzt so als Religion verstehen, nichts weiter ist als eine Art Gewand, ein Mantel den wir uns übergeworfen haben und dass es nicht auch ohne ihn ginge.

SebastianPirling_03

Sebastian stellte sich allen Fragen

Kann man Religion einfach so abtun? Für sein Romanprojekt kam Sebastian der Gedanke an eine Welt, in der Religion per se aufgehört hat zu existieren. In dieser Welt begibt sich ein junger Mann auf die Suche nach dem Vermächtnis seines Lehrers. Dieser Professor wurde ermordet und es heißt, es seien Erinnerungen, Aufzeichnungen von ihm vorhanden, die auf eine Gemeinschaft von Menschen hinweisen, die in dieser völlig religionsslosen Welt nach einer neuen Art von Miteinander suchen.

SebastianPirling_02

Selbstverständlich ließ ich mir mein Exemplar signieren

In den Fragerunden ging zwar in erster Linie um den Roman, aber Sebastian beantwortete auch welche zum Thema Lektorat und dem Heyne-SF-Programm.  Als wichtigste Empfehlung daraus sei Ken Lius zweiter Band mit chinesischen SF-Storys  »Zerbrochene Sterne« genannt, die wir in Übersetzungen aus dem Chinesischen erwarten dürfen.

Auch wenn mich diese Story-Idee von »Der Planet der verbotenen Erinnerungen« jetzt nicht wirklich vom Hocker gerissen hat, werde ich den Roman wohl lesen. Es ist auf jeden Fall mal etwas anderes.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: