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Lemologen sagen: Lem hat nicht gelogen!

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Erneut ein Titel aus der unendlichen Weite platter Kalauer.
:wave:

Aber der Anlass ist ein guter und die Absichten noch besser. Denn es geht um Stanislaw Lem.
Im Otherland fand das Gatherland dieses Mal unter der Ägide von Peter Kempin und Wolfgang Neuhaus statt.

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Der futorologische Planet – das Otherland

Beide sind Streiter für Lemsche Andenken und haben in Dialog artigen Texten im Heyne SF-Jahr bereits dafür gestritten. Ein Titel wie

Testament für die Technoevolution
Ein Report vom I. Inter-Intelligenz-Symposium zur Lemologie im
Jahr 2164 – von Randu Serenios, Knowledge Operator

sagt eigentlich alles über die Kompetenz der beiden.

Das von Michael Szameit so verehrte Summa technologiae spielte eine große Rolle, ebenso Also sprach GOLEM – beides einzigartige Sachbücher, wie Wolfgang Neuhaus mit ähnlicher Begeisterung referierte.
Eigentlich bin ich bereits angefixt, aber »Summa« ist wirklich dick. Ich habe schon einige der theoretischen Texte Lems verkostet und eine leichte Vorspeise waren sie nie.

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Wolfgang Neuhaus und Peter Kempin

Der Abend entwickelte sich aber tatsächlich zu einem sehr informativen Austausch über Lem als Autor, seine Prosa-Texte, aber auch über seine philosophischen Ansichten. Im Zentrum stand dabei vor allem Lems Gedanke, dass der Mensch sein intelligentes Dasein einer extremen Zufälligkeit verdanke und Stolzsein darauf recht unangemessen sei.
So habe ich das zumindest verstanden. Lem war für mich ja immer dann gut, wenn er seinen philosophischen Ansatz in knackige SF packte.
Die Rezeption von Lems Technologie- und Gesellschaftskonzeptionellen Werken ist mager, wie die beiden Lemologen bedauernd feststellten. Ein Dilemma.
Aber es ist ja schon ein Trost, wenn sich zwanzig LeserInnen des Nachts in Kreuzberg treffen und ihrem inneren Lexikon neue Weisheiten unter dem Lemma Lem notieren.

Da der gestrige Abend auch so ein kleines Future Food-Treffen war, gibt es einen Bericht von Frank Böhmert über den Abend in seinem Hasenbrot-Blog. Lem bei Eco? – tatsächlich eine spannende Frage.

Eigentlich müsste man nach solch einem anregenden Abend einen kleinen Ausflug in eine Zeitblase machen und die erwähnte Werke in aller Ruhe lesen, während draußen keine Zeit vergeht.
Jedoch, sie vergeht. :yes:

Und wusch, kommt das nächste Gatherland. Mit Charles Stross, Frisch und in Farbe!

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