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Auf der Fährte der Musik

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Der Sommer beginnt und traditionell begrüßt ihn die Fête de la musique. Das war dieses Jahr ein Sonntag und somit gab es keine Ausrede, fernzubleiben. Immerhin ein Drittel der Milchbärte konnte zum Mitgehen bewegt werden, klar, dass so ein Ereignis unter pädagogisch wertvollen Blickwinkeln betrachtet werden sollte. Irgendwann müssen die inzwischen riesigen Knirpse ja erkennen, dass Berlin cool und ihre Stadt ist.

Unsere kleine Tour sollte in Friedrichshain stattfinden und begann in der Feuerwache, einem Kulturhaus, dass in meinen Jugendtagen einfach nur ein weiteres verfallenes Betriebsgelände auf dem Weg zur U-Bahn war.

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Die alte feuerwache

Wir lauschten zwei Improvisationen von Liv, die hier im Jugendclub arbeitet.

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Liv hat eine wunderbare Stimme!

Danach ließen wir uns von Antique zeigen, was dreamy noisepop ist.

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Antique

Haute uns jetzt nicht um, deshalb gingen wie die Marschlewskystraße hoch, am berühmten Hochhaus an der Weberwiese vorbei, in dessen Teich ich als Knirps planschte, zur Jägerklause. Gegenüber war dereinst meine Bibliothek, in der ich SF, Charles Dickens und Euripides entdeckte, heute sind da Büros drin. Deprimierend.

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Die Jägerklause mit Biergarten

In der Jägerklause selbst hab ich 1990 mein letztes Ostgeld zu Bier gemacht.

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Nun spielte hier thrash death metal mit Barreleye.

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und stonerrock mit Uranus Front

Laut, schräg und ungemein tanzbar. Zumindest wenn man mal sein Genick so richtig durchbangen will.

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Wir zogen weiter Richtung Warschauer Straße.

Die noisy Musicworld befindet sich in den Räumen unserer alten Renault-Werkstatt. In Friedrichshain ist tatsächlich in den letzten zwanzig Jahren kaum ein Stein auf dem anderen geblieben.
Die Musik von Queen Sacrifice war gechillter Folk, konnte uns aber nicht fesseln.

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Queen Sacrifice

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Wegweiserkunst

Im Keller der Werkstatt kann man sich zur Zeit ein paar alte Ghettoblaster angucken, keine Frage, dass wir dem Nachwuchs zeigten, wie man früher mal Spießer erschreckte und welche coolen Geräte wir nie hatten.

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Da weiß man, was man nicht hatte

Das alte RAW-Gelände stellte den letzten Punkt unserer Tour dar.
Zunächst aßen wir Burritos, dann ließen wir uns von Irie Révoltés durchschütteln.

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Irie Révoltés

Einen seiner Songs kannte der Nachwuchs sogar aus dem Französischunterricht. Es flog auch eine Drohne herum und zum Abschluss des Programmpunktes wurden Luftballons mit Kinderwünschen in den blauen Himmel entlassen.

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Such die Drohne

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Das ganze Gelände ist voller Streetart.

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In einer Galerie gab es Fotos und Bilder.

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Wenn man da nicht Bock auf Kunst bekommt …

Ein Puppenspieler präsentierte Monster und jede Menge cooler Grafitti belebten die Ruinen.

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Er hatte Spaß

Leider hat die Stadt das Gelände inzwischen verkauft. Die Tagen bunter Kunstvielfalt dürften gezählt sein.

Die letzte Bühne auf unserem Plan stand beim Badehaus Szimpla.

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Das Badehaus Szimpla

Wir hatten Glück, denn das Gedränge deutete schon auf einen etwas größeren Act hin und tatsächlich kannte ich die Band aus dem Radio. Bei Fritz spielte man »Sushi« schon seit einiger Zeit regelmäßig. Von Wegen Lisbeth ist live sogar noch besser und präsentierte sich voller Spielfreude, blutjung und ungeheuer selbstsicher.

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Von Wegen Lisbeth – der perfekte Sommeranfang

Zum Glück konnten wir dem fußlahmen Nachwuchs fünfmal nur noch einen Song aus den Rippen leiern.

fdm_19Sven Regener fands auch gut, auch wenn er hier grad etwas kritisch blickt.

Und dann führte uns die Fährte der Musik zurück ins ferne Köpenick, dem Land wo abends nur die Spatzen piepen und ein altes Krähenpaar Deathmetal übt.

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