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Welche Wonne

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Ein ganzes Haus vollgestopft mit Büchern und man selbst vollgestopft mit frisch gekochten Köstlichkeiten – Sasha Abramsky hatte ganz besonderes Glück mit seinen Großeltern.
Dass es in der Bibliothek von Chimen Abramsky keine Romane gab, dafür aber kostbare Erstausgaben von Marx oder Spinoza, verwunderte den Jungen nicht, es war ganz normal für ihn.
Jeden Tag war das Haus voller Gäste, die über die Bücher, Politik, Philosophie und Religion diskutierten, darunter unzählige Experten ihres Faches aus aller Welt. Es hat ihn geprägt und nicht zuletzt auch deswegen hat er seinen geliebten Großeltern in einem wunderbaren Buch gedacht.

Das Haus der zwanzigtausend Bücher

Das Haus der zwanzigtausend Bücher

Ja, in so einem Haus hätte ich auch gern meine Kindheit verbracht und ich überlege, was meine Nachkommen von meinen paar Bänden halten. Vermutlich weitaus weniger.

Das erstaunliche an Das Haus der zwanzigtausend Bücher aber ist, welche Masse an Namen und Themen es über einem ausschüttet. Der Großteil davon öffnet komplett neue Welten und die wenigsten davon werde ich wohl je besuchen. Religion interessiert mich einfach nicht und dass man sich tausende von Jahren damit beschäftigen kann, werde ich nie begreifen.

Aber berührend war die Auseinandersetzung des Enkels mit dem emotionalen Ballast seines Großvaters. Er hatte ihn als liberalen und freundlichen Menschen kennengelernt, als klugen und lieben Opi eben. Voller Weisheiten, einem phänomenalen Gedächtnis und dem Gespür, einem wissbegierigen Jungen die Welt der Geschichte und Philosophie näher zu bringen.
Jedoch lauerte da im Verborgenen der Regale und abgeschlossenen Kästchen auch der Stalinist, der totalitaristische Methoden guthieß und den Geist verschloss vor den Anzeichen der Verbrechen und ideologischen Verbiegungen. Kein einfacher Teil der Biographie. Und vor allem so ähnlich vielen DDR-Biographien.
Beklemmend. Ermahnend.
Aufmunternd.

Naja, und einem Buch, das Bibliomanie feiert, kann ich auch gar nicht widerstehen.
Noch mehr Schwärmerei in meiner Rezi: Das Haus der zwanzigtausend Bücher von Sasha Abramsky

Es gibt einen wunderbaren Trailer zum Buch auf Youtube. Wenn ich euch nicht überzeugen konnte, versucht es mit dem Autor selbst. Seht das Haus, die Bücher und erlebt Chimen.

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