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Damals schon in Pula

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Als Bücherfreak hat man ja immer auch so hehre Ziele, an die man sich irgendwie nicht recht rantraut, man aber die lockenden Rufe beständig im Hinterköpfchen brüllen hört.

So geht es mir mit James Joyce. Ulysses und vor allem Finnegans Wake reizen mich seit Jahren, quasi seit ich davon hörte, wie schwer sie zu lesen seien. Ich hoffe natürlich, nicht daran zu scheitern, aber bisher fand sich irgendwie noch nicht der rechte Zeitpunkt, Mut zu beweisen. Den Zauberberg konnte ich ja auch nicht erklimmen.

Doch als der dtv in einer seiner letzten Newsletter auf das Buch hinwies, frug ich nach einem Rezensionsexemplar, denn das musste ich ja dann lesen.

Dubliner von James Joyce

Dubliner von James Joyce

Dubliner ist das Frühwerk und daher als Einstieg wohl bestens geeignet den Weg zum nächsten 8000er zu ebnen.

Tatsächlich sind die Erzählungen etwas besonderes. Glasklar, fast emotionslos dargereichte Blicke tief in die irische Gesellschaft. Dreck, Glanz und Elend nebeneinander. Erinnerte mich sehr stark an Fotos. Joyce schreibt dokumentarisch, obwohl die Figuren fiktiv sind, die Schauplätze und Details hingegen registriert er mit großem Naturalismus.

Ruckzuck bekommt man ein deutliches Bild des alten Dublins, wird in Familiengeschichten hineingestellt, die banal sein könnten, durch den direkten Blick aber nahgehen.

Nicht im Sinne von großem Drama, sondern weil man dabei ist.

Joyce floh aus diesem Leben. Das unterdrückte Irland siechte. Im Nachwort wird das mit von Joyce in der ersten Geschichte lancierten Paralyse bezeichnet. Was das Gefühl sehr genau trifft, was ich beim Lesen empfand. Statik, Gefangenschaft, Desillusionierung. Und trotzdem gab es das Irish Revival. Man versuchte Irisch zu sprechen, die alten Lieder und Namen hochzuhalten.

Als wie vor zwei Jahren in Kroatien Urlaub machten, besuchten wir auch die Stadt Pula, die ganz stolz darauf ist, dass James Joyce hier lebte. Dubliner bekam in Pula neue Zutaten und als ich damals die Statue in einem Café entdeckte, war eine Lektüre noch nicht abzusehen.

Joyce und ich in Pula 2014

Joyce und ich in Pula 2014

Jetzt bin froh, dass ich dieses erstaunliche Büchlein gelesen habe und ganz fest geplant ist nun für dieses Jahr der Ulysses. Was sind schon 8000er?

Hier die ganze Rezi: Dubliner von James Joyce

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25 Kommentare

  1. mluniverse sagt:

    Naja, man braucht halt eine Weile, bis man sie durch hat, nicht?
    ich kämpfe mich gerade durch einen 1100er (Don Quijote)

    Gefällt 2 Personen

  2. „Ulysses“ habe ich vor etwas mehr als 10 Jahren innerhalb weniger Tage verschlungen, „Finnigans Wake“ steht in der zweisprachigen Ausgabe im Regal, aber ich bin noch nicht über die ersten Seiten hinaus gekommen.

    Gefällt 1 Person

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