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Dummheit wird bestraft

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Zumindest in der Oper Turandot von Puccini. Als Ersatznutznießer eines Konzertanrechts verschlug es uns gestern in die Deutsche Oper. Das Haus ist immer noch so hässlich wie bei unserem letzten Ersatznutznießerbesuch, aber im Gegensatz zur Zauberflöte überraschte uns Turandot durch eine zwar moderne, aber hinreißende Inszenierung.
Das Bühnenbild präsentierte sich minimalistisch. Jede Menge Stühle für den Chor, der sich als Publikum und Volksmasse den Hinrichtungen hingab. Die chinesische Prinzessin Turandot versucht sich nämlich durch einen Trick der Zwangsheirat mit irgendeinen Deppen zu entziehen: Wer ihre drei Rätsel lösen kann, wird ihr Gemahl, wer nicht – Rübe ab.
Den aktuellen Bewerber kann das nicht stören, da er seine Kopf schon verloren und sich ganz fürchterlich in die Dame verliebt hat.
Um die Sache nicht zu einfach zu gestalten, gibt’s da noch das süße Sklavenmädchen, die ihren Prinzen liebt. Er sie natürlich nicht.
Handlungstechnisch bietet die Oper also nicht viel. Gerade dem dritten Akt merkt man deutlich an, dass die Oper postum von dritter Hand beendet wurde.

Musikalisch aber begeistert das Stück doch sehr. Puccini schafft es, asiatische Klänge unterzubringen ohne dass es jetzt tatsächlich chinesische Musik wird. Der Gesang erwies sich auch als angenehm, verstanden habe ich fast nichts. Mag an mangelnden Italienisch-Kenntnissen liegen, andererseits versteh ich bei klassischem Gesang sehr selten etwas.
Berühmt ist Turandot für die Tenor-Arie Nessun Dorma. Damit gelang vor einigen Jahren Paul Potts einen dieser Fernsehmomente, als er die Jury der britischen Supertalent-Show aus den Socken sang.
Auch Jonas Kaufmann trällerte die Arie jüngst in der Last Night of the Proms und wir sind jetzt sehr versucht, Kinokarten für seinen Puccini-Abend zu besorgen. Live kann man ihn sich leider nicht leisten. Schaut euch ruhig mal seinen Auftritt bei der Last Night bei youtube an. Der Mann ist einfach zum Gernhaben. Und schön bei Rule Britannia mitschmettern!
Dabei dachte ich, aus der klassischen Musik rausgewachsen zu sein.

Apropos Klassiker. Mein Entschluss, nach dem aktuellen D9E-Band Hesse zu lesen, steht nun fest. Im Regal fanden sich drei dünne Erzählungsbände und nun grüble ich aber, ob ich nicht doch lieber Steppenwolf oder Das Glasperlenspiel erwähle. Ich bin ja noch ein absoluter Hesse-Hagestolz.
Vielleicht geh ich einfach in eine Buchhandlung. Wenn sie da eine schmucke Ausgabe der Romane haben, greif ich zu, ansonsten soll mich halt eines der Reclam-Bändchen verführen.
Da haben mich beim Sichten schon die Klappentexte amüsiert. Dieses vorsichtige Lavieren um die Tatsache herum, dass man Hesse in der DDR zunächst gar nicht mochte.
Hach, diese zuckersüße Qual, sich vom Buchkauf fernhalten zu wollen …

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3 Kommentare

  1. Was Hesse angeht, mir haben beide Bücher sehr gut gefallen.

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