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Was für ein Sommerwort: Patsche!

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Offensichtlich ist der wunderbare Titel In der Patsche mit … für das gestrige kleine Musik-Festival im Astra aus dem lustigen Hirn Francesco Wilkings entsprungen. Ein tolles Wort, diese Patsche. Und da hat er Recht. Mit Sommer hätte ich es nicht verbunden, aber das Wetter gestern hatte ja auch so rein gar nichts mit der warmen Jahreszeit zu tun.

Egal. Ich war indisch gestärkt und stellte mich auch brav in die dritte Reihe, als Guidebooks pünktlich mit einer Art Elektro-Rock den Abend eröffneten. Gar keine schlechte Mucke.

guidebooks
Guidebooks

Hier gab es auch eine von zwei Frauen auf der Bühne zu sehen, womit dort das Geschlechterverhältnis direkt entgegengesetzt zum Publikum aufgestellt schien.
Seltsam auch die Altersverteilung. Auf der Bühne eher in Richtung meiner luftigen Höhe, bewegte es sich davor etwa 20 Jahre von mir entfernt. Nach unten … :yawn:

Der zweite Act wurde von Ritter bestritten. Mit dem Band-Namen kann man eine Google-Findung vergessen, musste ich feststellen. Textlich nicht mein Ding, sang der Frontmann seine vier Lieder sehr enthusiastisch und wurde von den Tele-Musikern mit Kutschengeräuschen in den Liedpausen motiviert.

ritter
Ritter sang auch im Duett mit einer Frau, deren Namen ich leider nicht verstand

ritter_frau
Wer kennt diese Sängerin?

So stelle ich mir übrigens die Janet aus Joanna Russ‚ Roman Eine Weile entfernt vor, den ich ja grad lese. Lässig, weil sie es sein will.

Dann kam die Band, deren Schild bereits die ganze Zeit im Hintergrund zu sehen war: Tele. Sie wurden frenetisch bejubelt und gaben sich dadurch für mich als einer der Hauptacts zu erkennen, obwohl sie mir jetzt so gar nichts sagten. Allerdings gab Sänger Francesco einen so schlumsigen, verpeilten, liebenswerten und begeisterten Sänger ab, dass mir Band und Musik auf der Stelle gefielen.

francesco
Muss man liebhaben: Francesco Wilking

Und dann kam mit Falschrum sogar ein Song, den ich kannte. Fritz!-Hören bildet.
Tele hatte seit fünf Jahren nicht mehr in dieser Besetzung zusammengespielt, was mir nicht weiter auffiel, die Sache aber wohl erst Recht für alle zu einem Fest machte.

Aber, ich war ja wegen Gisbert zu Knyphausean da und der kam als Nächstes.

gisbert
Gispert zu Knyphausen war mit uns zufrieden, hätten ja auch andere da sein können.

:yes:

Er sang ganz allein (und musste dabei mit einer gerissenen Saite kämpfen, freundlich mit Schlangenzischen ermuntert) ganz viele jener Lieder, die man nach dem ersten Hören nie wieder aus der Körpermitte herausbekommt.

Ich musste mich drumherum mit einem zwar netten aber ultra nervigem Punkerpärchen herumquälen. Er pfiff in meine neuen und immer noch sehr empfindlichen Trommelfelle als müsste mein Hirn ins All geschossen werden und sie hielt es für völlig unschädlich, mir ihren spitz benieteten Rucksack immer wieder übers Bäuchlein zu ziehen. Überhaupt schienen sie beide das Gefühl zu haben, ich stände auf Gruppenkuscheln. Nun, ich bin hundert Kilo standfester Berliner Trotz und irgendwann schnallte ich mir meinen Rucksack auf den Bauch. Nonverbale Kommunikation ist sehr effektiv gegen Punkerpärrchen, wie mein Pokémon-Lehrer einst erklärte.

Natürlich hielt mich das Geplänkel nicht davon ab, ein sehr, sehr schönes Konzert von Gisbert zu genießen, welches nahtlos in das von Höchste Eisenbahn überging.

gisbert_und_francesco
Gisbert blieb für ein gemeinsames Jammen mit Höchste Eisenbahn auf der Bühne

Sänger ist hier auch Francesco Wilking, der sein im ersten Auftritt zerrissenes Fuchshemd gegen irgendeine andere Bekleidung austauschte, die seinem Teddybärcharme nichts anhaben konnte. Mit Gisbert zusammen jammten sie ziemlich wild und witzig herum, texteten aus dem Stehgreif reihum und soger ein Grexit schien möglich.

Die Musik unterschied sich für mich nicht, allerdings geht mir das oft so bei Bands, die denselben Sänger oder Sängerin haben.
Passenderweise war es auch für mich höchste Eisenbahn, meine schmerzenden Füße Richtung Bett zu bewegen, denn ein Donnerstag droht immer mit dem Freitag und der beginnt 5:10 Uhr.

hoechste_eisenbahn
Da war es Höchste Eisenbahn nach Köpenick zu gondeln!

Ein wunderschöner Konzertabend, nicht nur weil Gisbert großartig war, sondern weil ich wieder einmal für mich neue Musik entdeckte. Auch wenn ich das im Fall von Tele schon eher hätte haben können, hätte ich 2004 gleich nachgeforscht.

Aber manchmal patscht man im Trüben nach der Fahrradkette …

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