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Ewige Stimmen

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Er war Star Wars Übersetzer und Autor für Perry Rhodan. Und kaum hatte ich ihn für mich entdeckt, starb Rainer Zubeil aka Thomas Ziegler auch schon im Jahre 2004.

Nachdem ich vor einiger Zeit bereits Zeit der Stasis, eine Zusammenarbeit mit Uwe Anton, las, nutzte ich jetzt die Gelegenheit eines Klassikerlesezirkels im SFN, um den KLP-prämierten Roman Stimmen der Nacht zu lesen.

Stimmen der Nacht von Thomas Ziegler, Cover von benswerk

Stimmen der Nacht von Thomas Ziegler, Cover von benswerk

Okay, ich ließ mich auch von dem wunderschönen Golkonda-Buch verführen. Susanne Beneš macht einfach großartige Cover-Art.

Geschichten über das Dritte Reich und Nazis lese ich nicht gern. Alternativstorys noch weniger. Irgendwie droht bei so etwas immer eine Verharmlosung.

Allerdings ist die Idee von Thonas Ziegler schon klasse. Nicht nur, dass er den Morgenthau-Plan als verwirklicht darstellt, Dazu kommt noch, dass die Amis ihre Atombombe auf Berlin abwarfen und mit den Russen befreundet blieben.

Der Morgenthau-Plan sollte verhindern, dass Deutschland je wieder ein Industriestaat würde.

Ziegler spinnt die Entwicklungen weiter. So leidet die gesamte europäische Wirtschaft unter dem Fehlen des deutschen Marktes. Gleichzeitig reagieren die Deutschen mit einer trotzigen Hinwendung zum Nationalsozialismus.

Also alles noch viel schlimmer. Man spürt die linke Gesinnung Zubeils und seine Angst vor dem vielleicht chronischen Nazitum der Deutschen. Immer, wenn er mit der brauen Ideologie hantieren musste, beeilte sich Zubeil, klarzumachen, wie ernst das Ganze ist, wie menschenverachtend und grundböse. Nie droht eine Verniedlichung oder ein Abwiegeln. Im Gegenteil, Das Grauen ist riesengroß in »Stimmen der Nacht«.

Plottechnisch ist der Roman wenig überzeugend. Figurenmotivation und -entwicklung sind mau, Rätsel werden nicht gelöst oder einfach ignoriert, das Ende ist aufgesetzt.

Aber erstaunlicher Weise machte es mir überhaupt nichts aus. Denn die Sprache des Romans fegt das alles beiseite. Die Sätze sind sorgfältig auf ihre Stimmung hin konstruiert, jedes Wort passt. Tiefschwarz bis hinein in die Papierporen der Seiten. Was für ein großartiger Stilist und Erzähler!

Klar, das ich das Buch empfehle und wer will, kann die Rezi dazu im Fantasyguide lesen: Stimmen der Nacht von Thomas Ziegler

Was hätte der Mann noch alles schreiben können!

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