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Königlicher Wahnsinn in Cornwall

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In seiner Cornwall-Folge schwärmte Viva Britannia Podcaster Sven Rudloff vom Minack Theatre. Das von Rowena Cade in ihrem Garten angelegte Theater hängt quasi direkt an der Steilküste Cornwalls mit freier Sicht auf das Meer. Zunächst als Probebühne für eine Shakespeare-Aufführung gedacht, führt man dort während der Sommermonate regelmäßig diverse Stücke auf.

Das Theater im Garten

Das Theater im Garten

Ich wollte natürlich Shakespeare sehen. Während unseres Aufenthalts bot sich eine Nachmittagsvorstellung von King Lear an und da man im Netz sehen konnte, dass zeitnahe Aufführungen immer ausverkauft waren, buchte ich die Tickets vorab.
Der Einstieg in das Theater erfolgt von oben, wo sich auch der Parkplatz befindet. Man kann nur bis 13 Uhr das Theater besichtigen, danach wird es für die Vorstellung benötigt. Das heißt, alle die das Theater besichtigten, fuhren nach unten, wir nach oben und so mussten wir uns auf einer typisch schmalen, kornischen Straße Stück für Stück an anderen Autos vorbei himmelwärts schieben. Kein Spaß für Kupplung und Beifahrerin, die in einem Rechtsverkehrauto sehr intensiven Kontakt mit dem Gegenverkehr aufnehmen kann. Und als vermeintliche Fahrerin auch alle entsprechenden Blicke erntet.

Aber was ist die Dramatik des Verkehrs gegen ein Shakespeare-Drama?
Genau. Pillepalle.

König Lear mag »Nichts« nicht so sehr

König Lear mag »Nichts« nicht so sehr

Das Theater ist eine Wucht. Kleiner als erwartet, aber vor allem noch viel schöner, da tatsächlich Bestandteil eines blühenden Gartens. Die Sonne schien und obwohl es im Schatten kaum 20 Grad waren, glühten wir recht schnell und hätten barmherzige Wolken sich nicht nach einer halben Stunde vor das Zentralgestirn gewälzt, hätte sich meine Familie wohl bald in den Schatten verflüchtigt, Trotz stylischer Strohhüte.

Narretei und Wahnsinn

Narretei und Wahnsinn

So aber konnten wir zu fünft die sehr, sehr gute Aufführung komplett genießen. Da die Bänke nicht mehr als grasbewachsene Huckel sind, kann und sollte man sich faltbare Rückenlehnen ausleihen. Trinken und Essen gibt’s zu kaufen, aber wie fast überall in Cornwall kann man problemlos sein eigenes Picknickfutter verzehren.
Die Ensembles für die Stücke wechseln sich immer ab, sind aber meist eingespielte Truppen. Bei uns waren es die Winchester College Players, die schön öfter im Minack mit Shakespeare aufwarteten.

Die Winchester College Players

Die Winchester College Players

Ich hatte mir das Stück vorab ja zu Gemüte gezogen und während der Hinfahrt versucht, die komplexen Handlungsstränge darzustellen. Dies und der jeweilige Kenntnisstand der englischen Sprache sicherten entsprechendes Theatervergnügen, wobei wir allesamt im Verstehen der Scherze versagten. Aber das minderte in keinster Weise den Spaß, in dieser herrlichen Umgebung ein tolles Shakespearestück erleben zu können. Die vorhandene Kulisse ist bereits so passend, dass die Schauspieler keine weiteren Requisiten benötigten als den Thron von Lear, Kostüme und Schwerter.

Gleich neben dem Theater befindet sich eine wunderschöne Badebucht, in die man vom Theater aus heruntersteigen oder unten im Ort bequem erreichen kann. Der Strand wird auch von einem Rettungsschwimmer bewacht, natürlich nur bis 17 Uhr – die magische Feierabendzeit, die man stets im Hinterkopf behalten sollte.

Baden in der Bucht von Porthcurno

Baden in der Bucht von Porthcurno

Es war ein unheimlich stimmungsvoller Theaterbesuch, sehr empfehlenswert und daher noch einmal großen Dank an Viva Britannia!
Cheers!

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3 Kommentare

  1. christahartwig sagt:

    Das liest sich, als wäre der Theaterbesuch allein die Reise wert. Ich bin ein bisschen neidisch. Wie war es mit der Akustik?

    Gefällt 1 Person

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