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Methodisch inkorrektes Universum

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Wer den schönen Wissenschafts-Podcast Methodisch inkorrekt kennt, versteht nach der Lektüre von Ulrike Jonacks neuestem Roman Tote Helden, warum ich an die beiden lebenden Helden der Experimentalphysik, Reinhard Remfort und Nicolas Wöhrl, denken musste.

jon, wie sich Ulrike im Netz und als Autorin nennt, kenne ich durch die Leselupe nun schon etliche Jahre. Sie moderiert dort das SF-Unterforum und ebenda erschienen die Toten Helden als Fortsetzungsgeschichte und als Work in Progress denn auch als allererstes. Daher war ich schon Fan bevor jetzt alles gebündelt und überarbeitet in schmucker Buchform das Universum bereichert.

Tote Helden von jon

Tote Helden von jon

Das Besondere an dem Roman ist der Collagen-Charakter. Es gibt ganz verschiedene Textarten und alle dienen dem Zweck, das Rätsel um die Identität einer Frau zu knacken, die ohne Gedächtnis und stark verletzt in einer Rettungskapsel gefunden wurde.
Ines Braun findet diverse Spuren zu sich selbst, von denen sie aber schon bald nicht mehr weiß, wie real sie sind. Erinnerungen fremder Menschen fühlen sich echter an, als ihr lieb ist. Offizielle Missionsberichte erscheinen ihr lückenhaft oder ganz falsch. Wie die der Wöltu-Expedition unter Katharina Brauer.
Jene ist übrigens die Mutter unserer Kapitänin aus Zweisam oder Die Sache mit Akakor, das ich vor einem Jahr las. jon Science-Fiction Geschichten sind alle irgendwie miteinander verbunden, über Figuren, Ereignisse und einigen noch nicht erzählten Geschichten.
Eine weitere Besonderheit: Es gibt ja genügend männliche Autoren, die Frauenfiguren benutzen; bei Ulrike merkt man, was es bedeutet, wenn eine Frau sie schreibt. Ich finde das sehr faszinierend, eben weil es mir in der SF nicht oft begegnet. Bei George Eliot spürte man die Echtheit der Frauen auch. Vielleicht, weil hier wie dort, die Frauen in ihren jeweiligen Rollen dargestellt und nicht einfach nur Rollen mit ihnen bestückt werden.
Im Ergebnis bekommt man dann einen Roman, der eine eigenständige Stimme entwickelt und nebenbei auch noch ungewöhnliche und gute Science-Fiction geworden ist.

Ich freu mich auf weitere Romane. Wie immer gibts auch eine Rezi im Fantasyguide: Tote Helden von jon

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2 Kommentare

  1. texte-jon sagt:

    „und nebenbei auch noch ungewöhnliche und gute Science-Fiction geworden ist“ – Das gefällt mir, vor allem das „nebenbei“. Danke!

    Gefällt 1 Person

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