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So’n Männerding

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Als ich vor zwei Monaten meine Lektüreliste des aktuellen Jahres durchging, überraschte mich die starke Unterrepräsentation von Autorinnen. So ganz genau kann ich die Ursachen gar nicht benennen.
Ich achte bei der Auswahl meiner Bücher nicht auf das Geschlecht. Wichtiger sind mir Genre und Thema. Meine Vermutung ist daher, dass bei beidem Frauen irgendwie seltener zu finden sind.
Nun bemühte ich mich daher, etwas bewusster darauf zu achten, wenn ich neue Bücher auswähle. Es blieb schwer. Darum freute es mich, als ich einen Lesetipp von einer Autorin bekam, deren Lyrik ich seit ihren Leselupen-Tagen vergöttere. Leider schreibt Inge Lütt heute eher Krimis, was mich nun gar nicht reizt.
Ihr Tipp aber war: Queen of Clouds: Die Wolkentürme von Susanne Gerdom

Queen of Clouds: Die Wolkentürme von Susanne GerdomQueen of Clouds: Die Wolkentürme von Susanne Gerdom, Cover von Romy Pohl

Völlig unproblematisch konnte ich ein Rezensionsexemplar samt Widmung direkt von der Autorin ergattern und ich arbeite auch schon an einem Interview mit ihr.

Der Roman hat mich überrascht, weil er den sozialen Kontext der eher typischen Fantasy-Welt in den Vordergrund stellte. Susanne Gerdom legte großen Wert darauf, die sich aus der feudalistischen Weltordnung ergebenden Konflikte zu beschreiben und ihre Zuspitzung plausibel in die Handlung einzubauen.

Obwohl es eine typische Queste gibt, bei der eine bunte Gruppe von Heldinnen und Helden die Welt retten sollen, wird die Ordnung witzigerweise trotzdem durch eine klassische Revolution hinweggefegt.

Der Verlag führt das Buch als Jugendbuch, wahrscheinlich weil es jugendliche Protagonisten und etwas Coming of Age gibt, aber ein typischer Vertreter ist »Queen of Clouds« nicht. Mehr dazu in meiner Rezi: Queen of Clouds: Die Wolkentürme von Susanne Gerdom

Während der Lektüre habe ich mich natürlich gefragt, ob dem Buch nun anzumerken ist, dass es von einer Frau geschrieben wurde. Aber wenn ich darüber nachdenke, merke ich, wie unwichtig mir das eigentlich ist.
Denn jeder Mensch hat seine ganz eigene Art zu denken, die sich von meiner signifikant unterscheidet. Insofern ist das Geschlecht nur einer von vielen Parametern und inwieweit das die Schreibe beeinflusst, vermag ich nicht zu beurteilen.

Ich bleibe weiter dabei, dass mir das Geschlecht des Schreibenden bei der Auswahl meiner Bücher egal ist.
Aber geplant sind schon zwei weitere Autorinnen, zum einen der Tipp von Frank Böhmert: Sibylle Berg »Vielen Dank für das Leben« und Amanda – Ein Hexenroman von Irmtraud Morgner.

Ich hoffe ja, dass mir der dtv die Berg noch als Rezi-Exemplar zusendet. Dafür muss ich aber erstmal Flauberts Madame Bovary auslesen.
Und das ist tatsächlich so’n Männerding.

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3 Kommentare

  1. Frank Bhmert sagt:

    Auf deine Meinung zum Berg-Roman bin ich jetzt schon gespannt! Übrigens kommt demnächst noch eine richtige Lesenotiz in mei’m Blog.

    Gefällt mir

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