Montbron

Startseite » Allgemein » Jahresrückblick 2014

Jahresrückblick 2014

Gerade gelesen:

Ulrich Holbein – Knallmasse

Gerade geschrieben:

Archive

Blogstatistik

  • 10,165 hits

Kann man ja noch machen. Durch meine zeitweise Aktivität in der Jury des DSFP habe ich Anfang des Jahres noch viele deutsche SF-Neuerscheinungen gelesen. Darunter sehr viel Schrott. Deshalb wird meine Lektüre wohl dieses Jahr weniger als 56 Titel umfassen, aber mehr gute Bücher. Denn bei vielen DSFP-relevanten Texten weiß ich vorher schon, dass sie nichts für mich sind. Doch bevor das neue Jahr neues Lesevergnügen bringt, ein kurzer Rückblick.

Von den 56 Titeln waren zwei Sachbücher im weiteren Sinne, nämlich die großartige Biographie von Tom Reiss Der schwarze General über den Vater von Alexandre Dumas und die sehr aufschlussreiche Autobiographie von Samuel R. Delany Die Bewegung von Licht in Wasser.

Ansonsten lässt sich meine Lektüre grob in Phantastik und Klassiker unterteilen, wobei ich natürlich auch bei den Klassikern die phantastischen Werke meist bevorzuge.
Eine große Entdeckung war für mich Gabriel Garcia Marques und seine Hundert Jahre Einsamkeit, aber auch die wunderbar kommentierten Ausgaben der Madame Bovary und Bulgakows Meister und Margarita.
Ganz neu gestaltete sich mein Blick auf Finnland durch Karl August Tavaststjernas Harte Zeiten, das sich für mich gleich neben den Jahrhundertroman Gösta Berling von Selma Lagerlöf einreiht, was das Gefühl für unsere nordischen Freunde anbelangt.

Ein anderer literarischer Schwerpunkt bildete sich dieses Jahr eher zufällig: Die USA
Es fing an mit der englischen Ausgabe von American Gods. Ging weiter mit Matt Ruffs Ich und die anderen, vertiefte sich mit dem Delany und seiner Schwulenwunderwelt, zu der Jack Kerouacs Unterwegs perfekt passte.
Und ganz überraschend stolperte dann mein Buch des Jahres hinterdrein: Richard Lorenz‘ Amerika-Plakate. Eine sensible und aktuelle Verwirblung des USA-Themas.
Jetzt muss ich mir nur noch mal Smoke anschauen.
Zum Ausklang des Lektürebogens ergab sich mit Daniel Keyes Blumen für Algernon dann noch eine weitere klassische SF-Zutat.
Dieser bunte Bilderreigen beschreibt zwar eine vergangene USA, hilft aber schon, die Nachrichten zu verstehen, die so übern Teich schwappen.

Darüber hinaus gab es diverse coole Bücher. Allen voran natürlich Dietmar Daths Feldeváye. Dath hat sich mir dieses Jahr durch Lesung, Theaterbesuch und Interview ins intellektuelle Herz geschlichen.
Erwähnt werden muss unbedingt auch noch Gecko Neumckes ein totes im see‘bolo, bei dem mir brennend heiß einfällt, dass ich da ja noch ein Interview irgendwo auf der Platte hab, das veröffentlicht werden will. Die Novelle ist auf jeden und unbedingten Fall empfehlenswert. Gerade auch, weil Frank Böhmert sie so schön in seinen PR-Neo Band Berlin 2037 literarisch würdigt.

Neben einigen Anthologien las ich auch etliche Sammlungen mit Kurzgeschichten, die eigentlich alle erwähnenswert sind: Nathaniel Hawthornes Die Mächte des Bösen, Boris Kochs Dionysos tanzt, Markus K. Korbs Der Struwelpeter-Code und Matthias Falkes Buch aus Stein.
Matthias hat übrigens einen unglaublichen Buchoutput 2014 gehabt und immerhin vier seiner Bücher las ich auch!

Ungewöhnliche Bücher schreibt Jasper Nicolaisen dessen Winteraustreiben und ebenso sein als Margharete Grimma veröffentlichtes Rex Feuchti mehr Aufmerksamkeit verdienten.
Schöne Lesestunden hatte ich auch mit Félix J. Palmas Die Landkarte der Zeit, Karsten Kruschels Das Dikicht, Michael Siefeners Die magische Bibliothek und Charles Stross‘ Accelerando.

Von den D9E-Romanen muss ich vor allem Nadine Boos‘ Der Schwarm der Trilobiten hervorheben, da er nicht nur eine Abwechslung innerhalb der Reihe darstellt, sondern ich ihre Art zu schreiben sehr genossen habe. Bisher hat die Reihe meine Erwartungen noch nicht ganz so erfüllt, kann sie wahrscheinlich auch nicht, aber wenn eine Autorin wie Nadine dadurch gefördert wird, hat Ernst Wurdack alles richtig gemacht.

Zum Schluss noch der Hinweis auf das einzige Lyrikbändchen des Jahres: Frank Hebben – Oubliette. Klein, fein und riesengroß. Selbst für meinen hohen Anspruch schreibt der Hebben gute Gedichte. Die Veröffentlichung ist mehr als gerechtfertigt. Von den vielen hundert Gedichten, die ich dieses Jahr las, waren nicht viele ähnlich beachtenswert.

Insgesamt bin ich mehr als zufrieden mit meinem Lesejahr, das ich mit vielen besuchten Lesungen, Interviews, einem Con und zwei Messen bereichern konnte.

Danke auch an Frank Böhmert, Rene Nowotny, Kai Bosse, Dandelion, dem Otherland und Golkonda, ohne die es nur halb so phantastisch gewesen wäre.

Advertisements

2 Kommentare

  1. Frank Bhmert sagt:

    Ich denke immer noch gern an unseren Besuch von Bofingers Grab im Sommer.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: