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Projekt Buchpreis – Teil 6

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Inzwischen habe ich mit dem Vogelgott begonnen und er gibt sich zumindest am Anfang recht klassisch phantastisch.

Als große Bereicherung empfand ich Stephan Thomes Gott der Barbaren. Es hatte sich ja eigentlich von Beginn an abgezeichnet, dass ich hier eine Menge über die chinesische Kultur, Geschichte und Philosophie lernen würde und bis zum Schluss hat mir die Reise in eine fremde Welt sehr viel Spaß bereitet.

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Gott der Barbaren von Stephan Thome

Thome nutzt die verschiedenen Handlungsstränge, um die beteiligten Parteien und Weltanschauungen auch mit persönlichen Schicksalen zu verknüpfen. Dabei hält er sich zum Großteil an historische Persönlichkeiten wie den britischen Sonderbeauftragten Elgin und den chinesischen General Zeng Guofan.

Gerade die Figur des zum Generalsein gezwungenen Gelehrten fand ich ungemein faszinierend, viel mehr als den dekadenten Adligen oder den immer langweiliger werdenden verkappten Missionar aus Preußen. Ich denke, Thome fand den chinesischen Teil auch weitaus spannender.

Eigentlich ist es auch wieder bezeichnend, dass die chinesischen Minderheiten, kaum, dass sie zum Christentum konvertierten, auf eine blutige Mission zogen. Thome stellt nicht nur das heraus, er betont auch die Verlogenheit der westlichen Reiche, die behaupteten, den zivilisatorischen Fortschritt zu bringen, aber eigentlich nur dabei waren, die Torte China für sich aufzuschneiden.

In Sturheit stand die manschurische Elite ihren westlichen Gegnern aber in nichts nach. Jeder sah den anderen als dummen Barbaren an, der nicht mal die grundlegendsten Regeln des Anstands beherrschte. Und ausbaden durften das die einfachen Menschen, vor allem aber die Frauen. Thome beschönigt da nichts, hält aber erfeulicherweise von expliziten Gewaltszenen Abstand. Es bleibt auch so noch genügend übrig. Man schätzt, das der Taiping-Aufstand 30 Millionen Menschen das Leben kostete und von dieser Zahl ausgehend kann man sich die Massen an überlebenden Opfern kaum vorstellen.

Ein beeindruckendes Buch, ich habe es sehr gern gelesen. Und wie schon geschrieben, es erfüllt keinen Punkt meiner Vorurteilsliste.

Würde ich ihn gern als Gewinner des Buchpreises sehen? Ich weiß nicht recht, Irgendwie stelle ich mir da dann doch eher ein Buch vor, dass sprachlich noch mehr bietet. Stephan Thome schreibt gut, abwechslungsreich, spannend und selbst in den philosophischen Teilen hochverständlich, aber es ist nicht so, dass ich bei Sätzen hängenbleibe und wow! ausrufe.

Der Gott der Barbaren ist ein sehr guter und unterhaltsamer historischer Roman., nicht weniger, nicht mehr.

Im Fantasyguide gibt es auch wieder eine Rezi: Gott der Barbaren von Stephan Thome

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2 Kommentare

  1. Marc sagt:

    Aber genau aus deinen ausgeführten Gründen würde ich Thome den Preis zusprechen. Wobei ich mal denke, dass es wohl Biller wird.

    Gefällt 1 Person

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