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Schuppig, aber mit Aussicht

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Als oller Lyriker der sich auch mit Prosa versucht, bekommt man es recht schnell mit kritischen Stimmen zu tun, die auf überbordende Bilder, unmögliche Vergleiche und dergleichen Lyrikartefakte hinweisen.
Ich kann das sehr selten nachvollziehen, da ich einfach nicht knochentrocken schreiben kann. Deshalb halte ich mich eigentlich für sehr aufgeschlossen in Bezug auf lyrische, bildgewaltige und sprachverliebte Texte.

Doch mit Stephanie Schnees Der Schuppenmann bin ich an meine Grenzen gestoßen.

Der Schuppenmann von Stephanie Schnee, Cover von Lothar Bauer

Der Schuppenmann von Stephanie Schnee, Cover von Lothar Bauer

Sie produziert in diesem Öko-Märchen derartig viele Satzmonster, dass mir der Spaß daran doch schnell verging.
Immer wieder hatte ich beim Lesen das Gefühl, als wühlte die Autorin beim Schreiben wild in einem Thesaurus herum, um ja keine simplen Sätze zu produzieren. Sicherheitshalber haben viele auch noch ein Ausrufezeichen bekommen, um die Außergewöhnlichkeit der Formulierung zu verstärken.
Dabei hat Stephanie Schnee ohne Zweifel ein großes sprachliches Potential. Aber für mein Gefühl hat sie es hier übertrieben.

Inhaltlich hat mich die Erzählung leider auch nicht angefixt. Ich liebe Wald, Bäume und sein ganzes Getier und Gefleuch und hasse alle Regenwaldvernichter. Bin also durchaus auf des Schuppenmanns Seite. Doch Jesus ähnliche Superhelden, die irgendwie Wälder retten, sollte man mir schon ein bisschen besser präsentieren. Die Handlungen der Figuren sind willkürlich, es gibt sehr viele deus-ex-machina-Momente und insgesamt ein sehr naives Wunderheilen. Mag für ein Märchen vertretbar sein, aber dann sollte es auch etwas stringenter erzählt sein.

In dieser Fassung war das Buch für mich doch eine große Enttäuschung, selbst Lothar Bauer hat schon deutlich bessere Titelbilder produziert.

Doch ich bin ja schon weiter in meiner Leseliste und bisher ist die Erzählungssammlung von Thomas Adam Sieber eine ziemlich große freudige Überraschung.

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