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Im Keller des Grauens

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Eigentlich will ich ja viel öfter das Abenteuer wagen und eines der tollen Events in Second Life besuchen, die Thorsten Küper in seinen Blog Brennende Buchstaben stets so prächtig ankündigt. Aber lieber selten als nie und darum begab ich mich gestern zum eBook-Event in die seltsamen Tiefen des Web 1.0, dem geheimnisvollen Hort, an dem eine Zeit am Leben gehalten wird, die wir alle schon längst vergessen haben.
Second Life galt einmal als gleißende Zukunft. Jeder würde mit seinem Avator durch die virtuelle Welt wandeln, einkaufen, arbeiten und sich vergnügen. FutureFuture!
Es kam anders.
Und doch verweilen einige unermüdliche in Second Life, nicht aus Nostalgie, sondern, weil sie die kreativen Möglichkeiten für sich entdeckt haben. Ganz ungestört von Geschäftemachern und Hipstern.
Wie cool das aussehen kann, durfte Merlin Thomas gestern feststellen, da man ihm für seine Lesung exakt den Keller nachgebaut hatte, in dem seine Story Ungeziefer aus der Anthologie Ab 18! spielt. Das Bühnenbild baute Barlok Barbosa, in dessen Teil des Kreativdorfes wir uns befanden.

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Der Keller des Grauens

Zuvor las er jedoch seine vielgelobte Geschichte Operation Heal aus der Anthologie Blackburn. Merlin ist ein Naturtalent. Seine Lesung sprühte vor Stimmung, da er die diversen Stimmen der Collage jeweils mit eigenem Timbre darstellte.

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Der Meister und ich

Besonders aber der zweiten Geschichte, die mit Horror und ekelhaftem Aussatz nur so um sich warf, konnte die vielstimmige Vortragsweise eine mehr als gruselige Atmosphäre verschaffen.
Geht nie mit Merlin allein in einen Keller! Zum Glück war ich nicht allein da, Superhelden-Experte Yip stand mir hilfreich zu Seite.

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Die Lesung war sehr gut besucht, ich zählte 31 Avatare.

Nach Merlin folgte Sandra Baumgärtner, die aus ihrem Fantasy-Roman Chronik der Hazissa vorlas.

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Werbeschilder wiesen den Weg

Wir mussten dazu nach Stuttgart porten. Von der Stadt sah ich nicht viel, die Lesung fand in einem klassischen Theatersaal statt.

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Theatersaal mit Laserpointer in der Mitte, wozu auch immer

Aber auch von der Autorin sah ich nicht viel, quasi wenig mehr als ihre Schuhe. Aber es ging ja auch ums Zuhören!

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Eine Lesung offenbart dein Innerstes und manchmal noch mehr …

Meinem Nachwuchs musste ich das Event auch erklären. Wie beschreibt man aber Second Life? Das ist wie Minecraft, nur ohne Zombie killen und mit besserer Grafik. Etwas besserer Grafik.
Und einer ultra abschreckenden Steuerung. Als alter MMO-Hase habe ich schon einige virtuelle Welten besucht und mich auch mit Eve auseinander gesetzt, was nun wirklich kein einfaches Interface besitzt. Aber SL ist des OS/2 unter den virtuellen Welten. Eigen bis zur Selbstverleugnung. Aber so sondert man alle aus, die nicht wirklich da sein wollen, die es nicht wirklich ernst meinen mit Kunst und Kultur.
So wie wir!

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