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Wo einst der Schutt die Sicht verdarb

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Das zweite literarische Highlight unseres Sommerurlaubs in Südengland bildete der Besuch von Hardy’s Cottage in der Nähe von Dorchester.

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Die Anlage liegt mitten in einem Park

Thomas Hardy entdeckte ich erst spät. Für unseren letzten Besuch in Südengland 2015 packte ich Am grünen Rand der Welt ins Lesegepäck und der Roman gefiel mir ganz gut. Den Film hab ich aber immer noch nicht gesehen.

Dieses Jahr stand schnell fest, dass wir Dorchester besichtigen würden und so las ich in Vorbereitung darauf Herzen im Aufruhr, seinen letzten Roman.
Es gibt zwei wichtige Hardy-Stätten in der Nähe von Dorchester zu besichtigen. Wir waren in Hardy’s Cottage, seinem Geburtshaus. Erbaut von seinem Vater, einem Bauunternehmer, stellte es den Lebensmittelpunkt der Familie dar. Im Garten lagerten Baumaterialen, in einem Anbau wohnte Hardys Granny. Nach ihrem Tod bekam er ihr Zimmer und schrieb dort an einem kleinen Tisch mit Blick auf den Garten seine ersten Romane Under the Greenwood Tree und eben Far From the Madding Crowd.

Verwaltet wird die Anlage vom National Trust und entsprechend liebevoll präsentieren sich Besucherzentrum, Park und das Cottage selbst.
Im Besucherzentrum gibt es neben einem netten Café auch eine Möglichkeit Vögel zu besuchen. Über einen kleinen Waldwanderweg gelangt man zum Cottage, das sich schon von weitem als wunderbar romantische Perle erweist.

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Eine kleine Idylle

Hardy besuchte das Haus täglich, selbst als er hier nicht mehr wohnte. So ist die Erhaltung als Sehenswürdigkeit dem Autor selbst zu verdanken.

Der Garten ist heute ein kleines Landgartenparadies, von Baumaterialen keine Spur mehr. Viele Pflanzen sind beschriftet und wie in eigentlich allen englischen Gärten, kann man auch hier diverse Gärtnerutensilien erwerben.

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Du und Dein Garten …

Sehr lauschig fanden wir die Möglichkeit, an einem kleinen Tisch vor dem Cottage mit dem Lesen von Hardys Werken die Zeit zu vertreiben, falls der Andrang auf das Häuschen zu groß ist. Mehr als fünfzehn Menschen werden wohl nicht gleichzeitig hineinpassen. Es ist wirklich klein.

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Running a bit early?

In der Küche der Großmutter erzählte ein Mitarbeiter des National Trust über die Granny und vermittelte Wissenswertes über das Kochen und Heizen im 19. Jahrhundert.
Im Wohnzimmer mussten wir uns gleich hinsetzen und erfuhren von einer leidenschaftlichen Hardy-Leserin, wie die Familie hier die Abende verbrachte.

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Am Kamin wurde auch musiziert

Wir kamen ins Gespräch über die Bücher von Hardy, die ich kannte und von Herzen im Aufruhr hielt sie gar nichts. Mir schien, sie mochte eher die netteren Frauenfiguren von Hardy. Sie empfahl mir auch dringend, Under the Greenwood Tree zu lesen, immerhin Hardys einziger Roman mit einem Happy End.

Im Nebenraum befand sich das Büro von Hardys Vater. Auch hier gab ein Mitarbeiter Auskunft zu den ausgestellten Gegenständen und versorgte uns mit Lesematerial für das Obergeschoss.

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Die Familie las die Romane jener Zeit

Dort liegen die Schlafzimmer. Alles recht sparsam, aber durchaus gemütlich eingerichtet. Am spannendsten war natürlich das Zimmer von Hardy mit dem Schreibtisch.

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Lädt zum Schreiben ein: Hardys Schreibplatz

In einem Wandschrank fand sich eine kleine Sammlung von Tierschädeln und anderem Kram, den man als abenteuerlustiges Kind so einsammelt. Vermutlich hätte ich mich mit Klein-Thomas sofort verstanden. Es muss ja nicht immer ein Laserschwert sein.

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Hätte auch mein Schrank sein können

Anschließend schlenderten wir noch durch den Garten und fuhren nach einem notwendigen Cream Tea im Besucherzentrum, weiter nach Dorchester.

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Ein wirklich lauschiges Plätzchen

Die Stadt selbst fanden wir nun nicht so interessant. Es gibt da römische Mauerreste, ein Militärmuseum und eine Mustersiedlung von Prinz Charles, aber nachdem wir das Hardy-Denkmal gefunden hatten, verabschiedeten wir uns auch schon von der Stadt.

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Das Hardy-Denkmal in Dorchester

Den Besuch von Hardys selbst entworfenem Haus Max Gate hoben wir uns für einen weiteren Englandbesuch auf. Möge der Brexit das nicht verhindern.

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