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Am Rande des Ichs

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Ich schrieb ja schon, dass ich im Zuge meiner begeisterten Beschreibungen von Sam Delanys Autobiographie Die Bewegung von Licht in Wasser ein dazu passendes Buch von Frank Böhmert geschenkt bekam.

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Verrückt nach Kafka von Anatole Broyard; Cover von Nina Rothfos und Patrick Gabler

Wie so oft, sagte mir der Name Anatole Broyard überhaupt nichts und kaum mehr war mir auch bekannt über das Leben in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg. Quasi das meiste betraf die Kapitel in der wunderbaren Tiptree-Biographie.

Spannend an den Erinnerungen von Broyard ist etwas ziemlich schräges, dass man wohl nur so richtig verstehen kann, wenn man mit Rassismus aufwuchs. Broyard war so hellhäutig, dass er sich als Weißer ausgab. Ich würde ja sagen, entweder ist seine Haut weiß oder nicht. Offenbar ist man dann trotzdem noch irgendwie schwarz. Letztlich ein deutliches Beispiel dafür, wie blöd das ganze ist. Und es erinnert mich auch prompt an eine andere Biographie, nämlich die über General Dumas, in der die seltsame Beziehung von Menschenrechten und Rassismus unter der französischen Revolution thematisiert wurde.

Broyards Erinnerungen an das Leben im Village voller Bücher, Sex und Psychoanalyse ist sehr analytisch geschrieben. Beherrscht von Selbstbetrachtungen, teilweise fast unpersönlich und doch bekommt man ein Gefühl dafür, was damals in diesem berühmten Teil New Yorks los war, welche ganz besondere Stimmung dort herrschte. Fast unberührt und rein, ein bisschen schon mit Aufruhr in den Augen, vor allem aber mit einem ungestümen Drang heraus aus den Konventionen.

Seltsam, wie plötzlich so ein Künstlerviertel entsteht. Danke Frank! :wave:

Meine Rezi im Fantasyguide:
Verrückt nach Kafka von Anatole Broyard

Damit ist das Thema USA natürlich noch nicht abgeschlossen, als nächstes kommt jetzt ein Gedichtband von W. H. Auden, dessen Name mir jetzt einfach zu oft über den Weg lief, um ihn weiter zu ignorieren.

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