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Na dann macht mal Krach!

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Literturzeitschriften gibt es bestimmt sehr viele und darum wunderte es mich nicht, als im Horror-Forum das Magazin Krachkultur beworben wurde, und ich noch nie etwas davon gehört hatte. Das gibt’s immerhin schon seit 1993.

Aber bisher war ich wohl auch nicht Zielgruppe, aber eine Ausgabe zum Thema Phantastik trifft mich direkt zwischen den Augen.

Krachkultur 17/2015, Cover von Yanko Tsvetkov

Krachkultur 17/2015, Cover von Yanko Tsvetkov

Warum ich es aber sofort haben musste, waren die Namen Dietmar Dath, Anja Kümmel und Leif Randt.

Daths SF ist meiner Meinung nach im Augenblick das Beste, was in deutscher Sprache zu bekommen ist und in die Krachkultur semmelt er auch gleich ein wortgewaltiges Manifest. Darin geht es um das Selbstverständnis der Phantastik und um dumme Literaturkritik. Man spürt seine Wut und Frustration, dass es so viele abwertende Meinungen zu phantastischen Werken gibt, die weder verstehen, wie phantastische Werke funktionieren, noch genügend Erfahrungen im Genre haben, um tatsächlich fundiert urteilen zu können.

Über Daths Messlatte würde ich es auch nicht schaffen und zudem habe ich auch keine Hemmungen gnadenlos über nichtphantastische Werke zu lästern. Falls ich so etwas lesen sollte.

Anja Kümmels Roman Träume digitaler Schäfer habe ich vor Jahren gelesen. Der Roman war vielschichtig, seine historischen Kapitel sehr düster, traurig und sehr feministisch, auf eine böse-kämpferische Art. Der SF-Teil war großartig. Ein ausgeklügeltes Genderproblem, sprachlich faszinierend und tatsächlich für die Handlung bedeutsam.

Nach der Rezi konnte ich sie dann auch noch für ein Interview gewinnen und das wurde über einige Jahre zum absoluten Zugriffsmonster im Fantasyguide. Teilweise 7000 Aufrufe. Einsamer Ausreißer.

Darum war ich auch gespannt auf den Romanauszug zu ihrem nächsten Roman und er verspricht tatsächlich wieder eine ungewohnte Lese-Erfahrung.

Leif Randt konnte in der Krachkultur einen älteren Text unterbringen, mit dem er 2006 den openMike gewann. Der Ton erinnert an seinen Roman Planet Magnon, den ich vor kurzem erst mit Faszination las, vor allem, weil er eine Zukunft aus einem ganz anderen Umfeld entwickelt. Aus ihm sprechen die sich selbstverwirklichenden Bionade-Hippster und diese Tonart hatte ich bisher in deutschsprachiger SF noch nicht vernommen.

Also SF-seitig war die Krachkultur ein Pflichtkauf. Horror ist nicht so mein Ding, aber gut erzählte Schauergeschichten weiß ich zu würdigen. Leider bot das Magazin hier keine Höhepunkte, selbst Tobias O. Meißners Geschichte war mir zu gewöhnlich. Die Texte sind alle toll geschrieben und auch super übersetzt, aber im Vergleich zur Experimentierfreude ihrer SF-KollegInnen gab sich das Horror-Team etwas unkreativ.

Und was ist mit der Fantasy? Tja, die hat sich wohl mit den Herausgebern verkracht.

Aber nichtsdestotrotz, das Magazin fand ich lesenswert, und in meiner Rezi geh ich auf alle Texte etwas näher ein: Krachkultur 17/2015 hrsg. von Alexander Behrmann und Martin Brinkmann

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