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Jahresrückblick 2018

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Es wird Zeit für einen kleinen Rückblick auf mein Lesejahr 2018. Für mich selbst überraschend, komme ich nur auf 40 gelesene Bücher plus einem abgebrochenem. Nach den 51 vom letzten Jahr also schon ein starker Rückgang, ohne dass mir selbst bewusst wäre, weniger gelesen zu haben. Leider sank auch die Anzahl der Autorinnen. Nur fünf der Bücher stammten von Frauen, jetzt mal ohne die Anthologien. Dieses Ungleichgewicht werde ich wohl nur mit expliziter Werkauswahl ändern können

Erstaunlich gleich verteilt sind dieses Mal Fantasy und SF mit jeweils dreizehn Werken, die Nonfiction folgt dicht auf mit neun, die Klassiker mit vier und die Sachbücher mit zwei Werken, darunter vier Anthologien.

Zwei Bücher, »Federico« von Waldtraut Lewin und »Peter Simpel« von Frederick Marryat las ich erneut, beide mit großem Vergnügen und wohligem Erinnern an die Zeit der erstmaligen Lektüre in Jugend- bzw. Kindertagen.

Vierzehn Bücher waren Rezensionsexemplare. Ganze vier Werke meiner Lektüreliste befanden sich schon seit längerem in meinem Besitz, was bedeutet, dass ich 22 der in diesem Jahr erworbenen Bücher auch zeitnah las. Allerdings ist das nur die Spitze des 2018er Bücherberges.

Dann schau ich mal nach meinen Highlights. Die SF wurde beherrscht von Jeff VanderMeers »Southern-Reach«-Trilogie, deren Lektüre wunderbar durch den Netflix-Film »Auslöschung« ergänzt wurde. Genauso beeindruckend fand ich »Walkaway« von Cory Doctorow, dessen Lesung ich traurigerweise wegen Krankheit versäumte.

Und erwähnen muss ich noch Alfred Lemans Kurzgeschichtensammlung »Der unsichtbare Dispatcher«, die ich auf Empfehlung von Erik Simon las und deren Rezension ich immer noch nicht fertig habe.

Die Fantasy wurde überstrahlt von Michael Endes »Unendlicher Geschichte«, von der ich vermutet hatte, sie bereits gelesen zu haben, was sich als Irrtum erwies.

Ein ganz großes Projekt für mich war die Lektüre von Oliver Plaschkas »Fairwater«. Nicht nur weil ich das Buch beeindruckend fand, sondern auch weil Oliver via Twitter seinen Soundtrack zum Buch präsentierte und ich über mehrere Nächte in eine ganz neue Musikwelt eintauchen konnte.

Bei den Klassikern überraschte mich die »Nachtmahr-Abtei« von Thomas Love Peacock, deren Witz und Esprit ich nicht erwartet hatte, dachte ich doch es gehört zu den Schauergeschichten wie Horace Walpoles »Das Schloss von Ortranto«, das ich für einen Zwielicht-Artikel las. Der ist aber bisher ebensowenig verfasst, wie eine Rezi zum Buch. Ich werde es wohl noch einmal lesen müssen, bevor ich die Texte dazu verfasse, was ich aber unbedingt noch machen möchte.

Eine ganz besonders herzerwärmende und auch traurige Lektüre stellte der dritte Band von Mark Twains geheimer Autobiographie dar. Es ist furchtbar traurig, ihn bis zu seinen letzten Gedanken zu begleiten, aber Sam Clemens ist so ein charmantes Schlitzohr, so ein liebenswürdiger Grantler, den ich sehr liebgewonnen habe, egal wie sehr ich mir auch vor Augen halte, dass er das genauso mit seinen Texten vorhatte.

Ein ganz besonderes Projekt im letzten Jahr stellte meine Lektüre von einigen Werken der Shortlist für den Deutschen Buchpreis dar. Ich wollte mir einmal selbst ein Bild über den Teil der aktuellen deutschsprachigen Literatur machen, den ich normalerweise ignoriere. Die Erfahrungen sind zwiespältig. Den Gewinnertitel musste ich abbrechen zu lesen, was mir nicht oft passiert, aber das Buch wurde immer langweiliger. Gefallen hat mir hingegen Stephan Thomes historischer Roman »Gott der Barbaren«, der mir etliche Geschichtskenntnisse einbrachte. Zudem besuchte ich im Rahmen des Projekts eine beeindruckende Lesung von Nino Haratischwili, deren Roman nun zumindest auf meinem fernen SUB liegt.

Ebenfalls etwas Besonderes stellte für mich »Tiefsommer« von Jesko Habert dar. Das Buch wechselt in der Mitte sehr überraschend das Genre und wird von mir daher auch für den KLP nominiert werden. Aber mit dem Buch verbunden fühle ich mich vor allem durch eine sehr anregende Lesung und dem bezaubernden Konzertabend zusammen mit Sommertag. Intensiver kann man sich kaum mit einem Buch befassen. Okay, ein Interview könnte ich noch machen, allerdings vermute ich nicht, dass mir Jesko großartig mehr erzählen könnte, als ich inzwischen bereits von ihm zum Buch und seiner Entstehung gehört habe.

Überhaupt besuchte ich auch 2018 wieder etliche gelungene Veranstaltungen. Neben dem Elstercon und dem BuCon besuchte ich die Leipziger Buchmesse sowie die Buch Berlin und etliche Lesungen sowohl in persona als auch in Second Life mit Avatar. Insofern mögen 40 gelesene Bücher nicht nach viel klingen, aber ich bin mit meinem literarischen 2018 rundum zufrieden. Mal sehen, wohin mich die Lektüre in diesem Jahr führt, der Beginn ist ja schon einmal sehr politisch mit Le Guin und der Punkrundreise von Karl Nagel.

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3 Kommentare

  1. Schnute sagt:

    hach, einige Titel muss ich mir gleich mal auf meine Leseliste packen. Die klingen ja richtig gut.

    Veranstaltungen gabs bei mir ja leider gar nicht, da die LBM wg. Krankheit ausfallen musste. Das revidiere ich dieses Jahr hoffentlich. Ich lese Deine Berichte über Veranstaltungen und Lesungen ja wirklich total gern und freue mich schon auf die Berichte dieses Jahr 🙂

    Gefällt 1 Person

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